Ascardia-Kapitel 35
~Ascardia~
Dunkelheit hüllte mich ein und drückte auf meine Sinne.
Mein Kopf dröhnte, während ich das Gefühl hatte, irgendwas würde versuchen, über meine Ohren in mein Gehirn zu bohren. Obwohl ich mir diese zuhielt, erfuhr ich keine Erleichterung und ging auf die Knie.
Es brachte nichts, zu laufen. Die Umgebung änderte sich nicht. Ich hatte nicht einmal einen Anhaltspunkt, ob ich mich wirklich bewegte.
»Er hat das Schattenlicht besiegt«, erklang ein hallender Ruf. Eine Stimme, die mir nicht bekannt vorkam, doch Hoffnung in mir weckte.
Mittlerweile floss Blut aus meinen Ohren über meine Hände, doch ich rappelte mich auf.
Das Schattenlicht war besiegt? Hatte Cayden das getan? War er dabei, mich zu retten?
Ich musste durchhalten! Er würde kommen.
»Fürst Dorne hat das Schattenlicht versiegelt. Er ist ein Held.«
Ich blinzelte, als diese Worte zu mir hallten.
Fürst Dorne? Er sollte das Schattenlicht versiegelt haben?
Ich dachte an seine schwarze, ölige Aura und hatte plötzlich das Gefühl, darin zu ertrinken.
Alles hier erinnerte mich an ihn und seine Aura. Gleichzeitig aber auch nicht.
Ich schluckte und schleppte mich vorwärts. Vielleicht war es mir möglich, den Stimmen näher zu kommen.
»Was für Idioten. Die Quelle an Macht, die ein solches Schattenlicht bildet, sollte man nicht für immer wegschließen«, murmelte Fürst Dornes Stimme. Verzerrt und hallend. Seltsam unreal.
Ich blieb stehen, als ein Schimmern in der Dunkelheit meine Aufmerksamkeit auf sich zog.
Was war das? Ein Ausgang?
Als ich die Richtung wechselte, um darauf zuzugehen, schimmerten Kugeln aus blauem Licht.
Sofort hielt ich inne und wich zurück.
Das Wasserlicht! So hatten die Tropfen von den Blumen auch ausgesehen, bevor es mich in die Falle gelockt hatte!
Mein Herz hämmerte und sofort drehte ich mich um und rannte. Allerdings spürte ich das Kribbeln im Nacken, das mir zeigte, dass ich nicht entkommen konnte.
Der blaue Schein nahm mich ein und plötzlich fand ich mich in einem großen Garten voller Blumen wieder.
Er ähnelte dem Garten unter der Kuppel und war doch anders.
Die Blumen waren noch nicht so reichlich und standen nicht in voller Blüte.
Fürst Dorne schritt plötzlich an mir vorbei.
Ich streckte meine Hand aus, doch sie ging durch ihn hindurch. Nicht, weil er nicht echt war, sondern weil meine Hand lediglich aus seltsamen, blauem Schimmer bestand.
Was war das?
Fürst Dorne trat auf einen Baum zu, der seltsame, schwarze Rinde hatte. Er pulsierte und ein seltsames Öl rann über die Blätter.
Ich schauderte, denn das war die Aura, die ich bei Fürst Dorne gespürt hatte. Aber nicht jetzt. Jetzt wirkte seine Aura sogar schimmernd, hell und beruhigend.
»Als würde ich deine Macht einfach so hier versauern lassen«, sagte er fast sanft, bevor er seine Hand an den Baum legte.
Schwarze Ranken packten seinen Arm und kletterten daran hinauf.
Fürst Dorne keuchte, aber mit einem Lächeln, bevor er seine Hand zurückzog.
Die Ranken brachen ab und drangen in seine Haut ein, bis sie nur noch ein leichter Schatten unter seiner Haut waren.
Ich brauchte einen Moment, um zu verstehen, was hier vorging. Hatte er gerade die Kraft des Schattenlichts in sich aufgenommen?
Aber hatte Cayden nicht gesagt, dass es unglaublich gefährlich war? Wie konnte er dabei so ruhig bleiben?
Irgendwas stimmte hier nicht.
Ich wandte mich um, da wurde es plötzlich wieder dunkel.
Plötzlich hatte ich das Gefühl, dass er das Schattenlicht gar nicht versiegelt, sondern befreit hatte.
Woher kam dieser Gedanke? Weil er seine Kraft nutzte?
»Bald schon werden auch die anderen Lichter mir gehören.«
Ich zuckte. Die anderen Lichter?
Wie das Wasserlicht?
Was hatte es damit auf sich? Es klang gefährlich.
Ich musste Cayden davon berichten, aber wie kam ich hier wieder heraus?
Konnte ich etwas tun oder würde ich darauf warten müssen, dass mich jemand rettete?
Wenn Fürst Dorne Teile des Schattenlichtes in sich aufnehmen und nutzen konnte, … konnte ich dann auch noch das Wasserlicht nutzen?
War das vielleicht die Möglichkeit, hier herauszukommen? Aber wie konnte ich die Fähigkeiten benutzen? Was waren sie überhaupt?
Erneut drückte etwas auf meinen Kopf und ich schloss die Augen, während ich wieder in die Knie ging. Obwohl weder Geräusche, Farben noch Gerüche zu existieren schienen, hatte ich doch das Gefühl, sie würden auf mich einprasseln. Als würde ich durch die Augen mehrere Personen sehen.
Wie sollte ich nur dagegen ankämpfen, bis Cayden mich rettete?



































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