Kapitel 1
Fusionen waren Krieg.
Kael Ardent mochte Krieg. Er mochte Strategie, Machtverschiebungen, das langsame Aushebeln des Gegners. Was er nicht mochte, waren Überraschungen.
Und sie war eine.
Sie stand am Ende des Konferenztisches, als er den Raum betrat — nicht auf ihn wartend, nicht nervös, nicht bemüht. Sie trug ein schlichtes, dunkles Kleid, das ihre Figur nicht betonte und sie trotzdem unverkennbar weiblich wirken ließ. Ruhige Haltung. Klares Kinn. Wachsam, ohne angespannt zu sein.
Als sie den Kopf hob und ihn ansah, brach etwas in ihm auf.
Nicht metaphorisch.
Körperlich.
Seine Brust zog sich hart zusammen. Ein heißer, scharfer Druck breitete sich aus, wanderte tiefer, spannte sich in seinem Unterleib zusammen. Sein Atem stockte für einen winzigen Moment — einen Moment zu viel.
Der Wolf erwachte.
Mate.
Das Wort war kein Gedanke.
Es war Gewissheit. Wie lange wartete er jetzt nun schon auf sie?
Kael blieb stehen. Seine Hände ballten sich minimal. Seine Sinne schärften sich brutal: ihr Geruch, warm, menschlich, mit etwas Eigenem darunter; der ruhige Rhythmus ihres Herzschlags; die leichte Bewegung ihrer Lippen, als sie sprach. Mit den Augen folgte er Ihren Lippenbewegungen. Sah es als sie sich kurz über die Lippen leckte. Kael musste ein knurren unterdrücken. Sein Körper jedenfalls reagierte jetzt schon auf sie.
„Livia Hart“, stellte sie sich vor. „Ich leite das Fusionsprojekt für die NovaTech.“
Ihre Stimme war ruhig. Professionell.
Ah.
Die Gegenseite.
Das durfte nicht wahr sein. Das Schicksal hatte wirklich Humor.
Kael zwang sich, sich zu setzen. „Kael Ardent.“
Ihre Augen glitten über sein Gesicht — kurz, sachlich, ohne erkennbare Reaktion. Kein Erkennen. Kein Ziehen. Kein Flackern.
Das machte es schlimmer.
In ihm spannte sich alles an. Sein Wolf drängte vor, verlangte Nähe, verlangte, sie zu markieren, sie unter Schutz zu stellen, sie zu beanspruchen. Sie zu nehmen. Sie auf diesen Schreibtisch zu heben, sich zwischen Ihre Schenkel zu stellen um diese weit zu öffnen und ihr dann dieses Kleid bis zu den Hüften hochzuschieben, bevor er mit einem kräftigen Stoß in sie eindringen würde und sie zu der seinen zu machen.
Kael musste sich wieder fokussieren um ins Hier und Jetzt zurück zu finden.
Nicht jetzt.
Nicht hier.
Aber bald. Sehr bald.
„Beginnen wir“, sagte Kael ruhig.
Doch der Krieg hatte gerade eine neue Front bekommen.

































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