Ascardia-Kapitel 51

~Ayden~
Der Schleier, der meine Sicht eingenommen hatte, öffnete sich immer wieder für einige Sekunden, sodass ich sehen konnte, was vor sich ging. Gleichzeitig war alles so verschwommen, dass ich es nicht verstand.
Meine Kraft füllte meinen Körper und Hitze stieg in mir auf, die nach außen drang, als mich etwas kühles berührte.
»Ayden«, hörte ich. Ein Befehl, der durch die schwarzen Spinnenweben drang, die mein Denken und meinen Körper kontrollierten. »Hört auf damit.« Diese Worte schwabbten zu mir, wuschen die Spinnenweben in einem silbergoldenen Licht davon und ließen die Hitze in mir verpuffen.
Ich schnappte nach Luft und blickte nach unten. Ascardia lag in meinen Armen. Sie hielt mich fest, als hätte sie Angst, das ich gleich wieder verschwand.
Die Verbrennungen an ihren Armen und ihrem Gesicht ließen mich schlucken, als ich vorsichtig meine Arme um sie legte. »Asca«, stieß ich hervor, als sich mein eigenes Schwert von hinten in mich bohrte. Ich spürte den Schmerz in meiner Brust und schmeckte das Blut auf meinen Lippen, doch das war nicht der Grund, warum ich meine Augen aufriss. Es war die Tatsache, dass es nicht nur mich, sondern auch Ascardia durchbohrte.
Nein! Das durfte nicht sein!
Panik erfüllte mich, als plötzlich Eis durch den Raum glitt wie ein lebendes Etwas. Ich musste den Schrei, der darin mitschwang nicht mit meinen Ohren hören. Ich konnte ihn spüren.
Caydens Panik, seine Verzweiflung, seine … Liebe?
Eis umschloss Ascardia und mich, wobei ich meine innere Hitze nutzte, um sie vor noch mehr Schaden zu schützen.
Fürst Dorne hatte diesen Schutz nicht. Sein Schrei wurde von Eis erstickt, bevor von ihm nichts mehr übrig war, als eine Staute aus Eis.
Sofort packte ich mental mein Schwert und zog es zurück. In dem Moment schenkte Ascardia mir ein vorsichtiges Lächeln, bevor sie in meinen Armen zusammensackte.
»Nein«, keuchte ich, hielt sie und ging mit ihr zu Boden.
Während meine Wunde sich langsam schloss, strömte aus ihrer unaufhaltsam Blut.
Sofort drückte ich meine Hände darauf, um die Blutung zu stoppen, doch es half nichts.
Mein Herz zog sich zusammen, während die Schuldgefühle mich überrollten. Wieso hatte ich mich nicht besser gegen Fürst Dornes Manipulation wehren können? Wieso hatte ich zugelassen, dass ich nicht nur Cayden sondern auch Ascardia angriff?




Es ärgerte mich, wie machtlos ich mich fühlte.
»Ruf sofort einen Arzt«, befahl Cayden mit kalter Stimme, der direkt vor mir auftauchte und sich zu Ascardia kniete.
Das letzte Mal hatte ich diesem Befehl nicht befolgt, doch dieses Mal erhob ich mich und rannte sofort los.
Einen Arzt. Wir brauchten so schnell wie möglich einen Arzt, der Ascardia rettete und mir fiel nur eine einzige Person ein, die stark genug dafür war.
Hoffentlich würde sie sich mein Anliegen anhören. Nur sie konnte Ascardia jetzt noch vor dem sicheren Tod bewahren.

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