06 Kathayas Unfall

 

„Ich kann DAS nicht tun… Aber ich muss, ansonsten ruiniert sie sich ihre Hände durch das Schmieden.
Dabei ist es doch ihr größter Wunsch eines Tages Schneiderin zu werden! Alles nur wegen ihres
doofen Auftrages… denken die Erzengel denn überhaupt nach? Es tut mir Leid, aber das wird jetzt
weh tun…“, sind Geras Gedanken und mit gemischten Gefühlen inszeniert er einen kleinen Unfall in
der Schmiede.
Ihr Aufschrei, als Kathaya ein schwerer Hammer auf den Fuß fällt, lässt Gera das Herz zerreißen. Den
Impuls – gleich zu ihr zu rennen- unterdrückend wartet Gera ein paar Augenblicke ab. Es dauert nicht
lang, als Mariel und Araton zur Schmiede eilen, um zu sehen was passiert ist. Gera wartet noch einen
Moment bevor auch er die Schmiede betritt. Kathaya sitzt auf dem Boden, Tränen des Schmerzes im
Gesicht, während Mariel sich ihren Fuß genau anschaut. Araton erkundigt sich währenddessen bei
Karahel, wie das passieren konnte. Eine Welle aus schlechtem Gewissen und Schuldgefühlen droht
Gera zu überwältigen, doch er kann sich zusammenreißen und spielt seine Rolle perfekt. „Was ist
passiert?“, fragt Gera außer Atem, als wäre er gerade erst von den Stollen hierher geflogen, „Kathaya,
bist du verletzt? Ich habe im Netz deinen Aufschrei gespürt und bin sofort hierhergeeilt.“ „Mein
Fuß…“, schluchzt Kathaya und scheint starke Schmerzen zu haben. Sofort ist er an ihrer Seite, stützt
sie und hält ihr die Hand, während Mariel ihren Fuß behandelt. Mit Hilfe von Magie richtet Mariel die
mehrfach gebrochenen Fußknochen und legt ihr einen Gibs an. „So, meine Kleine, es ist vorbei. Du
warst sehr tapfer. Dein Fuß wird sich erholen und die Knochen werden wieder heilen. Aber vorerst
darfst du auf gar keinen Fall den Fuß belasten, hörst du?“, vergewissert sich Mariel und Kathaya nickt.
„Kannst du ihr helfen auf ihr Zimmer zu gehen?“, fragt Mariel Gera und fügt hinzu: „Ich komme gleich
nach und bringe Dir ein Schmerzmittel mit.“ Vorsichtig hilft Gera Kathaya auf und zusammen
verlassen sie die Schmiede -sie humpelnd und er sie stützend. „So wird das nichts.“, meint Gera und




nimmt Kathaya hoch in seine Arme. Kathaya schlingt ihre Arme um seinen Hals und so trägt er sie in
ihre Kammer. Sachte legt er sie auf das Bett ab. „Wie geht es dir?“, fragt Gera besorgt. „Es tut weh.“,
beklagt sich Kathaya unter Tränen. Mitfühlend setzt sich Gera an ihre Seite auf die Bettkante und
drückt ihre Hand. „Der Schmerz wird vorbeigehen.“, versucht er sie aufzumuntern. Sie nickt nur. Da
kommt Mariel auch schon mit dem Schmerzmittel und einem Glas Wasser. „Du solltest dich jetzt
ausruhen, mein Kind.“, sagt Mariel nachdem Kathaya das Mittel zu sich genommen hat. Kathaya nickt
und bittet etwas schüchtern: „Darf Gera bei mir bleiben?“ „Natürlich mein Kind, aber ruhe Dich aus
und keine langen Gespräche. Für die habt ihr später, wenn du dich erholst hast, immer noch Zeit.“,
meint Mariel und verlässt das Zimmer. Kathaya dreht sich vorsichtig auf die Seite und schließt die
Augen, während Gera ihr die Hand hält und über ihren Schlaf wacht.

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