Kapitel 52 – Glücklich unter der Sonne

Kapitel 52 – Glücklich unter der Sonne

 

Aurelie

Er hatte mich an die Wand geworfen. Durch den halben Raum und dann an die Wand. Ich hatte mich gefühlt, als stelle er die Szene nach, in der sich meine Fänge durchgedrückt hatten. Der Moment, in dem ich erwachsen geworden war und meine Reife endgültig hinter mich gebracht hatte. Es war mir so unglaublich absurd vorgekommen. Was kam als Nächstes? Der Strick? Die Schläge auf den Arsch? Wollte er mich zwingen, etwas zu unterschreiben? Sollte ich wieder mimen, nicht lesen zu können?

Was tat man in einer Situation, die einer anderen, dem eigenen Tod so nah, so unfassbar ähnelte? Lachen.

Was folgte, war Folter. Ein brutaler Biss in meine Schulter, dann hatte er seinen Schwanz unnachgiebig in mich gerammt, bis er kam und seinen Samen in mich gespritzt hatte. Den Griff an meiner Hüfte spürte ich noch immer, auch, wenn ich mittlerweile nur noch regungslos auf dem Boden lag, spürend, wie sein Samen wieder aus mir herauslief. Stoß rein, Stoß raus, Stoß rein … immer wieder hatte er an meinem Innersten angestoßen und mir damit wimmernde und weinende Laute entlockt. Seine Hände hatten dafür gesorgt, dass ich in Position blieb. Dass ich ihm nicht entkommen konnte, was ich immer wieder instinktiv versucht hatte. Meine Hüfte von ihm weg, statt zu ihm hin. Er hatte es nicht zugelassen. Doch wohl das Schlimmste und gleichzeitig Beste, war die Stellung gewesen, die er gewählt hatte. Er war dabei schmerzhaft tief eingedrungen. Aber ich hatte ihn nicht ansehen müssen.

Schritte näherten sich. Kurz fiel Licht in das kleine Zimmer. „Naya?“, fragte Lyssa vorsichtig. „Er ist weg …“

Ich blinzelte. Das war die einzige Reaktion, die mein Körper mir noch erlaubte. Aber ich hatte auch nicht das Bedürfnis, mich irgendwie sonst zu äußern. Reden? Zu anstrengend. Außerdem: Was sagte man in meiner Situation? In Adelskreisen wären die richtigen Worte: ‚Mir geht es bestens, nur keine Sorge‘. Aber diese Worte wären gelogen. Das waren sie immer. Niemandem ging es je bestens. Vielleicht gut, vielleicht schlecht, aber sicher nicht bestens. Und mich zu bewegen, kam nicht infrage. Ich fühlte mich wund, ausgelaugt, wie viel Blut hatte er von mir getrunken, dass mir so schummrig war? Waren die Bisswunden überhaupt schon verheilt?



Lyssa legte beide Hände um mich. „Komm, ich helfe dir ins Bett.“ Sie zog mich hoch. Allerdings war ich so schwach, dass sie mich fast tragen musste. Kurz darauf lag ich in weichen Kissen. Sie deckte mich zu. Vermutlich, weil ich am ganzen Körper zitterte. Dabei war es gar nicht kalt.

Stumm starrte ich an die Decke. Wich Gedanken aus und schickte meinen Geist in eine gähnende Leere. Und das so lang, bis der Schlaf mich übermannte.

 

Nur undeutlich drangen Stimmen zu mir durch, die ich kaum auseinanderhalten, geschweige denn deutlich verstehen konnte.

„… für Ärger …“

„… trotzdem sollten wir …“

„… besser.“

„… waren … in der Situation.“

„… zu grob. Er war viel zu grob.“

„Ach, wirklich? Hast du etwa zugeguckt?“

„Sie hat viel Blut verloren.“ Lyssa. Das war ganz eindeutig die Stimme von Lyssa. „Und wir bekommen erst morgen wieder Blut!“

Ich blinzelte langsam. Doch als ich versuchte, die Augen zu öffnen, verdrehten sie sich in ihre Höhlen und brachten Schwindel in mir auf.

„Es kann uns egal sein, wie er mit ihr umspringt. Sie hat ihm zu dienen, wie er es wünscht. Und den Tag wird sie wohl überleben. Der König will ein Kind von ihr, da wird er sie nicht töten.“ Oh, diese Stimme war fast noch nerviger als Carinas.

„Du hast sie nicht gesehen, Aralie …“

„Was ist eigentlich mit…“ Der Satz – von wem er stammte, wusste ich nicht – wurde unterbrochen, als das leise Quietschen einer aufschwingenden Tür erklang. Hier drinnen gab es keine Türen, also konnte es nur eine sein.

Augenblicklich krampfte ich zusammen und machte mich möglichst klein, mit möglichst wenig Regung. In der Tat zuckte lediglich mein Fuß. Mein gesamter Körper wollte einfach nicht mehr hören. Noch immer lag ich exakt so im Bett, wie mich Lyssa gestern hineingelegt hatte. Die Decke bedeckte mich abwärts der Hüfte, das knappe Nachthemd meinen Oberkörper. Wenn auch nur dürftig. Ich hätte einfach meine Kleidung anbehalten sollen. Vielleicht wäre er dann einfach wieder gegangen. Ich hatte doch schon geschlafen …

Mittlerweile starrte ich mit geöffneten Augen nach oben an die Decke. Konturen zeichneten sich ab. Die Vorhänge hielten nicht alles Licht fern. Doch trotz meiner geöffneten Augen würde keiner bemerken, dass ich wach war. Mein Atem war flach. Nicht schneller als wenn man schlief. Und mein Herz klopfte so langsam in meiner Brust, in mir machte sich Sorge breit, es hörte bald einfach auf zu schlagen. Natürlich hatten Vampire eine niedrigere Herzfrequenz. Aber … Bubum … Bubum … Bubum.



Wenn ein Atemzug vier lange Sekunden ging, dann pochte mein Herz in dieser Zeit zweimal. Als hätte man ein Feuer mit einem Kessel Wasser übergossen.

Bubum … Bubum …

Das Feuer, zu sterbender Glut geworden, lechzte nach Wärme und erhielt nur noch einen Kessel Wasser mehr.

Bubum … Bubum …

„Essen.“ Galdi?

Bubum.

War mein Herz immer schon so laut gewesen?

„Wo ist die Königin?“, fragte die Stimme. Ganz eindeutig Galderon.

„Sie schläft!“ Lyssa. Ich mochte diese Frau.

Schritte näherten sich dem Vorhang und der Umriss wurde größer. Kurz darauf wurde er beiseitegeschoben und der Grigoroi betrat das Schlafgemach.

Zu spät kam meine Reaktion. Er war schon da, als mein Körper erst langsam die Augen schloss. Kurz darauf öffnete ich sie wieder und starrte weiter an die Decke, lauschte meinem eigenen Herzschlag.

Der Grigoroi trat an mein Bett, schnaufte kurz und ging wieder. Etwas später vernahm ich das leise Quietschen der Tür. Er war also endlich weg.

Wie lange ich noch so da lag, konnte ich nicht sagen. Immer wieder drangen die Stimmen der Vampirinnen zu mir hin, doch des Öfteren fiel ich einfach zurück in den Schlaf und ließ mich von der Dunkelheit verschlingen. Sie hieß mich willkommen. Sie umarmte mich still. Sie zeigte kein Mitleid, aber nahm mich in den Arm. Sie tröstete nicht, denn dafür war sie zu kalt. Aber sie wärmte mich, wenn auch nur durch die Tatsache ihrer Anwesenheit.

Irgendwann jedoch war ich die Dunkelheit leid. Genauso wie ich die Stimmen leid war, die sich unablässig unterhielten und kein anderes Thema zu besprechen wussten, als mich. Ich drückte mich langsam mit meinen Armen hoch – es war anstrengend. Ich schwang meine Beine aus dem Bett – und keuchte. Ich erhob mich, drückte mich mit meinen Armen vom Bett hoch – und fiel zu Boden.

Mein Atem ging schwer. Es musste sich anhören, als sei ich ein alter Mensch kurz vor seinem Ende. Die Luft, die nur rasselnd ihren Weg in meine Lunge fand. Meine Augen, die nur schwermütig offenbleiben wollten. Mein Herzschlag, der noch immer erlöschender Glut ähnlicher war als einem eigentlichen Herzen.

Die Gespräche waren verstummt. Zweifellos wartete man aufgeweckt auf das nächste Geräusch, das ich von mir geben würde. Wie die Krähen auf den Ästen des nächsten Baumes warteten, um einem das Fleisch von den Knochen zu nagen, sobald man sich nicht mehr zur Wehr setzen konnte und sich die Blöße gab.



Jemand erhob sich. Ich hörte, wie das Sitzkissen nachgab und die Polsterung sich langsam wieder mit Luft vollsog. Schritte kamen auf mich zu.

„Setz dich wieder!“, knurrte ich, laut genug, sodass sie es gehört haben musste. Indessen sang meine Kehle ein Lied von ihrer gestrigen Behandlung. Rau und ungeschliffen. Angeschwollen vermutlich. Die Schritte hielten unsicher inne, als warteten sie auf eine Bestätigung, eine erneute Aufforderung. Ein tiefes, erzürntes Grollen entrang sich meiner Kehle. Offenbar Bestätigung genug, denn die Schritte entfernten sich langsam wieder und führten zurück zur Mitte des Raumes.

Ich zog mich am Bett hoch und kam wieder auf die Beine. Sie zitterten und vor meinen Augen taten sich unablässig schwarze Punkte auf. Ich ignorierte sie und kämpfte mich aus dem Zimmer. Der Geschmack des Tageslichts, welches durch die kleinen Fenster drang, hinterließ einen bitteren Geschmack auf meiner Zunge.

„Wo ist das Bad?“

Die Frau mit den schwarzen Haaren deutete auf einen weiteren Vorgang. „Dort. Wir haben gerade frisches Wasser bekommen. Bitte verschwende nicht zu viel davon.“

Lyssa stand halb auf. „Brauchst du Hilfe?“

„Sie sollte erst etwas trinken und versuchen zu essen, so blass wie sie ist“, meinte Ines.

„Bleib sitzen“, wies ich Lyssa schroff an und stützte mich weiter ins Bade…abteil. Ein Zimmer war es schließlich nicht. Ich zog den Vorhang hinter mir zu und sah mich um. Ein Waschbecken, ein Abort und ein kleiner Zuber, in dem man sich waschen konnte. Hervorragend. Keine Badewanne, keine Dusche. Das Leben in den königlichen Gemächern führte wohl schnell zur Gewohnheit, so bequem wie es war. In der Ecke stand ein offenes Regal mit Handtüchern und Lappen, hinten an der Wand vier Kessel gefüllt mit Wasser.

Ich schnappte mir einen Lappen, machte ihn nass und wusch mich. Angefangen mit meinem Gesicht, weiter zu meinen Armen, meinen Beinen, meinem Bauch und schließlich wischte ich den weißen, mittlerweile längst getrockneten Samen weg. Der Anblick allein ließ mich würgen. Kurz darauf endete ich hängend über dem Abort. Gallensäure. Mehr brachte ich nicht hervor. Das Blut musste bereits verwertet sein, und gegessen hatte ich gestern den ganzen Tag nichts. Ich würgte so lange, bis ich mir sicher war, all der Ekel, der sich aufgrund der letzten Nacht in mir gesammelt hatte, war wieder draußen. Dieses krampfende Gefühl in meinem Magen ließ nur langsam nach. Die Geräusche, die ich von mir gab, versuchte ich zu ignorieren, damit nicht erneut Übelkeit in mir aufkam.



Als ich mir sicher war, dass es vorbei war, wusch ich mir den Mund aus. Mein Haar war verschont geblieben, doch mir ging es nur noch schlechter als zuvor. Mein Kopf hämmerte. Ausgelaugt kroch ich zur Wand und lehnte mich mit dem Rücken daran an, verzweifelt versuchend, die schwarzen Punkte in meinem Blickfeld wegzublinzeln.

Eine Weile sass ich so da. Meine Gedanken wirr und verworren. Geradezu bizarr. Ich wollte mich nur noch ins Bett zurückziehen und einschlafen. Nicht mehr aufwachen. Jeder Gedanke, der meinen Kopf passierte, war düster und grau. Die Farben der Welt schienen zu verblassen, wie an einem stark bewölkten Regentag.

Irgendwann brachten mich meine Beine beschwerlich langsam wieder in den Wohnraum zurück. Die anderen hatten wohl beschlossen, mir möglichst keine Aufmerksamkeit mehr zu schenken, wobei diese Devise zweifellos von der Ältesten ausging. Jede der Jüngeren warf mir mindestens einen besorgten Blick zu, doch immer so, dass ich sie nicht sehen konnte. Zumindest dachten sie das.

Mein Weg zurück zum Zimmer wurde von dem Blick aus einem der kleinen, runden Fenster unterbrochen. Es war gerade so groß wie mein Kopf. Zögerlich ging ich darauf zu, hielt mich am Fensterrahmen fest und blickte sehnsüchtig nach draußen. Vor mir tat sich der See auf. Da hatte mich Cyrus vor ein paar Wochen hineingeworfen, um mich zu wecken. Wobei er entdeckt hatte, dass ich nicht schwimmen konnte.

Ich seufzte leise. An diesem Tag hatten wir zusammen Tee geschlürft, ehe ich ihm im Anschluss die Reliquienkammer gezeigt hatte. Allein würde er sie nimmer mehr finden. Vielleicht war das aber auch besser so. Vielleicht sollten diese Schätze der Welt einfach verborgen bleiben.

Schritte näherten sich. In der leichten Spiegelung des Fensters erkannte ich Lyssa auf mich zukommen. Sie hielt einen Becher in der Hand. „Du musst etwas trinken, Naya.“

Ich verbiss mir den unfreundlichen Kommentar, sie möge mich doch einfach in Ruhe lassen. Ich wollte allein sein. Stattdessen bedankte ich mich formgerecht und griff nach dem Becher. Ein Becher. Aus Holz. Noch nicht einmal verletzen konnte man sich damit.

Ich starrte desinteressiert hinein. Ohne nachzudenken, fuhr meine Hand nach hinten zu meinem Haar und strich es nach vorne über meine Schulter. Diese Länge war noch immer unglaublich ungewohnt. Zudem ich jetzt bereute, sie am gestrigen Tag nicht zusammengebunden zu haben. So blieben sie jetzt wohl immerzu offen.



„Hör zu“, begann Lyssa seufzend, „ich weiß, dass die Situation für dich schrecklich sein muss. Aber wir können nichts dafür, dass du hier bist. Ich verstehe deine Wut. Aber du lässt andere darunter leiden, die dir nur helfen wollen. Oder denkst du, mir hat es gefallen, als der alte König sich jeden Abend ächzend und stöhnend auf mir bewegt hat?“ Ihre Stimme klang traurig, nicht anklagend, und sie senkte den Blick. „Ich verstehe, wenn du deine Ruhe willst und du kannst mein Zimmer weiterhin haben. Aber du solltest dich nicht zu lange in dein Schneckenhaus verkriechen. Es kann helfen, darüber zu reden.“ Lyssa ging wieder und setzte sich zu den anderen. Dort wurde ihr ein Teller gereicht. „Danke, Ines.“

„Gern. Willst du die Nacht bei mir schlafen? Dann musst du nicht wieder hier auf den unbequemen Kissen liegen.“

Sie hatte recht. Träge nahm ich einen Schluck aus dem Becher, warf einen letzten Blick aus dem Fenster und drehte mich um. „Lyssa hat recht. Es tut mir leid, ich wollte keinen von euch so anfahren. Verzeiht bitte.“ Unschlüssig blieb ich mit dem Rücken zum Fenster stehen und traute mich kaum, den Frauen in die Gesichter zu blicken.

„Alles gut“, meinte Ines. „Fenna und ich kamen damals zusammen her, so hatten wir uns wenigstens und konnten uns gegenseitig trösten.“

„Naja, ich hatte mich schneller eingelebt“, meinte Fenna. „Lyssa hatte es am schwersten von uns. Immerhin war sie verlobt und schon vor dem Blutschwur hoffnungslos verliebt.“

Lyssa spielte mit ihrem Essen und schob es mit der Gabel hin und her. „Mittlerweile ist er sicherlich verheiratet, ist glücklich mit seiner Frau und erwartet sein erstes Kind. Aber ich habe nie aufgehört, ihn zu lieben.“

Mit schweren Schritten ging ich auf die Kissen in der Mitte zu und legte meine freie Hand auf Lyssas Schulter. „Das tut mir sehr leid, Lyssa.“

Die fünfte Frau, die bisher noch gar nicht gesprochen hatte, saß links neben mir. Sie hatte wie Lyssa lange braune Haare, allerdings waren sie glatt. Und ihr Gesicht war makellos, einfach nur perfekt, mit wunderschönen, hohen Wangenknochen, die ihr ein edles Gesicht gaben.

„Ich bin Tarischa. Wie alle, außer Lyssa und Aralie, war ich verheiratet. Aber trotz Blutschwurs konnte ich mich nicht in ihn verlieben. Ich hasste ihn jeden Tag meines Lebens. Dieser Hass wurde jeden Tag größer, bis ich glaubte, ich würde ihn irgendwann im Schlaf ermorden. Daher ging ich zum König und bat ihn, den Blutschwur zu lösen. Er versprach mir, sich darum zu kümmern. So landete ich hier.“ Sie verzog das Gesicht und sah mich traurig an. „Aber es gibt eine Möglichkeit, den Blutschwur zu lösen. Gib nicht auf!“



Sie hatte die Götter hintergangen? Der einzig mir bekannte Weg, diesen Schwur zu brechen, war der Tod. Und das war ihr Mann meiner Meinung nach auch. Mausetot.

„Mein Onkel war ein grausamer Mann. Er hatte kein Recht, eine von euch hier einzusperren.“ Ich setzte mich langsam auf eines der Kissen. Als mein Blick auf Lyssa fiel, runzelte ich die Stirn. „Du solltest essen, Lyssa. Wir können nicht wissen, was mit deinem Geliebten geschehen ist, hörst du? Vielleicht wartet er. Wer weiß.“ Ich zwang ein sanftes Lächeln auf meine Lippen und sah sie ermutigend an.

„Und worauf soll er warten? Etwa auf mich?“, fragte sie und stellte den Teller beiseite. „Der neue König sagte, dass er uns übernimmt. Wir kommen hier nie wieder raus.“ Tränen sammelten sich in ihren Augen. „Ich werde mein kleines Mädchen nie wieder sehen.“

„D…dein Mädchen?“, fragte ich irritiert.

„Ja, der Alaric hatte mich geschwängert“, brachte sie mühsam zwischen zusammen gepressten Zähnen hervor. „Und der neue König nahm sie uns weg. All unsere Kinder.“

Meine Unterlippe begann zu zittern und meine Augen wurden von Tränen geflutet.

„Es geht ihnen jetzt besser, Lyssa“, sprach Ines. „Sie haben liebevolle Familien, ein Haus mit Garten. Sie können die Sonne auf der Haut spüren, wann immer sie wollen.“

Die Puzzleteile setzten sich in meinem Kopf zusammen und ich bekam kaum noch Luft. Ihre Kinder sollten in der Sonne sitzen? Haus und Garten um sich haben? „Das … sind schöne Gedanken“, presste ich hervor und entschuldigte mich. Ich sei noch erschöpft. Nicht wirklich gelogen, aber das war nicht der Grund für meinen Rückzug. Ihre Kinder waren tot. Und Cyrus hatte sie angelogen. Er hatte mir selbst gestanden, was er getan hatte. Er hatte es zugegeben. Und woher hatte ich das gewusst? Ich hatte das Klagen dieser Vampirinnen gehört. In einem Geheimgang. Bei einem Zugang, einmal, als ich mich verlaufen hatte. Das bedeutete, es gab einen Weg hier raus!

Doch das Schicksal ihrer Kinder brachte ich nicht über meine Lippen. Das hatten sie nicht verdient.

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