Kapitel 36 – Lofa
Kapitel 36 – Lofa
Cyrus
Aurillia hatte mich mit Tränen in den Augen angestarrt, war wütend, traurig und enttäuscht zugleich. Und im nächsten Moment hatte sie sich losgerissen und war weggelaufen.
„Kümmert euch um sie. Und verfolgt sie unauffällig. Ich will wissen, wohin sie geht.“
Meine Grigoroi nickte und alle, bis auf Timmok, gingen. Dieser reichte mir einen Bogen Papier. „Hier ist die Liste. Sie ist noch nicht fertig. Soll ich sie vervollständigen oder konzentrieren wir uns auf den Hohepriester?“
„Ich will wissen, wer mit ihm gegangen ist. Also vervollständige die Liste bitte.“ Meine Augen glitten über das Papier. Notizen fanden sich hinter jedem Namen, wie ‚Mensch‘ oder ‚Vampir‘ oder ’seit gestern fort‘. Manchmal hatte jemand auch keinen Namen, sondern hieß einfach nur ‚der mit der breiten Nase und dem hasserfüllten Blick‘ oder ‚der Mann, der Nilly umgebracht hat‘.
„Wer ist Nilly?“
Timmok nahm den Zettel zurück und steckte ihn seufzend ein. „Sie hat die Zimmer der Vampire sauber gemacht, die im Gästetrakt gewohnt haben. Ein Vampir hat sie vergewaltigt, ihr dabei die Zunge abgetrennt und ihr danach das Genick gebrochen. Wobei die Reihenfolge nur eine Vermutung ist.“
„Dann finde heraus, wie er heißt. Oder wenigstens, wie er aussieht.“ Timm nickte und entfernte sich. Aber bevor er den Thronsaal verließ, hielt ich ihn auf. „Warte. Der Lehrling vom Hohepriester. Hol ihn her. Und ich möchte, dass du bei dem Gespräch dabei bist.“
Timm nickte erneut und ging.
Ich näherte mich dem Thron. Die Krone, die Nayara mir bei der Krönung auf den Kopf gesetzt hatte, lag auf der Sitzfläche. Das Zepter ebenfalls. Warum hatte der Thronräuber die beiden Dinge nicht mitgenommen? Warum lagen sie hier? Waren sie vergiftet worden? Mein Blick glitt zu den Fenstern. Ich ging hin, ergriff mein Schwert und trennte einen Streifen Stoff vom Vorhang ab. Damit umwickelte ich Krone und Zepter. Sicherheitshalber würde ich beides säubern lassen.
Als sich die Flügeltür erneut öffnete, stand ich neben dem Thron und mied es, ihn zu berühren.
Timmok trat ein und direkt hinter ihm der Lehrling des Hohepriesters.
Der Lehrling hielt den Rücken gerade; den Kopf senkte er kurz in einer angedeuteten Verbeugung. „Mein König, wie kann ich behilflich sein?“
„Zunächst wollte ich Euch noch danken für Euren Vorschlag und die Durchführung des Treueeids. Allerdings seid Ihr hier, weil …“ Ich pausierte kurz. Wenn der Hohepriester der Feind war, dann vielleicht auch sein Lehrling. Auch, wenn er beim Treueschwur gute Arbeit geleistet hatte. „Mir sind Gerüchte zu Ohren gekommen, dass der Hohepriester nicht zu einer Feierlichkeit gerufen wurde, sondern geflohen sein soll.“ Mein Blick glitt zu Timmok. Besser, wir hielten uns bedeckt. Ich wusste nicht, wem ich noch trauen konnte.
„Geflohen, Majestät?“ Überrascht zog der Lehrling die Augenbrauen hoch.
„Ja, angeblich sei er sich, nur mit dem Nötigsten bepackt, aus dem Staub gemacht …?“ Es war mühsam, ihm ohne wirkliches Wissen weitere Informationen zu entlocken. „Wo ist der Hohepriester?“
„Ich … muss mit Bedauern gestehen, es nicht zu wissen. Ich sollte hier lediglich die Stellung halten. Wohin mein Meister geht, behält er oftmals für sich. Und es steht mir auch nicht zu, dies infrage zu stellen.“
„Ihr seid sein verdammter Lehrling! Ihr werdet doch wohl wissen, was er vorhatte!“ Es fiel mir schwer, ruhig zu bleiben. Wahrscheinlich sollte ich die Warnung des Mannes, der Aurillia verwandelt hatte, ernst nehmen. Dann war nicht nur der Hohepriester mein Feind, sondern auch sein Schüler. „Entweder steht Ihr auf meiner Seite oder auf der meiner Feinde, Lofa. Also sprecht endlich!“
Die Stirn des Lehrlings runzelte sich. „Majestät …, ich bin den Göttern verpflichtet. Gewiss stehe ich treu an Eurer Seite, denn das Land braucht Führung, und als Nachkomme aus dem Geschlecht des Ora-Fides seid Ihr der Führung des Landes würdig. Aber wenn sich jemand in einem Kampf vor den Göttern gegen Euch beweist, dann ist es meine Pflicht, ihn als rechtmäßigen Herrscher zu betrachten. Ich wähle keine Seiten. Ich bin lediglich ein Sprechrohr.“ Jetzt verbeugte er sich richtig. „Ich stehe Euch jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung.“
„Ich will wissen, wo mein Weib ist! Sie war hier! Ich habe den Raum gefunden, in dem sie eingesperrt und missbraucht worden ist!“ Ich sprang die Treppe hinunter und ergriff die Kehle des Priesters. Nur einen Wimpernschlag später drückte ich den erbärmlichen Mann gegen die nächste Wand. „Was ist hier passiert? Was hat man ihr angetan?!“
„Ich…war nicht bei ihr…!“, würgte er hervor, die Hände fest um meine Handgelenke gelegt.
„Cyrus! Du willst Antworten haben. So bekommst du sie nicht“, mahnte Timm und legte eine Hand auf meine Schulter.
Knurrend ließ ich den Mann los, der hustend in sich zusammensackte. „Gut“, brummte ich und trat einen Schritt zurück. „Als meine Berater und die Minister gehängt werden sollten, wer gab dafür den Befehl?“
Keuchend rappelte sich der Mann auf alle Viere hoch. „Ich fürchte …, das geht auf Kosten meines Meisters.“ Beschämt wandte er den Blick ab.
„Und auf wessen Geheiß hat er gehandelt?“
„Ich weiß es nicht, Majestät. Aber alle haben gehört, als er die Hinrichtung angeordnet hat. Die Wachen …“ Zögerlich stand er auf, behielt aber eine geduckte Haltung bei „Da gab es nicht nur eine Person. Er hat Befehle verteilt, sie für eure ausgegeben, und die Wachen haben gehorcht. Ich weiß, dass er viel Korrespondenz betrieben hat, kann aber nicht sagen, mit wem. Er hat sorgfältig darauf geachtet, dass ich möglichst wenig von seinen Machenschaften erfahre. Seitdem er von irgendwoher erfahren hat, dass ich Euch den Tipp gab, in den Norden zu reisen, hat er begonnen, mir mit Misstrauen zu begegnen.“
„Auf mein Geheiß?“ Ich war verwirrt. „Wann hat das angefangen? Wann hat er begonnen, in meinem Namen Befehle zu erteilen?“
„Auf Euer beider Geheiß. Dem der Königin und Eurem.“ Er deutete auf mich. „Ihr wäret körperlich erkrankt, so die Erklärung. Das hat später im Volk auch für das Gerücht gesorgt, ihr wäret nicht mehr fähig zu herrschen, handeltet unbedacht und wäret … dem Wahnsinn erlegen. Ihr müsst wissen, mein Meister hat die Zügel schon deutlich länger in der Hand, als Ihr denkt. Auf seinen Rat hin, wurde die Königin, damals die Prinzessin, körperlichen Stresssituationen ausgesetzt, um ihre Reife zu erzwingen. Ihr scheinbarer Tod war sein Werk. Die Sterne, sie haben damals nicht befürwortend über Eurer Verbindung gestanden. Die Götter wären niemals mit der Verbindung zu einem Kind einverstanden gewesen. Aus diesem Grund sind wir Vampire auch so geschaffen, dass eine solche Bindung gar nicht möglich ist. Mein Meister manipuliert die Herrscher dieses Königreichs seit Jahrhunderten.“ Er holte tief Luft. Meine Zähne gaben ein knirschendes Geräusch von sich. „U…und wenn Ihr mich nun fragen wollt, wieso ich nie dagegen vorgegangen bin … Was hätte ich tun sollen? Der Hohepriester spricht im Namen der Götter. Solange ich nicht vereidigt bin, ist mein Wort gegen seins wertlos, kraftlos, man hätte mich der Blasphemie angeklagt und gerichtet!“
„Also hatte er geglaubt, wir kämen nie aus dem Norden zurück. Und weil wir es doch taten, wollte er uns ermorden.“ Ich atmete tief durch, allerdings beruhigte es mich nicht. „Auch von Euch hätte ich den Treueschwur verlangen sollen, nicht nur von den Soldaten“, knurrte ich. „Geht mir aus den Augen, Priester.“
Schluckend machte sich der Feigling aus dem Staub.
Kopfschüttelnd wandte ich mich Timm zu. „Traust du ihm?“
Zweifelnd zogen sich die Augenbrauen des Grigorois zusammen. „Lofa ist ein Feigling. Er hätte viel früher mit der Wahrheit rausrücken müssen.“
„Ja. Uns in den Norden zu schicken, hätte aber auch vom Hohepriester kommen können, um uns loszuwerden. Dann würde Lofa uns nach Strich und Faden belügen.“ Mein Blick ging zur Tür. „Folgen wir ihm. Unauffällig.“
Ohne Umwege zog es den schmächtig gebauten Vampir in eines der vielen Bordelle der Stadt. Frustriert warteten Timm und ich davor. Wie es bei Timm aussah, wusste ich nicht genau. Er verbrachte aber ausgesprochen viel Zeit mit Irina. Und Galderon. Die drei rochen auch des Öfteren nacheinander. Aber ich legte seit Nayaras Entführung nur noch selbst Hand an. Es reizte mich nicht, mich anderen Frauen hinzugeben. Nicht ohne sie. Und doch hörte mein Körper nicht auf, nach Befriedigung zu verlangen.
Nach etwas weniger als einer Stunde kam der angehende Hohepriester wieder heraus und begab sich, ahnungslos ob seiner Verfolger, in das Wohngebiet der oberen Mittelschicht. Dort hielt er auf ein größeres Haus zu, öffnete und verschwand schließlich darin. Timm und ich suchten nach einem Fenster. Und wie es der Zufall so wollte, fanden wir eines, das ein kleines Stück auf war. Doch nicht nur da war uns der Zufall hold …
„Ikzil?“
Gerufener sah sichtlich überrascht in unsere Richtung. „Majestät? Ich habe alles unter Kontrolle. Sie ist noch immer allein. Sitzt da, und weint …“
„Was?“ Ich verstand erst nicht, aber dann dämmerte es mir. „Aurillia? Sie ist in diesem Haus?“
Ikzil nickte stirnrunzelnd. „Seid Ihr nicht deswegen hier?“ Er sprach bloß leise. Das offene Fenster gereichte uns zum Vorteil, aber schränkte uns auch ein.
„Nein, ich traue dem Lehrling des Hohepriesters nicht. Er ist gerade in dieses Haus gegangen“, flüsterte ich ebenso leise zurück. Dann legte ich den Zeigefinger an meine Lippen. Die Tür zu dem Zimmer, in dem Aurillia weinte, war soeben aufgegangen.
Schockiert sah die junge Zofe auf und wischte sich eilends die Tränen aus dem Gesicht. Ein knurrender Lofa hielt auf sie zu und stemmte sichtlich angefressen seine Hände in die Seiten. „Was an meinen Befehlen war undeutlich, du unnützes Miststück?!“
Schnell duckte ich mich und meine Grigoroi machten es mir nach. Zu groß war die Gefahr, dass der Priester uns durch das offene Fenster sehen könnte. Es war sogar möglich, dass er uns roch oder meinen Herzschlag vernahm. Aber dafür war er offenbar gerade zu sehr abgelenkt.
„I…ich…“ Aurillia stotterte und schluchzte zugleich. „Verzeihung“, murmelte sie unterwürfig und schniefte laut.
Lofa schnaubte. „Hör gefälligst mit diesem leidigen Betragen auf! Ich habe gesagt, ich will keine Tränen mehr sehen!“ Eine kurze Pause entstand. „Der König. Wieso hast du ihm nicht begreiflich gemacht, was ich dir gesagt habe?“
„Ich sagte ihm, was Ihr mir aufgetragen habt“, erwiderte sie leise und unterwürfig. So kannte ich das Mädchen gar nicht. „Ich sagte ihm, dass der Hohepriester der Feind ist. Aber…“ Sie unterbrach sich und schluchzte wieder.
„Aber?“ Lofa knurrte, kurz darauf klatschte es. Aurillia keuchte, darauf folgte ein Wimmern.
„Ich… Es tut mir leid. Aber … Cyrus wirkte nicht so, als ob er meinen Worten glaubte. Er fragte immer wieder, wer mich verwandelt hat und warum.“ Sie schluchzte.
Vorsichtig hob ich meinen Kopf und sah durch das Fenster. Aurillia kniete auf dem Boden, ihren Blick hielt sie gesenkt. Ihr tränenüberströmtes Gesicht sah ich im Profil. Der Priester stand vor ihr. Auf seiner Stirn war eine tiefe Zornesfalte zu sehen und seine Adern traten an der Schläfe hervor.
„Du willst mir also sagen, du kannst noch nicht einmal eine Nachricht gewissenhaft überbringen? Er hätte dir nicht glauben müssen, du hättest einfach wieder gehen sollen!“ Lofa fasste sich an die Schläfe. „Hast du ihm irgendeinen Hinweis auf mich gegeben? Bist du meinen Befehl willentlich irgendwie umgangen?“ Aurillia war schon dabei, hastig den Kopf zu schütteln, da verlangte Lofa kalt: „Die Wahrheit, Grigoroi!“
„N…nein. Als er spürte, dass ich Euren Namen nicht aussprechen konnte, da hat er keine Fragen gestellt!“ Aurillia hob zaghaft den Kopf. Ihre Nasenflügel zuckten. Hastig duckte ich mich wieder. Hatte sie mich gerochen?
„Also keinerlei Hinweise hast du ihm gegeben? Du willst mir sagen, dass es reiner Zufall war, dass er mich gerade eben zu sich beordert und ausgefragt hat?!“ Ein stumpfes Geräusch erklang.
Aurillia schrie leise auf. „Nein! Nein, nichts!“
„Du hast sehr wohl irgendetwas durchblicken lassen!“ Wieder dieses Geräusch.
Vorsichtig linste ich durch die Scheibe. Aurillia hatte sich auf dem Boden zusammengekauert, während Lofa ihr bereits den nächsten Tritt in die Magengrube gab.
Das reichte mir. Sie lag doch schon am Boden! Ich erhob mich und stieg durch das offene Fenster.
Der Priester hatte mich noch nicht bemerkt, so sehr lag sein Fokus auf dem wehrlosen Mädchen. „Du bist nichts wert, kleine Töle! Ich habe dir das Leben gerettet, dich – statt dich wie angewiesen, einfach nur zu entsorgen – zu meiner Dienerin gemacht, und doch weigerst du dich, Dankbarkeit zu zeigen!“ Der nächste Tritt in die Magengrube folgte. Die junge Grigoroi blieb liegen, wehrte sich nicht und versuchte nur immer weiter, sich noch kleiner zu machen.
Langsam bekam ich ein Gefühl dafür, wieso sie so reagiert hatte, als ich von ihr verlangt hatte, wieder hierher zurückzukehren. Ein Blick neben mich zeigte mir, dass Timm und Ikzil, deren Gesichtszüge so gar nicht mehr ihren eigenen entsprachen, es mir gleichgetan hatten. Ikzil, der sonst immer die Ruhe schlechthin war, hatte die Hände zu prallen Fäusten geballt und die Zähne knirschten schon beim Zusehen. Timm sah nicht weniger aggressiv aus.
„Und als wäre das nicht genug“, wieder war ein Tritt zu hören. Das darauffolgende Wimmern ging in einem gluckernden Husten unter, „hast du verdammte Hure auch noch zwei Menschen getötet! Ich habe dir verboten, dich zu nähren, solange du nicht folgen kannst!“
Eine Sekunde später stand ich hinter dem verdammten Priester und zog ihn von Aurillia fort. Ikzil stand mir bei und hielt ihn fest, während Timm sich neben das Mädchen hockte. Diese hatte jedoch die Augen fest zusammengekniffen und noch gar nicht bemerkt, dass der Priester nicht mehr über ihr war.
„Ihr … aber ich bin doch …“ Aurillia wurde von ihrem eigenen Husten unterbrochen. Einem Husten, das von einem Gurgeln und schließlich von einem panischen Luftholen abgelöst wurde.
Der Priester versuchte sich von uns loszureißen. Sein Blick war immer noch auf Aurillia fixiert. Er hatte noch nicht einmal begriffen, dass er nicht mehr mit dem wehrlosen Mädchen allein im Raum war. „Du meinst, weil du dem Befehl Folge geleistet hast und in den Palast zum König gegangen bist, wäre es dir plötzlich erlaubt, dich zu nähren?!“ Er versuchte, seine rechte Hand zu heben, als wolle er sie schlagen. „Das. Hast. Nicht. Du. Zu. Entscheiden!“
Nun war ich es, der die Hand erhob und Lofa mit der geballten Faust ins Gesicht schlug. Sein Kopf flog nach links. Ein Knurren stieg auf. „Wer wagt es …!“, donnerte es drohend – so lange, bis er mich unter den Einbrechern erkannte, da wurde er blass.
Ich nickte Ikzil zu, damit dieser den Priester allein weiter festhielt. Dann trat ich um Lofa herum und baute mich vor ihm auf. „So, nun will ich Antworten! Und glaubst du wirklich, dass es nicht auch ein schlechtes Licht auf den Lehrling wirft, wenn man erfährt, dass der Hohepriester einem feindlich gesinnt ist? Hast du wirklich geglaubt, dass ich so engstirnig wäre?“ Flüchtig warf ich einen Blick zu Timm, der sich um Aurillia kümmerte.
Lofa spuckte aus. „Mein Meister ist verrückt geworden. Ich habe versucht, Euch zu helfen, ohne mich selbst ans Messer zu liefern!“ Unruhig räkelte er sich in Ikzils Griff.
Leise hörte ich Timm murmeln: „Cyrus …, sie spuckt Blut.“
„Bring sie ins Schloss und kümmere dich gut um sie, Timm.“ Ich würde mich um diese miese Ratte von einem Priester kümmern. „Ich habe dich für klüger gehalten, nachdem du mir von der Kräuterhexe im Norden erzählt hast. Mittlerweile frage ich mich, ob es nur ein Trick war, um uns aus dem Schloss zu kriegen, damit der Hohepriester hier machen kann, was er will.“ Ich schlug dem Mann in die Magengrube. Der Priester keuchte unter Schmerzen auf und verzog das Gesicht. Meine Augenbrauen hoben sich spöttisch. „Tut das weh?“ Meine zweite Faust holte aus und schlug zu.
„Wollt Ihr mir sagen, Ihr habt sie nicht gefunden? Dabei war ich relativ zuversichtlich.“
„Oh, wir haben sie gefunden. Sie war so alt und schwach, dass sie, kaum hatte ich sie gefunden, gestorben ist!“ Aus dem Augenwinkel heraus konnte ich beobachten, wie Timm sich Aurillia auf den Arm lud und sich vorsichtig aus dem Raum trug. Wütend fletschte ich meine Fangzähne. Die alte Frau war tot. Aber Aurillia … „Warum hast du Aurillia zu einer Grigoroi gemacht? Sie hatte einen Partner! Sie wollte heiraten und eine Familie gründen!“
Echte Verwirrung machte sich auf seinem Gesicht breit. „Was interessiert es mich, was meine Grigoroi will?“
Bei jedem der folgenden Worte, preschte eine meiner Fäuste auf ihn nieder. „Sie ist nicht mehr deine Grigoroi! Sie ist frei, dafür habe ich gesorgt!“ Keuchend ließ ich von ihm ab. Mehr als ein blutendes Häufchen Elend in Ikzils Armen war von dem Mann nicht übrig. „Du hingegen hast dein Recht auf Leben verwirkt, indem du Hochverrat an der Krone begangen hast.“ Ich spuckte zu Boden und nickte Ikzil zu. „Bring ihn ins Schloss und wirf ihn in den Kerker.“
























































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