Kapitel 20 – Das Zeug zwischen den Beinen einer Frau
Kapitel 20 – Das Zeug zwischen den Beinen einer Frau
Aurelie
Es war Abend. Laut plätscherte der Regen gegen das Fenster. Tief in Gedanken versunken, lag ich ausgestreckt in meinem Bett. Schon wieder war eine Woche vergangen, und noch immer fehlte jede Spur meines Gatten. Stattdessen führte ich das Schloss, das Volk, das Land weiter alleine, mithilfe seiner zwei Berater und der beiden übriggebliebenen Minister.
Eber schien sich zu benehmen. Zwar fielen teilweise noch einige abfällige Bemerkungen gegenüber den menschlichen Bediensteten, aber er machte sich. Spätestens nach einem ernsten Gespräch, das ich diese Woche mit ihm geführt hatte. Hoffte ich. Auf jeden Fall hatte ich ihn beauftragt, die Blutspender einzuteilen. Und zwar so, dass jeder von ihnen möglichst mehrere Tage Pause zwischen den Spenden hatte.
Ich war froh, dass mich Gilead darauf aufmerksam gemacht hatte. Damit und auch mit anderen Anmerkungen hatte er gezeigt, wie bewandert er in vielerlei Themen war. Wenn ich ihm erst vertrauen könnte, könnte er vielleicht zu einem wichtigen Berater werden. Und doch hatte ich diesen Vampir seit dem Abend vor einer Woche nicht mehr gesehen. Nicht mehr, seit Leeander die Tür geöffnet und uns in dieser äußerst … nahen Position ineinander verschlungen vorgefunden hatte.
Noch immer ging mir nicht aus dem Kopf, wie gut sich seine Nähe angefühlt hatte. Er war warm gewesen und hatte mir Sicherheit vermittelt. Seine Worte waren schroff gewesen, ja, doch auch von Wahrheit durchtränkt. Vor wem versuchte ich eigentlich noch zu verstecken, dass ich zur Frau reifte? Ich trank noch kein Blut, also war ich noch nicht fertig ausgewachsen, aber mein Körper machte keinen Hehl daraus, dass das nicht mehr lange auf sich warten ließ. Meine Hüften waren noch ein Stückchen breiter geworden und auch mein Brustkorb hatte sich verbreitert. Meine Taille hingegen war schmaler geworden. Deutlich schmaler. Eine Sanduhrfigur, hatte Irina bewundernd gesagt.
Wie von selbst fuhren meine Hände die Kurven nach. Das Trommeln des Wassers gegen die Scheiben versetzte mich in eine Art Trance. Momentan waren meine Brüste frei und nicht abgebunden. Diese Bandagen nach einem langen Tag endlich wieder wegzuhaben, fühlte sich unglaublich befreiend an. Ohne darüber nachzudenken, fuhren meine Hände von meiner Hüfte über meine Taille und hoch zu meinem Brustkorb. Zu meinen Brüsten. Ich hatte das Bedürfnis, sie zu lockern, nachdem sie den ganzen Tag immer eingesperrt waren. Mein Nachthemd schob ich dabei achtlos nach oben, bis es mir fast schon um den Hals hing.
Als wäre ich aufgeladen, zuckte ich bei jeder noch so sanften Berührung meiner Finger auf meiner Haut leicht zusammen. Als ich erst bei meinen Brüsten angekommen war, wurde das keineswegs besser. Und ich verstand nicht, was das war. Aber es war … angenehm. Immer wieder liefen mir leichte Schauder durch den Körper, die mich irgendwann dazu brachten, bebend die Luft auszustoßen und zittrig wieder einzuatmen. Trotz des fremden Gefühls war ich nicht bereit, damit aufzuhören. Stattdessen spielte mir mein Unterbewusstsein einen Streich und stellte sich vor, dass auf meinem Körper wären Gileads Hände. Groß, warm, sicher.
Meine Brüste waren noch deutlich empfindlicher als mein restlicher Körper, wie sich bald herausstellte. Ich hatte sie ursprünglich kneten wollen, um mich von dem einengenden Gefühl zu befreien. Doch jetzt strich ich nur zart darüber und genoss die Schauer, während sich mein Körper in den Laken räkelte. Ich strich sanft über den oberen Teil, dann über den unten und schließlich über die Mitte …
„Huh!“ Was war das?
Meine Brustwarzen waren ganz hart. Irgendwie fühlten sie sich rau an. Und wenn ich sie berührte, schauderte es mich gleich noch stärker als sonst irgendwo.
Verwirrt schaute ich darauf hinab. Im Liegen waren meine Brüste zum Glück nicht so groß. Aber trotzdem standen sie merklich von meinem Oberkörper ab. Aber wieso sahen meine Brustwarzen auf einmal so spitz aus? Vorsichtig fuhr ich noch einmal darüber. Und wieder der Schauer. Ich wurde ein wenig mutiger und zwickte hinein. Als Reaktion darauf biss ich mir beschämt auf die Lippen. Beinahe hätte ich laut … gestöhnt? War es das, was man machte, wenn man das empfand? Hätte ich gerade beinahe gestöhnt?
Immer bebender wurde mein Atem und kam gar nicht mehr zur Ruhe. Doch meine Hände ließen auch nicht von den beiden Ausstülpungen auf meinem Brustkorb ab. Dafür fühlte es sich einfach zu schön an, darüber zu streicheln. Ich wurde mutiger und probierte aus, was ich damit noch machen konnte. Kneifen? Autsch! Nein. Aber vielleicht die ganze Brust in die Hand nehmen, und …? Kneten.
Ein erlösendes Geräusch kam mir über die Lippen und erschreckte mich selbst. Dennoch machte ich weiter. Meine Augen flatterten und Gileads Lächeln tauchte vor meinem inneren Auge auf. Er sah mir ins Gesicht, kurz darauf blickte er auf meinen Oberkörper hinunter. Dorthin, wo auch seine Hand lag, und meine Brüste massierte.
Beschämt ob dieser Vorstellung biss ich mir auf die Lippe. Am liebsten hätte ich den Blick von ihm abgewandt, doch das ging nicht. Was, wenn er dann aufhören würde?
Irgendwann bemerkte ich, wie ich unbehaglich meine Beine zusammenpresste. Wieso? Als ich sie bewusst öffnete, spürte ich plötzlich, wie mir etwas hinunter zum Po lief. Erschrocken schloss ich sie schnell wieder. Panik machte sich in mir breit. Was war das?
Mit zitternder Hand griff ich mir zwischen die Beine. Auf einmal kam mir ein erschreckender Gedanke. Was, wenn ich blutete? Emili hatte doch gesagt, dass da unten Blut herauskäme! Vorsichtig tastete ich mit meiner Hand nach der Flüssigkeit und hob sie, kaum hatte ich mich und das kalte Nass da unten berührt, sofort wieder hoch zu meinem Gesicht, um nachzusehen.
Ich runzelte die Stirn. Ich konnte rein gar nichts Rotes erkennen. Das Kerzenlicht war nicht so hell wie die Sonne, aber dennoch würde ich doch erkennen, wenn da Blut an meinem Finger wäre, nicht? Außerdem roch Blut lecker. Also führte ich meinen Finger vorsichtig näher an meine Nase. Diese zuckte wild, als sie zwar etwas an meinem Finger roch, das aber keineswegs Blut war.
Stirnrunzelnd griff ich mir nochmal zwischen meine Beine, dieses Mal etwas mutiger. Ich nutzte meinen rechten Mittelfinger und berührte mich vorsichtig. Wieder war da diese Nässe und wieder schaute ich nach, doch es war immer noch kein Blut. Es roch vollkommen anders. Irgendwie ein bisschen säuerlich und … süss?
Und wieder griff ich nach unten. Woher kam es? In mir machte sich zusehends Sorge breit, dass ich kaputt war. Irgendetwas stimmte nicht mit mir. Wieso verlor ich farbloses Blut? Das sollte doch da unten rauskommen? Blut? Um mich nach dem Besuch eines Mannes zu säubern, hatte Emili gesagt. Aber ich hatte doch gar nicht mit einem Mann … etwas getan!
Meine Finger fanden die Flüssigkeit erneut und strichen gedankenverloren in ihr herum. Ich verschmierte sie, aus einem unüberlegten Impuls heraus, überall zwischen meinen Beinen. Es war so viel davon, dass ich ja irgendetwas damit machen musste. Zum Beispiel abwaschen, schlug mein Verstand vor, wurde von meiner emsig arbeitenden Hand aber gefliesslich ignoriert. Es fühlte sich nämlich … irgendwie schön an. Befremdlich, aber schön.
Auf einmal zuckte ich zusammen. Meine Finger hielten erstaunt inne. Was war das? Schnell wiederholte ich die Bewegung. Und erneut zuckte ich zusammen. Aber es war kein schlechtes Zusammenzucken. Ganz im Gegenteil, denn mein ganzer Körper schien immer heißer zu werden. Und je länger ich mit meinen Fingern da unten zwischen meinen Beinen verweilte, desto weniger war ich dazu bereit, einfach wieder damit aufzuhören und mich waschen zu gehen.
Langsam fand ich einen Rhythmus. Dennoch glitten meine Finger eher unkontrolliert durch die Nässe. Als ob ich das erste Mal überhaupt eine Klinge schwingen würde. Da hatte ich mich mindestens genauso unbeholfen gefühlt. Wieder schloss ich die Augen und stellte mir … verbotenerweise diesen furchtbar attraktiven Vampir vor. Gilead hatte etwas an sich, was mich anzog. Meine Bewegungen wurden schneller. Ich hielt die Augen geschlossen, denn ich traute mich nicht nachzusehen. Was, wenn es wirklich seine Hand war?
„Mhh …“ Der Gedanke schauderte mich wohlig. Ich sollte mir den Gedanken verbieten. Er war ein Mann! Und nicht mein Mann! Aber er war … ich wollte seine Hände fühlen, wie sie mich genau so berührten, wie ich das jetzt gerade tat!
Mein Atem nahm an Schwere zu und ich spürte, wie das Herz in meinem Brustkorb immer fester seine Mitwirkung kund tat. Ich keuchte, meine Finger wurden noch schneller. Immer wieder berührten sie diesen einen Punkt, an dem alles zu viel wurde, und es doch gleichzeitig nicht genug war. Meine andere Hand krallte sich in mein linkes Bein und fuhr dann verkrampft meinen Körper hoch, bis sie wieder bei meiner Brust angekommen war und diese rücksichtslos knetete. Mindestens genauso energisch, wie sich meine rechte Hand zwischen meinen Beinen bewegte.
„Bitte!“, presste ich mich in den Laken windend hervor und wusste doch nicht, worum ich bat. Es war verrückt. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich da unten hin und her oder lieber von oben nach unten streicheln sollte. Beides tat so gut, wobei das Hin und Her viel intensiver war! Aber gleichzeitig war es viel zu intensiv!
Je schwerer mein Atem wurde, desto heißer wurde mir. Und je heißer mir wurde, desto mehr spürte ich diesen Zug in meinem Inneren. Ich hatte längst aufgehört, mir Gedanken über die Geräusche zu machen, die ich von mir gab. Viel zu sehr war ich fokussiert auf dieses Gefühl zwischen meinen Beinen, von dem ich nicht mehr genug bekommen konnte. Und dann bäumte ich mich plötzlich auf. Mein Atem ging unglaublich schwer. Ein Schauder, wie ich ihn noch nie erlebt hatte, durchfuhr meinen ganzen Körper, ausgehend von meiner Leibesmitte. Mein Körper zitterte. Irgendwie fühlte ich mich fiebrig.
Erschöpft ließ ich mich in die Kissen zurücksinken. Bei den Göttern. Was war das gewesen? Das Bild von Gilead verblasste, dennoch schien es mir, als lächelte er zufrieden. Langsam entspannte sich mein Körper wieder. Das Plätschern an den Scheiben drang wieder zu mir hin und meine Umwelt nahm wieder Gestalt an.
Erhitzt und mit unendlich vielen Gedanken, die demnächst meinen Kopf sprengen würden, rollte ich mich zur Seite, blies die Kerze aus und legte mich hin. Allerdings bekam ich kein Auge zu. Ich fühlte mich, als hätte ich etwas Verbotenes getan. Schnell stand ich auf, lief zum Badezimmer und wusch mich. Zwischen meinen Schenkeln war alles verklebt von dieser Flüssigkeit. Außerdem zuckte ich schon bei der kleinsten Berührung zusammen.
Schwer schluckend machte ich mich wieder auf den Weg in mein Bett, wo mich der Schlaf hoffentlich schon bald einholen würde.
Als ich des nächsten Morgens wach wurde, dauerte es nicht lange, bis ich mich daran erinnerte, was ich in der letzten Nacht getan hatte. Und allein beim Gedanken daran schoss mir das Blut unaufhaltsam in die Wangen. Wie von selbst glitt meine rechte Hand an die Stelle, an der sie sich gestern noch so gut angefühlt hatte. Dabei schlüpfte sie achtlos unter mein Nachtgewand. Jedoch zog ich sie schnell wieder zurück, als ich etwas spürte, was nicht da sein sollte. Und gestern definitiv noch nicht da gewesen war!
Schnell schlug ich die Decke von mir und zog das Nachthemd noch ein Stückchen höher. Als ich zu meiner Leibesmitte hinschaute, fielen mir fast die Augen aus dem Kopf. „Was?“, brachte ich entsetzt hervor und fuhr mit meinen Fingern vorsichtig über das helle, kurze Haar, als sei es giftig. Bei den Göttern, wo kamen diese Haare her?!
Verstört und verschlafen machte ich mich auf den Weg ins Badezimmer, wo ich damit begann, mich zu entkleiden. Aurillia oder Emili sollten eigentlich auch gleich …
„Ah! Oh, heilige Scheiße!“, stieß ich fassungslos hervor und starrte in den Spiegel. Unter meinen Armen waren auch diese kurzen Haare! Was war hier los?!
Meine Zofen stürmten alarmiert ins Badezimmer, wo ich verzweifelt versuchte, die Haare zu verstecken. Aber die beiden Mädchen beruhigten mich nach bestem Gewissen und versicherten mir, dass das völlig normal sei. Damit hätte ich lediglich einen weiteren Schritt ins Erwachsenwerden getan. Sie halfen mir, mich zu waschen und einzukleiden. Danach nahm ich ein schnelles Frühstück zu mir, denn Graf Targes würde jeden Moment zum Training kommen. Ein seltsames Gefühl … überall diese Haare.
Als mein Schwertmeister eintraf, war seine Miene grimmig und seine Laune schlecht. „Meine Königin.“ Er verbeugte sich und auch ich legte einen respektvollen Knicks an den Tag, denn er war mein Lehrmeister und als solchen hatte ich ihm meinen Respekt entgegenzubringen. „Graf Targes.“
„Ehe wir mit dem Training beginnen, Majestät: Ihr solltet heute wieder eine Ratssitzung einberufen. Es gibt Neuigkeiten zu den Aufständen. Und ich würde empfehlen, auch die Berater des Königs einzuladen. Immerhin ersetzen sie momentan praktisch zwei der Minister.“
Ich nickte. „In Ordnung. Dann werde ich das veranlassen.“ Ohne weiter Zeit zu verschwenden, stellte ich mich in Position.
„Heute kämpfen wir wieder, meine Königin. Ihr macht gute Fortschritte in Eurer Technik. Und ich will sehen, ob ihr die Manöver, die ich Euch beigebracht habe, im Kampf anwenden könnt.“
„Verstanden.“ Und ohne zu zögern, ging ich in die Offensive. Meine Schläge kamen schnell und größtenteils kontrolliert, meist allerdings noch relativ ungeplant und ohne Voraussicht. Das wusste ich selbst. Ich plante nicht beim Kämpfen. Und das würde mich irgendwann, so Targes‘ Worte, noch den Kopf kosten. Bald schon wurde ich in die Defensive gedrängt. Der Graf griff mich immer wieder an und verlangte, dass ich seine Angriffe nutzte, um einen Gegenangriff zu starten. Allerdings hatte ich manchmal schon Mühe, seine Hiebe zu blocken. Es gelang mir einfach viel zu selten, den Schwung für einen Angriff meinerseits zu nutzen.
Generell lag mir das Schwert mit jeder Stunde besser in der Hand. Das spürte wohl auch er, denn seine Schläge waren manchmal so kräftig, dass ich ihn bis in die Schulter spürte.
„Ihr solltet auch die beiden Grigoroi des Königs an der Ratssitzung teilhaben lassen. Es ist wichtig, dass wir die Aufstände so schnell wie möglich niederschlagen, bevor sie es noch schaffen, Unheil anzurichten.“
Sein Einwurf brachte mich aus dem Konzept. Ich übersah einen seiner Hiebe und wurde am Oberarm getroffen. Natürlich hatte der Graf seine Klinge vollkommen unter Kontrolle, sodass er rechtzeitig abgebremst hatte, dennoch lag die Klinge jetzt an Cyrus‘ Hemd auf.
„Wie kommt Ihr jetzt darauf?“, wollte ich schwer schnaufend wissen.
Die Augenbrauen des Grafen hoben sich. „Wir sprachen doch gerade eben erst über die Aufstände. Es beunruhigt mich. Denn unter der Herrschaft König Alarics hatten es die Menschen noch schwerer. Ich verstehe nicht, warum sie jetzt aufbegehren.“ Als wäre es völlig normal zu plaudern und nebenbei zu kämpfen, griff er erneut an. Seine Stimme klang nicht ansatzweise erschöpft oder außer Atem.
Überfordert wehrte ich den nächsten Schlag ab. „Weil …“ Das Denken fiel mir während des Kämpfens enorm schwer. Der nächste Schlag; ich hob mein Schwert und parierte keuchend. „Vielleicht, weil …“ Ich holte schwer Luft und parierte den nächsten Hieb. „Ein Kind auf dem Thron sitzt und zwei Männer hat hängen lassen!“, sprudelte es schnell aus mir hervor, ehe er erneut zuschlagen konnte und mich damit wieder unterbrochen hätte.
„Das sind Dinge, die Menschen nicht interessieren“, überlegte er laut. „Nun, vielleicht stört sie der erste Punkt, aber wohl kaum der Zweite.“ Wieder folgte ein Angriff, diesmal jedoch deutlich langsamer. „Die monatliche Audienz für das Volk müsste bald sein. Ich befürchte, sie könnten einen Anschlag auf Euch versuchen.“
Verzweiflung machte sich in mir breit. Also versuchte ich es mit einem Scherz: „Dann werde ich wohl besser bewaffnet zur Audienz erscheinen.“ Ich verzog leidig das Gesicht, denn die Audienz selbst hatte ich völlig vergessen.
„Der Krieger in mir rät dazu, die Audienz auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Aber als Minister weiß ich, wie wichtig diese für das einfache Volk ist.“ Er ließ das Schwert sinken und seufzte schwer. „Ich werde die Wachen erhöhen müssen. Am besten treffe ich bereits die Vorkehrungen dafür. Bitte entschuldigt, dass das heutige Training so kurz ausfällt.“
Überrascht resignierte auch ich in der Bewegung. „N…natürlich. Dann … berichtet mir nachmittags bei der Ratssitzung über den aktuellen Stand.“
„Selbstverständlich, Majestät.“ Er verneigte sich. Als er sich wieder erhob, schaute er mir tief in die Augen. „Euer Wohlergehen ist mir sehr wichtig.“ Dann drehte er sich um und entfernte sich. Ich blieb baff mitten im Raum stehen, das Schwert locker in meiner Hand.
Nach einer Weile betrat Aurillia zögerlich das Wohnzimmer. „Äh, Naya?“
Erschrocken drehte ich mich zu ihr um. „Ja?“
„Denkst du, also … wäre es in Ordnung, wenn ich morgen … ausgehe?“
Überrascht zog ich die Augenbrauen hoch. „Du willst was?“
„Leonard, du weißt schon …, der Gärtner, hat mich gefragt, ob er mich … naja, ausführen darf.“ Sie errötete unübersehbar. „Er hat morgen seinen freien Tag und möchte mich zu seinen Eltern mitnehmen.“
„Du … er …“ Ich hatte irgendwie … nicht angenommen, dass es den beiden so ernst war. Ich räusperte mich. Dann runzelte ich die Stirn. „Bevor ich das erlaube, möchte ich ihn kennenlernen.“
Aurillia wurde bleich.
„Informiere ihn, dass ich ihn heute Nachmittag um … fünf im Thronsaal erwarte.“ Ich würde diesem Mann auf den Zahn fühlen und dafür sorgen, dass er es ernst mit meiner Freundin meinte. Denn wenn er ihr weh tat, würde ich ihm wehtun! Der Griff um mein Schwert festigte sich.
„W…was?“, stotterte Aurillia. „A…aber er ist nur ein Gärtner!“
„Und er bekommt die Ehre, seine Königin persönlich zu treffen.“ Schnell wandte ich den Kopf zum Fenster, um mein Schmunzeln zu verstecken.
„In Ordnung“, meinte sie zögerlich. „Ich werde es ihm ausrichten …“ Aurillia verschwand wieder. Vermutlich ging sie in die Küche helfen oder ihrem Liebsten die Hiobsbotschaft überbringen. Es muss ein wahrlich schrecklicher Gedanke sein, vor mir stehen zu müssen, dachte ich grinsend. Schlussendlich prustete ich los, hielt mir aber schnell die Hand vor den Mund. Immerhin war ich ja eine Königin …


































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