Kapitel 7
Skye hatte kaum Zeit zu reagieren, als der Wolf bereits Anweisungen gab.
„Besorgt euch ein zweites Auto“, sagte er knapp zu dem anderen Wolf.
„Asher…“ fing der andere an.
„Jetzt. Niko“ knurrte er hinzu.
Dieser Niko zögerte einen Herzschlag, nickte dann. „Verstanden.“
Skye spürte sofort, was das bedeutete. Ihr Magen zog sich zusammen, noch bevor Asher sich ihr zuwandte. Cain wurde sanft, aber bestimmt von Niko ein paar Schritte weggeführt. Ihr Bruder warf ihr einen panischen Blick zu.
„Skye?“, fragte er leise. Sie flehte Niko stumm mit den Augen an, dass er ihm nicht tun sollte. Cain wollte etwas erwidern, doch Niko legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter. Seine Präsenz war… seltsam wohltuend. Warm. Glättend. Cain ließ sich schließlich führen, auch wenn sein Blick immer wieder zu Skye zurückwanderte.
Dann blieb nur noch sie.
Und Asher.
Er stand ein paar Schritte entfernt, die Hände locker an den Seiten, der Blick fest auf sie gerichtet. Sie wollte seinem Blick ausweichen, weiter ihren Bruder nachschauen, doch Asher versperrte ihr immer wieder knurrend die Sicht.
„Steig ein“, sagte er schließlich.
Skye folgte ihm zum Wagen. Jeder Schritt fühlte sich an, als würde sie auf dünnem Eis gehen. Er öffnete ihr die Tür und Skye stieg ein, er schloss die Tür hinter ihr, umrundete dann den Wagen und setzte sich hinter das Steuer. Sie saß plötzlich allein mit ihm in diesem viel zu engen Raum.
Die Stille war schwer.
Asher startete den Motor, fuhr los, ohne sie anzusehen. Erst nach ein paar Minuten sprach er.
„Dein Name ist Skye.“
Sie nickte. „Ja.“
„Und das ist dein richtiger Name?“
Skye zögerte kaum merklich. „Ja.“
Asher musterte sie einen Moment länger, als nötig gewesen wäre. Dann sagte er ruhig, fast beiläufig:
„Ich hoffe, du kommst nicht noch einmal auf die Idee zu fliehen.“
Skye antwortete nicht. Flucht war alles, was sie je gekonnt hatte.
Sein Blick verfinsterte sich. „Antworte mir, verdammt.“
Sie drehte den Kopf zu ihm, sah ihn mit klaren, wachen Augen an. „Ich werde nicht lügen.“
Ein scharfer Seitenblick traf sie. „Du bist ziemlich mutig für jemanden, der gerade vor einem ganzen Rudel Raubtiere flieht.“
„Und du bist ziemlich übergriffig“, zischte sie zurück.
Sein Kiefer spannte sich sichtbar. „Du wirst mir antworten.“
„Nein“, sagte sie stur.
Das Auto beschleunigte leicht.
„Du hast einem Gestaltwandler geholfen“, fuhr Asher fort, die Stimme kontrolliert, aber hart. „Du hast unsere Luna in Gefahr gebracht. Du bist geflohen. Und jetzt sitzt du in meinem Auto. Willst du mir ernsthaft erzählen, dass ich kein Recht auf Antworten habe?“
Skye drehte sich langsam zu ihm. „Du willst Antworten. Ich will überleben. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.“
Einen Moment lang schwieg er.
Dann: „Der Junge. Cain.“
Er warf ihr einen kurzen Blick zu. „Ist er der Sohn deines jetzigen Liebhabers?“
„Mein Sohn?“
Empörung flackerte in ihr auf. Hatten die Jahre der Flucht sie wirklich so alt aussehen lassen, dass man sie mit einundzwanzig für die Mutter eines Elfjährigen hielt?
„Also“, setzte er nach, „wo ist der Vater?“
Skye klappte die Sonnenblende herunter mit dem eingelassenen Spiegel und betrachtete ihr Spiegelbild. Müde Augen. Blasse Haut. Aber so alt? Sie schaute ob sie schon graue Strähnchen finden konnte, aber da war nichts.
Sie hörte sein leises Stirnrunzeln mehr als das sie es sah.
„Was machst du da?“
„Für wie alt hältst du mich?“ fragte sie kühl.
Er sah sie einen Moment an – und dann traf ihn die Erkenntnis. Seine Haltung entspannte sich minimal.
„Nicht dein Sohn …“, murmelte er. Seine Stimme wurde fast erleichtert. „Dann erklär mir, wer er ist.“
Skye ließ sich nichts anmerken. „Mein Bruder.“
„Bruder …“
Ein kaum hörbares „Gott sei Dank“ folgte.
Sie funkelte ihn an. „Warum interessiert dich das überhaupt? Ob ich ein Kind habe oder nicht, geht dich nichts an. Mein Leben geht dich nichts an. Ich hätte hundert Kinder von hundert verschiedenen Männern haben können, und es würde dich trotzdem nichts angehen.“
Das war anscheinend zu viel für ihn.
Asher trat abrupt auf die Bremse. Das Auto kam mitten auf der Straße zum Stehen. Sie waren bereits außerhalb der Stadt, nahe dem Wald. Keine Gefahr – aber pure Spannung.
Skye wollte gerade etwas sagen, da bemerkte sie, wie sich seine Finger veränderten, zu Krallen wurde. Wie sie sich ins Lenkrad gruben. Dann nahm er eine und er packte sie am Nacken, zog sie hart zu sich heran. Sein Gesicht war nur Zentimeter von ihrem entfernt.
„Komm niemals“, zischte er, die Stimme tief und gefährlich, „auch nur wieder auf diesen Gedanken.“
Etwas in ihr – Trotz, Wahnsinn, vielleicht pure Erschöpfung – ließ sie grinsen.
„Oder was sonst?“ fragte sie leise aber gemein.
Sie reizte ein Raubtier. Das wusste sie und doch war ed ihr gerade egal.
Asher zögerte keine Sekunde. Er stürzte sich auf ihre Lippen, als hinge sein Leben davon ab. Skye verlor jeden Orientierungssinn. Damit hatte sie nicht gerechnet. Sie hatte keine Erfahrung, wusste nicht, was sie tun sollte – saß einfach da, überwältigt von Nähe, von der Hitze und von der Intensität.
Er schob seinen Sitz zurück, zog sie auf seinen Schoß. Sie saß breitbeinig auf ihm, der Schock ließ sie kurz die Lippen öffnen – und er nutzte es. Seine Zunge drang in ihren Mund, suchte die ihre, zwang sie in einen Tanz, den sie nicht verstand, aber fühlte.
Ein leiser Laut entwich ihr, überrascht, überwältigt. Instinktiv bewegte sie sich, suchte Halt – und spürte die Reaktion unter sich. Fühlte sie sich etwas hartes an ihrer Mitte aufrichtete. Asher knurrte tief.
„Verdammt“, murmelte er. Und rieb sich an ihr. Skye fühlte wie flüssiges Feuer durch Ihre Venen floss, merkte eine Flüssigkeit an ihrem Slipp.
Seine Klaue an ihrem Nacken riss Stoff auf – T-Shirt, BH. Sie löste sich kurz von ihm, doch er senkte den Kopf, vergrub sein Gesicht zwischen ihren Brüsten. Seine Hände hielten sie fest, führten sie an seinen Mund, er erkundeten jede einzelne und umkreiste die Brunstwarzrn mit seiner feuchten Zunge.
Skye klammerte sich an seine Schultern. Suchte halt.
Als seine Hand weiter zu ihrer Taille bewegte, versuchte sie wieder einen klaren Kopf zu bekommen. An den Verschluss ihrer Hose, erstarrte Sky.
Was tat sie hier?
Sie kannte ihn kaum. Sie hatte sich das alles anders vorgestellt. Langsamer. Sicherer. Mit jemandem, dem sie vertraute. Den sie liebte.
Asher spürte es sofort. Er hielt inne. Drang nicht weiter vor aber seine Hand harrte bereits an dem oberen Rand ihres Slips.
Sie nutzte den Moment, rutschte von seinem Schoß zurück auf ihren Sitz. Skye wusste das ihr dies nur gelang, weil er es zuließ.
Er sah sie an. Seine Augen waren fast schwarz. Von einer Besitzgier die ihr fast den Atem raubte.
Skye hielt das zerrissene Shirt vor sich, schaute weg, wagte es nicht, ihm weiter ins Gesicht zu sehen.
Er atmete mehrmals tief ein und aus.
„Wir haben Wechselsachen im Auto“, sagte er schließlich rau. „Ich hole dir etwas aus dem Kofferraum.“
Sie nickte stumm.
Als sie sich umgezogen hatte und er wieder einstieg, herrschte Stille. Der Wagen setzte sich wieder in Bewegung.
„Wegen eben …“, begann er.
„Das war ein Fehler“, unterbrach sie ihn schnell, aber bestimmt. „Das darf nicht wieder passieren.“
Er sah sie lange an. Sagte nichts.
Und ließ es dabei bewenden. Doch aus den Augenwinkeln sah sie wie er die Zähne zusammenbiss.
Die restliche Fahrt zum Rudelhaus verging schweigend.


































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