Kapitel 39

Wie eine seelenlose Hülle kniet Agnar auf dem Boden. Skyla blickt in leere Augen. Auf eine flache Atmung. Nicht mal ein Blinzeln. Anders als bei ihm bessert sich ihr Zustand. Das Gift, was Skyla lahm legen sollte, schwindet und die Sicht klärt sich. Der Schwindel bereitet ihr weniger Probleme und die Atmung bessert sich. Emilie scheint ihr Handwerk als Nang Tani schon gut umsetzen zu können. Daher gilt Skylas Fokus nun Agnar.

„Können wir ihm helfen, Dalika?“

Skyla mag sich an ihren Schutzgeist wenden, doch Milan tritt heran und staunt laut. „Wow, wie hat er das angestellt? Wenn ich gegen einen Dämon kämpfe, dann kann die Jagd Stunden andauern. Aber der Ritter machte ihn in wenigen Sekunden unfähig.“

„Heftig oder? Die Ritter wissen, was sie tun. Sie analysieren schnell und schalten einfach. Dabei wären sie besser Jäger gegen Dämonen wie ihr Geisterjäger“, kommentiert Skyla gedankenlos.

„Das ist fies, Süße! Aber ja, ich will den Trick ebenfalls verstehen. Bevor Emiles Bruder den Ritter zu Brei schlägt, hoffe ich, hinter das Geheimnis zu kommen. Ich gehe mal rüber und versuche mein Glück. Schau du, dass du deinen Dämon wieder einschaltest.“

Als wäre Agnar eine Maschine, die vom Strom getrennt wurde. Eigentlich ein passender Vergleich.

 

Auf keinen der Rufe reagiert ihr Schutzgeist und äußerlich springt ihr auch nichts ins Auge. Kein Zauber. Kein Fluch. Nichts. Auch Dalika wirkt zuerst ratlos. Doch der Nang Tani wirft einen Vorschlag in den Raum.

„Vielleicht weiß Kai mehr.“

„Kai befindet sich aber bei Naru und dort soll er bleiben.“

Etwas unkommentiert zu lassen und einfach zu verduften findet Skyla unhöflich. Aber genau auf diese fiese Taktik greift Dalika zurück. Somit bleiben Emilie und Skyla allein zurück. Emilie presst die Hände auf den Mund, während sie sich vor Entsetzen nicht rührt. Schließlich lässt ihr Bruder keine Gnade walten und stürzt sich auf Janik wie sich die Ritter auf Milan gestürzt hätten. Auch wie Milan spielt Janik den Starken und beißt die Zähne zusammen. Er erträgt die Prügel und weigert sich, um sein Leben zu betteln. Tamirs Akt zu Gewalt scheint Emilie ungemein zu traumatisieren. Skyla erhebt sich daher und tritt an ihre Freundin heran. Bewusst spielt sie den Sichtschutz, tatsächlich erfasst Emilie sie und zwingt sich zu einem Lächeln.



„Tamir prügelt Janik noch tot.“

Mitgefühl für jemanden zu empfinden, der einen in den Tod lockte, macht Emilie wahrlich aus. Skyla hingegen kann Tamirs Groll verstehen und sie will ihn auch gar nicht stoppen. Doch ihre Freundin tritt ungestüm mit einer Bitte an sie heran.

„Lass mich Janik noch einmal sprechen. Ich bin mir sicher, ich kann zu ihm durchdringen.“

Skyla mag den Mund zum Widerspruch öffnen, da klimpert Emilie mit ihren langen Wimpern, während ihre Augen voller Hoffnung leuchten. Erneut wickelt Emilie sie um den Finger, denn ehe sich Skyla versieht, winkt sie Emilie zu Tamir heran. Dieser diskutiert laut mit Milan und Dalika, während Janik stöhnend am Boden liegt. Blut läuft ihm aus der Nase und dem Mund.

 

„Skyla, wir haben einen Deal, also halte mir die beiden fern!“, wendet sich Tamir an die Falsche.

„Janik gehört dir, aber du musst dich kurz gedulden. Emilie würde Janik noch mal sprechen wollen und mein Schutzgeist braucht ebenfalls Hilfe, ich muss herausfinden, was er mit meinem Dämon gemacht hat.“

„So war das nicht abgemacht!“, schimpft er mit ihr.

Zu Recht. Aber Skyla hat nichts zu befürchten, noch mag der Kerl toben und fluchen, doch kaum flötet Emilie seinen Namen und setzt ihre Geheimwaffe an, bleibt Tamir die Spucke weg.

„Aber, Emilie, du solltest dich besser von ihm fernhalten. Janik ist gefährlich.“

Doch Emilie faltet die Hände ineinander und lächelt hoffnungsvoll: „Janik mag dumme Entscheidungen getroffen haben und er bereut seine Taten sicherlich auch, aber im Kern ist er ein ganz lieber und zuvorkommender Junge. Ich bereue die gemeinsame Zeit mit ihm nicht. Ich hatte viel Spaß mit ihm und …“

Skyla kann sich dieses naive Geschwafel keine Sekunde länger anhören und begibt sich gezielt zu Dalika, deren Augen auffällig glühen.

„Bist du wütend oder warum bist du einfach gegangen, Dalika?“, konfrontiert Skyla sie.

„Entschuldige, kleine Blume, aber ich hatte Hoffnung, ich könne Emilies Bruder dazu überreden, seinen Tod in die Länge zu ziehen. Agnar und ich haben unsere Welten verbunden. Ein verborgener Durchgang. Wir können Janik in meine Ebene schaffen und ihn unter Folter verhören.“

Milan kichert leise, um Dalika schließlich zu konfrontieren: „Endlich zeigst du dein wahres Gesicht. Du bist wahrlich ein Monster.“



Der Nang Tani legt mit einem diabolischen Grinsen den Kopf zur Seite und vergibt einen Ratschlag: „Treibe es nicht zu weit, Streuner. Ich konnte dich noch nie leiden und es käme mir sehr gelegen, unseren unterbrochenen Kampf fortzuführen.“

 

Kaum räuspert sich Skyla mit warnendem Blick tritt Stille zwischen den beiden ein und doch spricht die Sorge aus Skyla.

„Emilie verzeiht Janik und verteidigt ihn. Ist das zu fassen?“

„Typisch Emilie“, kommentiert Milan schulterzuckend, als kenne er nichts anderes von ihr.

 

Ähnlich wie Skyla scheint Dalika solch naives Verhalten nicht gutzuheißen, denn der Nang Tani atmet laut auf und schüttelt ungläubig den Kopf, während der Blick auf das Geschehen im Hintergrund fällt. Da Agnars Name fällt, dreht auch Skyla sich um und lauscht dem Gespräch, schließlich kniet Emilie zu Janik am Boden und tupft ihn mit einem Tuch ganz sanft das Blut aus dem Gesicht.

„Wie kannst du den Dämon nur als einen Freund bezeichnen, Emilie?“, konfrontiert Janik sie erschüttert, „Das sind böse Kreaturen! Manipulierbar!“

„Ja! So manipulierbar wie du Scheißkerl!“, keift Tamir.

Skyla muss sich zurückhalten, denn auch Emilies Bruder fiel auf die Masche hinein.

„Also ich finde, du bist mir einen Gefallen schuldig nach der ganzen Sache“, flötet Emilie siegessicher und setzt ihren mächtigen Angriff mit den klimpernden Wimpern ein, wo jedes Herz zu schnell zu schmelzen beginnt, „Daher verrate mir doch bitte den Trick dahinter? Wie kannst du Dämonen so schnell lahmlegen.“

Janik schluckt hörbar, während er mit Emilie Blickkontakt hält. Als provoziere sein Gegenüber sie nicht genug, lehnt sich Emilie ganz nah vor. Mit einem zuckersüßen Lächeln, dass Janik sämtliche Gesichtszüge entgleiten. Er keucht und die Röte steigt ihm auffallend ins Gesicht.

„Da ist sie wieder, diese Unschuldsmasche. Ich bin auch darauf reingefallen“, offenbart Milan und lässt Skyla stutzig werden.

„Wann?“, hinterfragt sie skeptisch.

„Na, als sie mich ausfindig machte und mich entführte, damit ich mit auf die Kirmes komme“, beschwert sich der Geisterjäger kopfschüttelnd, „Deine Freundin lächelt wie ein Engel, aber handelt wie ein Teufel!“



Reflexartig donnert Dalika ihre flache Hand auf seinen Schädel und funkelt ihn warnend an.

„Hey!“, beschwert sich Milan dennoch und wuschelt über die betroffene Stelle.

„Gewöhne dich daran, denn du bist so ein Kandidat, da wird mir öfter die Hand ausrutschen!“, knurrt Dalika bissig.

Ein Jaulen, das verdächtig nach Boru klingt, schallt durch die Höhle. Tatsächlich schlängelt sich der Drache hinaus aus dem Hemdkragen und stößt heißen Dampf in Richtung Dalika.

„Du hast ihn erzürnt“, flötet Milan schadenfreudig.

Doch Dalika würdigt dem Drachen nicht mal eines Blickes und tritt mit einem Lächeln an Janik, der einen kleinen Runenstein an einem Kettenband hochhält. Ein schlichter Stein, wie man ihn am Flussufer finden würde. Flach und glatt, aber das Symbol darauf leuchtet hell.

 

„Nicht anfassen, Emilie. Du solltest die schädliche Frequenz hören“, spricht Dalika ihren Schützling an.

Emilie blickt beunruhigt auf. „Die Kette summt in einem hohen Ton.“

„Eine Engelsrune“, berichtet Janik ehrfürchtig, „Denn wir handeln im Auftrag der Engel.“

„Engel?“ Milan lacht sarkastisch. „Eine nette Ausrede! Für all die Verbrechen! Für all das Blut an euren Händen!“

Janik rollt mit den Augen und kontert: „Ungläubiger! Aber das hier verspricht hohen Schutz gegen das Böse! Eure Kreaturen können es nicht anfassen, auch keine Hexen!“

„Ich bin keine Hexe, Janik“, entgegnet Skyla schnippisch, „Ich bin ein Medium. Ihr stuft mich falsch ein.“

„Wir wissen, dass sich deinesgleichen von den typischen Hexen unterscheidet, aber dennoch trägst du Macht in dir, die dir nicht zusteht! Eine gefährliche Frau mit Fähigkeiten schimpfen wir seit eh her Hexe!“

„Eine altmodische und festgefahrene Denkweise“, kontert Skyla amüsiert.

Janik Rose liegt im Dreck. Dort, wo er hingehört. Endlich steht das Schicksal mal auf ihrer Seite und wenn auch nur kurz, kann sie aufatmen.

 

„Fakt ist, dass du dir die Finger an der Rune und an meinem Schwert verbrennst!“

Unschöne Fakten, die Janik ihr unter die Nase reibt, denn Skyla kam schon öfter in Kontakt mit den Waffen der Ritter. Ein wahrlich schmerzhafter Prozess. Daher brummt sie nur grimmig, was ihrem Feind ein fettes Grinsen entlockt. Etwas, das Milan ihm sofort stiehlt, denn frech wie der Geisterjäger ist, entreißt er ihm die Rune.



„Das gilt aber nicht für mich und die Kette könnte mir tatsächlich die Arbeit erleichtern. Wie funktioniert die Rune?“

„Bist du übergeschnappt! Das ist Diebstahl! Die Runensteine gehören allein uns Tempelrittern an!“

Doch Milan quittiert die Beschwerde mit einem Grinsen. „Ja und? Du bist so oder so ein toter Mann, also wirst du den nicht mehr brauchen.“

Zornesröte färbt Janiks Kopf und schon drehen alle Sicherungen mit ihm durch. Der letzte Rest an Energie hilft ihn hinauf, um sich Emilie zu schnappen und ihr sein Schwert an den Hals zu drücken. Der Schrecken steht Emilie ins Gesicht geschrieben, so wie die Sorge bei Skyla.

„Scheiße! Emilie! Keine Sorge“, ruft sie ihrer Freundin zu.

Ein Ruf, der Emilie auf Anhieb beruhigt und sie wieder sorglos lächeln lässt.

 

„Du bist nicht kalt, Emilie! Also konnte Skyla dich retten?“, hinterfragt Janik ruhig, obwohl sein warnender Blick umher gleitet. „Die angebliche Leiche ist also nur fake?“

„Leider nein, ich starb vor wenigen Tagen“, antwortet Emilie ihm zu ruhig für ihre Lage.

Eine Wahrheit, die Janik zum Keuchen bringt, das Schwert entgleitet ihm und fällt hinab. Im Augenwinkel beobachtet Skyla, wie Milan Tamir zurückhält, als habe er vollstes Vertrauen in Emilie.

„Ich wollte deinen Tod nicht, aber unsere Regeln schaffen Ordnung. All das Lob nach deiner Auslieferung fühlte sich falsch an, als hätte ich den größten Fehler meines Lebens gemacht. Seither finde ich keinen Schlaf und ertränke meine Sorgen mit Alkohol. Aber ich hatte keine Wahl! Verrat hätte nicht mich bestraft, sondern mein ganzes Umfeld. Ich wünschte, du hättest Skyla aufgegeben und dich den Tempelrittern angeschlossen.“

Janiks Stimme verliert an Kraft und klingt gequält. Tatsächlich tritt er von Emilie fern. Mit erhobenen Armen.

„Sag, warum atmest du noch, Emilie?“

Eine Frage, die Emilie freudig umdrehen lässt. „Weil ich zu Skylas Schutzgeist wurde. Zu einem Nang Tani, um genau zu sein.“

Die Milde weicht aus Janiks Augen. Der strafende Blick gilt nun Skyla.

„Nicht mal die ewige Ruhe gönnst du deiner Freundin!“

Ein verdienter Vorwurf, der Skylas Laune immer aufs Neue trübt. Schuldbewusst dreht sie sich fern.



„Ich mag mich erneut wiederholen, aber ich war es, die sich Skyla aufdrängte.“

Erneut verteidigt Emilie sie. Nicht verdient. Außerdem ändert dies nichts an der Lage. Ein Blick zu Milan zeigt auch seinen Missmut über die Sache. Mit grimmiger Miene hebt er Janiks Schwert auf und betrachtet es viel lieber, als an dem Gespräch teilzunehmen.

 

„Die Rune, wie funktioniert sie, Janik?“, hinterfragt Tamir bissig.

Doch Janik schüttelt entschuldigend den Kopf. „Ich habe bereits zu viel gesagt…“

Dalika eilt herbei und tritt ihn fort. Mit zu viel Kraft in den Beinen, denn Janik klatscht in die Wand, die teilweise nachgibt. In einer Vertiefung umringt von einem Spinnennetz an Rissen bleibt er keuchend stecken und spuckt benommen Blut. Während die Erschütterung Sand und kleine Steine rieseln lässt. Zu klein und doch beängstigend. Dalika greift in Janiks Manteltasche und entwendet zwei Ampullen mit durchsichtiger Flüssigkeit.

„Den Abgang gönn ich dir nicht!“, zischt Dalika, während sie sich ganz nah an ihn beugt. Mit glühendem Blick.

„Gift?“, vermutet Milan.

Dalika bestätigt seine Vermutung mit einem Nicken und tritt an Tamirs Seite.

„Er soll dir gehören, doch wenn möglich nach meinem Verhör. Ich kriege schon all die vielen Details aus ihm heraus.“

Emilie mag sich flehend zu Skyla drehen, doch diese befürwortet Dalikas Plan und schüttelt entschuldigend ihren Kopf. Eine Beobachtung, die Tamir nicht entgeht. Seinem Blick zu urteilen, verblasste ein Teil seines Zorns, was ihm sicher hilft, rational zu denken, denn die neuen Informationen sind bei ihm eingesickert und wollen vertieft werden. Schließlich tritt er heran und sucht das Gespräch.

„Meine Schwester wurde also zu deinem Schutzgeist?“

Skyla schluckt schwer, denn auch sein Ton klingt tadelnd. Dennoch nickt sie betrübt.

„Ich weiß, vielleicht ein großer Fehler.“

„Mit Nichten! Nur deshalb erfahre ich von der Wahrheit und kann mich noch mal mit ihr unterhalten.“

 

Milan seufzt laut und schafft es nicht länger, sich zurückzuhalten, denn er verweist auf das natürliche Gleichgewicht zurück: „Eigentlich sollte dies nicht der Fall sein. Besser wäre es, wenn Emilie sich zur ewigen Ruhe gebettet hätte.“



Doch Tamir ähnelt seiner Schwester und blendet die Gefahr aus. Als er sich Skyla nähert, rechnet das Medium nicht, dass er in die Knie geht und sich sogar entschuldigt.

„Ich war geblendet vor Zorn. Manipuliert vom Feind. Ich habe dir schreckliche Dinge an den Kopf geschmissen und dich zum Sündenbock für den Verlust meiner Schwester gemacht. Worte werden nicht reichen, um mich von meiner Tat reinzuwaschen. Daher lass mich an deiner Seite verweilen. Als dein Schutzschild und Schwert. Der Orden sah in mir großes Potenzial und ich plante, mich ihnen anzuschließen. Durch Janik kam ich an ein Schwert, das ich für deinen Schutz verwenden mag. Gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit, bei Emilie zu verweilen.“

Justin bringt mich um!

Mit einem verzweifelten Lächeln beugt sich Skyla hinab und schnappt sich Tamirs Arm.

„Komm schon, hoch mit dir. Ist alles vergeben und vergessen. Das war halt ein großes Missverständnis. Aber deine Familie braucht dich jetzt, du solltest zu deinen Eltern gehen und Emilie verabschieden.“

Tamir wehrt sich jedoch. Sein Blick verdüstert sich stattdessen.

„Ganz Recht, Skyla, ich sollte für die Familie da sein und meine Schwester braucht mich mehr denn je. Ich will bei Emilie bleiben.“

 

Doch Skyla schüttelt ihren Kopf. „Du solltest deine Schwester begraben und mit deiner Familie verschwinden! So schnell wie möglich.“

„Meine Familie befindet sich nicht auf dem Radar des Ordens, das hat mir Janik versichert.“

Eine naive Denkweise, die Skyla verteufelt.

„Und du glaubst dem Spinner?“

„Ja! Denn ich habe die Berichte selbst gesehen und gelesen. Meine Familie ist safe! Wir können meinen Tod doch vortäuschen, lass den Orden glauben, du hättest mich zur Strecke gebracht. Aber Fakt ist, du wirst mich nicht mehr los, Skyla! Ich bleibe an deiner Seite, denn du hast Emilie.“

Skyla jault vor Frust, was dem Kerl ein böses Lachen entlockt.

„Emilie! Wasche den Kopf deines Bruders!“, fordert Skyla streng.

Die Angesprochene zuckt zusammen, noch immer verweilt sie eisern bei Janik und befand sich im Gespräch mit Dalika. Tamir erhebt sich und fängt Skyla dreist mit seinem Arm ein.

„Alles gut, Emilie. Ich kläre das schon“, ruft er ihr zu.



 

„Du könntest uns anders helfen“, meldet sich Milan stattdessen, „Wenn der Orden dich will, dann könnten wir den Feind infiltrieren.“

Völlig absurd und zu gefährlich! Aber Tamir überlegt zu lange, als spiele er mit dem Gedanken.

„Aber dann wäre ich noch länger auf Emilie-Entzug“, beschwert er sich.

Was für eine kranke Bruderliebe. Aber das darf Skyla nicht aussprechen. Vor allem nicht, wenn der Kerl sie in die Mangel nimmt. Zumal er genauso stur wie seine Schwester sein kann. Milan zeigt sich als keine große Hilfe, denn er scheint mit Tamir auf eine Wellenlinie zu gleiten. Die beiden haben sich im Nu angefreundet. Kaum erlischt das Glimmen der Rune, erwacht Agnar, wodurch Skyla ein Zeitfenster vermutet. Doch sicherlich steckt noch weitaus mehr hinter der Rune, das gilt nun bald herauszufinden. Agnar erwacht mit einer kleinen Gedächtnislücke und braucht ein paar Minuten, bis Körper und Geist eine vollständige Verbindung aufstellen. Zeit, um Pläne zu schmieden. Tamir scheint sich schnell von seinem alten Leben zu verabschieden zu können. Dabei würde sich Skyla wünschen, er bliebe bis zur Beisetzung bei seiner Familie, doch Tamir will kurz ins Haus und seine Sachen holen. Laut Milan die sichere Methode, somit wird verhindert, dass Tamir direkt in die Fänge des Ordens kommt und er wegen Janiks Verschwinden verhört wird. Auch wenn Skylas und Milans Bananenschifffe bei Emilie im Sarg liegen, würde Skyla gerne an der Beerdigung teilnehmen. Allein ihrer Freundin zuliebe. Doch sie wird gerne überhört und so begleitet sie Tamir mit Agnar hinauf in die kleine Wohnung von Emilies und Tamirs Familie. Dank Agnars Unsichtbarkeitszauber und dem Gefühlschaos über die Rückkehr der Tochter bleiben sie für ihr Umfeld unbemerkt. Tamir teilt sich ein Zimmer mit zwei seiner Brüder. Ein Raum, wo das reinste Chaos herrscht. Doch im Handumdrehen befüllt er eine Sporttasche mit den wichtigsten Dingen und schon dreht er dem Heim und der Familie den Rücken zu, um Skyla schließlich zum Versteck zurück zu begleiten. Dort, wo Justin geduldig auf ihre Rückkehr wartet.

 

Die Unterhaltung mit Lady Irene scheint überstanden zu sein und ihr Mentor hat nur darauf gewartet, seinen Schützlingen die Ohren lang zu ziehen. Als er dann auch noch Tamir bemerkt, könnte seine Laune nicht schlechter sein. Kaum schleift er seine Schüler ins Büro, vergreift sich Justin auch noch im Ton. So laut, dass seine Standpauke sicherlich auch in Segones Reich zu hören ist. Der Dämon, der in den Wäldern sein Unwesen treibt. Justin fordert Teamarbeit und keine Alleingänge. Er duldet keine Regelverstöße und verdonnert Skyla und Milan zur Strafe noch am gleichen Tag zum Training. Angefangen mit einer Laufstrecke, die sich einige Kilometer um das Versteck erstreckt. Mit einer abnormalen Zeitvorgabe. Zeit zum Umziehen lässt er ihnen nicht, denn der Griff zur Waffe sorgt für einen Warnschuss. Wie ein Psychopath jagt er ihnen hinterher und seine Schüsse verfehlen so knapp, dass Skyla um ihr Leben bangt.



 

Wie durch ein Wunder wird selbst Skyla Justins Erwartungen gerecht. Doch der Alptraum endet noch lange nicht nach dem Joggen. Kampfübungen folgen als Nächstes. Justin legt sich direkt mit beiden an und bringt sie ständig zum Fall, sodass Tessas Kleid am Ende so verschmutzt ist, dass Skyla den ganzen Abend damit kämpft, die Flecken vorzubehandeln. Nur wenige Stunden Schlaf seien ihr im Anschluss gegönnt, denn Justin reißt Milan und Skyla um drei Uhr nachts aus den Betten und die nächste Laufrunde beginnt, diesmal gemeinsam mit Mason, der wahrlich wie ein Olympiakandidat glänzt. Der Ex-Soldat lässt sie in einer Staubwolke zurück und in den Nahkampfübungen hat selbst Milan keine Chance gegen den Ex-Soldaten. Hindernis- und Hürdenlauf sind keine Herausforderung für Mason, während Skyla oft die Höhe zum Nachteil wird. Ängste, die sie lernen muss zu überwinden. Besser schnell, um weiteren Sticheleien seitens Justins zu entkommen. Dank Agnars Dämonenblut fallen ihr die Kampfübungen deutlich einfacher. Nur muss Skyla lernen, diese unnormale Kraft im Zaun zu halten. Der Effekt der unmenschlichen Stärke mag geschwächt sein und doch noch immer die Kraft eines Menschen übertreffen.

Wie gut gefällt dir dieses Buch?

Klicke auf einen Stern zum bewerten.

Durchschnitt 0 / 5. Anzahl: 0

Bisher keine Bewertungen

Kommentare