Kapitel 2

Fiona

Der Wind peitscht mir ins Gesicht, als der Helikopter abhebt. Wieder eine erfolgreiche Mission.

„Wieso habt ihr eigentlich so lange gebraucht?“ fragt Wolf nicht ernst meinend. Ich verdrehe die Augen und sehe, wie auch die anderen die Augen verdrehen, bis auf Snoopy. Snoopy scheint es nicht zu verstehen, dass es eher ein Scherz ist und fragt „Wir mussten von Boris erstmal euren Standort bekommen. Das dauert. Wusstest du das nicht vorher?“

Wolf hebt eine Augenbraue „Wenn du nicht so talentiert wärst, würde ich echt einen Antrag beim Big Boss stellen, dass wir dich ersetzen.“ Nun scheint Snoopy zu verstehen und fast sich theatralisch an die Brust „Das verletzt mich jetzt aber.“

Wolf schlägt ihm gegen die Schulter. Big Boss räuspert sich und wir schauen alle erwartend zu ihm. „Wir werden zur nächsten Militärbasis gebracht. Von dieser werden wir zu unserer Hauptbasis gebracht und dann steht unser Teamurlaub an.“

„Ich freue mich schon. Endlich kann ich mich wieder von meiner Frau verwöhnen lassen.“ schwärmt Harry Potter. „Genieß es, solange es andauert. Sobald ein Schreihals da ist, wirst du dich nur noch um ihn kümmern, um deine Frau zu entlasten.“ spricht Piccolo. Harry Potter zieht eine Augenbraue hoch „Du liebst doch deinen Schreihals.“ „Das tue ich. Ich habe ja auch nichts Gegenteiliges gesagt. Ich liebe meine beiden Frauen und kann es kaum erwarten, wieder bei ihnen zu sein“ stimmt Piccolo mit stolzer Brust Harry Potter zu.

Lächelnd höre ich meinem Team zu, wie sie sich darüber freuen, dass sie bald zu ihren Familien zurückkehren können für einige Wochen. Mein Blick wandert zu der Landschaft, die unter uns vorbei zieht. War es anfangs noch ein dichter Wald, ist die Landschaft nun karger. Wir müssen also die Landesgrenze wieder überquert haben.

„Shadow, freust du dich auf deine Familie?“ fragt mich Snoopy unschuldig. Sofort spannen sich die anderen an. Wolf will schon für mich antworten, doch ich halte ihn auf.

„Ich werde nicht zu meiner Familie zurückkehren. Ich verbringe meinen Urlaub auf der Basis.“ erläutere ich ihm kühl. Snoopy will nachharken, doch spricht Wolf „Und sollten ihre Fähigkeiten gebraucht werden, arbeitet sie trotz Urlaub.“



Während Wolf und Snoopy jetzt in eine Diskussion über meinen Urlaub verfallen, denke ich an meine Familie. Joshi müsste jetzt 22 Jahre alt sein. Wenn er seine Mate gefunden hat, müsste er seit einem Jahr das Rudel anführen. Das heißt auch, dass P.., das er Beta ist.

Ich frage mich, wie es Mom und Dad geht. Auch wenn meine Mom weiß, dass ich beim Militär bin, hatten wir uns damals darauf geeinigt, dass wir keinen Kontakt halten werden. So gibt es wirklich keine Spur zu mir. Im Umkehrschluss bedeutet es aber auch, dass ich mit meinen Lieben seit über 7 Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Sie fehlen mir alle unglaublich,  besonders meine Geschwister.

Ich werde angetippt. Stumm fragt Wolf, wie es mir geht. Genauso stumm antworte ich ihm, dass es mir gut geht. Wolf ist der einzige, der etwas mehr über meine Situation weiß. Mit seinem Verhalten erinnert er mich des öfteren an meine Familie, wodurch er meine harte Schale knacken konnte. Wir haben schon das ein oder andere Mal zusammen den Urlaub verbracht.

Beim letzten Mal haben seine Eltern uns besucht. Seine Mutter ist wirklich goldig. Mit ihrer Art erinnert sie mich häufig an Lilly.

Wie es denen wohl geht? Hat ‚er‘ seine Mate gefunden? Bestimmt. Des öfteren denke ich, dass wenn er sie getroffen hat, ob er mich dann in Ruhe lassen würde? Und wenn ja, könnte ich dann wieder meine Familie besuchen gehen?

Aber egal wie oft ich das auch denke, er und seine Freunde haben mir damals Todesangst bereitet. Ich weiß zwar nicht was sie und ob sie etwas gemacht hätten, wenn sie mich damals bekommen hätten, aber was ich weiß ist, dass ich Angst um mein Leben hatte. Ich habe mir geschworen, dass ich nie wieder so eine Angst zulassen werde.

Dies hat mich dazu angetrieben, die Beste zu werden. Mein Talent mich verstecken zu können, hat mich relativ schnell in die Scharfschützen-Ausbildung gebracht. Und die war hart. Das einzige gute war, dass ich Wolf dadurch kennengelernt habe. Er ist der Beste darin, Leute zu finden. Naja, bis auf mich. Mich konnte er nie wirklich finden. Den Bereich, in dem ich mich befinde, kann er ausmachen, aber finden nicht.

Das hat uns zu einem der besten Teams gemacht. Daher ist es auch kein Wunder, dass wir zusammen zu einem Sondereinheitskommando gekommen sind. Und bisher waren wir recht erfolgreich, seit wir in dem Team sind. Wir hatten zum Glück nur eine Mission, die fehlschlug. Das ist auch leider der Grund, warum Snoopy seit einem dreiviertel Jahr nun bei uns ist.



Mir wird gegen die Nase geschnippt. Verwirrt schaue ich zu Wolf. „Wir sind gelandet. Die Rucksäcke sind schon im Flugzeug. Wir können sofort starten.“ Ich nicke und folge Wolf vom Helikopter zum Flugzeug.

Im Flugzeug lege ich innerhalb von Sekunden mein Scharfschützengewehr auseinander und verschließe es im Koffer, der neben meinem Rucksack stand.

Dann setzte ich mich hin und das Flugzeug beginnt sich zu bewegen. Auf gehts in den Urlaub.

 

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Kommentare

  1. Schön das sich bei ‚Shadow‘ die Wogen scheinbar geglättet haben, im Gegensatz zu mir.
    Aber jetzt im Ernst: fantastisches Kapitel wieder mal. Du schaffst es immer deutlicher heraus zu kristallisieren, dass Fiona wirklich ihr eigenes Leben zu erzählen beginnt und sich nicht einfach die Geschichte ihrer Mutter wiederholt 🙂

    Zwar wird ihr Urlaub so wie ich dich einschätze nicht gaaanz so ruhig wie gedacht, aber was genau, wie und wodurch überhaupt passiert, kann ich mir noch kein bisschen vorstellen! Bin gespannt ^^