Stille Begleiter

12.03.2026


Sanft. 

Leise.

Aber stark und voller Kraft.

 

… wie ein roter Faden …

 

wurde ich begleitet.

Stetig.

 

Durch ihr Leben und durch mein Leben.

Es war ein kleines Stück ihres langen Lebens, 

aber ein großes Stück meines Lebens.

 

Ich war jung.

Sie waren alt.

 

Frauen. 

Alte Frauen.

 

Ruhig. 

Wissend. 

Ohne großes Aufsehen.

 

Aber reich – 

reich an Erinnerungen, Erfahrungen und Gefühlen.

 

Und frei – 

frei vom Schaffensdruck, 

vom Zwang

und von der Zukunft.

 

Im Jetzt.

Klar und rein.

 

Und voller Freude über meine Anwesenheit.

 

Anfangs dachte ich, 

sie bräuchten meine Hilfe.

Meine Unterstützung. 

Meine Kraft. 

… körperlich …

 

Ich fühlte.

Ich hörte zu.

 

Und ich bekam eine Antwort.

 

Mut und Vertrauen.

 

Ich durfte ihnen Mut machen,

Vertrauen schenken,

die Schwere nehmen,

meine Zeit teilen,

meine Hand reichen …

 

… und die Angst nehmen.

 

Die Angst vor dem Tod.

 

… obwohl ich selbst noch nie –

zumindest nicht wissentlich – 

gestorben bin.

 

Ich hatte keine Erfahrung.

Konnte keinen Weg vorgeben.

Hatte keine Antworten auf ihre Fragen.

 

Und doch

durfte sie an der Hand nehmen.

 

Ich fühlte darin

ihre unzähligen Berührungen,

ihre Hoffnung

und ihr Vertrauen.

 

Schuld löste sich auf.

Fehler wurden verziehen.

Ordnung entstand.

 

Und Frieden – 

innerer Frieden –

durfte wachsen.

 

Gib mir deine Hand,

sprach der Fuchs.

… und ich gehe ein Stück mit dir.

 


 



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