Kapitel 44 – Trauerfeier
Kapitel 44 – Trauerfeier
Aurelie
Cyrus lenkte die Kutsche auf den Innenhof des Schlosses, als er auch schon bedrohlich zu knurren begann.
Mein Blick folgte seinem. Wie erwartet stand niemand anderes als der Fürst des Südens am Eingangstor seines Schlosses, die Hände vor dem Körper gefaltet und eine Trägheit, eine Traurigkeit ausstrahlend, die ihm eigentlich verboten sein sollte! Doch als Cyrus ruckartig aufstand und schon halb dabei war, vom Kutschbock zu springen, um den Fürsten einen Kopf kürzer zu machen, hielt ich ihn auf, zog ihn am Ärmel zurück und presste mich an ihn.
„Nicht“, raunte ich leise. „Ich weiß, was wir gesagt haben, aber sieh dir die dunklen Ringe unter seinen Augen an. Lassen wir ihm diesen Tag, ehe wir überlegen, wie wir weiter vorgehen.“ Es war nicht einfach, wieder hier zu sein. Jedes meiner Glieder zitterte, beim Gedanken, diese Gemäuer wieder betreten zu müssen. Freiwillig noch dazu. Doch es war Teil meiner Pflicht. Kein Weg führte daran vorbei. Und Cyrus … würde keinen Zentimeter von meiner Seite weichen.
„Auf ein Wort, Fürst Andyr!“, brüllte Cyrus und hielt die Kutsche an. Dann wandte er sich etwas leiser zu mir. „Ich werde mich zusammen reißen. Versprochen. Aber ich kann dieses Gespräch nicht aufschieben.“
Ich nickte verstehend. „Dann lass es uns zusammen tun.“
Irina und Galderon stiegen aus der Kutsche. Die Hand des Grigorois landete an seinem Schwertknauf. Cyrus stieg von der Kutsche und half anschließend mir herunter. Wir gingen auf Fürst Andyr zu, der sich uns langsam näherte und sich vor uns verneigte. „Majestäten.“
„Was ist hier in den letzten Wochen passiert?!“ Obwohl Cyrus mir seinen Arm gereicht hatte, war sein ganzer Körper angespannt und jederzeit zum Angriff bereit.
„Ich…“ Andyrs Blick huschte zu mir. „Ich wurde hintergangen. Ich wusste nichts davon.“ Eine tiefe Verbeugung folgte. Mein eigener Griff um Cyrus’ Arm verkrampfte sich.
„Wie konntet Ihr nichts davon wissen? So viele Wochen lang?“ Cyrus baute sich bedrohlich vor dem Fürsten auf.
„Der Hohepriester, ich habe ihn nicht infrage gestellt. Majestät“, er wandte sich mir zu, den Blick fast schon flehend, „ich war niemals in diesem Raum! Er befindet sich im Bedienstetenflügel, ich hatte damit nichts zu tun!“
Ich nickte leicht. Es stimmte, er war nie gekommen. Hatte mich nicht verhöhnt, so wie die anderen. Aber Adeline hatte mir versichert, mit ihm zu reden.
„Bitte …“ Er machte einen Schritt zurück und wies uns den Weg hinein. „Ich zeige euch eure Gemächer.“
Doch Cyrus schlug das Angebot schnaubend aus. „Wie konntet Ihr nicht wissen, was in Eurem Schloss vor sich geht?! Wie konnte Euch das entgehen? Selbst Eure Frau wusste davon!“
Andyr presste seine Lippen zu einem schmalen Strich zusammen. „Mein König.“ Entschlossen sah er Cyrus in die Augen. „Ich habe den falschen Leuten vertraut. Ich habe dem Hohepriester und seinen Worten, seinen Deutungen geglaubt, und ich weiß bis jetzt nicht, wie mir die Anwesenheit ihrer Majestät so lange Zeit entgehen konnte. Ich wurde mutmaßlich abgelenkt; mit Aufträgen außerhalb beschäftigt. Mein Weib … Adeline … sie hat mir nichts erzählt. Nicht, bevor ich gegangen bin. Und als ich Wochen darauf zurückkehrte, fand ich ihre Leiche, die Kehle aufgeschlitzt, vor dem Schloss.“ Seine Stimme hatte zu zittern begonnen.
„Das hat sie nicht verdient“, entgegnete Cyrus ruhiger, bevor er zu mir sah. „Willst du in die Gemächer und dich in ein richtiges Bett legen?“ Sein Blick glitt zu meinem Bauch.
Meine Gedanken aber waren bei Adeline, dem Fürsten und seinen Worten. Sprach er wirklich die Wahrheit? Es … klang plausibel. Vielleicht hatte er wirklich nichts mit der Verschwörung gegen uns zu tun … „Ich …, ja.“ Aber er kam doch mit? Unsicher sah ich zu Cyrus auf. Ich wollte nicht allein … allein sein.
„Dann zeigt uns unsere Räumlichkeiten. Ihr, Fürst Andyr. Keiner Eurer Diener.“ Cyrus ergriff meine Hand und drückte diese leicht. „Sind die anderen Fürsten schon eingetroffen?“
Fürst Andyr nickte und bedeutete uns, ihm zu folgen. „Ja, Fürst Kretos ist mit seiner Heilerin und einigen Dienern am Vortrag eingetroffen. Eure Cousine, Fürstin Darleen, war bei ihm. Sie sind zusammen gereist, wie ich hörte. Ich habe den kompletten Westtrakt für Euch und die anderen Gäste freigehalten.“
Die Gänge, durch die wir geführt wurden, waren hell. Große Fenster prangten an den Wänden und der Boden bestand aus hellem Stein. Grundsätzlich wirkte das Schloss freundlich und einladend. Ganz im Gegensatz zu meinen persönlichen Erfahrungen. Dasselbe galt für unsere Räumlichkeiten. Hell, lichtdurchflutet und freundlich wirkten die Zimmer. Doch das Schloss konnte noch so einladend aussehen, das Gefühl des Beklemmens blieb in meiner Brust bestehen.
Kaum hatte Andyr uns allein gelassen, zog mich Cyrus in seine Arme, hielt mich fest und ließ mich um seine Besorgnis wissen. „Du bist vollkommen verkrampft, Nay.“ Seine Hände fuhren über meinen Rücken und massierten mich leicht.
Ich stöhnte auf. „Götter, ja!“ Nein, ich fühlte mich nicht wohl, ja, ich wollte so schnell wie möglich zurück, weg von hier, aber bei den Göttern, seit Wochen schmerzte mein Rücken, tagein, tagaus, und Cyrus bot soeben die rettende Lösung! Ich drehte mich um, stützte mich mit den Händen gegen die Wand und warf einem vor den Kopf gestoßenen Cyrus einen flehenden Blick zu. „Das Kind ist schwer und mein Rücken ein einziges Trümmerfeld“, erklärte ich flehenden Blickes.
„Da haben es die Menschen einfacher“, gluckste er. Geduldig begann er, mich zu massieren. „Sollen wir Kretos aufsuchen? Ich glaube, die Heilerin, von der Andyr sprach, ist Emili.“
„M…hm…“ Bitte, nicht aufhören, nicht aufhören, nicht aufhören! Das war besser als ein Orgasmus. Nein, besser als zehn! Oh, Götter, bitte, das sollte niemals enden!
Cyrus fing leise an zu lachen. „Nay? Hast du mir überhaupt zugehört?“
„Mh…ja, natürlich …“ Mein Kopf befand sich auf Wolke sieben und fühlte sich an, wie in Watte gepackt. Und durchzogen von Honig. „Ja …“, hauchte ich glückselig.
„Ich glaube, Emili ist hier. Wir könnten außerdem Kretos fragen, ob er sehen kann, wann die Niederkunft ist?“
Mein Kopf funktionierte nicht recht. Das Glücksgefühl wollte sich nicht einstellen, und so war alles, was meinen Mund verließ, ohne jegliche Beteiligung meiner emotionalen Seite. „Ich will das nicht wissen. Ich will die Niederkunft nicht haben. Ich will das nicht machen. Wieso hast du mich geschwängert? Das ist deine Schuld. Jetzt muss ich das aus mir herauspressen. Siehst du, wie groß mein Bauch ist? Wie soll das gehen? Da unten passt dein Schwanz rein, aber das Kind müsste etwa zwanzig Mal so breit sein! Das ist Wahnsinn! Ich will das nicht! Wieso hast du mich so schwanger gemacht?! Wie soll das denn da durch? Nein, wir verschieben das mit der Niederkunft. Das muss erst wieder schrumpfen.“
„Und aus dem Grunde denke ich, es wäre ganz gut, wenn du mit Emili redest.“ Ich spürte einen Kuss an meinem Hals. „Es wird alles gut werden, Nay. Aber ich will dir auch nicht die Illusion geben, es wäre einfach. Eine Geburt dauert Stunden und ist enorm schmerzhaft.“
„Wenn Emili es wieder kleiner machen kann, bin ich dabei.“
„Ich denke, das ist unmöglich. Es wird irgendwann da unten rauskommen.“ Wieder küsste er zärtlich meinen Hals. Seine starken Hände fuhren kräftig über meinen Nacken.
„Das ist aber nicht fair. Wieso ich? Wieso bist du nicht schwanger?“
„Weil ich keine Frau bin, Liebes. Nur du hast den Körper, der Wunder vollbringen kann.“
So konnte man es natürlich auch ausdrücken. Brummend ergab ich mich meinem Schicksal. „Gut, lass uns nach Emili sehen.“
Cyrus führte mich aus den Zimmern, in einen Gang hinein. Er schien zu wissen, wodurch. Innerlich schüttelte ich den Kopf. Das alles war so ungerecht. Wieso war ich als Mädchen auf diese Welt gekommen? Wieso war ich so lange Kind geblieben? Wieso war ich schon so früh schwanger geworden? Wieso musste ich Königin sein? Wieso konnte mir nicht einmal etwas wirklich Gutes passieren? Mein Blick glitt zu Cyrus, der neben mir den Gang entlanglief, und ich korrigierte mich. Mir war auch Gutes passiert.
Nur zwei Gänge weiter klopfte Cyrus an eine Tür und wandte sich dabei mir zu. „Kretos und ich waren früher häufiger hier, als wir den Sturz von König Alaric geplant haben. Mal haben wir die Pläne hier, manchmal bei Kretos oder mir besprochen. Alles unter dem Deckmantel offizieller Handelsbeziehungen.“
„Herein!“, ertönte es von innen. Stühle rutschten über das Parkett.
Cyrus öffnete die Tür und bedeutete mir, zuerst einzutreten. Meine Beine trugen mich hinein, als Kretos auch schon im Eingangsbereich erschien.
Der Fürst lächelte mir zu und deutete eine Verbeugung an. „Majestät. Ich bin froh, Euch wohlauf zu sehen.“ Nur kurz glitt sein Blick zu meinem Bauch, ehe er zu Cyrus sah und nickte. „Cyrus. Gut, dass du da bist.“ Kretos trat einen Schritt zur Seite und bedeutete uns, einzutreten. Mit der Hand zeigte er auf eine Sitzecke am Fenster. Dort, wo Emili stand und mich erwartungsvoll ansah.
„Emili“, hauchte ich fassungslos. Sie war wunderschön. Die rotbraunen Ornamente zogen sich über ihren ganzen Körper. Hier im Süden war es heiß, weswegen sie nur ein leichtes, schulterfreies, weißes Kleid trug, wobei ihr die Ärmel über die Oberarme gingen. Überall, wo das Kleid aufhörte, fingen die Ornamente an. Selbst ihr Gesicht. Und sie strahlte. Von innen heraus. Ihr Gesichtsausdruck jedoch lag irgendwo zwischen Vorsicht und Trauer. Sie kam auf mich zu und legte ihre Arme um mich. „Es tut gut, dich zu sehen, Nayara.“
Cyrus und Kretos setzten sich. Gesenkter Stimme sprach Cyrus: „Gut, dass sie hier ist. Ich nehme an, es war Emilis Idee?“
Kretos nickte.
Emili legte ihre Hand auf meine Schulter. „Es ist bald so weit“, erklärte sie lächelnd. „Aber du fühlst dich nicht bereit.“ Bestätigend schüttelte ich den Kopf. Nur mühevoll hielt ich die Tränen zurück. „Es wird alles gut. Es wird gesund. Dir wird es gut gehen. Das sind die Bilder, die mir die Götter senden. Du darfst ihnen vertrauen, Nayara. Du hast einer der Ihren auf die Welt geholfen. Egal wie sehr sie dir zürnen würden. Das Leben in dir würden sie dir niemals nehmen. Es war ein Geschenk. Und Geschenke nimmt man nicht zurück. Auch Götter nicht.“
„Was weiß ich schon, was die Moralvorstellungen der Götter sind?“ Meine Stimme klang erstickt. „Aber ich will nicht über sie reden. Ich habe keine Kraft mehr, mich mit ihnen auseinanderzusetzen, Emili. Es ist zu viel geschehen.“ Emili nickte ruhig. Ruhe. Das war es, was sie ausstrahlte, wie die Sonne selbst. „Erzähl …“, mein Blick glitt staunend an ihr herunter. „Wie ist es dir ergangen?“
Sie lächelte sanft. „Gut. Wir hatten unsere Höhen und Tiefen. Mittlerweile versteht er, dass ich keine Hexe bin.“
Emili führte mich in ein Nebenzimmer. Es war ein Schlafzimmer mit einem gemütlichen Bett. Eine große Kiste stand am Fußende und ein Kleid hing halb darüber. „Entschuldige das Chaos. Ich habe mich zu schnell an das Leben im Palast gewöhnt.“ Sie war ganz rot geworden und bedeutete mir, mich auf das Bett zu setzen, wo sie es sich ebenfalls bequem machte.
„Du … hast dich offenbar eher daran gewöhnt, als ich?“, entgegnete ich halb im Scherz. Einen langen Moment kaute ich mir auf der Lippe herum, dann stellte ich meine Frage: „Kommst du mit zurück? Aurillia …“, mein Kopf senkte sich, „Cyrus hat mir erzählt, sie wäre verwandelt worden.“ Wütend schüttelte sich mein Haupt; meine Fänge schnappten hervor. „Der Bastard, der ihr das angetan hat, wird leiden!“
„Der Hohepriester wollte Aurillia töten. Ob du es glaubst oder nicht, aber Lofa hat sie damit gerettet. Allerdings entschuldigt das keineswegs, wie er sie begandelt hat.“ Sanft legte Emili ihre Hände auf meine. „Aber sie wird darüber hinweg kommen. Sie wird sich erneut verlieben. Ihren Weg finden. Auch ohne Kinder.“
„Und du?“
„Mein Schicksal lassen mich die Götter nicht sehen und ich bin dankbar darum.“ Emili lächelte. „Möchtest du wissen, was es wird? Dein Kind?“
Ich schüttelte den Kopf. Keine Sekunde musste ich darüber nachdenken. „Ich weiß es. Aber sicher werde ich wohl erst sein, wenn es da ist. Was ich eigentlich wissen wollte: Kommst du mit uns zurück? Oder …“ Mein Blick glitt zur Tür, hinter der die Männer leise miteinander sprachen. „Oder hat dein fürstlicher Aufzug etwas zu bedeuten, das du mir verheimlichst?“
„Ich werde bei ihm bleiben“, gestand Emili leise, mit knallroten Wangen. „Wir werden nie heiraten können, aber …“ Emili seufzte leise. „Aber das ist uns egal.“
Ich nickte langsam. „Das hätte ich nicht erwartet. Aber es ist wohl einiges an Zeit vergangen.“
„Du musst dir nur deinen Bauch ansehen“, entgegnete Emili mit einem frechen Lächeln im Gesicht. „Ich hatte nie vor, bei ihm zu bleiben. Dieser Mann ist der reinste Hornochse.“ Sie seufzte. „Doch dann war da diese zufällige Berührung.“ Ihr Lächeln wurde verträumt und melancholisch zugleich. „Er sah nichts mehr. Hatte keine Visionen mehr, was für ihn eine Wohltat war. Es folgten weitere … Berührungen. Ganz leicht, ganz zärtlich. Ein Kuss …“
Ich lächelte. „Ich habe es nicht erwartet, das wohl, aber ich freue mich für euch.“
Emili sah mich verständnislos an. „Ein Kuss, Nayara. Vor Monaten. Seither ist nichts mehr passiert. Kretos ist jetzt verlobt.“
„Das ist er schon seit Jahren“, murmelte ich. „Und eine Verlobung oder Heirat bedeutet unter Vampiren nicht, dass man sich körperlich treu wäre, Emili. Aber wenn du mehr willst, dann hol es dir. Und wenn nicht, dann kommst du zurück ins Goldene Reich und wirst Hofheilerin.“
Sie schüttelte den Kopf. „Ich weiß gerade nicht, was ich will. Zumal ich noch einen Auftrag für die Götter erledigen muss. Zwei, um genau zu sein. Wohin es mich führt, weiß ich nicht. Vielleicht trennen sich die Wege von Kretos und mir wieder und ich bin dazu verdammt, allein zu leben.“
„Die Götter mögen ein wichtiger Part deines Lebens geworden sein“, begann ich vorsichtig, „Aber sie haben nicht das Recht, darüber zu bestimmen. Wenn du Kretos also willst, dann nimm ihn dir.“
Cyrus und ich hatten uns von den beiden verabschiedet und waren in unsere eigenen Gemächer zurückgekehrt. Ich war müde, gerädert, und das Kind verhielt sich unruhig. Cyrus ließ uns etwas zu essen auf die Gemächer bringen und, um den gesellschaftlichen Zwängen eines gemeinsamen Abendessens mit Andyr zu entkommen, dem Fürsten ausrichten, ich müsse mich nach der langen Reise ausruhen.
Die Nacht verging quälend langsam. Das Kind trat immer wieder und holte mich aus dem Schlaf. Am Morgen fühlte ich mich müder als am Abend zuvor. Doch wirklich Zeit, mich noch einmal umzudrehen und mich in den Laken vor dem Morgen zu verstecken, blieb keine. Die Trauerfeier war für den frühen Nachmittag angesetzt. Nach einem kurzen Frühstück machte mich Irina vorzeigbar.
Die Trauerfeier beinhaltete einen Gang zum Grab Adelines. Als ich davorstand, kam es mir vor, als löse sich mein Verständnis der Welt von der Realität. Es war erst wenige Wochen her, da hatte sie mir geholfen, eben diesen Mauern zu entfliehen. Dann hatte sie für mich ihr Leben gelassen. Andyr und Ellroc, Adelines Sohn und Andyrs Nachfahre, starrten beide verloren auf das Grab. Ellroc hatte den Verlust seiner Mutter nicht sehr gut aufgenommen. Wie Cyrus dazumal, hatte er seine Kindheit über Nacht, hinter sich gelassen. Sodass vor uns ein junger Mann mit gebrochenem Herzen stand, dem es sichtlich schwerfiel, seinen Schmerz vor der Welt zu verstecken, so wie es in Adelskreisen die Regel war.
Sachte zog ich an Cyrus’ Arm. Jeder hatte Adeline eine Blume auf das Grab gelegt. Jetzt war es Zeit, ins Schloss zurückzukehren, um ihrer zu gedenken. Ein gemeinsames Mahl, um sie zu ehren.
„Sie hat mir das Leben gerettet“, murmelte ich leise. Die trauernde Stimmung hatte mich in ihren schweren Bann gezogen. Mein Herz schien belegt, meine Lunge schwer und jeder Atemzug eine Anstrengung, die des Verlusts dieses Fürstentums kondolierte.
Cyrus drückte mir einen Kuss auf die Schläfe, ehe er mich zurück ins Schloss geleitete. Andyr und Ellroc waren allein zurückgeblieben. Sie würden nachkommen, wenn sie soweit waren. Nahmen Abschied, von Mutter und Weib.




























































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