Kapitel 23 – Ängste
Kapitel 23 – Ängste
Aurelie
Joe, Esteran und Almond, die drei Palastwachen, die uns treu geblieben und mit uns auf diese Reise ins Ungewisse gekommen waren, waren letzte Woche, wenige Tage nach Targes’ Geständnis, in die Stadt aufgebrochen. In Zusammenarbeit mit Aurillia und Elaboris würden sie die Beschattung der uns bekannten Verräter in der Stadt- und Palastwache übernehmen, aber auch auf die Botenjungen, die Targes jeweils die Anweisungen überliefert hatten, hielten sie ein Auge.
Targes’ Verrat war verschiedenst aufgenommen worden. Herzog Mir und Baron Loich empfanden es als geradezu verwerflich, wohingegen Gilead sich ruhig verhalten hatte. Ich hatte seine Reaktion, sein Gesicht nicht sehen können, aber so wie ich ihn kannte, hatte er Verständnis für Targes‘ Situation. Dasselbe galt für Cyrus. Denn, würde mein Kind entführt und bekäme ich einen Finger davon zugeschickt – man nenne mich eine schlechte Königin, aber ich gäbe alles dafür her, es wieder geschützt in meinen Armen zu wissen.
Herzog Mir und Baron Loich hatten von Cyrus den Auftrag bekommen, in den Osten zu reisen. Die beiden würden Darleen über alles Geschehene berichten und zu ihren Familien zurückkehren. In diesen unsicheren Zeiten wusste man nie, wann es das letzte Mal gewesen sein könnte.
Was mich anging, so war ich gerade wieder einmal dabei, meine Fähigkeiten im Wegschleichen zu verbessern. Cyrus war unerträglich geworden. Seit klar war, dass ich erblindet war, wuselte er ununterbrochen um mich herum, nahm mir jede noch so kleine Arbeit ab und fuhr jeden an, wenn er sich auch nur in meine Nähe traute. Egal ob Dilos, Targes oder Gilead.
Keuchend hielt ich inne und nahm mir einen Moment. Mein Bauch war ganz schön schwer geworden. Wobei, so dachte ich stumm für mich, Cyrus nicht die Sorge plagte, ob ich in jemanden reinlaufen könnte, sondern vielmehr die, ob ich nicht eher wieder Gileads Nähe suchen würde. Er hatte Angst, dass ich ihm entglitt. Und … ich konnte nicht sagen, es wäre nicht so. Ich suchte Gileads Nähe. Ich verspürte das Bedürfnis nach ihm. Nach einem Freund, mit dem ich über ausnahmslos alles – inklusive Cyrus‘ Attitüden – reden konnte.
Als ich die frische Morgenluft an meiner Nase spürte, atmete ich erleichtert aus. Langsam fand ich mich in dem Gebäudekomplex auch blind zurecht, doch alle Gänge in meinem Kopf zu kartografieren hatte seine Zeit gedauert. Hier draußen war es schwieriger. Ich ging geradeaus, die Beine unnatürlich weit anhebend. Ich konnte mir vorstellen, wie ich dabei aussehen musste, aber so lief ich immerhin nicht Gefahr, gleich umzufallen. Eine Hand hatte ich beim Gehen stets ausgestreckt, die andere lag – wenn immer nicht anderweitig in Gebrauch – auf meinem Bauch. Meine Gedanken wanderten zu der Göttin. Zu ihrer Strafe. Und es machte mich wütend!
Ich stolperte, ruderte mit den Armen und fing mich keuchend an einem Baum auf. Gut, ein Baum. Das war es, was ich gewollt hatte. Jetzt musste ich es nur noch schaffen, den Rock zu heben und ihn nicht vollzuspritzen. Spätestens beim Zurückgehen würde ich es bemerken. Von Vorteil wäre es außerdem, wenn ich vom Ausgang nicht gleich gesehen werden würde … also … musste ich jetzt den Baum umrunden? Hatte ich mich während des Stolperns gedreht? Ach, verflucht!
Ich ließ mich am Baum nieder und tastete mit den Händen den Stamm ab. Den Kopf hielt ich gehoben, als starrte ich geradeaus. Es war … seltsam. Und bedrückend, so lange Zeit nichts zu sehen. Man sollte meinen, ich wäre es mir gewohnt. Das war ich nicht. Die Entscheidung, wieder ins Licht zu gehen, war allgegenwärtig gewesen. Jetzt … gab es das nicht mehr. Es war einfach weg. Es war da, das wusste ich. Vermutlich ging jetzt, oder alsbald die Sonne auf. Nur … Ich seufzte müde. Nur sah ich es nicht. Ich sah gar nichts.
Unter meinen kalten Fingern spürte ich Moos. Hier war also Norden. Entsprechend war ich jetzt auf der verdeckten Seite des Baumes, denn die Sonne hatte den Eingang des Komplexes nie angeschienen. Ich raffte das Kleid und verrichtete mein Geschäft. Und noch während ich es laufen ließ und sehnlichst hoffte, ich hätte es geschafft, meinen Rock außerhalb der Treffweite zu bringen, stöhnte ich laut auf. Die Hand, die ich an den Baum hinter mir gelegt hatte, um mich abzustützen, ließ von dem Baum ab und wanderte zu meinem Bauch. Wieder stieß ich ein schmerzhaftes Stöhnen aus.
Schnell sah ich zu, dass ich fertig wurde, richtete – insoweit ich das beurteilen konnte – meinen Rock, schleppte mich zwei Bäume weiter und ließ mich keuchend nieder. Und schon wieder. Keuchend legte ich meinen Kopf hinter mich an den Baum.
„Heute in Kampflaune, meine Kleine?“, schnaufte ich schwer und ertrug bereits den nächsten, alles andere als sanften Tritt in meine Magengrube. „Deine Ausdauer ist unerbittlich“, sprach ich weiter. „Von mir hast du das aber nicht.“
„Und wie sie das von dir hat!“ Gileads Stimme erklang neben mir. Seinen Duft hatte ich kurz vorher schon wahrgenommen. Ein schmerzliches Lächeln fand Platz auf meinen Lippen.
Ich lachte auf. „Wie kommst du denn darauf? Cyrus’ kann das Schwert länger führen als ich. Und die Kleine“, mit aufgerissenen Augen hielt ich den Atem an. Dieses Mal traten mir sogar Tränen in die Augen, “meint es gerade wirklich nicht gut mit mir“, presste ich angestrengt hervor.
„Es braucht kein Schwert, um zu kämpfen. Alles was es dafür braucht, ist ein scharfer Verstand.“ Gilead legte eine Hand auf meine Schulter. „Möchtest du etwas spazieren gehen?“
„Wenn du mir hochhilfst?“ Blind streckte ich eine Hand nach ihm aus und lächelte gequält. „Ich werde nicht dünner.“ Noch konnte ich zwar viel allein machen, aber es wurde zunehmend mühsamer. Von der Blindheit einmal abgesehen.
„Ja, natürlich.“ Wenig später spürte ich seine warmen Hände in meinen und er zog mich hoch. „Weißt du, ich frage mich die ganze Zeit schon, wer hinter dem Ganzen steckt. Wer versucht, dich und Cyrus vom Thron zu stoßen? Und warum jetzt? Hast du einen Onkel, der den Thron will? Einen entfernten Verwandten?“
Etwas unsicher kam ich zum Stehen. Mit meinen Händen hielt ich weiter an seinen fest. „Keinen, der mir bekannt wäre. Meine Verwandtschaft ist tot. Bis auf den letzten. Und mein Vater wäre, auch wenn mein Onkel ihn nach meiner Zeugung nicht getötet hätte, längst nicht mehr unter uns.“ Früher war es mir egal gewesen. Ein Betthäschen meiner Mutter. Ein Mensch, unbedeutend und wertlos, so wurde es mir beigebracht. Heute machte es mich traurig, ihm nie begegnet zu sein. Doch bei seiner menschlichen Lebensspanne hätte ich ihn so oder so nie kennengelernt. Um meine dreißig herum wäre er vermutlich eines natürlichen Todes gestorben. Ein Alter, an das sich ein Vampirkind kaum erinnerte… „Vermutlich war er ein Sklave, den sie in ihr Bett gezwungen hat“, murmelte ich leise, in Gedanken versunken.
„Nicht väterlicherseits, Naya. Hatte deine Mutter einen weiteren Bruder? Oder einen Cousin? Gibt es noch andere Nachkommen der Ignis-Robur, die den Thron haben wollen?“
„Ja, nein, ich weiß schon, was du meintest …“ Versonnen starrte ich vor mich hin. „Es ist nur … ich habe ihn nie kennengelernt. Und es war mir immer egal. Nur jetzt, wo ich selbst …“ Meine Hände fuhren sanft über meinen Bauch. Ich seufzte leise auf. „Familie mütterlicherseits. Mein Onkel, König Alaric, war meiner Mutter Bruder. Sie wurden nach ihren Reifen vermählt. Von anderen Verwandten war nie die Rede. Und wann hat ein Vampirpaar mehr als zwei Kinder? Das passiert einmal in … hunderttausend Fällen? Und dann noch beim Königspaar? Das wäre doch bekannt gewesen.“
„Es kommt vor, dass mehr als zwei Kinder geboren werden, musst du wissen.“ Gilead blieb stehen, führte meine Hand zu seinen Lippen und küsste sie sanft. „Du bist von der Göttin gesegnet. Bestimmt…“
„Um Himmels Willen, das mache ich ganz sicher nicht nochmal mit! Ich habe Cyrus schon gesagt, er soll es ausnutzen, solange ich noch schwanger bin. Nachher werde ich abstinent!“
Gilead stockte. Dann lachte er auf, laut und erheitert. Es dauerte eine ganze Weile, bis er sich wieder beruhigt hatte. Und selbst dann waren seine Worte nur schwerlich zu verstehen. „Absti…nent… Das glaubst du… doch selbst nicht…!“ Er lachte wieder. „Glaube mir, es gibt drei Dinge … auf die ein Vampir nicht verzichten kann!“ Mittlerweile schnappte er nach Luft. Es hörte sich an, als würde er sich schniefend über die Wange streichen.
Missbilligend den Mund verzogen, sah ich in seine Richtung und hob die Augenbrauen.
„Also … Es gibt die geistlichen Genüsse … Lesen, lernen, sich fortbilden und unterhalten …“ Gilead atmete tief durch und beruhigte sich allmählich. „Dann gibt es die normalen Gelüste, wie essen und trinken, aber auch Schlaf. Das haben wir mit den Menschen gemeinsam.“
Meine Nasenflügel blähten sich genervt.
„Und der dritte Aspekt ist der, den ich gerne den Urtrieb nenne. Das Verlangen nach Blut, körperlicher Nähe und eben der geschlechtlichen Vereinigung. Das haben wir mit den Tieren gemeinsam. Und es ist der stärkste Trieb in uns.“
„Pff!“ Demonstrativ drehte ich meinen Kopf weg. „Das habe ich als Kind nicht gebraucht, dann kann ich auch wieder darauf verzichten! Ich lasse mich nicht gleich wieder schwängern, hast du eine Ahnung, wie anstrengend das ist? Wie viel …“ Meine Stimme wurde leiser. „Wie viel Angst ich durchgehend habe?“
Eine Hand legte sich unter mein Kinn und hob meinen Kopf. Im selben Moment spürte ich Lippen, die die meinen sanft neckten. „Angst ist ein starker Motivator. Und ich bin mir sicher, in einem sicheren Umfeld hättest du diese Angst nicht. Wenn wir eure Feinde besiegt haben, wirst du nie wieder vor etwas Angst haben müssen.“
„Es sind doch aber nicht nur die Feinde, Gil“, hauchte ich an seine Lippen und entfernte mich leicht. Die Hände legte ich stabilisierend auf seine Brust. „Ich habe auch Ängste, wie jede andere werdende Mutter. Esse ich das Richtige? Hat es in mir alles, was es braucht? Hat es bei meiner Bauchverletzung Schaden genommen? Wird es lebendig zur Welt kommen? Werde …“ Mühsam schluckte ich die Panik, die mir die folgenden Worte ins Herz trieben, hinunter. „Werde ich die Niederkunft überleben?“ Eine Träne fiel. „Oder wird es nur noch seinen Vater haben. Oder niemanden. Cyrus’ und meine Verbindung ist unglaublich stark. Wir können es nicht einmal ertragen, den jeweils anderen mit jemand anderem zu sehen. Er würde … wenn ich sterbe, würde er wahrscheinlich …“
„Wären die Feinde nicht, wärst du umgeben von ganz vielen Frauen, denen du deine Sorgen und Ängste mitteilen könntest. Du bist hier ganz auf dich alleine gestellt, Naya. Du hast Existenzängste und das macht auch vor der Schwangerschaft keinen Halt.“ Seine Hände legten sich auf meinen Bauch und er kam mir noch näher. Zärtlich küsste er meine Wangen, meine Augen, meine Stirn. „Es wird ein gesundes, kräftiges Kind und du wirst es aufwachsen sehen, es groß ziehen, lieben und ihr eine gute Mutter sein. Weil du stark bist, Nayara. Und du bist eine Frau. Dein Körper ist dafür geschaffen, ein Kind zu gebären. Also mach dir darüber keine Sorgen.“ Gilead nahm mich fest in den Arm und drückte meinen Kopf an seine Schulter. „Möchtest du für ein paar Tage auf den Hof? Zu Lyssa und Sharifa? Sie leben immer noch bei Kathia und Herold.“
Lyssa. Sie könnte mir helfen. Könnte mir so vieles erklären, mich beruhigen … „Es sterben trotzdem viele Frauen an einer Geburt“, flüsterte ich leise.
„Nein, Naya. Die Vampirinnen bringen nur zwei Kinder zur Welt. Die Natur will nicht zu viele Vampire, deswegen die niedrige Geburtenrate.“ Er nahm mein Gesicht in beide Hände. Kurz darauf spürte ich seinen Atem an meinen Lippen. „Warum also sollte es noch eine hohe Sterblichkeitsrate bei unseren Frauen geben, wenn es ohnehin nur wenige Schwangerschaften gibt? Das macht doch keinen Sinn.“ Seine Hände wanderten über meine Arme, hinunter zu meinen Händen und von dort zu meiner Hüfte. „Außerdem ist deine Hüfte während der Reife in die Breite gegangen. Du bist eine Frau geworden. Mit allen Vorzügen.“
Ich schluckte. Gil war erregt. Ich spürte seine Härte an meinem geschwollenen Bauch und es machte mich rollig. Eben noch in so niedergeschlagener Stimmung, passte sich mein Körper nun seinem Begieren, seiner Lust an, sodass mein Unterleib wie von selbst damit begann, zu pochen und sich an ihm zu reiben. Es war schon … lange – ich wusste nicht mehr, wie lange – zu lange her, seit Cyrus mich zuletzt genommen hatte. Als hätte er bloß Gileads körperliche Aufforderung dazu gebraucht, erinnerte sich mein eigener Körper auf einmal an sein Missen.
Eine Frau mit allen Vorzügen. Seine Worte und der starke Griff um meine Hüften ließen mich leise stöhnen. Es war seltsam. Ich sah nichts. „Wir sollten das nicht …“, keuchte ich leise, die Hände an Gileads Brust platziert, um ihn wegzudrücken. Stattdessen fühlte es sich gut an und ich fing damit an, ihn zu streicheln.
„Ich weiß“, flüsterte er nah an meinem Ohr. Seine Hände glitten höher. Über die Rundungen meines Bauches, bis zu den Ansätzen meiner Brüste. „Aber wir wollen es. Beide.“ Seine Lippen landeten an meiner Schläfe. „Ich habe nie aufgehört dich zu lieben, Naya. Natürlich liebe ich Lyssa, aber ich liebe und begehre dich gleichermaßen.“
„D…du…“ Er liebte mich? Ja, wir hatten bereits einmal darüber gesprochen, dass wir mehr füreinander empfanden …, er hatte sogar beteuert, er wäre bereit, Lyss für mich zu verlassen, aber das verdiente sie nicht. Das war nicht, was ich wollte. Eigentlich sollte sie hier sein. „Gilead … du willst mich nur, weil sie nicht hier ist. Und du sexuell frustriert bist.“ Ungeduldig, als wollten sie mich auffordern, endlich die Klappe zu halten und weiterzumachen, fuhren meine Hände seine Brust auf und ab, wobei sie gefährlich nahe an Gils Hosenbund kamen.
Er lachte leise. Seine Hände fuhren die Ansätze meiner Brüste nach. „Was meinst du wohl, warum ich beinahe täglich jagen gehe oder Knollen suche? Ich bin fast jeden Tag bei Lyssa. Wir haben einen geheimen Treffpunkt zwischen dem Hof und unserem Versteck.“
„Das … das ist gefährlich, ihr könntet entdeckt…“ Seine Lippen brachten mich zum Verstummen. Ergeben stöhnte ich in den Kuss hinein. Jetzt war es meinen Händen genug. Ich öffnete Gileads Gürtel und ließ meine Hand in seinem Hosenbund verschwinden, wo ich sein steifes Gemächt umfasste und leicht hoch und runter bewegte.
Sein Kuss wurde wilder. Beherzt umgriff er meine Brüste. Mit seiner Hüfte kam er in regelmäßigen Bewegungen meiner Hand entgegen. „Naya!“, stöhnte Gilead kehlig und löste den Kuss. Seine Hände wanderten tiefer. Ungeduldig zog er meinen Rock hoch. Kurz darauf spürte ich eine Hand zwischen meinen Beinen.
Ich zog meine Hände zurück und legte sie an seine Wangen. Dann stoppte ich den Kuss. Schwer atmend legte ich meine Stirn an seine. „Ich weiß nicht, ob das …“ Ich stockte. „Ich habe nicht mehr, seit ich … nicht mehr sehen kann …“ Kaum hatte ich zu Ende gesprochen, verpasste mir jemand ganz Bestimmtes einen Schlag in die Magengrube und ließ mich leise stöhnen. Mein Griff um Gileads Kopf wurde fester, während mir meine sowieso schon zittrigen Beine unter dem Körper wegzukippen drohten.
Gilead hielt mich fest und ließ mich behutsam auf den Boden gleiten. Erst, als ich auf seinem Schoß zu sitzen kam, ließ er mich wieder los und streichelte meine Arme. „Wir müssen nicht, wenn du nicht willst“, entgegnete er. Trotz eregierter Männlichkeit in seiner Hose.
„Es ist nicht, dass ich nicht will“, erklärte ich leise, meine Hände in seinen Nacken gelegt. „Ich…“ Leise lachte ich auf. „Es ist dumm. Aber was, wenn es dir nicht gefällt? Weil ich irgendwas falsch mache, weil ich nicht sehe, was ich mache?“
„Das wird es höchstens intensiver machen.“ Sanft strich er mir über die Wange. „Du musst nicht sehen können, um zu spüren, was dir gefällt, Nayara.“ Mit den Händen schob er meine Hüfte langsam vor und zurück, sodass meine Mitte über seinen harten Schaft gerieben wurde. Selbst durch den Stoff hindurch bereitete mir diese Reibung ein herrliches Gefühl. Heiße Nässe breitete sich zwischen meinen Schenkeln aus. „Wenn du weißt, was du willst, kannst du nichts falsch machen.“
Ich nickte vorsichtig. „Gut …“ Ich drückte Gil zu Boden, sodass er auf dem Rücken lag und ich über ihm thronte. Mit meinen Händen tastete ich nach seinem Mund, ehe ich meinen eigenen darauf niederließ und ihm einen sachten Kuss gab. Als ich mich wieder von ihm löste, kicherte ich leise. Es war seltsam, aber irgendwie hatte er auch recht. Ich empfand viel intensiver. Seine Hände, die meine Brüste reizten, ich spürte, wie er mir den Rock hochschob und die Haut meiner Beine entblößte.
Ungeschickt zog ich ihm seine Hose herunter. Wieder tastete ich mich an ihn heran, dann kletterte ich ein Stück zurück und senkte meinen Mund auf sein stehendes Gemächt. Sein Geschmack ließ mich schnurren. Gierig leckte ich die bereits austretende Flüssigkeit von seiner Spitze, quälte ihn, bis er keuchend bat, den Gefallen erwidern zu dürfen. Alles andere hatte ich aus meinem Kopf verbannt. Da waren nur Hände, Beine, Lust und deren Geräusche. Es hätte uns jemand zusehen können und ich hätte es nicht bemerkt. Stattdessen rekelte ich mich auf dem Waldboden hin und her, wusste nicht, wo ich mit meinen Händen hin sollte, und stöhnte bald schon hemmungslos unter Gileads flinker Zunge.
Gil drehte uns herum. Kurz darauf saß ich wieder auf seinem Becken. Seine Hose musste er mittlerweile ausgezogen haben, denn die Beine, die ich unter mir spürte, waren nackt. Seine Erektion drückte hart gegen meine Mitte. Wieder schob er meine Hüfte vor und zurück, sodass meine Schamlippen an seinem Schaft entlangglitten. Mit einer Hand tastete ich mich an ihm herunter, griff nach seiner Männlichkeit, positionierte sie richtig und ließ mich langsam darauf nieder. Ausgefüllt saß ich auf ihm und fühlte mich einfach nur gut. Wie lange war es gleich noch einmal her? Ich konnte mich nicht mehr erinnern …
Kreisend begann ich, mein Becken zu bewegen, schlüpfte mit meinen Händen unter sein Oberteil und fuhr gierig über seine Brust. Leise wollüstige Laute entsprangen meiner Kehle, während ich die schwachen Bewegungen seines Glieds in meinem Inneren genoss.
„Mehr!“, brummte er leise und legte beide Hände an meine Hüfte, um meine Bewegungen zu führen. Gleichzeitig begann er, von unten in mich zu stoßen.
Plötzlich griff er grob in mein Haar und zog meinen Kopf in den Nacken. Ein weiterer Duft mischte sich hinzu. Gilead wurde passiv; seine Hände ruhten locker an meinen Oberschenkeln.
Ich erstarrte. Erschrocken weiteten sich meine Augen. „C…cyrus!“, krächzte ich, die Kehle durchgestreckt und offen dargelegt. Seine Hand in meinem Haar festigte sich. War er wütend? Eifersüchtig? Oh, ganz bestimmt sogar. Und es erregte mich zutiefst.
Seine Lippen legten sich auf meinen überstreckten Hals und ich spürte seine Fangzähne, die leicht über meine empfindliche Haut kratzten. „Beweg dich, Nay“, murmelte er. „Bring dich zum Höhepunkt. Nur dich. Na los.“
Ich schluckte. Meine Lust stieg an, während sich meine Nägel in Gileads Brust krallten. So gut es mir möglich war, nickte ich folgsam und führte seinen Befehl aus. Ich wurde schneller und bewegte mich dabei vor und zurück. Männer mochten das nicht besonders. Sie spürten nichts dabei – außer Schmerz, wenn ich bei der Bewegung zu wild wurde. Doch für mich war es der Himmel auf Erden. Mein Atem ging immer schwerer. Mein ganzer Körper spannte sich in freudiger Erwartung der baldigen Erlösung an. Cyrus’ Zähne bohrten sich in meinen Hals, und noch während er trank, stöhnte ich ihm meinen Höhepunkt entgegen. Mein ganzer Körper bebte und mein Innerstes zuckte.
Kraftlos sackte ich zusammen, schaffte es kaum, zu Atem zu kommen. Noch immer bewegte ich leicht meine Hüfte und spürte die Männlichkeit in mir, die noch immer hart war.
„Und jetzt“, knurrte Cyrus leise, mit drohendem Unterton in der Stimme, „erkläre mir doch bitte, warum du dich mir entziehst und Gilead vorziehst.“
Aufgeschreckt riss ich meine nutzlosen Augen auf. „So ist das nicht!“, beteuerte ich sofort und drehte den Kopf in Cyrus’ Richtung. Meine Finger trommelten hilfesuchend auf Gileads Brust herum, doch dieser blieb erstaunlich schweigsam. Seine Daumen kreisten lediglich entschuldigend auf der Haut an den Seiten meiner Hüfte.
Als mir bewusst wurde, dass ich meine Hände immer noch unter seinem Oberteil hatte, zog ich sie schnell hervor. Noch immer keuchte ich schwer, wobei ich jetzt zusätzlich nicht wusste, wohin mit meinen Händen. „Wir … es hat uns einfach überkommen …“, stotterte ich, wild mit den Händen gestikulierend. „Wir haben geredet und es ist einfach …“
„Einfach passiert, ja? Und nun? Willst du wieder in dein Zimmer und dich schämen oder willst du zu Ende bringen, was du angefangen hast? Mit allen Konsequenzen?“ Cyrus nahm meine rechte Hand und führte sie an seinen Schritt. Durch den Stoff seiner Hose spürte ich, wie hart er war. „Willst du wieder zwei Schwänze in dir stecken haben?“
Oh … er hatte es gespürt. Er hatte meine Lust gespürt. Deswegen war er gekommen.
Bei seinem Vorschlag begann meine Mitte sofort wieder verlangend zu pochen und zog sich enger um Gileads Gemächt. Dieser kicherte leise. „Das ist genau das, was sie will, wenn man ihrem Körper trauen darf.“
Das hatte er nicht gerade gesagt!
„Natürlich will sie das. Sie will ausgefüllt sein, bis in den letzten, tiefsten Winkel.“ Cyrus strich mit einer Hand über mein Gesicht, mit der anderen Hand öffnete er seine Hose. Noch immer lag meine Hand an seinem Schritt, sodass ich kurz darauf die glatte, weiche Haut an meinen Fingerspitzen spürte. „Sag mir, was du willst, Nay. Sag, dass du willst, dass wir jedes deiner Löcher stopfen.“
„Ich … will, dass ihr mich nehmt. Beide.“ Ich hoffte inständig, dass er es dabei belassen würde. Ich konnte die anderen Worte nicht aussprechen, die waren so … demütigend!
„Dann los, nimm ihn in den Mund!“, befahl Cyrus.
Selbst Gilead stöhnte leise auf. Vermutlich, weil er alles genau sehen würde. Seine Hände krallten sich in meine Oberschenkel und sein Becken bewegte sich erregt. Ich folgte Gileads unausgesprochenem Wunsch und begann wieder, mich auf seinem Schoß zu bewegen. Gleichzeitig nahm ich wahr, wie Cyrus näher trat, sodass ich nur noch den Kopf drehen und sein Gemächt in meinen Mund nehmen musste. Geistesgegenwärtig zog ich zuvor noch meine Fangzähne ein, die bei meinem Orgasmus ungefragt herausgeschossen waren, dann begann ich, meine Lippen über seine Länge zu stülpen.
Cyrus bewegte sich langsam und drängte seine Länge in meinen Mund, bis ich beinahe würgen musste. „Entspann dich. Leg den Kopf weiter in den Nacken.“
Ich sah zu ihm auf … zumindest hätte ich das unter normalen Umständen getan. Er drang tiefer ein; wieder musste ich zusehen, dass mein Mageninhalt da blieb, wo er hingehörte. Entspannen … wie sollte ich mich entspannen, wenn er so tief in meinem Rachen steckte?
Der Griff an meinen Haaren wurde fester, seine Bewegungen in meinem Mund wurden schneller. Es wurde schon unangenehm, ich bekam kaum noch Luft!
Genau in diesem Moment stoppte Cyrus und zog sein Glied aus meinem Mund. Sachte wischte er mir ein paar Tränen weg. „Küss Gilead“, raunte er leise.
Mein Becken räkelte sich auf Gileads Schwanz. „Aber ich will dich …“, widersprach ich leise, den Kopf zu meinem Verbundenen emporgehoben.
„Du bleibst schön so sitzen, Liebes. Beug dich vor, hebe deinen Arsch und küss ihn endlich. Dann entspannst du dich schneller, wenn ich deine süße, enge Rosette dehne.“
Ich schnappte nach Luft. „Du willst … aber das wird zu eng!“
Cyrus musste hinter mich getreten sein, denn ich spürte seine Hände, die meinen Oberkörper herunterdrückten, direkt auf Gilead. „Das soll es auch, sonst macht es keinen Spass.“
„Ich … ich meine … wegen dem Kind!“ Ich atmete angestrengt. „Das braucht doch auch noch Platz!“
Das sitzt nicht so weit unten, Liebste.“ Cyrus zog den Rock höher, bis mein Hintern freilag. Mit beiden Händen streichelte er über meine Pobacken. „Darf ich auch mal?“
Gilead zog mich zu sich. Bald darauf lagen seine Lippen auf meinen. Beinahe zeitgleich rutschte sein Glied aus mir heraus. Noch bevor ich mich darüber echauffieren konnte, hatte sich Cyrus mit einem harten Stoß in mir versenkt. Schnell und hart nahm er mich, ließ mich seine Eifersucht mit jedem einzelnen Stoß spüren. Danach weitete er meinen Hintern und drückte sein pralles Glied dort hinein. Gilead schob sich wieder zwischen meine Beine. Von da an setzte mein Verstand aus. Ich hechelte und stöhnte von einem Höhepunkt zum nächsten. Dann schenkten mir beide Männer ihre Samen. Endlich oder leider? Ich konnte es nicht sagen. Schließlich endete ich nach Luft ringend, liegend auf Gileads Brust, den Blick seitlich in die schwarze Leere vor meinen Augen gerichtet. Aber wo war Cyrus? Er hatte sich aus mir zurückgezogen und dann …
„Solche Sehnsucht nach mir?“, flüsterte seine Stimme plötzlich rau an mein Ohr, sodass ich erschrocken zusammenzuckte. „Ich habe mich gewaschen, meine Schöne. Und das solltest du jetzt auch tun.“ Sanft wurde ich hochgehoben.
Meine Beine schlangen sich um seine Hüfte, während ich meine Nase zufrieden gurrend in seine Halsbeuge schmiegte. „Zum Fluss?“, nuschelte ich leise. „Zusammen?“
Sanft knabberte er an der Haut meines Halses, platzierte einen Kuss darauf und arbeitete sich weiter zu meinem Ohr vor. „Mich wirst du nicht mehr los, kleine Nervensäge. Meine beiden, kleinen Nervensägen.“




























































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