Kapitel 35 – Wahnsinn
Kapitel 35 – Wahnsinn
Aurelie
Sie hatten mir kein Kind gebracht. Stattdessen lag in meinem Käfig – der geringfügig größer war, als der letzte – angekettet ein Mensch mit mehreren üblen Bisswunden am Körper. Sie ließen mich hungern, bis mich der Wahnsinn förmlich mit sich riss. Vampire, die sich nur von Blut oder nur von menschlichen Nahrungsmitteln ernährten, starben nicht sofort. Erst magerten sie ab und wurden wahnsinnig und irre, danach siechten sie ganz langsam in Richtung Tod.
Ich konnte nicht mehr sagen, wann ich das letzte Mal feste Nahrung bekommen hatte. Jeden Tag kamen sie, lachten, wenn sie sahen, wie es mich grämte, mich an dem Menschen zu vergreifen, doch der Hunger ließ mich längst nicht mehr klar denken. Und der Mensch würde so ganz ohne Nahrung auch nicht mehr lange leben. Mit jedem Tag, der verging, wurde er mir gleichgültiger. Er diente nur dazu, mich zumindest irgendwie gesättigt zu fühlen. Dann gab es Tage, da brachte man mir richtiges Essen, damit ich nicht starb. Ich verschwendete keinen Gedanken an den Menschen und aß das Wenige, das sie mir brachten, allein.
Immer häufiger erwischte ich mich dabei, wie ich grundlos in die Dunkelheit hinein kicherte. Wenn ich von dem armen Tropf in meinem Käfig trank, dann schluderte ich. Ächzend ließ ich von seinem Handgelenk ab und legte mich auf den Rücken. Meine Gedanken schweiften ab. Wieder erwischte ich mich bei einem Kichern. Hatte ich wirklich geglaubt, mich würde jemand retten? Hatte ich geglaubt, Cyrus würde mich zurückwollen? Der Gedanke war lächerlich. Er hatte uns loswerden wollen. Er hatte versucht, den Blutschwur zu brechen. Er wollte uns nicht. Aber er verdiente uns auch nicht. Und wieder kicherte ich leise in die Dunkelheit. Das Geräusch wuchs an, bis ich in einem lauten Lachanfall gefangen war und mir die Tränen über die Wangen liefen.
Irre, das war es, was ich war. Der Wahnsinn zerfraß meinen Geist und meinen Verstand. Wieso war ich hier unten? Freiwillig vielleicht? Immerhin konnte ich sowieso nichts sehen. Wieso sollte ich mich also an einem schönen Ort aufhalten? Und auch diesen Gedanken fand ich zum Brüllen komisch.
Eine Hand strich mir über den Kopf, durch das verfilzte Haar.
Ich lächelte verträumt. „Hi, Alex.“
„Wie geht es dir, Auri?“
„Pff!“ Augenverdrehend blies ich mir eine fettige Strähne aus dem Gesicht. „Mir geht es gut, mach dir keine Sorgen. Wie geht es dir? Was macht der Tod? Leidet Alaric auch schön?“
Alex gluckste. „Ich werde Onkel, wie soll ich mich da beschweren?“
Meine Heiterkeit verflog. „Du hättest Vater werden können.“
„Weißt du“, wieder strich er mir durchs Haar, über meine Stirn und tippte anschließend einmal auf meine Nase, „das Kind wäre nur…“
Es knarzte. Die Tür ging auf! Schnell stellte ich mich tot. „Alex, du musst weg!“, zischte ich leise. Es war lustig, so zu tun, als wäre man nicht mehr. Die Wachen unterhielten sich dann immer eine Weile, weil sie dachten, ich schliefe. Manchmal stupsten sie mich an. Gaben mir mit ihren dreckigen Händen ein kleines bisschen körperliche Nähe, einen winzigen Bezug zur Realität außerhalb des Käfigs. Aber wenn ich wach war, dann verschwanden sie immer gleich wieder. Deshalb lag ich jetzt still. Kein weiteres Kichern bahnte sich an und Alex hatte sich ebenfalls wieder aufgelöst. Ich seufzte stumm. Er war der Einzige, den ich sehen konnte. Alle anderen waren immer nur schwarz.
Leichte Schritte tapsten in meinen Raum. Meine Augenbrauen zuckten irritiert zusammen.
„Majestät?“ Die Schritte näherten sich. Der Geruch von Lavendel und Rosen stieg mir in die Nase. Die Stimme klang unsicher. Zittrig. „Mit wem habt Ihr gesprochen? Hier ist niemand …“
Schnell rappelte ich mich auf. Den Kopf leicht schiefgelegt saß ich da und stützte mich mit den Händen hinter mir ab. „Und Ihr seid?“
„Ich weiß nicht, ob ich meinen Namen verraten darf. Ich …“ Sie seufzte. Ihr Geruch wurde stärker. „Ich werde mit meinem Gatten reden. Dass Ihr hier gehalten werdet, als wäret Ihr ein Tier, ist unzumutbar. Der Hohepriester wird Euch und das Leben in Euch noch töten, wenn er so weitermacht. Ihr seid immer noch die Königin. Das können sie nicht mit Euch machen.“
Ich verdrehte die Augen und kicherte. Mit einem leisen Ächzen ließ ich mich wieder nach hinten auf meinen Rücken fallen. „Fürstin Adeline. Ihr tut so, als wäret Ihr mir gewogen. Dabei hat einzig und allein Neid in Euren verachtenden Augen gelegen, als wir uns bei meiner Krönung getroffen haben. Neid und Abscheu. Vielleicht ein wenig List.“ Laut stieß ich die Luft aus. „Ihr habt mir Euren Sohn als Mätresse angeboten.“
„Er wird schon bald in die Reife kommen. Er wäre ein besserer König. Und er wäre Euch ein besserer Gatte. Ellroc hat ein sanftes Wesen, wisst Ihr.“ Erneut ein leises Seufzen. „Zumindest will mein Mann, dass unser Sohn nach ihm den Thron erbt. Ursprünglich sollte Ellroc Sharifa heiraten. Aber nun, wo Altrus Seibling nicht mehr lebt, ist die Abmachung hinfällig. Mein Sohn kann heiraten, wen er will. Und er würde das Kind in Euch aufziehen, als wäre es sein Eigenes.“ Eine Hand legte sich auf meine Schulter. Die Stimme der Fürstin des Südens klang nun eindringlicher, flehender. „Dann würdet Ihr am Leben bleiben und könntet sehen, wie Euer Kind wächst, gedeiht und erwachsen wird. Es gibt als Mutter nichts Schöneres, als sein Kind zu sehen, wie es jeden Tag etwas lernt, etwas Neues sieht und lächelt. Es gibt nichts Schöneres, als sein Kind glücklich zu sehen, Hoheit.“
Ich lachte laut auf. „Mein Schicksal, Fürstin, war besiegelt, da war ich noch nicht einmal geboren. Die Krone hätte man mir aufgezwungen, ganz gleich, was ich wollte.“ Angeekelt stieß ich ihre Hand weg. „Ihr seid eine Närrin, wenn Ihr denkt, der Thron würde Euren Sohn glücklich machen. Jeder der auf diesem Stuhl sitzt, ist verflucht. Er wird in den Wahnsinn getrieben. Alaric, Ashur und selbst ich werde hier in den Wahnsinn gezwungen!“ Ich hatte mich wieder aufgerichtet, eine Hand stützte meinen Bauch. „Was denkt Ihr, mit wem ich gerade noch gesprochen habe? Vielleicht mit dem Kind? Was passiert mit einem Vampir, der nur Blut zu trinken bekommt, dem aber feste Nahrung verweigert wird, hm?“ Und erneut lachte ich, der Wahnsinn hallte unüberhörbar durch den Raum. „Jeder der sich auf diesen Thron setzt, ist verflucht … verflucht dazu, verrückt zu werden!“ Ich kicherte leise. „Ja …, der Einzige, der es nicht gewesen war, war Alex.“ Und da, gleich außerhalb meines Käfigs, stand er und lächelte sacht. Kraftlos streckte ich meine Hand nach ihm aus. „Nimm mich mit dir …“, krächzte ich unter Tränen.
„Alex? Ihr meint Euren Zwillingsbruder? Da mögt Ihr recht haben. Er hat stets anständig gewirkt. Die Fürstin stand auf. „Und ich kann Euch nicht mitnehmen. Wohl aber dafür sorgen, dass Ihr vernünftig versorgt werdet. Was man Euch antut, wäre selbst für Menschen … Wie sagt man? Unmenschlich, nicht wahr? Es ist grausam, unwürdig und erst recht nicht gut für das Kind.“ Ihre Schritte entfernten sich, aber nach Kurzem blieb sie stehen. „Kann ich Euch etwas bringen? Ein Buch? Handarbeitssachen? Vielleicht möchtet Ihr einen Pullover für das Kind stricken?“
„Ich bin blind, Adeline. Was will ich denn mit einem Buch …“ Jede Heiterkeit, jeder Wahnsinn verschwand aus meiner Stimme. Übrig blieb nur trauriger Ernst. „Oder Stickereien für ein Kind, das niemals das Licht der Welt erblicken wird.“
„Es wird gesund zur Welt kommen, das garantiere ich“, erwiderte sie und ging.
Und wieder lachte ich auf, denn das würde es nicht. Eher nähme ich es mit mir, als es diesem Verrückten zu überlassen. Behielt es nahe bei mir, wo ich es in Sicherheit wusste. Und wenn unser gemeinsames Leben erst im Reiche der Götter begänne, dann wäre es eben so.
Die Tage zogen ins Land. Und nun wusste ich, dass es Tage waren, konnte die Zeit einigermaßen abschätzen, denn jeden Tag wurde mir sowohl frisches Blut als auch ein Teller mit Essen – zu meinem Leidwesen meist schon abgekühlt – vor die Nase gestellt. Den halbtoten Menschen hatte man aus meinem Käfig genommen und entsorgt. Ich verspürte nicht das Geringste, wenn ich daran dachte. Vielleicht war er Vater gewesen, vielleicht erst gerade dem Knabenalter entstiegen? Es interessierte mich nicht.
Ich hörte das Knarzen der Tür und richtete mich auf. Kein Spaß mehr am Schauspiel und kein Gestupse mehr, dafür aber etwas zu essen. Schritte kamen näher. Erwartungsvoll leckte ich mir über die Lippen. Mein Käfig wurde geöffnet, etwas vor mir abgestellt. Ich schnellte vor; Metall klirrte. Der Geruch sagte mir alles, was ich wissen musste. Ich hatte versehentlich das Blut ausgeleert. Meine Hände ertasteten den Kelch und stellten ihn wieder auf, aber er war leer. Mein Kopf beugte sich herunter und meine Zunge fand das Blut. Das Lachen außerhalb der Zelle blendete ich aus.
„Frisst wie ein Schwein, wird gemästet wie ein Schwein …“ Der Mann gluckste. „Und wird sterben wie ein Schwein. Guten Appetit, die Königin.“ Spucke landete auf dem Boden, dann schallten die Schritte erneut durch den Raum und verschwanden.
Ich hatte innegehalten. Isst wie ein Schwein, wird gemästet, stirbt … Ich wusste doch, was sie mit mir vorhatten. Sobald ich niedergekommen gekommen war. Und doch drang die Tatsache erst jetzt richtig zu mir durch. Langsam drückte ich mich hoch. Die mangelnde Bewegung bekam meinen Muskeln überhaupt nicht gut. Blut klebte mir am Mund. Der größte Teil davon lag aber noch immer vor mir verteilt auf dem Boden. Daneben das Essen … unangetastet und kalt. Wenn ich es nicht aß, dann … dann würde ich wieder wahnsinnig werden. Oder eher … wahnsinniger, als ich es bereits war. Aber wenn ich auch auf Blut verzichten würde, dann würde es nicht lange dauern …
Auf einmal fiel mir etwas ein. Hatte der Mann meinen Käfig überhaupt wieder zugeschlossen? Langsam tastete ich mich vor. Ich wusste, wo ich war. Das Schloss im Süden. Der Süden. Andyr. Er wusste von meiner hiesigen Gefangenschaft. Wollte er den Thron? War es das, was mir Adeline gesagt hatte? Ich hatte nicht wirklich aufgepasst. Ein erfreutes Quieken entfleuchte mir, als ich das offene Türchen ertastete. Sofort kletterte ich raus, und richtete mich das erste Mal seit Monaten wieder auf, wofür ich mich allerdings am Käfig hochziehen musste. Ich stöhnte selig. Wie lange hatte ich meine Beine nicht mehr durchgestreckt?
Raus! Konnte ich laufen? Ich wankte gefährlich, aber es ging. Die Tür! Da! Hastig tasteten meine Finger nach der Klinke. Und kaum hatte ich sie in der Hand und drückte runter, konnte ich den Geruch der Freiheit praktisch schon riechen. Raus aus dem Raum! Ich tastete mich an der Wand entlang. Egal wohin, Hauptsache weg von hier? Aber ich kam nur wenige Schritte weit, dann zog jemand an meinen Haaren.
„Wo willst du denn hin?“ Die Stimme des Hohepriesters klang kalt und schneidend.
Gepeinigt zischte ich auf. „Was denkst denn du?!“, keuchte ich. Die wenigen Schritte hatten mich bereits ordentlich ausgelaugt.
„Nun, offenbar wolltest du in den Garten. Der im Hof liegt und von allen Seiten eingemauert ist. Sonst hättest du die andere Richtung genommen.“ Der Hohepriester lachte amüsiert. „Komm, ich bringe dich zurück in deine Zelle. Und für deinen Fluchtversuch wird dir die Nahrung entzogen für die nächsten … sagen wir …, zwei Tage. Wenn du danach wieder lieb bist.“
Ich lachte auf. „Und ich dachte, du wolltest mein Kind lebend!“, höhnte ich, drehte mich dann jedoch um, ignorierte den Schmerz an meiner Kopfhaut und schnappte mit ausgefahrenen Fängen nach dem alten Schwein.
Meine Zähne durchstießen Haut, aber sie wurde mir sofort wieder entzogen. „Wenn du so weitermachst, überlege ich mir das noch! Ich wollte deinem Kind eine Chance geben, zu leben! Stattdessen ebnest du ihm einen Weg in den Tod, du dummes, törichtes Kind! Aber Fürst Andyr braucht dich nicht. Ich brauche dich nicht. Niemand braucht dich! Niemand!“
Irgendwas geschah. Sein Griff war plötzlich weg, das Hallen von Schritten drang zu mir hin, doch noch ehe ich die Geräusche hätte einordnen können, wurden mir bereits grob die Hände auf den Rücken gedrückt. Ich schnappte nach Luft. Da lag eine Klinge an meinem Hals!
„Nein!“ Mein panischer Aufschrei drang gellend durch den Flur. Meine Gegenwehr kam zum Erliegen. Zu leicht war es, mich zu töten. Zu groß, das Opfer, das ich bringen müsste. „,Ich … ich bin artig!“
„Das hoffe ich doch. Deinem Kind zu liebe. Wenn du es beschützen willst, dann bleib einfach in deiner Zelle sitzen, so schwer kann das doch nicht sein!“ Er drückte mich zurück, die Stufen hinunter und in den Käfig hinein. Diesmal hörte ich, wie sich die Tür des Käfigs schloss.
Wimmernd zog ich mich in die Ecke zurück, stolperte über das liegengelassene Essen und tränkte mein abgewetztes Kleid im ausgeleerten Blut. Doch das alles interessierte mich nicht. Ich presste meinen Rücken gegen die metallenen Stäbe und umklammerte schützend meinen Bauch. Der Schock saß tief. Noch immer spürte ich die Klinge an meinem Hals, auch wenn sie längst nicht mehr da war.
„Wusstest du eigentlich, dass deine Vorfahren die Krone gestohlen haben?“ Der Hohepriester war immer noch da. Seine Stimme klang verächtlich. „Über Jahrtausende werden die Überlieferungen vom Hohepriester zu seinem Schüler weiter getragen. Und früher, als es die Götter noch gab, regierte das Geschlecht der Ignis-Robur nicht allein. Doch dann sollen sie ihre Göttin eigenhändig getötet, und die anderen Götter damit in die Flucht geschlagen haben. All das Geschwätz über die Götter ist absoluter Unsinn. Und dennoch glaubt jeder Vampir daran!“ Wie ein Wahnsinniger lachte er auf. „Aber bald werdet ihr den Hohepriester anbeten. Ich werde euer Gott sein!“
Er war wahnsinnig. Größenwahnsinnig. „Die Götter“, sprach ich krächzend, „werden deinen Hochmut strafen. Das haben sie schon einmal bei jemandem getan.“ Und sie vergaben nicht.
„Es gibt keine Götter mehr, Kind! Seit Jahrtausenden sind es wir Hohepriester, die bestimmen, welche Allianzen geschmiedet werden. Wir sind es, die bestimmen, welche Vampire einen Blutschwur eingehen. Wir sind es, die die Kinder weihen! Wir deuten nicht den Willen der Götter, wir lassen euch bloß in dem Glauben!“ Der Hohepriester lachte. „Und bald wird meine Tochter auf dem Thron sitzen. Dann habe ich nicht nur die Macht über das Geistliche, sondern auch über die Krone! Ich werde über allem stehen! Und dein Sohn wird mein Nachfolger sein. Er wird nach mir der Gott und alleinige Herrscher aller Vampire sein! Ich werde ihn als meinen Sohn aufziehen und ihm zeigen, wie einfach unser Volk zu manipulieren ist.“
Seine Tochter? Ein Hohepriester hatte keine anerkannten Kinder … Und das Bild, das er von den Göttern hatte, könnte falscher nicht sein. Ich atmete tief ein, setzte mich in den Schneidersitz und legte meine Hände mit der Handinnenfläche nach oben auf meine Knie. „Sonst noch etwas, großer Hohepriester?“, fragte ich gelangweilt, während ich in meinem Kopf zu sprechen begann:
Göttin, gib mir deine Kraft, leih mir deine Macht, ich flehe noch ein letztes Mal,
Lass mich nicht im Stich, ich, die ich an dich glaube, mir deiner Existenz sicher bin,
Göttin, lass mein Kind nicht seines sein, gib mir die Macht, uns zu befreien,
Nur ein letztes Mal, ich flehe demütigst, zeig mir den Weg hinaus ins Licht,
Lass mich nicht fallen, hilf mir wieder auf, ehrfürchtig sehe ich heut zu dir auf.
Vergib mir meine Schuld, verzeih mir meine Ungeduld, hab Erbarmen, und wenn nur dem Kinde wegen.
„Cyrus hat sich nicht formen lassen. Und als ich dir auftrug, ihn zu töten, hast du eine Sturheit offenbart, die dich ebenfalls nutzlos gemacht hat. Aber Andyr ist bereit, mir alles zu geben! Er glaubt doch wirklich, ich will ihm und seiner Familie die Krone geben …!“ Der Hohepriester sprach weiter. Und während ich betete, hörte ich zu. Betete, dass auch die Göttin die Worte des Hohepriesters vernahm. Sie konnte seine Pläne nicht unterstützen! Sie und die anderen Götter existierten! Was der Hohepriester sprach, war Blasphemie! „Er glaubt, wenn du eine Tochter zur Welt bringst, würde seinen Sohn sie heiraten. Aber sollte es so sein, werde ich dieses Kind zu meinem Weib nehmen! Denn wenn ich erst ein Gott bin, wird sich niemand daran stören, wenn ich heirate! Meine Kinder werden dieses Land führen! Ich werde die Fürsten auslöschen und das Land wieder einen!“
Ich verschluckte mich fast an meiner Spucke. Wie alt war dieser Blasphemist noch gleich? Drei- wohl eher nahe an den viertausend Jahren? Das Alter, in dem ein Vampir für gewöhnlich seine Tage gezählt hatte. Der älteste bekannte Vampir war viertausend und elf Jahre alt geworden. Und er wollte mein Kind zum Weib nehmen?!




























































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