Mirja-Kapitel 3
~wenige Stunden zuvor in der Nordhauch-Tundra~
Als die Gestalt in einem schwarzen Umhang den Raum betrat, verschmolz sie fast mit den Schatten. Nur eine kleine, flackernde Kerze spendete Licht und sorgte dafür, dass die Frau am Schreibtisch ebenfalls in Dunkelheit lag. Ihre Augen strahlten jedoch in einem intensiven Rot, das Macht ausstrahlte und dem Mann einen Schauer über den Rücken jagte.
Er trat noch einen Schritt ein, bevor er auf die Knie sank und sich verneigte, wie es nur die niedrigsten Diener gegenüber seinem Herren taten. Etwas, das in dieser Gegend eigentlich nie der Fall war. Nicht in der Öffentlichkeit.
»Ich nehme an, du hast davon gehört?«, fragte die Frau gelangweilt und mit einem leichten Zischen in der Stimme.
Der Mann erschauderte, während sich in seinem Inneren etwas regte. Seine Finger zuckten, als sie sich zu leichten Krallenkrümmten und fast den feinen Teppich zerstörten. Doch er hatte sich genug unter Kontrolle. »Sprecht Ihr von der Neugründung des Rudels an unseren Grenzen?«, fragte er, da das der einzige Grund war, warum sie ihn gerufen haben könnte.
Ein Zischen verließ die Lippen der Frau und die Augen glühten nur noch mehr. »Diese verdammten Missgeburten«, zischte sie und ihre Zunge schnellte dabei hervor wie die einer Schlange. Gleich darauf räusperte sie sich. »Genau darum geht es. Der Alpha schickt seine Tochter. Seine Tochter! Dieses Mädchen, das nicht einmal ihre Gabe erwecken kann. Kannst du das glauben?«, fragte sie kopfschüttelnd, während der Mann sich der bewusst wurde, dass eine falsche Bemerkung ihre Wut zum Überkochen bringen könnte. Das wäre fatal.
Vielleicht war er körperlich stark und sie schwach, doch das war es nicht, mit dem sie ihn in der Hand hatte. Er würde sie nicht einmal berühren können, dann wäre es bereits um ihn geschehen.
»Was wünscht Ihr?«, fragte er mit ruhiger Stimme.
Die Lippen der Frau umzuckte ein Lächeln. »Ganz einfach. Einen Krieg. Oder was denkst du, was passieren wird, wenn die Diplomatin verschwindet, sobald sie die Grenze übertritt?«
Der Mann erzitterte erneut und etwas in seinem Inneren regte sich, wollte Blut fließen sehen und sich darin baden.
Das Lächeln, das sich auf seine Lippen legte, sprach Bände. »Wie Ihr es wünscht.«




























































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