12

Meine erste Nacht ließ zu wünschen übrig. Ständig übernahmen Ausschnitte von gestern Abend die Kontrolle über meine Gedanken. Kaum wurde es für wenige Sekunden ruhig, rückte ein weiterer Tornado näher, um das wackelige Gerippe meines Traumes endgültig niederzumachen.
Alle dreißig Minuten wechselte ich die Seite wie ein Brot im Backofen, was die Position ab und zu wechseln musste, damit es gleichmäßig braun wurde. Hunderte kleine Versionen von mir selbst brabbelten im Leerraum meines Gehirns wirr durcheinander. Es trieb mich in den Wahnsinn. Ich hätte mir am liebsten die Haare ausgerissen, um weiter in meinen Kopf eindringen zu können. Egal was ich versuchte, sie verstummten nicht. All meine Sorgen bauten sich auf zu einer alles fressenden Flutwelle.
Warum rückte mir Alexej immer auf die Pelle? Suchte er meine Nähe? Und warum genoss ich seine komischen Annäherungsversuche, obwohl sich jede Faser in meinem Körper dagegen wehren wollte? Unendliche Fragen, aber keine Antworten. Niemand konnte mir in der Hinsicht helfen und ich konnte es auch niemandem erzählen. Meine Mutter würde noch bestärken, dass ich mich auf ihn einlasse. Papa hätte sicherlich nur ein paar vage Ratschläge zur Hand, die nur einen winzigen Teil des Problems lösen würden. Sasha kannte ich noch nicht lange genug und mehr Ansprechpartner hatte ich nicht. Genauso schnell wie sich alles entwickelt hatte, wollte ich hinschmeißen. Nach Hause gehen, diesen Albtraum beenden, ehe ich ihm nicht mehr entfliehen konnte. Aber diese Niederlage würde mich in meinem Leben noch länger verfolgen, als diese Albtraum Periode. Meine Mühe würde sich lohnen, aber dafür musste ich diesen steilen Berg vor mir erst erklimmen und nicht aufgeben.
—————–
Erschrocken fuhr ich nach oben. Mein Herz raste, mein Atem hatte sich zu schnell von null auf hundert beschleunigt. Ich merkte, wie mir der Schwindel überkam und um diesen zu vertreiben, kniff ich die Augen zusammen und schlug mir zweimal mit den Handflächen gegen die Wangen. Nach ein paar Minuten kam mein Körper zur Ruhe, meine Sinne erreichten das Hier und Jetzt. Nun bemerkte ich auch, dass mich der Rufton meines Handys aus dem dichten Heuhaufen meiner Gedanken riss. Gähnend streckte ich die Hand danach aus und überflog das Display, es war Thomas, der es für überflüssig hielt, mir einfach eine Nachricht zu schreiben.
“Morgen Thomas” begrüßte ich ihn mit träger Stimme. Kurz darauf herrschte Stille am anderen Ende der Leitung, dann holte er Luft “Morgen? Eher Nachmittag. Hast du bis jetzt geschlafen?” Verwundert blinzelte ich wenige Male “Was heißt denn bis jetzt? Ist doch erst um neun oder so. Meine Gegenfrage ist warum du mich so früh aufscheuchst.” konterte ich seine Aussage mit dem größten Selbstvertrauen das ich in meinem Zustand aufbringen konnte. Thomas lachte herzlich, ich hingegen war nur maßlos verwirrt “Was ist daran so lustig?”
“Alex, es ist gleich dreiviertel zwei.” Ich fiel aus allen Wolken, erneut rollte eine Schockwelle über meinen Körper und machte meine Versuche, mich zu beruhigen, wieder hinfällig “Bitte was?!” Erneut lachte er “Ich sehe schon, entweder war deine erste Nacht himmlisch oder eine absolute Katastrophe.” vermutete er und befand sich damit auf dem richtigen Weg. “Zweiteres, aber das ist vermutlich nicht der Grund, warum du anrufst.” ermutigte ich ihn, mir seinen eigentlichen Grund mitzuteilen. Am anderen Ende der Leitung wurde es wieder kurz ruhig, dann räusperte er sich und ich vernahm ein gedämpftes rascheln, als ob er gerade durch einen Order oder Papier ging “Korrekt, also ich wollte dich darauf hinweisen, dass du schnellstmöglich nochmal deine Auszeichnungen des Studiums und deine Geburtsurkunde an mich schickst. Ich habe eine Menge deiner Unterlagen vermutlich ausversehen gelöscht…und da es schnell gehen muss, dachte ich, ich erreiche dich eher mit einem Anruf. Bevor du fragst, der Anwalt von der Firma benötigt die Dokumente für deinen vielleicht vorzeitigen Antrag auf den Erhalt der Staatsbürgerschaft. Mit Glück bekommen wir das über deinen festen Arbeitsplatz hin, immerhin hast du gute Kontakte hier.” Aus seiner Art zu sprechen konnte ich ein Grinsen wahrnehmen. Er meinte sich selbst mit den guten Kontakten, aber wollte die Information wohl spannender rüberbringen.
Überrascht hielt ich kurz inne und mir wurde die Tragweite meiner Unwissenheit schlagartig bewusst. Zu meiner eigenen Verteidigung konnte ich mir das nötige Wissen nicht aneignen, da es mein erstes und vermutlich einziges Mal war, dass ich das Land verließ. Dieses ganze Theater wollte man sich nicht antun, wenn man nicht musste.
“Alex? Bist du noch dran?” wunderte sich Thomas. Ich räusperte mich um die Gedanken, die mich gerade plagten, hinfort zu scheuchen “Ja, ja, ich verstehe. Ich kümmere mich darum, dass du alles bekommst. Dankeschön nochmal für deine tatkräftige Unterstützung.” lobte ich seine aktive Rolle in meinem Leben. Zusätzlich drang ein Schuldgefühl durch meine Stimme, vermutlich deutlicher als ich wollte, denn Thomas entging dieser schmale Unterschied in meiner Stimme nicht. “Ich weiß du machst dir vermutlich eine Millionen Gedanken, ob du nicht zu viel meiner Zeit beanspruchst. Mach dir darüber aber keine Sorgen. Ich hätte mir damals solche Hilfe gewünscht und musste alle Prozesse alleine durchlaufen, deshalb habe ich viel Zeit und Energie in die Abläufe der Vorgänge gesteckt. Es wäre eine Beleidigung an mein junges Ich, wenn ich mit meinem jetzigen Wissensstand nicht helfen würde. Ich wäre ein Narr, sie dir oder anderen zu verwehren.” Die Aufrichtigkeit in seiner Stimme war nicht zu überhören. Ihm war es wirklich wichtig, dass ich nicht in derselben schwierigen Situation landete wie er damals.
Diese freundlichen Worte seinerseits entlockten mir ein warmes Lächeln “Du bist zu gütig.” bedankte ich mich für seine Erzählung und ehrte seine Teilhabe in meinem Leben gleich mit. “Kein Problem.” gab er lachend zurück, dann holte er einmal tief Luft, als wäre ihm noch etwas eingefallen “Morgen zu deinem ersten offiziellen Tag wird dich Herr Petrov wieder zur selben Zeit abholen wie schon zum Probearbeiten. Er wird dich auch immer nach Hause bringen. Order von ganz oben, darauf habe ich leider keinen Einfluss, aber mir Herr Petrov lässt sich im Notfall reden, falls es dir zu viel werden sollte. Sicherheitsmaßnahmen, du verstehst sicherlich.” lachte Thomas nervös. Ich seufzte auffällig verzweifelt über die Umstände “Na super…”
“Es ist nicht so schlimm, wie es klingt, glaub mir.” begann er und auf der anderen Seite der Leitung begann es erneut zu rascheln “Oh verdammt! Ich muss zu einem Termin, sorry Alex. Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und bis morgen!”
beep beep beep. Aufgelegt.
Mit einem tiefen Atmen schüttelte ich den Kopf, im selben Moment nahm ich das Handy vom Ohr und schmiss es neben mich aufs Bett. Es war schon erstaunlich, wie dieser verpeilte Mann so viel auf die Reihe bekommen konnte.
Ich fiel rückwärts zurück in die weichen Kissen, zog die Bettdecke bis unter die Nase und drehte mich nochmal um. Nach der kurzen Aufregung setzte die Müdigkeit wieder ein, aber in der Sekunde, in der ich die Lider schloss, klopfte es an der Tür. Dann hörte ich eine männliche Stimme, gleich darauf eine weibliche, die durch das Holz drang. Ich brummte, denn ich wusste, um wen es sich handelte, aber ehe ich meiner Frustration weiter Platz lassen konnte über meinen verlorenen Schlaf, klingelte es.
Am liebsten hätte ich ins Kopfkissen geschrien, aber ein aufgesetztes Lächeln tat es auch. Sauer strampelte ich die Decke ans untere Fußende, räkelte mich wie ein Fisch auf dem trockenen Festland Richtung Bettkante und richtete mich erneut auf. Nochmals streckte ich mich, dabei knackte es in meinem Rücken und im Ellenbogen des linken Arms. Angewidert von dem Geräusch verzog ich mein verschlafenes Gesicht und quälte mich hoch auf die Füße, dann schliff ich träge zur Tür und öffnete diese. Im Hausflur standen zwei strahlende Sonnen namens meine Eltern. Mich blendete ihre überquellende Freude beinahe. “Hallo mein Schatz!” rief Mama energisch und riss mich am Arm nach vorne, sodass ich wie ein Sandsack gegen ihren Körper fiel. Es schien sie jedoch nicht zu stören, denn ihre Arme umschlossen meinen Rücken und schrauben sich enger, sodass meine Luftreserven knapper wurden. Papa erkannte meine Not und als ich etwas sagen wollte, schritt er ein “Schatz willst du unsere Tochter noch umbringen? Lässt du sie bitte los?” fuhr er seine Frau gefährlich ruhig an. Meine Mutter lachte verlegen und schob mich an den Oberarmen wieder in meine Wohnung rein. Lächelnd sah ich meinen Vater an “Danke.”, er kam einen Schritt näher, legte seine Hand auf meinen Hinterkopf und führte sanft meine Stirn mit seinen Lippen zusammen “Schön dich zu sehen Liebling.” flüsterte er gegen meine Haut, dann lösten wir uns voneinander “Du siehst aus, als wäre deine erste Nacht erfolgreich gewesen.” fiel ihm lachend auf und ich nickte “Mehr oder weniger. Thomas hat meinen Schlaf leider frühzeitig beendet.” erzählte ich ihnen zähneknirschend.
Mama schob sich an mir vorbei “Wir sind hier, um dasselbe zu tun.” sagte sie und verschwand in meinem Schlafzimmer, wenige Sekunden später erhellte sich die Türschwelle mit Sonnenlicht. Papa trat ebenfalls ein und ich schloss die Tür. “Wie seid ihr hergekommen?” fragte ich, als die Realisation kam, dass die beiden ohne jegliche fremde Hilfe aufgetaucht waren. Papa legte eine Hand auf seinem Hüftknochen ab und drehte sich um, aber sein Blick blieb weiter in der Umgebung hängen “Google Maps kann helfen und wir hatten gleich die Gelegenheit, einen ausgiebigen Nachmittagsspaziergang zu machen. Es war wunderbar.” schwärmte der ältere Mann. Meine Mutter kam plötzlich aus meinem Zimmer und stieß zu uns “Ganz Recht, draußen ist es bereits wunderbar warm. Ich hoffe du wolltest den schönen Tag nicht drinnen verbringen.” grinste sie. Ich seufzte und ließ die Schultern hängen.
Die beiden hatten Recht und ich musste jede Minute, in der sie noch bei mir waren, nutzen. Morgen früh fliegen sie zurück nach Deutschland, danach kann ich sie nicht mehr so schnell besuchen. Dieser Gedanke motivierte mich schließlich etwas “Nein, natürlich nicht. Ich hatte nur nicht mit euch gerechnet.” gab ich zu, dann rieb ich mir die Augen “Setzt euch, gebt mir zehn Minuten und dann können wir los.” sagte ich und zeigte mit dem Finger auf das Sofa. Mama klatschte in die Hände, als hätte sie eben einen Geistesblitz bekommen “Das ist es doch. Gehen wir erstmal gemeinsam etwas essen und dann sightseeing.” Verwirrt sah ich sie an “Hattet ihr nicht Halbpension?” fragte ich verwundert. Meine Eltern nickten gleichzeitig, aber mein Vater ergriff das Wort, während er sich auf das Sofa fallen ließ “Eigentlich schon, aber der Fußweg zu dir ist doch etwas länger. Wir haben uns leicht überschätzt und dann kurzfristig entschlossen, dass wir mit dir essen.”
Ich schüttelte den Kopf und ließ die Frage, wie lange sie gelaufen sind, stecken. Schließlich konnten wir uns auf das Jetzt konzentrieren und Mamas Vorschlag war kein schlechter.
———————
Nachdem ich fertig war, befanden wir uns bereits auf dem Weg zu einem Restaurant, das wir uns vorher noch raus suchten.
Die Straßen waren nicht ganz so voll wie erwartet, aber meine Eltern hatten Recht, als sie die aktuelle Außentemperatur ansprachen. Es war fast auf dem Höhepunkt der Hitze. Jede Zelle meines Körpers begann zu schwitzen, sobald wir das kühle Treppenhaus verließen. Dementsprechend trug ich passende Kleidung, nämlich ein babyblaues Spagetti T-Shirt, was leicht baufreu war. Am unteren Saum – unmittelbar unter meinem Bauchnabel – waren weiße Rüschen angenäht, die noch etwas mehr Haut versteckten. Das bisschen, was man sehen konnte, störte mich nicht.
Meine Hose war vom Material her schön luftig, aber vertrat die Optik einer blauen Jeanshose mit etwas weiteren Hosenbeinen. Nach unten hin war sie gekürzt und überschlagen, sodass meine Knöchel komplett frei lagen. Ich zog mich gerne schlicht, aber süß an oder seriös mit Anzügen für Frauen. Die anderen Sachen sagten mir nie so zu, ich kleidete mich lieber bescheiden.
Meine roten Haaren waren frisch gewaschen und heute entschied ich mich für eine offene Frisur. Die roten Wellen fielen locker über meine Schultern und kitzelten ab und zu die Haut an meinen Schulterblättern. Bei jedem Schritt wippte meine Prachtmähne mit und der Wind hatte ein leichtes Spiel, durch meine Strähnen zu wirbeln. Das Gefühl von frisch gewaschenen Haaren war mein liebstes auf der ganzen Welt.
“Wie seid ihr eigentlich ins Haus gekommen?” brach es plötzlich aus mir hervor, als hätte dieser Gedanke plötzlich mein gesamtes Gehirn übernommen. Die beiden warfen mir einen verwunderten Blick zu, während wir gemütlich über den Bürgersteig liefen und unserem Ziel näher kamen. “Wie kommt diese Frage denn plötzlich zustande?” fragte Papa, Mama runzelte die Stirn “Ihr habt nur einmal geklingelt und das war bereits an meiner Tür, aber die Haustür ist verschlossen. Muss ich mir Sorgen machen, dass ihr eingebrochen seid?” scherzte ich, meine Eltern lachten “So böse sind wir nicht, keine Sorge.” begann meine Mutter und hielt kurz inne, ehe sie weitersprach “Deine Nachbarin – eine ziemlich alte und faltige Frau – hat uns mit herein genommen nachdem wir ihr mit Händen und Füßen versuchten zu erklären, dass du hier wohnst und wir deine Eltern sind.” beendete sie die Erzählung, plötzlich schüttelte es Papa, als hätte er etwas Ekelhaftes gesehen “Die war gruslig. Diese glasigen Augen, sie stand schon mit einem Bein in ihrem Grab, das kannst du mir glauben.” wendete Papa plötzlich ein. Mama und ich erstarrten kurz, dann mussten wir doch kichern wegen der Art und Weise, wie er das Geschehen rüber brachte.
——————
Wir verbrachten einen schönen Tag zusammen und ließen uns bis spät abends Zeit. Keiner hielt uns auf, wir wollten alles mögliche abgrasen und ansehen.
Leider konnte ich mich nicht auf die ganze Freude einlassen. Immer wieder tauchte das Bild von Alexej in meinem Kopf auf. Szenen, die sich zwischen uns abspielten, ploppten im Abstand weniger Millisekunden auf, ähnlich wie Blitze. Ständig geisterte dieser Mann in meiner Nähe herum wie ein gruseliger Schatten. Jede Begegnung brannte sich schmerzhaft in meinen Geist, immer wieder hinterließ er einen bleibenden Eindruck bei mir.
Mein ganzer Körper wehrte sich mit jedem Mal immer stärker. Meine Arme wollten meine Seele vor dem heißen Eisen schützen. Verhindern, dass er mich weiter brandmarkte und quälte. So viel Hass wie für ihn hatte ich in meinem Leben noch nicht gefunden. Die Ausbrüche, die er in mir hervorrief, waren unmenschlich und ich hasste mich noch mehr, wenn meine Sinne seinem Geruch verfielen oder von seinem Aussehen geblendet wurden. Meine Mission bestand aus seinem Untergang, ich wollte ihn vernichten, damit er diesen Einfluss auf mich verlierte.
Letztendlich brachte es nichts. Selbst nach dem schönen Tag voller Ablenkung und der Trauer über den Abschied meiner Eltern wog das Gewicht, was er mir ans Bein kettete mindestens genauso schwer. Jedoch würden mich diese Ketten nicht nach unten ziehen. Ich musste mich weiter davon distanzieren und das so lange, bis ich von ihm loskommen konnte.
Um meinem Plan weiterhin treu zu bleiben, wirbelte ich bei Musik durch meine Wohnung und überlegte halb tanzend, wie ich meine eigenen vier Wände schöner gestalten konnte. Ganz fühlte ich mich noch nicht zu Hause, die weißen Wände raubten mir jeden Nerv und ich hatte mir schon ein Pinterest Board zusammengestellt mit Dekorationsideen, die ich umsetzen konnte. Pflanzen standen ganz oben auf meiner Prioritätenliste, darunter Lichterketten oder andere Lichtquellen, die keine langweiligen Lampen waren. Auf meinem Sofa und Bett wollte ich mehr Kissen haben und weiche Wolldecken zum Einkuscheln und ich brauchte demnächst einen eigenen Werkzeugkoffer, um das Schlüsselbrett meines Vaters aufhängen zu können.
Im gleichen Moment meines Deko-Fiebers machte ich mir Abendessen in der brandneuen Küche mit den glänzenden Utensilien. Hier konnte ich hoffentlich meine Kochskills verbessern und weiter üben, es muss auch kein anderer mehr unter meinen Versuchen leiden, indem er es kosten musste.
Mir fiel auch auf, dass ich hier endlich ein Haustier haben konnte. Schon bei meinen Eltern wollte ich eine Katze haben, aber mein Vater litt an einer schweren Katzenhaarallergie. Hier konnte ich alles so machen, wie ich es wollte. Hier war alles in meiner eigenen Verantwortung und das gefiel mir sehr. Diese Unabhängigkeit und Kontrolle gefielen mir außerordentlich gut.
Vielleicht sollte ich auf Grund meiner ganzen Pläne und Sorgen alles in einem Tagebuch aufschreiben. Vermutlich würde es mir helfen, meine unbekannten Gefühle besser zu verarbeiten, vor allem wenn ich die Szenen eins zu eins immer wieder lesen könnte. Ich sah mich ehrlich gesagt schon in Therapie zukünftig. Sicherlich würde es den Leuten dort helfen, wenn sie meine Hintergrundgeschichte erfahren würden.
Zum Abendessen machte ich mir einfach Brotscheiben angebraten in Butter mit Rührei, Tomate, Gurke und Käse drauf. Ich machte mir gleich mehr um mein Essen für morgen Mittag auf Arbeit vorbereiten zu können, damit ich nicht verhungern musste.
Nebenbei verknüpfte ich meinen Netflix-Account mit dem Fernseher im Wohnzimmer und machte mir die restliche Zeit bis zum Schlafengehen noch eine möglichst schöne Zeit alleine, an die ich mich erstmal gewöhnen musste.
Kurz vor Mitternacht begab ich mich ins Bett, um noch genügend Schlaf zu bekommen, ehe mein erster richtiger Arbeitstag anfing. Ich realisierte nicht mal wie müde mich die letzten Wochen machten und wie sehr mir nacheinander große Steine von der Seele fielen deren Gewicht immer noch nachwirkten.
Hoffentlich schenkte mir jemand Kraft für den nächsten Tag.





















































Kommentare