Kapitel 11
Kael spürte es, noch bevor er es richtig verstehen konnte.
Da war eine ungewöhnliche Leere in ihm, als Livia den Konferenzraum betrat.
Sie war pünktlich, gut vorbereitet, makellos in ihrem Aussehen und verhielt sich sehr professionell – zu professionell. Es war als könnte er sie in diesem Moment nicht greifen.
Sie setzte sich, schlug ihre Unterlagen auf, nickte anderen zu. Aber ihn überging sie. Ihre Haltung war ruhig, ihr Blick hatte etwas wachsames. Und es war dieses Meiden, was ihn wild machte.
Sie zog sich zurück. Nicht demonstrativ. Sondern Präzise.
Die Bestie in ihm regte sich sofort.
Kael zwang sich, nichts zu zeigen. Ruhig zu bleiben. Vielleicht interpretierte er zu viel hinein.
Das erste Meeting zog sich zäh wie Kaugummi dahin. Zahlen. Zeitpläne. Risiken. Livia sprach klar und deutlich. Ihre Struktur behielt sie bei. Und sie blieb souverän. Wenn sie antwortete, dann an den Raum gerichtet. Nie an ihn. Niemals an Ihn. An ihn schaute sie vorbei
Einmal stellte er eine Frage.
„Frau Hart?“
Sie reagierte natürlich sofort. Alles andere wäre auch unprofessionell. „Ja.“
Ihre sachliche und kphle Art ging dem Wolf in Ihm und auch den Mann an die Substanz. Ihr Blick ging wieder einmal an ihm vorbei, als wäre er nur eine Stimme im Raum.
Der Wolf spannte sich weiter an. Und der Mann ebenso.
Im zweiten Meeting war genau dasselbe.
Im dritten ebenfalls.
Endlose Stunden. Endlose Konferenztische. Und jedes Mal diese saubere, kontrollierte Distanz. Keine Irritation. Keine Erinnerung an die Nacht zuvor.
Als hätte sie den Kuss gelöscht. Seine Berührungen von Ihrer Haut gewischt. Seine Inbesitznahme.
Das ist nicht natürlich, knurrte der Wolf.
Nein, dachte Kael düster. Das ist Absicht.
Ihm wäre es mehrmals beinahe passiert das er seine Angestellten laut angeknurrt hätte, nur weil sie in den Genuss ihrer Aufmerksamkeit kamen.
In einer Pause begegneten sie sich auf dem Flur.
Kael blieb stehen. Sie auch. Für einen Herzschlag lang.
„Livia“, sagte er leise.
Sie nickte. „Herr Ardent.“
Sie nannte ihn bei Ihren Nachnamen.
Nach dieser geteilten Erinnerung. Es fühlte sich an, als hätte sie ihn geschlagen.
„Wir müssen-“ fing er an.
„Später“, unterbrach sie ihn höflich. Aber bestimmt „Ich bin gleich wieder im Termin.“
Sie ging weiter ohne sich nocheinmal umzudrehen.
Kaels Kiefer spannte sich so hart, dass es schmerzte. Wie konnte sie nur!
Im nächsten Meeting überging sie ihn komplett. Reagierte auf Beiträge der anderen, baute darauf auf, lenkte Diskussionen – als wäre er nicht der Mann, der dieses Unternehmen führte, sondern nur ein Geist im Hintergrund.
Der Wolf drängte sich nach vorn.
Sie ignoriert dich. Und damit provoziert sie mich, teilte ihm der Wolf mit.
Als das letzte Meeting endete, hatte Kael genug. Innerlich brodelte er. Versuchte seine Instinkte zu zügeln und sein Begehren im Zaun zu halten.
Er stand auf, noch bevor jemand die Unterlagen schließen konnte.
„Frau Hart“, sagte er laut genug, dass der Raum verstummte. „Mein Büro. Jetzt.“
Stille.
Livia sah langsam auf.
Zum ersten Mal an diesem Tag traf ihr Blick seinen.
Kalt, zurückgezogen und verschlossen.
Wenn du so spielen willst, von mir aus.
„Natürlich“, sagte sie ruhig.
Zu ruhig.
Die Tür seines Büros schloss sich hinter ihnen.
Kael wartete nicht.
„Was soll das?“, fragte er hart.
Sie stellte ihre Tasche ab, drehte sich zu ihm um. „Bitte konkretisieren Sie das.“
„Du weißt genau, was ich meine.“
„Nein“, sagte sie ruhig. „Ich arbeite.“
„Du ignorierst mich.“ knurrte Kael.
Ein kurzes Aufflackern in ihren Augen. So schnell wie es da war, verschwand diese Emotionen wieder.
„Ich halte nur Abstand“, korrigierte sie. „Wir müssen Professionell bleiben.“
„Das ist eine Ausrede.“
„Nein“, entgegnete sie scharf. „Das ist eine Grenze die wir ziehen müssen.“
Kael trat näher. Drang in Ihren Raum ein, wollte jede Lücke zwischen ihnen beiden schließen und seine Ansprüche geltend machen. Das Tier in ihm tobte. Es war immer anwesend.
„Du glaubst, ich merke es nicht?“, fragte er leise. „Dass Du mir ausweichst. Dass Du mich behandelst, als wäre nichts passiert?“
„Weil nichts passiert ist, was Auswirkungen auf unsere Arbeit haben darf“, sagte sie fest.
„Zwischen uns ist nichts!“ Setzte sie hinterher.
Der Wolf brüllte.
Genug!
Mit einem wölfischen Blick stürzte er sich auf Ihre Lippen um Ihr das Gegenteil zu beweisen.
Wie ein ertrinkender nahm er Ihre Lippen in Besitz, drang mit seiner Zunge in Ihrem Mund ein.
„Verdammt noch mal, Livia“, murmelte er rau an Ihren Lippen, bevor er sich wieder auf sie stürzte. Er packte sie an die Taille und setzte sie auf seinen Schreibtisch. Dann drängte er sich mit seinen Hüften dagegen.
… und sie ließ es zu. Sie stöhnte ebenfalls an seinem Mund, krallte sich an seinen Schultern fest, wie ein Anker auf den Meeresboden. Als ob sie Angst haben müsste, dass er verschwindet.
Als ob das jemals passieren würde.
Während seine Hände ihren Körper erkundeten verließ er Ihren Mund um an der seitlichen Halssäule kleine Bisse zu hinterlassen. Und bei Gott, wenn er sie auch heute noch nicht so markieren kann wie er will, muss diese Art eben für heute erstmal reichen.
Seine Hände wanderten unter ihren kurzen Rock, schoben ihn ihr hoch bis sich dieser an Ihrer Hüfte bauschte.
Mit einer Hande drückte er Ihren Oberkörper nach hinten auf den Schreibtisch und mit der anderen Hand zerstörte er Ihren Slip.
Liv Kelche kurz auf, als wollte sie gerade wieder zu Besinnung kommen. Doch mit einer Hand packte er sie am Nacken, zwang sie ihn wieder anzusehen. Direkt in die Augen. Ungefiltert. Und die Emotionen die er dort sah ließen ihn auch nicht an dem zweifeln was er hier tat.
Er nahm Ihre Lippen wieder in einen köstlichen Tanz gefangen. Ihre Hände Strichen über sein Hemd, öffneten es und Strichen über seinen freigelegt muskulösen Oberkörper.
Eine freie Hand wanderte zu Ihren Schenkeln und merkte wie feucht sie bereits wegen Ihm war. Er Strich ihre Schamlippen entlang bis er diese woe eine Rosenknospe öffnete um ihre geheimsten Stelle freizugeben.
Livia keuchte erstickt auf, bevor sie sich wieder in einem Stöhnen und den Kuss verlor.
Mit einem freieb Finger drang er in sie ein und brachte sie unentwegt zum Stöhnen. Ein Schwall Feuchtigkeit benetzte seine Finger und dann merkte er wie sie sich um ihn zusammenzog.
Livia steckte sich eine geballte Faust in dem Mund um einen Schrei zu unterdrücken. Doch ihr lieblicher Duft waberte in seinem ganzen Büro.
Langsam zog er seine Finger zurück. Eine andere Hand in ihrem Nacken, zwang sie ihn anzusehen als er sich ihre Lust von den Fingern leckte.
Sein Wolf und auch er Mann waren zufrieden. Vorerst zumindest.
Aber er war so kurz davor auch die letzten Barieren zu brechen und sie endlich zu der Seinen zu machen. Jetzt war sie noch feucht und bereit für ihn. Er hätte nur seine Hose öffnen müssen …
Kael hielt inne und zog sich langsam zurück. Atmete tief durch. Sammelte sich mit Gewalt.
„Ich will Antworten“, sagte er ruhiger. Gefährlich ruhig. „Nicht, weil ich dein Vertragspartner bin. Sondern weil ich weiß, dass Du dich zurückziehst, um dich zu schützen.“
Sie schaute ihn immer noch aus Lustverhangenen Augen an aber die Klarheit kam langsam zurück „Ich werde nicht so tun, als wäre das hier nichts. Gewöhn dich an den Gedanken das du mir gehörst. Egal was du erlebt haben magst. Mit mir wird es anders sein.“
Stille.
Livia sah ihn diesmal lange an. In ihrem Blick lag Kampf und auch Abwehr. Und etwas, das ihn wieder wütend machte, weil er es kannte.
Angst vor Nähe. Bleib ruhig, sagte er sich. Sie reagiert genauso auf ihn wie es sein sollte.
„Ich brauche Abstand, ich muss nachdenken“, sagte sie leise.
Der Wolf knurrte.
Kael nickte jedoch langsam.
„Dann höre auf mich wie einen Fehler zu behandeln. Kein Abstand mehr zwischen uns. Das was mit uns geschieht ist unausweichlich und das wissen wir beide.“
Ein Atemzug.
Dann ein weiterer.
Von ihr kam ein leichtes zaghaftes Nicken. So als wüsste sie nicht was mit ihr geschah. Und Kael musste ihr bald alles über die Gefährtenbindung und über Lykae erzählen.
Noch nicht. Erst das eine und dann das andere. Er wollte sie nicht weiter verschrecken.
Dann trat er zurück.
Das war kein Rückzug mehr. Zumindest nicht mehr so deutlich.
Das hier war allerdings immer noch ein Kampf. Und die erste Schlacht hatte er gewonnen.
Doch der Krieg ging weiter.






























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