51. Fenster ins Früher

Ein kristallklarer Sonntag im Februar. Muttern und Henri wollten Schlittschuh laufen, auf irgendeinem See in der Region, den angeblich kaum jemand kannte. Ich ließ mich breitschlagen, mitzukommen, dabei hatte ich nicht mal Schlittschuhe. Aber das Wetter und die Aussicht auf einsame Natur waren zu verlockend.
Wir fuhren mit dem Auto ins Landesinnere, viel weiter als ich mit Maren und der Clique jemals gekommen war. Nach gut einer halben Stunde erreichten wir den See. Er wirkte gewaltig, zumal bei dieser Fernsicht, und tatsächlich schien außer uns niemand hier zu sein: Völlig einsam glänzte der Eisspiegel in der rötlichen Wintersonne.
Muttern und Henri stiegen in ihre Schlittschuhe und und begannen erste Runden zu drehen. Zaghaft tasteten sie sich vor, immer darauf bedacht, möglichst nah am Rand zu bleiben. Bald verschwanden sie hinter einer Landzunge. Als sie wieder auftauchten, waren sie schon weit entfernt, nur noch zwei kleine Gestalten am Horizont.
Endlich allein. Berührt von dieser nie zuvor erlebten Weite überblickte ich die Eisfläche. Sie reichte anscheinend bis zur Mitte des Sees, oder täuschte das? War dort draußen offenes Wasser, so still und glatt, dass es wie gefroren aussah? Irgendetwas wollte, dass ich es selbst herausfand.
In Ufernähe war alles zerkratzt und zerschrammt von Schlittschuhen – ab und zu kamen wohl doch Leute hierher. Das mit Raureif überzogene Schilf glitzerte märchenhaft in der Wintersonne. Unter mir breitete sich ein Teppich aus Gras und krautartigen Gewächsen. Einige Pflanzen durchstießen das Eis und waren eingeschlossen.
Aber rasch lichteten sich die Spuren der Schlittschuhe, auch der Schilfgürtel schrumpfte in sich zusammen, wurde zu einem weißen Band in der Ferne. Der struppig-grüne Grasteppich war jetzt verschwunden, keine Pflanzen reckten sich mehr herauf. Da unten war alles nur noch tiefschwarz.
Weiter und weiter ging es hinaus. Die Eisfläche wurde klar wie Glas. Bei jeden Schritt schien sie leise zu erzittern, auch spürte ich regelmäßiges Heben und Senken, als würden Wellen unter mir hinlaufen. Und wenn ich genau schaute, meinte ich in der Tiefe manchmal Bewegungen zu erkennen, wie von geheimnisvollen Kreaturen, die dort unten hausen mochten. Aber vermutlich sah ich bloß meinen eigenen Schatten.
Endlich kam ich an einen Punkt, von dem aus die Uferregionen nur noch wie Federstriche am Horizont erschienen. In der Tiefe gähnte Finsternis, darüber spannte sich ein blassblau leuchtender, vollkommen leerer Himmel. Der Eisfilm zwischen den beiden Welten war hauchdünn und so gut wie unsichtbar.
Ich schwebte im Nichts.
Fernes Klingen erfüllte den Äther, unendlich fragil, nicht von dieser Welt – und doch mit sämtlichen Sinnen wahrnehmbar, alles durchdringend und überlagernd. Das Land erzitterte unter dieser geheimnisvollen Sphärenmusik, reflektierte wie ein Resonanzkörper ihre Harmonien. Auch ich war ganz erfüllt davon, unbändige Euphorie durchströmte mich, pures Glücksgefühl. Es war, als hätte trotz aller Kälte unvermittelt der Frühling begonnen, lichtblau, kristallklar.
Und auf einmal wusste ich, dass sich bald ein Kreis schließen und etwas von Neuem beginnen würde…
Beim Zurücklaufen erwachte ich nur ganz allmählich aus meiner Verzauberung. Noch immer trübte kein Dunsthauch die Sicht, gestochen scharf stand die Landschaft vor dem Glutball der untergehenden Sonne. Immer wieder lief jetzt eine Art Beben über den See, in der Ferne donnerte und krachte es, wie bei Gewitter. Meine Lippen fühlten sich in der trockenen Luft spröde und gesprungen an.
Am Ufer warteten Muttern und Henri ungeduldig. Sie trugen wieder Winterstiefel, hatten ihre Schlittschuhe längst im Kofferraum verstaut. „Bist du eigentlich bescheuert?“, fauchte Muttern mich an. „Im Radio kommt doch ständig die Warnung, dass man aufpassen soll! Das Eis trägt noch nicht überall.“
Ich schaute zurück: Wie weit weg die Seemitte von hier aus erschien! Und dort war ich gewesen? Mir fuhr ein ein ziemlicher Schreck in die Glieder.
„Wolltest du Schluss machen?“ Henri grinste, als könne er es kaum erwarten.
Ich zeigte ihm einen Vogel. Das hätte er wohl gern gesehen, der Scherzkeks!
***
Am Wochenende darauf besuchten mich Hartmann und Piet. Eigentlich hatte ich null Bock auf die beiden, aber sie noch länger hinzuhalten war nicht mehr möglich gewesen. Also blieb nichts als die Zähne zusammenzubeißen, durchzuhalten. Wenigstens waren es diesmal bloß ein paar Stunden, nicht mehrere Tage, wie an Silvester.
Als wir in meinem Zimmer saßen, Hartmann und ich auf den Sesseln, Piet auf dem Bett, schwebte die beklommene Stimmung über uns wie ein Damoklesschwert. Alle quatschten hektisch durcheinander, bemühten sich eifrig, das Gespräch am Leben zu erhalten. Bei Stille wäre das Schwert runtergefallen, der Riss endgültig aufgebrochen. Er hätte sich nicht mehr kitten lassen.
Die beiden waren seit nunmehr einem halben Jahr in der Lehre, Hartmann als Kfz-Elektriker, Piet als Zimmerer. Sie versuchten die ganze Zeit, wie alte, erfahrene Malocher zu wirken, betonten permanent ihre Verachtung für alle, die noch immer in der Schule saßen und sich von Lehrern drangsalieren ließen. Ihre Anekdoten aus dem Arbeitsleben klangen reichlich schräg, um nicht zu sagen: verdammt unsympathisch. Zum Beispiel musste Hartmann jeden Morgen Zigaretten und Bier für seinen Meister holen. „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“, bekam er als Begründung zu hören. Gleichzeitig versuchte er bei jeder Gelegenheit Vorteile für sich rauszuschinden: Er zog die Pausen in die Länge, rechnete zu viele Stunden ab, ließ auch mal Werkzeug mitgehen. Ich verstand nicht, wie man bei dieser kaputten Mischung aus aus Duckmäusertum und Rücksichtslosigkeit freiwillig mitmachen und darauf auch noch stolz sein konnte.
Irgendwann war das Thema abgegrast, wieder drohte Schweigen auszubrechen. In unserer Not kramten wir alte Geschichten raus, über den Bunker, die Treffen bei Tom, die Weiber. Schönhagen erwähnten wir mit keiner Silbe. Es existierte nicht, wir taten einfach, als wären wir in der Nordstadt, hockten auf meiner alten Bude. Und ich spielte das schlechte Spiel die ganze Zeit mit, präsentierte ihnen einen Hauke, den es längst nicht mehr gab. Es war verdammt armselig, das konnte ich innerlich nicht verhehlen.
Und es strengte unglaublich an. Als die beiden endlich die Biege machten, fühlte ich mich völlig erschlagen. Gleichzeitig war es wie eine Befreiung. Ihr Abschied hatte etwas Endgültiges gehabt; ich wusste, dass wir uns nicht mehr wiedersehen würden. Weil wir uns nicht mehr wiedersehen wollten.
***
Tatsächlich unternahm ich jetzt häufiger Spaziergänge, wie geplant. Wobei die Route immer dieselbe war: über die Bahnlinie zum Strand, ein Stück am Deich entlang, schließlich durch die Salzwiesen und den Wald zurück nach Schönhagen. Exakt so war ich mit Martin, Sibylle und Manuela gelaufen. Manchmal überlegte ich, den Weg zu variieren, Neues auszuprobieren, aber am Ende entschied ich mich doch wieder für das Vertraute. Wozu unnötige Wagnisse eingehen, sich vielleicht in der Wildnis verirren? Nein, lieber die permanente, kreislaufartige Wiederholung, nur sie gab mir dieses Gefühl von Ruhe und Sicherheit. Mittlerweile war die Wanderstrecke fast ein zweites Zuhause für mich geworden. Und die neue Aktivität zeigte prompt Wirkung: Als wir im Sport bei Wahlstedt draußen auf der Aschenbahn volle sechs Runden joggen mussten, war ich hinterher nicht klinisch tot.
Die Wochen gingen ins Land. Alle sehnten den Frühling herbei, aber bisher war er noch nicht zum Zuge gekommen.
An einem Nachmittag Ende März wachte ich von meinem üblichen Nickerchen auf – und blickte in einen wolkenlosen Himmel. Der Wecker zeigte gerade mal halb vier, dabei ratzte ich nach der Schule normalerweise bis mindestens fünf Uhr. Ungewohnt leichtfüßig kam ich auf die Beine. Ging die Treppe runter, ohne ständig Pausen machen zu müssen wegen des Schwindels, der nach dem Pennen besonders heftig war. Die Küche lag in gleißendem Sonnenlicht, überall sah man draußen Menschen: Nachbarn, Kindergrüppchen, Leute, die ihren Hund Gassi führten. Probeweise öffnete ich die Haustür: Vogelgezwitscher und das Geschrei spielender Kinder erfüllten die Luft. Und krass, wie mild es geworden war! Noch bei Schulschluss am Mittag hatten Winterjacke und Schal den Ton angegeben.
Nichts hielt mich mehr drinnen. Ich flitzte wieder nach oben, kramte die Jeansjacke von ganz hinten aus dem Schrank hervor und brach zu meinem täglichen Spaziergang auf. Die Bahnhofstraße war ungewöhnlich belebt – die ganzen Monate hatte man hier kaum jemanden zu Gesicht bekommen. Den Blick stur aufs Pflaster gerichtet marschierte ich an den Leuten vorbei, inständig hoffend, dass keiner mich erkannte und anquatschte. Zum Glück erreichte ich die Strandstraße unbehelligt. Am Bahnübergang bog ich aufs Gleis und ließ den Trubel endlich hinter mir.
Wie weit hier draußen der Himmel war, wie mild und klar die Luft! Dazu der frühlingshafte Geruch, die Geräusche der Natur, die Wärme – ein Schwall verworrener und zugleich intensiver Bilder stieg in mir hoch. Und wieder war da dieses Gefühl, das ich schon beim Ausflug zum See gehabt hatte: Ein Kreis, der sich schließen wollte.…
Der Wald begann, kurz darauf passierte ich den Bahnübergang. Eigentlich musste man nun nach rechts gehen, auf einen Fußpfad, der am Gelände der Museumseisenbahn entlang bis zum Schönhagener Strand und dem dortigen Bahnhof führte. Ich sah innerlich bereits das Defilee alter Loks, Waggons und Straßenbahnen vor mir…
Und plötzlich wusste ich wieder, wie man zum Geisterhaus kam. Monatelang hatte die Strecke im Dunkel des Vergessens geschlummert, aber nun lag alles wieder sonnenklar vor mir. Als wäre ich erst gestern mit der Clique dorthin gelaufen. Und obwohl der Gedanke ans Geisterhaus mir Angstschauer über den Rücken jagte, wollte ich hin, unbedingt. Etwas wartete dort, etwas immens Wichtiges.
Statt nach rechts ging ich also nach links. Bald ertönte das Geräusch fahrender Autos. Ich kam zur Bundesstraße Richtung Strand, wusste auf Anhieb, dass man ihr jetzt ein Stück folgen musste – aber landeinwärts. Tatsächlich erreichte ich kurz darauf jenen unscheinbaren Abzweig, hinter dem ein schmaler Pfad noch tiefer in den Wald hineinführte.
Weshalb war mein Gedächtnisschwund plötzlich vorbei? Es musste mit der aufgewühlten Stimmung zu tun haben, den Erinnerungen, die in ihrer Intensität fast wie die Gegenwart erschienen.
Die nächste Abzweigung folgte, und wieder war ich keine Sekunde unsicher, wie man weiterlaufen musste. Immer stiller wurde es, immer dichter wuchsen die Bäume auf beiden Seiten. Nur noch spärliches Licht drang bis hierher vor. Endlich kam der Wegstein mit seiner Inschrift, die nahezu unleserlich war: „A. D. 1810 Stein-Söhren“.
Moos und Gras überwucherten allmählich den Weg. Die Bäume an beiden Wegseiten bekamen jetzt eine seltsame Form: In Richtung Wald zogen die Stämme sich nahezu glatt in die Höhe, zum Weg hin griffen die Äste dagegen weit aus und vereinigten sich über mir, bildeten eine Art Dach. Letztes Jahr hatte ich diese krasse Asymmetrie nicht bemerkt, aber jetzt, wo alles noch unbelaubt war, sprang sie sofort ins Auge.
Schließlich kam ich zur Lichtung: Da war es, das Geisterhaus. Beim Anblick der verwitterten Backsteinmauern, der windschiefen Erker und Türme, der leeren Fenster wollte sich eine Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit über alles legen. Die Erinnerung an einen längst vergangenen Morgen nach einer Sturmnacht kehrte zurück, die Todesangst von damals flammte erneut auf…
Aber etwas anderes war doch stärker. Etwas, das getragen wurde vom Duft des Neuen, Frischen, den alles atmete. Über mir leuchtete der blaue, wolkenlose Himmel. Die Bäume ringsherum warteten ungeduldig darauf, endlich wieder zu blühen und auszuschlagen. Alles hier lebte, wuchs, gedieh; die dunkle Vergangenheit war vorbei und versunken.
Beim Eintreten wurde mir trotzdem wieder mulmig – ob nun das Geräusch kommen würde, dieses unheimliche Flüstern und Raunen? Nein, es blieb aus. Und statt eisiger Kälte, wie befürchtet, spürte man dieselbe milde Luft wie draußen auf der Lichtung – als ob der Frühling mir ins Innere gefolgt wäre. Überall berührte einen dieser warme Luftstrom, an Treppenaufgängen und Türfüllungen, in den zahlreichen sonnenbeschienenen Winkeln. Eine Aura des Friedlichen und Sanften herrschte, alles lag lichtdurchflutet da.
Ich erreichte das Terrassenzimmer. Noch immer war deutlich erkennbar, dass hier vor längerer Zeit eine Party stattgefunden hatte: In der Nähe des Kamins lagen alte Matratzen, Wein- und Bierflaschen standen herum, weiter hinten steckten abgebrannte Fackeln im rissigen Steinboden. An den Wänden prangten überall die Inschriften, gepinselt, gesprüht oder mit Filzstift gekritzelt. Draußen hörte man die Bäume im Wind rauschen. Sonnenstrahlen fielen durchs Geäst und warfen flirrende Lichtflecken an die Wände des Saals.
Dann sah ich die Einmeißelungen, tief in den Mörtel gearbeitete Lettern: „HARTMANN“, daneben „JÜRGEN + SILKE“. Und endlich, endlich fand ich, wonach ich gesucht hatte: „HAUKE + MAREN“, eingeschrieben in ein Herz, das von einem Pfeil durchstochen wurde.
Es war, als würde sich ein Fenster öffnen, das in die Vergangenheit zurückführte. Die Nebel lichteten sich und gaben den Weg frei, den Weg zu allem, was eigentlich versunken war. Auf einmal konnte es wieder erreicht werden.
Ich setzte mich auf eine der Matratzen und betrachtete wie gebannt das Herz. Eine unbekannte Macht hatte mir alles, alles wiedergegeben. Die Vergangenheit war zurückgekommen, zu mir heimgekehrt. Die Stunden vergingen wie im Fluge, aber welche Rolle spielte Zeit an diesem Ort? Hier, wo doch alles eins war: Gegenwart, Zukunft und – am wichtigsten – die Vergangenheit, meine Vergangenheit.
Ruhig und gefasst trat ich schließlich den Heimweg an. Die Strecke zum Waldrand lag in Windeseile hinter mir. Wieder im Freien fand ich den Himmel über dem Dorf in Flammen – die Sonne war gerade untergegangen. Mit der aufziehenden Dämmerung kam von den Feldern allmählich Kälte heran, aber die gespeicherte Tageswärme, die jetzt über dem Wanderweg aufstieg, hielt sie zurück.
Alles war wie im Jahr zuvor, auf unserer Pfingstwanderung: Die Abendröte, die ersten Nebelschwaden über den Feldern, die flimmernde Wärme hier auf dem Weg. Und ja, auch die anderen waren hier. Deutlich spürte man ihre Anwesenheit, ich glaubte sie fast zu sehen, weit vor mir auf dem Weg: Ganz an der Spitze – waren das nicht Bernd, Jürgen und Heiner? Ein Stück hinter ihnen liefen Kristina, Silke und Micha. Immer wieder verwischte, verschleierte die aufsteigende Wärme ihre Umrisse, sie schienen mal weit weg, dann wieder unmittelbar vor mir. Bisweilen wollten sie gar verschwinden, sich komplett auflösen.
Aber das würde nicht geschehen, dessen war ich mir jetzt absolut sicher. Das unsichtbare Band – es existierte nach wie vor, daran würde sich niemals mehr etwas ändern.
***
Seit Beginn der Osterferien vor einer Woche hatten wir sonniges Frühlingswetter. Tagsüber kletterte das Thermometer mittlerweile auf 20 Grad und höher, nachts dagegen herrschte noch Frost. Überall wurden die Bäume und Knicks jetzt allmählich grün.
Ich lief jeden Tag bis Sonnenuntergang in den Feldern herum; mein Aktionsradius war nach und nach immer größer geworden. Inzwischen hatte ich sämtliche Strecken des letzten Frühjahrs und Sommers wieder ausfindig gemacht. Mein Lieblingsweg war der zum Steenbarger Strand. Aber ich ging auch gern zum Ferienzentrum und weiter, durch den Kurpark oder die Salzwiesen bis zum Mittelstrand. Auf dem Rückweg machte ich häufig noch einen Schlenker an Gut Neudorf vorbei. Demnächst wollte ich anfangen, die landeinwärts gelegenen Regionen zu erkunden, das Grüne Meer.
Am Geisterhaus war ich seit dem Tag der Wiederentdeckung nicht mehr gewesen. Diesen Ort wollte ich mir aufsparen für besondere Momente. Irgendwann würde es wieder so weit sein.
Die Gewissheit, ein Fenster in die Vergangenheit entdeckt zu haben, war nochmals stärker geworden. Endlich kannte ich einen Weg, um der grauen Gegenwart zu entfliehen, einen Weg, der zurückführte in alte, bessere Zeiten – es war fast zu schön, um wahr zu sein. Auch Gesellschaft brauchte ich nicht mehr, im Gegenteil: Nur allein konnten sich Harmonie und Verzauberung voll entfalten. Ich musste ganz in meiner eigenen Welt leben, mich ihr völlig hingeben können, nur so empfand ich diese Geborgenheit, die sich besonders auf den Wanderungen einstellte. Andere Menschen hätten da bloß gestört und letztlich alles zerstört.
Vorm Losgehen öffnete ich immer weit das Fenster. Wenn ich abends zurückkam, füllte frische, nach Pflanzen und Erde duftende Frühlingsluft den Raum komplett aus.






















































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