Kapitel 15 – Blutrausch

Kapitel 15 – Blutrausch

 

Aurelie

Eine Frau und neun Männer. Eine Frau und neun … Schnaubend kniete ich am Flussbett und rieb ein Kleidungsstück nach dem anderen über das Waschbrett. Cyrus war weg, die Situation zwischen uns nach wie vor angespannt. Er hatte sich nicht entschuldigt. Und Gilead verdiente eine Entschuldigung! Was sollte das für ein Vorbild für unser Kind sein?

Schlag allen, die deinem Weib Grund zum Lachen geben, den Brustkorb ein?

Meine Bewegungen wurden energischer, ehe ich völlig außer Atem die gerade noch so inbrünstig bearbeitete Hose zur Seite legte und mir mit dem Arm über die schweißnasse Stirn fuhr. Das Kind wurde immer größer. Manchmal trat es schon sanft. Cyrus machte es ganz verrückt, dass er es nicht spüren konnte. Ich hingegen könnte nicht dankbarer darum sein. Schlimm genug, dass das Kind jetzt bereits zu kämpfen übte! Ich musste es noch volle eineinhalb Jahre in meinem Bauch tragen! Eineinhalb Jahre, in denen es unerbittlich weiterüben würde, damit es seinem Vater bei der Geburt eine reinhauen konnte. Ja, der Gedanke gefiel mir. Und brachte gleichzeitig ein verträumtes Schmunzeln auf meine Lippen.

Starke Arme schlangen sich um meine Arme und ein muskulöser Körper drückte sich an meinen Rücken. Zeitgleich legten sich Lippen auf meinen Hinterkopf. Sein Geruch stieg mir sofort in die Nase.

„Du bist zurück“, murmelte ich lächelnd, während meine Mitte zu pochen begann. Verflucht noch eins, er hatte nicht einmal etwas getan! Mich nur von hinten umarmt! Aber es war nun mal auch so, dass wir seit Wochen nicht … In einem dunklen Mauerkomplex ohne Türen oder Bett war das nicht so leicht, geschweige denn bequem. „Wie geht es allen? Den Kindern? Aurillia, Boris, Lyss und Sharifa?“

„Leonard lernt lesen und schreiben von Aurillia, die als Lehrerin nicht gerade Geduld zeigt.“ Cyrus lachte leise und vergrub seine Nase in meiner Halsbeuge. Sanft platzierte er einen Kuss auf meiner Haut. „Es geht ihnen allen gut. Boris hat vielleicht sogar eine Idee, wie wir zwei Palastwachen als Spione in die Stadt schleusen können.“

„Wunderbar.“ Gütiger Himmel, meine Gedanken waren gerade so gar nicht bei irgendwelchen Plänen. Woher kam diese plötzliche Lust?! Mein Atem wurde schwer und stoßweise, meine Beine presste ich verzweifelt aneinander und erzeugte so noch mehr Spannung zwischen ihnen.



„Brauchst du einen Moment für dich?“ Cyrus’ Stimme klang belustigt. Sein Atem streifte mein Ohr. „Ich gehe dann schon mal vor. Soll ich etwas mitnehmen?“

Ein Fauchen entfleuchte meinen Lippen, während ich die um meinen Körper geschlungenen Arme, die sich soeben zurückziehen wollten, packte und Cyrus wieder näher zog. Mittlerweile keuchend brachte ich hervor: „Und was soll ich mit diesem Moment anfangen? Mir vielleicht eine der Wachen herzitieren, damit sie ihre Königin durchnehmen? Oder ist dir Gilead doch lieber?“

„Ich nutze für gewöhnlich meine Hände … oder kommst du da unten nicht mehr richtig dran? So groß ist dein Bauch doch noch gar nicht …?“ Obwohl seine Worte amüsiert klangen, war hallte in seiner Stimme totaler Ernst wider. „Was einen anderen Mann angeht, so kannst du dir den Gedanken aus dem Kopf schlagen. Mein Schwanz ist die nächsten Jahre der Einzige, der dich beglücken wird.“

Dagegen würde ich später noch Einspruch erheben. „Dann beglücke mich!“

Seine Hände glitten über meine Oberarme zu meinen Brüsten und weiter zu meinem Bauch. „Jetzt? Hier?“

„Wenn wir zurückgehen, liefern wir den anderen eine Vorstellung!“ Stöhnend drückte ich mein Kreuz durch, wobei mein Kopf an seiner Schulter zum Liegen kam. Sein Geruch flutete meine Nase und beförderte meinen Geist in neue Höhen. Getrieben von Verlangen lehnte ich meinen Kopf zur Seite.

Seine Lippen legten sich sofort auf meinen dargebotenen Hals. Er knabberte sanft daran, aber der ersehnte Biss blieb aus. Stattdessen wanderten seine Hände in meine Hose, wo er seine Finger auf meine pochende Scham legte. „Willst du wirklich Zuschauer? Wie stellst du dir das vor? Sollen sie nur zugucken? Dürfen sie dich anfassen?“ Fordernd kreisten seine Fingerspitzen über meine Knospe. Seine Lippen lagen an meinem Hals, und wenn er sprach, streifte heißer Atem meine Haut. „Willst du, dass sie ihren Samen auf dir verteilen, wenn sie kommen?“

Was?! Wieso dachte er … Aber eigentlich spielte es überhaupt keine Rolle, wieso er das dachte. Fakt war: Mein Kopf sträubte sich mit jedem Teil seines Seins gegen die Vorstellung, gleich mehrere Zuschauer zu haben, mehrere Menschen, die nicht in unser Liebesspiel integriert waren. Gleichzeitig erregte es meinen Körper aber nur noch mehr. Seine Worte, seine Bewegungen … es war so gemein! Die Vorstellung, komplett ausgeliefert zu sein … benutzt zu werden, Götter noch immer kam mir der Gedanke, dass es doch falsch sein musste. Wieso bereitete mir der Gedanke daran Lust? Wieso pochte mein Innerstes derart? Wieso lief ich aus, als wollte ich dem Fluss neben uns Konkurrenz machen?



Ich brachte kein Wort über die Lippen. Ein Stöhnen, das schaffte ich. Mit meinem Becken begann ich mich an Cyrus zu reiben, dessen Erregung mir bereits in den Rücken stach. Meine Hände fanden unter meinem Hemd meine Brüste und begannen, sie zu kneten, während Cyrus’ Finger flink und unsichtbar in meiner Hose arbeiteten und mich damit halb wahnsinnig machten.

„Es kann auch äußerst erregend sein, einem anderen Paar dabei zuzusehen“, raunte er an meinem Ohr und zwickte mir ins Ohrläppchen. „Zu sehen, wie der Mann immer wieder in die Frau eindringt und sie sich unter ihm windet …“ Während er sprach, ließ er seine Finger tiefer gleiten und schob zwei Finger in meine Mitte.

Erregt stöhnte ich auf. Seine Finger fühlten sich an, als wären sie pure Erlösung. Dabei wusste ich etwas, was noch weitaus besser war. Halb widerwillig drehte ich mich um, was dazu führte, dass seine Finger wieder aus mir herausflutschten. Doch ich nahm es hin. „Hör auf, von fremden Schwänzen zu reden!“, knurrte ich. Einmal zeigte er sich nichts als eifersüchtig, ein anderes Mal konnte er gar nicht mehr aufhören, darüber zu reden, unser Liebesspiel mit anderen zu teilen! Ich drückte ihm einen stürmischen Kuss auf die Lippen, während meine Hände sich in gehetzten Bewegungen an seiner Hose zu schaffen machten. Ich öffnete sie. Mit einem Blick forderte ich ihn auf, sich selbst weiter auszuziehen, während ich mich aufrichtete und dasselbe tat.

Cyrus warf sein Hemd auf den Boden, die Hose lag auf seinen Knöcheln und sein Glied ragte hart hervor. „Welche Stellung schwebt dir vor? Soll ich dich am Baum nehmen? Oder auf dem Waldboden?“ Seine Augen glitten gierig über meinen Körper.

„Unmöglich, die Vorstellung, dass er mit dem Rücken im Laub lag, bemerkte ich amüsiert. Wie von selbst fanden meine Hände meine Nippel und begannen, sie zu stimulieren, während ich überlegte. Ein Baum im Rücken hörte sich irgendwie schmerzhaft an. Ich war doch kein Tier, das sich den Rücken am Baum rieb, um sich zu kratzen. Dafür fehlte mir das schützende Fell, und so ganz ohne dieses stellte ich mir das Ergebnis blutig vor. Und wenn ich mich auf den Boden legte, dann waren meine Haare nachher voller Laub und Geäst.



Meine Zunge schoss hervor, leckte über meine Lippen und umspielte unbewusst meine Fangzähne, während meine Augen meinen Mann intensiv musterten und kleine Momentaufnahmen dieses göttlichen Anblicks vor mir in meinem Kopf sicherten. „Ich wäre ja dafür, du legst dich mit dem Rücken auf den Boden. Das ist nach sorgfältiger Evaluierung der Tatsachen und Folgeschäden die logischste und schadenärmste…“

„Sorgfältige Evaluierung …“, spottete Cyrus und zog mich an sich. Mit einem Ruck zog er mich auf seine Hüfte. Sofort drückte seine Männlichkeit gegen meinen Eingang, woraufhin er mit einem lauten Stöhnen in mich eindrang.

„Scheiße!“, rief ich erlöst, den Kopf in den Nacken legend, während meine Arme sich um seinen Hals legten. Langsam begann er, in mich zu stoßen, wobei jeder Stoß, so sanft er in dieser Position auch sein mochte, mir einen Schauder nach dem anderen durch meinen Körper schickte. Vermutlich war es einfach zu lange her. Oh ja, ganz bestimmt war es das.

Ich holte meinen Kopf zurück. Kurz erhaschte ich seinen Blick, der sich nur schwerlich von meinen Brüsten löste. Mir erneut die Lippen leckend, vergrub ich mein Gesicht an seinem Hals und begann, aus einem irrationalen Trieb heraus, fest an seinem Hals zu saugen. Er war mein! Zwar prangte an seiner Halsbeuge mein Mal, doch es war nicht genug. Ich küsste seinen Hals, saugte mich daran fest, umspielte die Haut mit meiner Zunge und begann wieder von Neuem. Kurz wich ich von der Stelle ab, küsste seinen Hals, seine Kinnpartie hinauf, gelang zu seinem Ohr und keuchte atemlos: „Ich liebe dich.“ Mein Klammergriff wurde fester. Gleichzeitig entfernte ich mich mit dem Gesicht von seinem Ohr, damit ich mein Werk an seinem Hals betrachten konnte. Und das tat ich, mehr als zufrieden.

Cyrus legte eine Hand an meinen Hinterkopf und presste im nächsten Moment seine Lippen auf meine. Sofort eroberte seine Zunge meinen Mund. Mit der anderen Hand stützte er mich. Immer wieder versenkte er seine Länge in mir. Bald schon spürte ich, wie sich ein Höhepunkt anbahnte. Cyrus nahm seine Lippen von meinen und legte sie an mein Ohr. „Sag meinen Namen“, flüsterte er lasziv.

Halb stöhnend, halb keuchend erfüllte ich ihm den Wunsch: „C…Cyrus!“ Meine Stimme war lustgeschwängert und bebte. Unabdinglich rollte ein Schauer nach dem anderen durch meinen Körper, ausgehend von der Stelle, an der er mich noch immer penetrierte, mich ausfüllte und mit jedem Stoß mehr zu Seinem machte, selbst wenn ich das schon zur Gänze war.



Auf einmal überkam mich ein heftiger Blutdurst. Ohne Vorwarnung und gänzlich gewissenlos schlug ich meine Fänge in seinen Hals, wo ich gierig zu saugen begann. Ich spürte, wie ihm mein Gift den Rest gab und er sich in mir ergoss, spürte, wie sein heißer, schwerer Atem an meinen Hals drang. Meine Arme umklammerten ihn unnachgiebig, meine Nägel krallten sich in seinen Rücken. Einen Schluck nach dem anderen verleibte ich mir ein, Götter, hatte ich einen Durst! Was war bloß los mit mir? Ich musste von ihm ablassen! Aber … ich konnte es nicht. Wieder schluckte ich gierig, während sich mein Mund bereits wieder mit seinem Blut füllte.

Ich musste von ihm ablassen! Ein Wimmern entfleuchte mir, denn ich konnte nicht. Mein Körper wehrte sich gegen den Gedanken und krallte seine Nägel stattdessen noch stärker in seine Haut, sodass ich Blut über meine Finger laufen spürte.

„Nay…“, keuchte Cyrus erregt. Sein Atem ging schwer. Er setzte mich ab. Mit beiden Händen hielt er kurz darauf meine Schulter fest. „Nay…! Das ist… zu viel…!“ Seine Männlichkeit war noch nicht einmal richtig abgeschwollen, da wurde sie schon wieder hart. „Nay…!“

Ein Knurren ausstoßend, drängte ich ihn zurück an den nächsten Baum. Ich spürte die minimale Bewegung seines Halses, als er sich nach dem Baum umschaute. Spürte seine Hände, die mich umarmten, und hörte seine Worte, die mich inständig baten, fast schon anflehten, aufzuhören. Nur …

Ein weiteres Wimmern erklomm meine Kehle. Immer gieriger fiel ich über ihn her, schmatzende Geräusche erfüllten die Luft. Mein Körper gehorchte mir nur nicht mehr. Mein Geist jedoch schob die immer weiter wachsende Gier zur Seite, so gut es ging. Sein Flehen …, Götter, mein Verbundener sollte mich nicht anflehen müssen, aufzuhören!

Mehr oder weniger geistesgegenwärtig, und mir der Tatsache bewusst, dass ich die Kontrolle verloren hatte und es nicht schaffte, sie zurückzuerlangen, löste ich den krampfhaften Griff um ihn, tastete mit meinen Händen nach seinen und führte sie – noch immer ohne Halt sein Blut trinkend – zu meinem Hals. Anders ging es nicht. Ich wusste nicht, wie ich aufhören konnte. In meinen Augen hatten sich Tränen gesammelt, aber egal wie sehr ich wollte, es hörte nicht auf! Ich wimmerte. Mach, dass es endlich aufhört!



Keuchend legte er die Finger beider Hände um meinen Hals und drückte zu. So sehr ich auch wollte, ich konnte nicht mehr schlucken. Auch atmen konnte ich nur noch flach. „Nay… Du musst auf…hören…“ Seine Daumen suchten die Seiten meines Kiefers und drückten sich beidseitig in meinen Kaumuskel. Der Schmerz ließ meinen Kiefer entspannen, doch meine Fänge wollten sich nicht zurückziehen. Schlucken konnte ich nicht mehr, doch mein Mund war noch immer voller Blut. Ich schluchzte leise. Der Hunger in mir war übermächtig. Am Boden zerstört, krallte ich mich an Cyrus fest. Tränen rannen mir die Wangen hinab. Mein Körper kämpfte gegen den Druck von Cyrus’ Händen an, fügte mir dabei Schmerz zu, interessierte sich aber nicht im Geringsten dafür.

Immer wieder hörte ich meinen Verbundenen schwer schlucken. Die Hände an meinem Hals und Kiefer zitterten. Ich wusste nicht, wie lange das so ging. Aber irgendwann waren da schwarze Flecken in meinem Sichtfeld. Und, egal ob Fluch oder Gnade, Stress oder Erschöpfung, ich hieß die Dunkelheit mit offenen Armen willkommen.

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