Wie Strom durch meinen Körper

17.03.2026

Wie Strom durch meinen Körper


Ein Schlag.

Ein Stromschlag.

Ich wurde gepackt.

Gepackt von einem elektrisierenden Impuls,

von der drängenden Kraft zu schreiben.

 

Sie griff nach meinen Händen.

Hielt mich fest.

Ließ mich nicht mehr los.

 

Ich musste.

Ich musste jetzt schreiben.

Alle Pläne, Ideen, Entwürfe über den Haufen werfen.

Nicht hadern.

Nicht zweifeln.

Sondern einfach schreiben.

Live.

Ohne Plan.

Ohne Manuskript.

Ohne roten Faden.

Aber –

in der Natur.

Im Wald.

Für mich.

Nur für mich.

 

Und dann floss eine Energie wie Strom durch meinen Körper.

Und ich schrieb.

Im Wald. 

Auf endlosen Wanderungen.

 

Alles begann sich zu fügen. 

Ich begann zu vertrauen.

Und die Zeichen und Wegweiser wurden sichtbar. 

 

Und plötzlich erkannte ich ihn –

meinen roten Faden.

 

Und ich schrieb. 

Und schrieb. 

Und hörte nicht mehr auf.

Drei Monate lang.

 

Ich schrieb für mich.

Nicht für andere Menschen. 

Nicht für einen Verlag. 

Ich schrieb nur für mich.

Mein erstes Buch.

 

Bis ein weiteres Zeichen sichtbar wurde. Mich an die Hand nahm.

Und mein Buch seinen Weg zu einem Verlag fand.

Ich unterschrieb.

 

Und mein Schreiben war beendet.

 

Der Strom in meinem Körper verebbte.

Ich fühlte mich gut.

Richtig gut.

Befreit.

Und erfüllt.

Erfüllt von Frieden. 

Innerem Frieden.

Ich wurde ruhiger. 

Atmete aus.

Und genoss diesen einen Moment.

 

Dann

kamen langsam wieder Fragen.

Schreibe ich weiter?

Habe ich neue Ideen?

Darf ich nochmals schreiben?

Oder habe ich schon alles gesagt?

 

Eine lange Zeit blieb es still.

Ein gutes Jahr später wurde ich wieder gepackt. 

Wieder fest an beiden Händen gehalten. Wieder geführt.

Erneut wie ein Stromschlag an.

 

Und wieder musste ich schreiben.

 

Doch dieses Mal war es anders.

 

Ich wußte nicht, wohin mich dieses neue Buch führen würde.

 

Erkannte den roten Faden nicht sofort.

 

Aber erneut schrieb ich im Wald.



 

Dort fand ich meine Inspiration.

Meine Zeichen und Impulse.

Dort bekam ich meine Antworten.

Und wieder begann alles, sich zu fügen.

 

Und es entstand.

 

Gib mir deine Hand,

sprach der Fuchs.

… ich reichte ihm beide Hände.

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