Gänsehaut

03.03.2026
Vorsichtig hielt ich ihre Hand. Sanft streichelten meine Finger ihren Handrücken.
Leise rannen Tränen über meine Wangen.
Verwundert blickte sie mich an.
„Ja Kind, warum weinst du?“
„Oma! Du stirbst!“
„Na und?“
„Hast Du denn gar keine Angst?“
„Ach mein Kind, Du musst noch viel lernen! … – ich habe von nichts und niemandem Angst!“
Sie lächelte sanft, zwinkerte mir zu und drückte sachte meine Hand.
Zwei Tage später starb sie.
Sie starb an einem Samstag, so wie sie es mir schon Jahre zuvor gesagt hatte.
Gib mir deine Hand, sprach der Fuchs.
Ich sah sie wenige Stunden nach ihrem Tod wieder.
In ihrem weißen Nachthemd, barfuß und mit einem verschmitzten Lächeln ging sie an meinem Badezimmer vorbei.
Ich hatte keine Angst. Es fühlte sich richtig an.
Und ich bekam Gänsehaut.
… und eine Antwort.
Vor über 15 Jahren verstarb mein Großvater und meine Großmutter fiel in eine tiefe, schier nicht endende Trauer.
Aber plötzlich war ihre Trauer vorüber.
„Oma, was ist los mit dir? Du trauerst nicht mehr?“
„Ja, meine Trauer ist vorüber. Opa kommt jetzt jede Nacht wieder zu mir!“
Ich bekam eine Antwort.
Ich bin nicht alleine. Und ich brauchte keine Angst zu haben.
Gib mir deine Hand,
sprach der Fuchs.



























































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