Mai – Lebe! … es ist DEIN Jahr!

Eine Feder auf meinem Weg
Oh, was liegt denn da auf diesem kleinen Weg? Siehst du sie auch? … die kleine Feder … ich glaube es ist eine Flaumfeder! Ganz zart, ganz weich, fast noch nestwarm!
Ich glaube die Feder weist uns den richtigen Weg!
Komm´ lass uns heute gemeinsam diesen kleinen Weg gehen! Fernab vom großen Wanderweg, fernab von den anderen Menschen, nur wir Zwei auf unserem Weg!
Mein Mann neckt mich oft liebevoll mit den Worten: „Schatz, willst du wohl wieder über Berlin, New York und Tokio nach München fahren? Oder nimmst du heute einfach mal den direkten Weg über die breite Autobahn und sparst dir womöglich deine Umwege?“
Und ich lächle ihn dann immer frech an, drücke ihm symbolisch meinen Autoschlüssel in die Hand, schnüre mir meine Wanderschuhe und antworte keck zurück:„ Magst wohl mit gehen? Heute nehmen wir nicht das Auto, sondern laufen unseren ganz eigenen Weg bis nach München und vielleicht auch wieder zurück!“
Mein Mann schüttelt dann lachend den Kopf, gibt mir einen kleinen Kuss und lässt mich meinen Weg gehen.
Nun gehen aber heute tatsächlich wir Zwei ein kleines Stück gemeinsam – ein kleines Stück unseres Weges! Und ich freue mich mächtig darauf!
Was runzelst du denn deine Stirn? Du meinst wir kommen vom richtigen Weg ab und verirren uns?
Nein, nein, vertraue mir! Wir sind genau auf dem richtigen Weg, die Zeichen werden uns führen und eine magische Energie wird uns begleiten und stärken!
Wir gehen UNSEREN Weg!
Ich weiß, für viele Menschen ist der breite, gut geschotterte Wanderweg der beste Weg zum Ziel. Ein kleines Stückchen laufen wir sicherlich auch auf diesem Weg, aber viele kleinere, wurzelige, verwunschene und zugewachsene Waldwege werden diese Wanderung erst zu UNSEREM Weg machen.
Und das ist doch wie im wirklichen Leben, findest du nicht auch?
Wenn wir alle hübsch die breiten vorgegebenen Wege gehen, uns brav an alle Vorgaben, Erwartungen und Verpflichtungen halten, dann kommen wir meist zwar ganz prima und sicherlich auch schnell an unserem gesteckten Ziel an, sind jedoch oft nicht wirklich UNSEREN Weg gegangen.
Die wurzeligen Abzweigungen, der quer über dem Weg liegende umgestürzte Baum, die felsigen Absätze, der kleine Bachlauf der unsere Füße feucht werden lässt … all das macht den Weg des Lebens interessant, einmalig und wahrhaftig zu UNSEREM ganz besonderen Weg!
Vertraue mir! Die kleine Feder weist uns heute den Weg und ermutigt uns neue Wege zu gehen, neue Möglichkeiten auszuprobieren, neue Dinge kennen zu lernen, neue Erfahrungen zu machen und tiefer zu uns und unserem Weg zu finden.
Magst du den ersten Schritt in diesen kleinen schmalen Weg machen? Ich gehe gerne hinter dir, ich vertraue dir!
Nimm dir die Zeit die du brauchst, ich halte gerne Abstand, ich dränge dich nicht, ich nehme für mich die wunderschöne Natur und die kleinen feinen Zeichen unseres Weges wahr.
Denn auch auf unserem wirklichen Lebensweg geht mal der/die eine voran, mal der/die andere hinterher, mal macht man einen Kompromiss, mal setzt man sich durch, mal steckt man zurück, mal streckt man sich nach einer haltenden Schulter, mal schenkt man eine helfende Hand, mal scheppert’s und kracht’s auch ganz ordentlich, mal stolpert man, mal muss man einfach die Augen zumachen und springen und manchmal läuft auch alles wie am Schnürchen!
Aber all das formt unseren Weg und ganz besonders UNS!
Ich erinnere mich noch zu gut an vergangene Jahre meines Lebens!
Hier habe ich oft gedacht die breiten Wanderwege meines Lebens gehen zu müssen, habe am besten nicht links und nicht rechts geblickt, sondern bin unbeirrt den Weg bis zu meinem gewünschten, aber leider oft auch bis zu dem von anderen von mir erwünschtem oder erwartetem Ziel, fleißig weiter marschiert.
Die kleinen Federn, die schon damals am Wegesrand lagen und auf mich warteten, sah ich meist nur kurz im Augenwinkel, nahm sie jedoch nicht wirklich wahr.
Und erst als ich unzählige Kilometer mit falscher Kleidung, drückendem Schuhwerk, einem viel zu vollem Rucksack und ab und zu auch noch in schlechter Gesellschaft zurück gelegt hatte, stolperte ich über einen, mitten in meinem Weg liegenden kleinen Stein und purzelte unsanft in den moosgrünen Waldgrabe, der sich neben meinem Wanderweg breit machte. Als ich jedoch nach meinem Sturz meine Augen wieder öffnete, meine Kleidung sortierte und mich umsah, entdeckte ich sie … die kleine Feder! Sie lag ganz zart und sanft an einem schmalen Waldpfad und lud mich ein, von meinem breiten Wanderweg abzukommen und neue spannende Wege zu gehen!
Oh, was machst du denn jetzt? Du packst ja deinen Rucksack aus?
Aaaah, ich verstehe! Stimmt, mit leichtem Gepäck reist es sich besser! Und das ist nicht nur auf verschlungenen wurzeligen Waldwegen so …
Da fällt mir doch glatt noch eine nette Geschichte dazu ein! Magst du sie hören?
Wunderbar!
Pass auf, diese Geschichte ist schon viele Jahre her … damals, es war kurz nach der Atomkatastrophe in Fukushima, machten sich mein kleiner Sohn, unsere drei Hunde und ich zu einer großen Wanderung auf
Wir planten eine lange Tour zu einem gut 15km weit entfernten Campingplatz und das Muschelsymbol des Jakobsweges sollte uns den richtigen Weg weisen. Mein Sohn fuhr mit seinem kleinen Pumuckel-Fahrrad und bekleidet mit kurzen Jeanshosen, einer gelben Cap und einem „Help for Japan“-T-Shirt. Die Hunde trugen auf unserer Reise „nur“ ihr eigenes zotteliges Fell und liefen mit mir auf ihren ledernen Pfoten die Tour. Auf dem Gepäckträger des kleinen Rades schnallten wir unser Zelt fest und ich packte zum Ausgleich seine unzähligen Dinosaurier-, Gesteins- und Wissensbücher in meinen schon wirklich extrem schweren und unglaublich großen Rucksack. Wir hatten ja schließlich ein gemeinsames Ziel, aber um dieses munter und gut gelaunt zu erreichen, musste auch hier ein jeder von uns einen kleinen Kompromiss machen, denn nur so konnten wir unseren Weg gemeinsam und voll bepackt mit dem ersten kleinen Schritt beginnen.
Viele Kilometer klappte die Suche nach dem kleinen Muschelsymbol sehr gut und wir waren prima auf unserem „rechten“ Weg unterwegs und kamen unserem gesteckten Ziel langsam, aber dennoch Stück für Stück näher. An einer Weggabelung verloren wir jedoch das Symbol und bogen in einen „falschen“ Weg ab.
Wir liefen und liefen, suchten und suchten, fanden aber nichts … naja, ganz so stimmte das nun auch nicht … wir fanden zwar kein Muschelsymbol mehr, aber dafür entdeckten wir herrlichste Sanddünen, bei deren Anblick wir dachten gleich müsste der Saurophaganax oder der Diplodocus hinter den großen Ackerschachtelhalmen hervor spitzen. Wir kühlten unsere Füße in einem herrlichen kleinen Waldbach, die Hunde plantschen in einem kristallklaren See, wir beobachteten wunderschöne Libellen und bunte Schmetterlinge, wir fanden unzählige kleine und große Federn und letztendlich, nachdem wir gefühlt über Berlin nach München gelaufen sind, stießen wir irgendwann erneut auf eine Weggabelung und es blitzte uns ein hübsches Muschelsymbol entgegen.
Wir waren wieder auf dem „rechten“ Weg! … nun ja, unser „falscher“ Weg führte uns dennoch wieder auf unseren „rechten Weg“ und dann sicher zu unserem Ziel!
Lustiger Weise hielt, als wir danach durch ein kleines Dorf liefen, ein älteres Ehepaar mit ihrem Auto vor uns an. Beide sprangen aus ihrem Fahrzeug, kramten wie wild im Kofferraum und kamen dann mit einer Packung Keksen und einem Körbchen Kirschen eilig auf uns zu gerannt.
„Meine lieben Kinder, habt ihr den rechten Weg verloren? Dürfen wir euch etwas schenken? Habt Vertrauen, der liebe Gott führt auch verirrte Schäfchen wieder auf den rechten Weg!“, flötete der ältere Mann uns entgegen.
Und wir? Wir sahen uns grinsend an, bedankten uns für die leckeren Geschenke und erklärten dem netten Ehepaar, dass wir uns ganz und gar nicht verirrt hätten, sondern genau auf dem für UNS richtigen und rechten Weg seien.
Beide lachten, umarmten uns und wünschten uns noch viel Freude auf unserem Weg.
Spannend, oder?
Manchmal denken andere Menschen man sei auf dem „falschen“ Weg und bräuchte Hilfe.
Allerdings muss ich hier zur Ehrenrettung des wirklich netten Paares anfügen, dass ihre, in unserem Fall essbare Hilfe uns wirklich kurze Zeit später gerettet hat!
Denn als wir fix und fertig, durchgeschwitzt und verdammt hungrig an unserem Ziel, dem Campingplatz ankamen, hatte die Gastwirtschaft, auf die wir uns so gefreut hatten, Urlaub! Und wir hatten, bis auf die geschenkten Kekse, die Kirschen und das Hundefutter, tatsächlich nichts zu essen!
Tja, der Weg ist ja bekanntlich das Ziel! … und oft bereitet der Weg zum Ziel mehr Freude als das Ziel selbst!
Und auch wir mussten kurze Zeit später, als wir es uns zu Fünft in unserem Zwei-Mann-Zelt gemütlich gemacht und in die illustre Runde der Wohnwägen blickten, feststellen, dass die anderen Campinggäste zwar augenscheinlich wohl das gleiche Ziel wie wir hatten, jedoch ein jeder von ihnen einen ganz anderen und ganz eigenen Weg dafür genommen hatte!
Oh, du lachst ja! Wie schön!
Siehst du, auch unser kleiner Weg fernab vom Hauptweg führte uns zu unserem Ziel!
Er führt uns zu uns, er gibt uns Kraft und Stärke und macht unser Leben bunt, einzigartig, sensationell großartig und absolut einmalig!
Denn UNSER eigener Weg ist unser eigentliches Ziel!
Aber nun sieh mal, hier gabelt sich der Weg ja erneut? … und es liegen tatsächlich gleich zwei Federn am Boden! … die eine zeigt nach rechts und die andere nach links …
Nur Mut! Gehe deinen Weg! Ich nehme meinen und keine Sorge, wir werden uns sicherlich bald wieder sehen! … denn viele Wege führen ja bekanntlich nach Rom!
Für Dich:
Nur Mut!
Zu jedem Weg gehört Mut! Du bist mutig, wenn du dir ein Ziel setzt und es eisern verfolgst. Du bist aber auch genauso mutig, wenn du mal einen Umweg gehst, dir eine Pause gönnst, auch mal um Hilfe bittest und auch wenn du feststellst, dass du dein gestecktes Ziel nicht mehr erreichten möchtest und umkehrst! Alles was du tust ist mutig! Weiter so, denn Mut tut gut!
Dein Weg!
Gehe voller Vertrauen deinen Weg! Auch wenn er mal holprig und steinig ist, du dir womöglich auch mal Blasen läufst, du vielleicht mal einen Graben überwinden musst oder es auch drei Tage am Stück wie aus Eimern regnet.
Vergiss nicht, dein Weg ist immer FÜR dich und nie gegen dich und lässt DEIN Leben zu etwas ganz Besonderem werden!
Alles hat seinen Sinn!
Ja, alles hat seinen Sinn! Dein Weg deines Lebens geschah und geschieht nicht ohne Grund! Alles war und ist für etwas gut! Jedes vermeintlich negative Erlebnis schenkt dir auch ganz wundervolle positive Erlebnisse und Erfahrungen … manchmal bedarf es vielleicht etwas Zeit, ein paar Kompromisse und einen kleinen wurzeligen Lebensumweg, aber letztendlich öffnen sich für dich auch nach einer verschlossenen Tür immer unzählige Fenster!
Deine Zeichen!
Sei aufmerksam und erfreue dich an deinen besonderen Zeichen, die deinen „richtigen“ Lebensweg begleiten. Bei mir sind es Federn, Schmetterlinge, Zahlen, Buchstaben und lustiger Weise sogar leere Bierflaschen oder andere Pfanddosen, die ich an allen möglichen oder besser gesagt unmöglichen Stellen finden darf!
Mein Mai
Was beschäftigt Dich in diesem Monat?
Für was bist Du aktuell besonders dankbar?
Was tut Dir gerade gut? Was brauchst Du momentan?
Was macht Dich glücklich?
Wem oder wo konntest Du eine Hilfe sein?
Wann, wo oder wie spürst Du Dein Leben?
Wann musstest Du herzhaft lachen?
Durftest Du auch einem anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern?
Traf Dich womöglich ein „Blitz der inneren Erleuchtung“?




























































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