Kapitel 27
Das Erste, was Skye wahrnahm, war der Klang ihres eigenen Atems.
Er ging noch unruhig, als müsste ihr Körper erst lernen, wieder einen gleichmäßigen Rhythmus zu finden. Alles fühlte sich warm an, schwer, beinahe fremd – als hätte sich etwas Grundlegendes in ihr verschoben. Und das hatte es auch. Die Welt war klein geworden. Es gab kein Davor, kein Danach. Nur diesen Moment.
Asher war noch über ihr. Sein Körper lag schützend über ihrem, sein Gewicht nicht drängend, sondern haltend. Sie spürte ihn noch in sich, spürte seine Nähe, seine Wärme, seinen vertrauten Duft. Der Sturm war vorüber. Zurück blieb nur der Nachhall.
Langsam öffnete sie die Augen.
Das Bett unter ihr fühlte sich weich an, die Luft still. Selbst ihre Gedanken wirkten gedämpft, als hätten sie sich beruhigt. Ihr Herz schlug jetzt ruhiger, als hätte es endlich einen Takt gefunden, der passte.
„Skye“, hörte sie ihn leise sagen.
Er sprach ihren Namen anders als zuvor. Nicht rau. Nicht fordernd. Sondern vorsichtig, fast ehrfürchtig. Das überraschte sie mehr als alles andere.
Sie schluckte. Ihre Kehle war trocken. „Ich…“, begann sie, doch die Worte wollten nicht kommen. Es gab keine, die dem gerecht wurden, was sie fühlte.
Asher bewegte sich ein wenig, gerade so weit, dass sie sein Gesicht sehen konnte und sein Glied aus ihr herausrutschte. Sein Blick war wach, aufmerksam, konzentriert auf sie. Etwas darin ließ sie kurz nervös werden.
„Tut dir etwas weh?“, fragte er ruhig.
Die Frage holte sie zurück in ihren Körper. Sie spürte in sich hinein. Da war Sensibilität, ein Ziehen, ein ungewohnter Nachklang – aber kein Schmerz, der Angst machte.
Sie schüttelte langsam den Kopf. „Nein“, sagte sie ehrlich. „Es ist nur… viel.“
Er nickte kaum sichtbar, als würde er jedes Wort sorgfältig abwägen.
„Du musst nichts erklären“, sagte er schließlich. „Nicht jetzt.“
Diese Erlaubnis ließ etwas in ihr nachgeben. Skye atmete tief aus.
Asher zog sie behutsam an sich, legte sie an seine Brust. Kein Griff, der festhielt. Kein Anspruch. Nur Nähe. Wärme. Sein Herzschlag war ruhig, gleichmäßig, und sie merkte, wie ihr eigener sich daran anpasste.
Zögernd legte sie eine Hand auf ihn, dann sicherer. Es fühlte sich seltsam an – und zugleich richtig. Als hätte ihr Körper diese Bewegung längst gekannt, auch wenn ihr Verstand noch hinterherhinkte.
„Ich wusste nicht…“, begann sie leise und brach ab.
„Was?“, fragte er sanft.
„Dass es sich so anfühlen kann“, sagte sie schließlich. Ohne Scham. Ohne Zurückhaltung. Nur ehrlich.
Er antwortete nicht sofort. Seine Hand strich ruhig über ihren Rücken, immer wieder dieselbe Bewegung, beruhigend, fast einschläfernd.
„Du musstest heute nichts wissen“, sagte er schließlich. „Nur fühlen.“
Sie nickte gegen seine Brust.
Er zog die Decke über sie beide, als würde er sie vor der kühleren Luft schützen. Skye merkte erst jetzt, wie kühl es auf ihrer Haut gewesen war. Er zog sie näher, ganz selbstverständlich, als wäre das der Ort, an den sie gehörte.
Und vielleicht war es das.
Ihre Gedanken wanderten kurz – zu Cain, zum Rudelhaus, zu all den offenen Fragen. Doch sie fanden keinen Halt. Nicht jetzt.
„Asher?“, murmelte sie nach einer Weile.
„Hm?“
„Bleibst du?“
Die Antwort kam ohne Zögern. „Ja.“
Ein einziges Wort. Fest. Sicher.
Skye schloss die Augen. Diesmal ohne Angst.
Als der Schlaf sie erneut fand, tat er es sanft.
Sie wachte einige Stunden später wieder auf. Es war noch dunkel. Ihr Körper fühlte sich angenehm erschöpft an, jede Bewegung begleitet von einem leisen Nachhall der Nacht. Sie stand leise auf, ging ins Bad, und als sie zurückkam, blieb sie einen Moment reglos vor dem Bett stehen.
Asher lag auf dem Rücken, eine Hand locker auf seinem Bauch, die andere ausgestreckt auf dem Laken. Sein Gesicht wirkte im Schlaf weicher, die sonst so wachsame Spannung war verschwunden.
Skye beugte sich leicht über ihn und betrachtete ihn.
Sie hatte noch nie jemanden so ansehen dürfen. Ohne Angst, entdeckt zu werden. Ohne Eile.
Ihr Blick folgte den Linien seines Körpers, den festen Konturen seiner Muskeln. Seine Brust hob und senkte sich gleichmäßig. Dieses Ziehen in ihrer Brust kehrte zurück – Staunen darüber, dass sie hier war. Dass er hier war.
Ihr Blick wanderte weiter und blieb einen Moment zu lange an seine. Penis hängen. Nicht aus bloßer Neugier, sondern aus etwas Neuem. Aus Mut.
Ihr Herz klopfte schneller, nicht vor Unsicherheit, sondern vor Entschlossenheit.
Vorsichtig trat sie näher, legte eine Hand auf seine Brust. Seine Haut war warm, real. Sie strich langsam darüber, als müsste sie sich vergewissern, dass er nicht verschwand, wenn sie ihn berührte.
Asher regte sich leicht. Sein Atem wurde tiefer.
Sie beugte sich vor, küsste ihn dort zaghaft. Dann mutiger. Seine Reaktion ließ sie weitergehen, vorsichtig, tastend, lernend. Kleine Streicheleinheiten seinen Penis entlang und dann ihr Mund der kleine Küssen und bisse verteilt. Sie spürte, wie er wacher wurde, wie sein Körper reagierte, er hart wurde.
„Skye…“, murmelte er heiser, ohne die Augen zu öffnen.
Sie lächelte leise und fuhr fort mit ihren Liebkosungen, bis er die Augen halb öffnete, dunkel vor Wärme.
„Du bist wach“, stellte er fest.
„Schon eine Weile“, gab sie zu.
Ein schwaches Lächeln erschien auf seinem Gesicht. „Das hätte ich merken müssen.“
Sie fand keine Worte. Stattdessen wagte sie mehr, folgte einem Instinkt, den sie nicht verstand, aber fühlte. Sie stülpte ihren ganzen Mund über seine Härte, saugte, leckte. Seine Reaktion war sofort. Er hielt sie kurz fest, krallte sich an ihren Haaren, unentschlossen zwischen Zurückhaltung und Nähe. Asher zog sie enger an sich, hob seine Hüften, rollte sie hin und her. Sie nahm ihn tiefer auf, wusste instinktiv wie das geht und was ihm gefiel. „Oh Luna … Stopp.“, brachte er schließlich hervor.
Er entzog sich ihr, bevor sie protestieren konnte, drehte sie sanft unter sich, bis sie wieder auf dem Bett lag. Sie schaute verwirrt zu ihm auf.
„Du hast nichts falsch gemacht“, sagte er ruhig. „Aber ich will das nicht so beenden.“
Dann küsste er sie. Langsam. Vertraut.
„Sag es mir, wenn du nicht willst“, sagte er leise.
Sie schüttelte den Kopf. „Ich will.“
Seine Bewegungen waren ruhig, kontrolliert, als würde er sie fragen, ohne Worte zu benutzen. Skye antwortete, indem sie ihre Arme um ihn schlang. Dann küsste er sie. Der Kuss wurde vertrauter. Die Welt schrumpfte auf das Bett, auf Wärme und Nähe, auf dieses unausgesprochene Einverständnis zwischen ihnen.
Irgendwann löste er sich, sah sie an, suchte ihr Gesicht, ihre Augen.
Er drehte sie sanft auf den Bauch, führte sie, ohne Hast. Seine Hand blieb an ihrer Hüfte, sicher, präsent. Skye schloss die Augen, ließ sich fallen – nicht ins Leere, sondern in etwas, das sich richtig anfühlte. Er hob ihre Hüften, positionierte sich und drang von hinten in sie ein.
Skye krallte sich in die Kissen und stöhnte hemmungslos.
Der Rhythmus steigerte sich, ihre Atmung wurde schneller, ihr Körper spannte sich, bis sie sich ganz verlor. Seine Stöße wurden kräftiger, er packte sie fester an den Hüften, bis sie in einen Höhepunkt ihre Lust laut erausschrie. Sie verkrampfte sie. Um ihn. Er stöhnte laut auf und dann merkte sie eine warme Flüssigkeit in ihrem inneren. Sie fielen keuchend auf das Bett. Als sie später nebeneinander lagen, die Decke halb verrutscht, wusste Skye eines ganz sicher:
Sie war nicht mehr auf der Flucht.
Und zum ersten Mal fühlte sich das nicht gefährlich an. Mit diesem Gefühl schlief sie ermattet und glücklich wieder neben ihm ein.

























































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