Tag 4

Tag 4


Es regnet.

Ich häkle.

Wir warten.

… und sobald der Regen uns nicht mehr in Wohlgefallen auflöst, laden wir ein und fahren … zum Meer!

… naja, erstmal 300 m weiter in die kleine Bar in der Kurve zum Frühstücken.

Zwei Cappuccino und 4 Brioches später darf es aber endlich losgehen!

Aaaahhhh … wir brauchen noch Luft!

Mal sehen, wie viele Anläufe wir dieses Mal brauchen!

Drei Anläufe waren es am ersten Reisetag … und 3 Anläufe wurden es auch jetzt!

Alle guten Dinge sind nun mal eben DREI!

Aber jetzt geht’s los!

Von Varese auf die Autostrada nach Alessandria und dann runter von der Bezahlstraße und munter über Land zur Küste!

Dann die Küstenstraße entlang und kurz nach Sanremo für ein paar Kilometer ins Hinterland.

Ich häkle und erinnere mich an die 38 Autofahrjahre meines Mannes.

Es klappt!

Ich bin entspannt … er ist entspannt … alles gut!

Kurz nach der Abfahrt von der Autobahn in Alessandria bemerken wir wieder, dass wir in Italien sind und der Dschungel gleich nach der Leitplanke beginnt.

Verkehrsschilder oder andere Wegweiser sind nur noch mit telepathischen oder hellsichtigen Fähigkeiten zu erahnen und auch unser Autonavi dreht sich manchmal einfach nur noch im Kreis.

An der Küste angekommen, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Gestern erst haben wir ja ein Weltkulturerbe besichtigt, aber die monumentalen Bauten und Straßen an den Steilhängen dieser Klippen und Felsen müssten meiner Ansicht nach auch längst zu dem spektakulärsten Weltkulturerbe zählen.

Unglaublich, was unsere Vorfahren hier vor Hunderten von Jahren und auch noch jetzt erbaut haben!

Ich ziehe wirklich meinen Hut und schäme mich glatt ein wenig dafür, dass ich „ihn“ für die Urlaubsplanung und den anderen abenteuerlustigen Kameraden für meine Wanderungen brauche.

Souverän und fast schon ein wenig mit einem italienischen Touch steuert mein Mann unseren Jeep durch den unglaublichen Stadtverkehr von Sanremo, um dann wenige Kilometer danach ins Hinterland abzubiegen.

Tatsächlich war mir nicht wirklich klar, dass unser neues Feriendomizil „so“ einen besonderen Anfahrtsweg hat.

Mein Mann zuckt jetzt auch schon ein wenig.



Die Straße … oder der Weg … oder der Pfad wird immer enger und immer steiler …

Munter kommen uns andere Fahrzeuge entgegen und unser Jeep piepst schon fast eine Sonate von Beethoven.

Ich schwitze und denke an meinen gestrigen Satz, dass die Hölle und das Paradies nicht weit voneinander entfernt sind.

Ich glaube, ich bin gerade in der Hölle angekommen.

Der Ausblick ist wundervoll … meint mein Mann.

Ich guck lieber nicht rüber.

Nach unzähligen Haarnadelkurven sind wir endlich angekommen.

Ja, das Haus ist ebenerdig … aber der Rest ist steil!

Fast ein Überhang!

… der Ausblick ist wundervoll … meint mein Mann.

Zum Glück haben wir noch etwas Nudeln und Gemüse dabei und müssen uns nicht gleich nach einem Supermarkt umsehen.

Ich glaube, Auto fahren möchte ich jetzt erstmal nicht mehr.

Aber die Unterkunft hat eine Waschmaschine!

Das ist prima …

jetzt habe ich noch mehr Wäsche!

… und tatsächlich ist der Ausblick und auch das Haus TOP!

Hier kann man es durchaus aushalten!

Morgen werden wir weitersehen!

Meine Wanderschuhe habe ich ja zum Glück dabei!

Bauch, Beine, Po … der Aktivurlaub geht in eine neue Runde!

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