Ascardia-Kapitel 33

~Ascardia~
Fürst Verdant drängte sich nicht auf, sondern ließ uns nach seinem Geschenk wieder allein.
Es half mir dabei, mich etwas zu entspannen, auch wenn ich die ganzen Geräusche kaum ausblenden konnte. Überall sprachen Frauen und Männer miteinander, Musik spielte und das Klackern der Schuhe auf den Boden machte mich fast verrückt.
Es war unglaublich schwer, einfach nur sitzen zu bleiben und zu warten.
Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, in der sich immer wieder Leute vorstellten und mit Cayden sprachen. Er hatte eine so kalte Art an sich, dass ich fast das Gefühl hatte, Raureif auf meinen Armen zu spüren. Mir gegenüber war er noch nie so kalt gewesen. Nicht einmal am Anfang.
//Es wird Zeit//, sagte er schließlich und erhob sich.
Ich blickte ihn überrascht an, denn ich wusste nicht, was er meinte.
Dann streckte er mir plötzlich eine Hand hin. »Lass uns tanzen.«
Es war keine Frage, sondern eine Aufforderung. Eine, die mir ein Lächeln auf die Lippen zauberte und meinen Magen kribbeln ließ. Die Vorstellung, wieder mit ihm tanzen zu können, ließ mich aufgeregt nach seiner Hand greifen.
Ich versuchte, die ganzen Blicke auszublenden, als mich Cayden in die Gruppe führte.
Diese machte Platz und gab die Tanzfläche sofort frei. Dabei hatten, bis gerade, noch mindestens zwei Paare getanzt.
Wäre es nicht Cayden, der an meiner Seite stand, hätte ich mich unwohl gefühlt. So sehnte ich jedoch nur den Tanz herbei.
Wie es mir beigebracht wurde, knickste ich vor Cayden, der tatsächlich das erste Mal eine leichte Verneigung andeutete.
Ich konnte nicht anders, als ihn mit überrascht geweiteten Augen einen Moment anzusehen. Dann sah ich das ganz leichte Zucken seiner Mundwinkel.
Er lächelte! Ich konnte es nicht glauben!
Wäre es Ayden, hätte ich gesagt, er versuche mich aufzuziehen, doch das hier war Cayden. Das war überhaupt nicht seine Art.
Als er jetzt seine Hände positionierte, schlug mir das Herz bis zum Hals.
Die Aufregung, die durch meine Adern flos, machte mich unvorsichtig. Fast hätte ich meinen Einsatz verpasst, doch dank Cayden war es kaum zu bemerken.
Wir schwebten über die Tanzfläche und ich schaffte es, das Getuschel auszublenden und mich ganz auf die Musik und Cayden zu konzentrieren.




Für einen Moment vergaß ich sogar, dass ich gar nicht mit Cayden in seinem Anwesen war. Alles um mich herum war unwichtig, während ich mit den Bewegungen hingab und das Strahlen auf meinen Lippen immer breiter wurde.
Cayden führte mich zum Takt der Musik und auch, als das Lied zu ende war, hielt er nur kurz an, damit ich durchatmen konnte. In dem Moment, indem ein neues Lied erklang, setzte er sich wieder in Bewegung.
Nur, weil ich die letzten Tage so intensiv geübt hatte, konnte ich mit ihm mithalten.
Nach dem dritten Lied spürte ich jedoch meine Füße schmerzen und mein Atem ging schwer. Trotzdem genoss ich es in vollen Zügen und hätte am liebsten noch einen weiteren Tanz mit Cayden getanzt, doch er entschied sich dazu, dass es genug war.
Bevor wir uns trennten, drückte er mir noch einmal einen sanften Kuss auf meine Fingerknöchel und hinterließ einen Schwarm Schmetterlinge in meinem Bauch.
»Wir gehen einen Moment an die frische Luft«, erklärte er, bevor er mich einfach durch die Menge führte.
Das Murmeln drang erneut zu mir durch und die Blicke wurden mir wieder bewusst. Ich hörte Erstaunen, aber auch Abneigung. Der Raum war gefüllt mit so vielen Gefühlen, dass frische Luft wirklich verlockend klang.
Eine Tür im Glas öffnete sich, sodass wir hinaus in einen Garten treten konnten.
Ich sog sofort die Luft ein, doch sie war so voller Gerüche, dass sie kaum dabei half, meinen Kopf zu klären.
So viele verschiedene Blumen umgaben uns und führten uns unter einer großen Glaskuppel hindurch.
Ich blickte hinauf, um mir die Sterne anzusehen, doch das Glas spiegelte und tauchte den Garten in bunte Farben.
Es fühlte sich ein bisschen erdrückend an, auch wenn es durchaus schön war. Trotzdem fühlte ich mich eingesperrt. Als wäre die Kuppel da, um zu verhindern, dass ich die frische Brise spürte.
Ein leises Klingen ließ mich innehalten und in die Hocke gehen. Dort waren kleine Blumen, deren Blüten aussahen wie Glocken und ähnliche Laute von sich gaben.
Das sanfte Klingeln ließ mich lächeln und ich bewegte mich zwei Schritte vorwärts.
»… dia ..«
Ich erhob mich und wandte mich um, denn es war mir so, als hätte Cayden meinen Namen gesagt, doch er war nicht zu sehen.




Mein Herz setzte für einen Moment aus und ich hielt den Atem an.
Der Garten hatte sich verändert. Das Licht war verschwunden. Stattdessen war er plötzlich dunkle und irgendwie unheimlich.
Sofort wusste ich, das etwas nicht stimmte.
Die Geräusche waren ebenfalls verschwunden und auch Gerüche konnte ich nicht mehr wahrnehmen.
Dazu kam, dass es immer dunkler wurde.
»Cayden?«, brachte ich quietschend hervor, während mein Körper begann zu zittern. Was sollte ich denn jetzt machen?
Wo war ich hier und wie kam ich hier wieder heraus? War ich vielleicht in eine Falle getappt?

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