Kapitel 47 – Das Erbe des Vitas-Ulcus

Kapitel 47 – Das Erbe des Vitas-Ulcus

 

Cyrus

Ich konnte nicht glauben, wie surreal diese Situation war. Wie unfassbar demütigend und entwürdigend sich dieser Moment anfühlte. Carina hatte mich an den Eiern gepackt. Wortwörtlich. Sie hatte schamlos in meine Hose gegriffen und mein Schwanz war unter ihrer Hand hart wie Stein geworden. In einer geschickten Bewegung öffnete sie den Knopf an meiner Hose, sodass er aus der Hose ragte und jeder sehen konnte, wie ihre Hand rhythmisch mein Geschlecht bearbeitete.

Ich kam mir vor wie ein Verräter. Ich schwor, Nayara nicht anzusehen, die hinter mir unter Schmerzen keuchte. Sie brachte mein Kind zur Welt und ich stand vor Carina, die mich siegessicher angrinste. Ihre Worte hatten mich tief getroffen. Sie hatte mich benutzt, um an meiner Seite Königin zu werden. Sie und ihr Vater. Vermutlich der Hohepriester, auch wenn sie es nicht direkt aussprach.

Darleen und Kretos sahen mit an, wie Carina ihren Triumph genoss. Sie sahen mich machtlos. War ich nur deshalb mit Nayara hierhergekommen? Was hatte Kretos nur dazu verleitet, mir diesen Ratschlag zu geben?

Nayara stöhnte laut. Die Stimme weinerlich flüsterte sie: „Ich kann das nicht Emili. Das passt da niemals … durch!“

Emili versuchte, mein Weib zu beruhigen, allerdings verstand ich die Worte nicht. Viel zu sehr lenkte mich Carina ab. Diese wandte sich Andyr zu, während ihre Hand immer schneller und fester über meinen Schaft rieb. Auf keinen Fall würde ich ihr die Genugtuung geben und meinen Samen abspritzen. Ich musste eisern bleiben.

„Andyr“, begann Carina spöttisch, „auch wenn der Süden immer behauptet, unparteiisch und nicht käuflich zu sein, so bot der Süden in den letzten Wochen genau das Gegenteil.“

„Ohne mein Wissen! Ich habe bloß dem Hohepriester die Ehre erweisen wollen …!“

Carinas Hand stoppte, ihre Zunge glitt ihr lasziv über die Lippen. „Glaubst du ihm?“

Ich wusste nicht mehr, was ich glauben sollte. Mein Kopf war mit einem Mal wie leer gefegt. Wieder keuchte Nayara unter Schmerzen auf und jammerte leise. „Nein“, entgegnete ich auf Carinas Frage hin.

„Gehört, Andyr? Er glaubt dir nicht. Du hast Hochverrat begangen, die Königin gefangengehalten.“ Sie schmunzelte gefährlich. „Mein Vater hätte sie töten sollen. Ich werde Cyrus an ihrer Statt Kinder schenken, dann wird er auch nicht mehr an diesen Bastard denken, den sie da so verzweifelt jammernd versucht, aus sich herauszupressen.“ Sie drehte sich zu mir hin; der Griff um meinen Schaft wurde fester und ihre Hand nahm die Bewegungen wieder auf. Ihre Lippen streiften meine. „Komm für mich, Geliebter. Beweise mir, wie sehr dein Herz für mich schlägt. Du darfst das Kind sogar behalten. Bis unser erstes zur Welt kommt, zumindest, dann brauchen wir es nicht mehr.“ Das Miststück stahl sich einen Kuss. Einen, den ich voller Ekel erwiderte. „Komm für mich. Zeig mir, wie sehr Mann du bist.“



Ich knurrte. Sie wusste genau, wie ich es am liebsten mochte. Sie wusste, wie sie ihre Hand bewegen und zupacken musste. Mein Blick fiel auf ihren Hals. Meine Fänge hatten sich längst herausgedrückt. Es wäre so leicht, sie jetzt zu beißen und ihr mein Gift zu verabreichen. Aber sie würde nicht sofort sterben. Ihr erster Befehl wäre, Nayara zu töten. Und danach Darleen. Obwohl ich mich dagegen wehrte, spürte ich den Druck in mir ansteigen. Und irgendwann gab ich nach. Mein Becken bewegte sich wie von selbst, während ich Schub um Schub meinen Samen auf ihr Kleid und ihre Hand verteilte.

Hinter mir erklang ein herzzerreißendes Wimmern. Bald darauf wurde es von einem Schrei abgelöst, der gar nicht mehr verklingen wollte. Nayara schrie sich heiser, während ich noch den Nachwirkungen meines Orgasmus erlegen war.

„Oh, gewaltig“, kommentierte Carina die Situation belustigt und leckte sich die Finger ab. „So heftig bist du nur selten gekommen. Schürt es deine Lust? Ihre Schreie? Die Zuschauer?“

Ich schwieg dazu und packte meine Männlichkeit wieder richtig ein. Wie sollte ich Nayara das jemals erklären? „Du hast, was du wolltest. Lass die Fürsten gehen.“

„Oh, aber das wäre langweilig.“ Sie strich sich mir mit beiden Händen durch die Haare und ging auf Darleen und Kretos zu. „Akzeptiert ihr mich als eure Königin? Gebt ihr eure Fürstentümer und Titel ab? Unterwerft ihr euch der Krone?“

Kretos sank sofort auf ein Knie und senkte demütig sein Haupt. „Aber natürlich, Majestät. Wir unterwerfen uns und hoffen auf Eure Gnade, Königin Carina.“

Darleen warf mir einen entsetzten Blick zu. Ich nickte. Mehr flehend, als bittend. Und so machte meine Cousine einen tiefen Knicks und neigte ebenfalls ihren Kopf. „Meine Königin. Wir vertrauen auf Eure Gnade.“

Carina lachte leise und klatschte erneut in die Hände. Ihr Blick glitt hinter mich, ein selbstzufriedenes Grinsen auf den Lippen. Es war schwer, ihrem Blick nicht zu folgen. Offenbar gefiel ihr, was sie sah, denn ihr Grinsen wurde noch breiter. Dann wandte sie sich Andyr zu.

Der Fürst des Südens blieb stehen und hob sein Kinn. „Niemals! Du bist die Verräterin! Ich akzeptiere dich nicht als Königin. Meine Königin liegt dort in den Wehen. Ich werde dem Haus der Ignis-Robur treu bleiben!“



Carina trat näher auf Andyr zu. Ihre Augen funkelten bedrohlich. „Bis in den Tod?“

„Du kannst mich nicht einschüchtern!“

Sie ging noch einen Schritt auf den Fürsten zu. „Dann leiste deinem Weib Gesellschaft in der verdammten Ewigkeit des Nichts! Du hast mich nicht verdient, Andyr! Geh nur zu deinem ach so geliebten Weib, dem du hinterhergeweint hast!“ Im nächsten Moment blitzte eine Klinge auf. Carina stach dem Fürsten in den Bauch. Dieser wurde von den beiden Männern zu seinen Seiten noch stärker festgehalten.

„Schlampe …!“, knurrte der Fürst.

Mit einem spitzen Schrei rammte Carina ihm erneut das Messer in den Bauch. Wieder und wieder, bis sein Körper erschlaffte und sein Kinn auf sein Brustbein sackte. Die beiden Männer ließen ihn los. Einer trat ihm noch nach. Dann klopfte sein Herz ein letztes Mal und eine atemlose Stille kehrte ein.

„Carina“, keuchte ich entsetzt. „Wie konntest du nur?“

Schulterzuckend drehte sie sich zu mir um, auf ihren Lippen ein seliges, zufriedenes Grinsen. „Jetzt ist alles perfekt, siehst du das nicht?“ Langsam trat sie auf mich zu. „Du hast kein einziges Mal zurückgeschaut. Du hast mir deine Liebe bewiesen, deine Treue, auch wenn du sie anfangs geheiratet hast. Du wusstest es nicht besser.“ Sie hob ihre Hand, legte sie an meine Wange und streichelte mit ihrem Daumen sanft darüber. „Jetzt habe ich dir meine Bewiesen. Ich habe alle, die sich uns nicht beugen wollten, von dieser Erde getilgt.“ Kurz huschte ihr Blick hinter mich. „Na ja, fast alle. Aber ich halte mein Versprechen. Bis zu unserem ersten Kind darfst du es be…“

Der Rest ihrer geisteskranken Rede ging in einem gellenden Schrei unter. Irritiert drehte sie den Kopf und spähte in den Wald hinter sich, zum Ursprung des Geräuschs. Wie paralysiert stolperte Ellroc hinter einem der Bäume hervor, den Blick starr auf seinen toten Vater gerichtet. Vor diesem fiel er auf die Knie, wimmernd, klagend und schreiend.

Für einen Moment schrie Nayara mit ihm, als sie erneut eine Wehe überkam. Doch Ellrocs Schrei kannte kein Ende mehr. Er hatte seine Mutter verloren und hatte danach seine Reife binnen weniger Tage durchlaufen. Jetzt hatte er auch noch seinen Vater verloren. Wenn mich nicht alles täuschte, hatte er sich die ganze Zeit hinter den Bäumen versteckt. Hatte zugesehen.



„Vater …!“, krächzte er. „Vater! Nein! Nein! Was hat sie getan?! Vater!“ Seine Hände, mittlerweile von Blut überlaufen, drückte er unaufhörlich auf die vielen Stichwunden in seines Vaters Bauch.

Carina lachte verächtlich auf.

Ellroc hielt inne. Erstarrte, den Blick noch immer auf seinen toten Vater gerichtet. „Du hast … meinen Vater getötet. Mir meine Mutter genommen“, flüsterte er leise.

„Ihretwegen ist die fette Kuh entkommen!“, keifte Carina wütend und deutete hinter mich. „Sie hat meinen Vater umgebracht!“

Ich konnte meinen Blick nicht von Ellroc losreißen, der völlig entsetzt und verzweifelt an der Leiche seines Vaters rüttelte. Langsam stand er auf. Das Blut seines Vaters tropfte von seinen Händen. „Dein Vater … Der Hohepriester? Sie dürfen keine Kinder anerkennen! Sie dürfen nicht nach Macht streben! Sie sind Diener der Götter!“ Ellrocs Augen funkelten zornig. Er war ein Kind, das über Nacht erwachsen geworden war. Noch nicht recht im Erwachsenenalter angekommen. „Fürst und Fürstin des Sünden starben unter deiner Hand!“, schrie er inbrünstig. Mit gemäßigter Stimme, die vor Hass jedoch nur so troff, fuhr er fort: „Carina, Bastardkind eines Gläubigen, als neuer Fürst des Südens verurteile ich dich wegen Hochverrat zum Tode!“

Carina lachte und sah sich in alle Richtungen um. Über zehn Männer standen um uns herum, einige von ihnen hielten Darleen und Kretos fest. „Du bist ja wirklich süß. Aber ich bin die neue Königin. Du kannst mich nicht verurteilen, du dummes Kind, ich bin unantastbar!“

„Du magst dich dafür halten, aber der Süden hat dich nicht anerkannt, dummes Weib! Meine Königin liegt da in den Wehen und bringt unseren Thronfolger zur Welt! Du setzt dich über Gesetze und Regeln hinweg, als wären sie nichts! Das ist nicht, was ein wahrer Herrscher tut.“

Carina täuschte vor, zu gähnen. Dann verdrehte sie die Augen und sah mich an. „Brauchen wir ihn, Liebling? Nicht wirklich, oder?“

„Doch, natürlich!“, widersprach ich vehement.

„Ach, Dummerchen#, tadelte sie, als wäre ich ein Kind. „Wir brauchen sie alle nicht!# Damit machte sie eine Geste zu Darleen und Kretos.

„Carina!“, flehte ich. Diese Frau hatte völlig den Verstand verloren.



„Bringt den Jüngling um“, befahl sie ihren Männern. „Dann die anderen beiden!“

Nayara schrie auf, ob aus Angst und Sorge oder wegen der Wehen, vermochte ich nicht zu sagen. Doch ich traute mich nicht, nach ihr zu sehen. Carina war völlig verrückt geworden. Diese Frau, die ich zu Zwecken des Zeitvertreibs in mein Bett gelassen hatte, hatte in ihrem Wahnsinn einen Anspruch auf mich erhoben und setzte ihn durch, was es auch kosten mochte.

Ellroc blickte zu der Leiche seines Vaters herab. Ein Wimmern kam aus seiner Richtung, woraufhin Carina ein hämisches Lachen ausstieß. Zwei Männer griffen nach Ellrocs Armen, ein Dritter kam mit einem Dolch auf ihn zu. „Nein!“ Der junge Mann wand sich. „Nein!“, schrie er diesmal eindringlicher und brachte es so weit, dass die Männer ihn fluchend mit den Knien zu Boden drückten.

„Halt endlich still!“, fauchte einer mit einem merkwürdigen Akzent.

Ellrocs Hände gruben sich in den Boden hinein. Etwas veränderte sich. Ein Zucken an seinen Mundwinkeln zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Dann sah er auf, langsam, drohend, die Fänge weit ausgefahren. Jede Angst war aus seinen Zügen gewichen, jede Furcht verblasst im Angesicht des Hasses, der sich nun in seinen Augen widerspiegelte. Seine Iriden, leuchtend in einem kräftigen Grün, strahlten uns funkelnd entgegen. „Ich sagte, du bist des Todes!“

Mit diesem Schrei sprossen plötzlich Wurzeln aus dem Boden. Sie rasten auf Carina zu, die, erstarrt vor Fassungslosigkeit, noch nicht einmal einen Fluchtversuch unternahm. Bei der Verrückten angekommen, schossen Schlingpflanzen aus dem Boden und wickelten sich um ihre Beine.

„Weg da, Cyrus!“, knurrte Ellroc.

Ich gehorchte, ohne zu zögern.

Carina kreischte. Panisch versuchte sie, die Schlingpflanzen von ihren Beinen zu reißen. Ellrocs Hände gruben sich tiefer in die Erde. Er schrie: „Du wirst für deine Taten bezahlen!“ Und als hätte der Boden den Schmerz in des jungen Vampirs Herzen gespürt, brachen Wurzeln mit einer enormen Wucht aus ihm hervor, durchdrangen Carinas Körper und spießten sie gleich mehrfach auf.

Der frisch gereifte Vampir hatte seine Kräfte keineswegs unter Kontrolle. Schluchzend brach er zusammen; die Wurzeln zerbarsten unter der Kraft einer unsichtbaren Hand, hinterließen mächtige Löcher überall in Carinas Körper, teilweise noch gefüllt mit Holzspänen. Carinas Blut floss in Strömen, verließ ihren Körper binnen Sekunden. Mit einem letzten Krächzen ging sie zu Boden. Die Schlingen hielten sie nicht weiter, denn auch sie waren zerstört.



Zwei Körper fielen praktisch zeitgleich zu Boden. Die Männer, die Ellroc festgehalten hatten, hatten längst Abstand von ihm genommen und standen jetzt, wo ihre vermeintliche Königin gefallen war, blass geworden da, nicht wissend, was sie tun sollten. Darleen riss sich ohne große Probleme los. Kretos warf den beiden, die ihn festhielten, einen bedeutungsvollen Blick zu, woraufhin auch diese ihre Hände schnellstmöglich von ihm nahmen.

Die ganze Welt schien in eine taube Stille getaucht worden zu sein. Kein Vogel sang, kein Wind wehte, so lange, bis Emilis Stimme der Stille Schichten durchdrang, sodass sie auch zu mir hin kam: „Es kommt! Nayara, du musst jetzt pressen!“

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