Kapitel 69 – Heisse Abkühluung
Kapitel 69 – Heisse Abkühluung
Aurelie
Klatschen. Das Geräusch von Haut auf Haut. Und die Lust. Diese unsägliche Lust! Heiß wie Flammen fegte sie über mich hinweg! Oh, wieso nur?, wollte ich schreien. Wieso tust du mir das an?!
Welch Ungerechtigkeit die Welt doch beherrscht, dachte ich mir beim Schweiß überströmten Aufwachen. Traum war es nur zum Teil gewesen, das war mir klar. Wie hatte ich es nur geschafft, bei diesen Geräuschen ein Auge zu tun?
Meine Hand fuhr an meinem erhitzen Körper hinab, jede Pore, jede Zelle schien zu brennen unter meiner Berührung. Heiss!, schrie alles in mir und als meine Fingerspitzen erst die weiche Haut zwischen meinen Beinen erreichten, begehrte mein ganzer Körper auf. Ich bäumte mich meiner eigenen Berührung entgegen, wie ein verhungerndes Lamm den Zitzen seiner Mutter.
Schwer keuchend zog ich meine Hand zurück. Das war nicht, was ich wollte. Denn ich wollte ihm nicht nachgeben. Gäbe ich dem Druck nach – jetzt, wo ich wusste, woher er kam – käme es einem Eingeständnis gleich, ohne diesen Mann nicht mehr leben zu können. Oder zu wollen. Doch so verzweifelt war ich noch nicht, also stieg ich kurzerhand aus dem Bett, rieb mir müde die Augen und stand auf. Ich streckte mich, dehnte meine Muskeln, die von der wenigen Bewegung hier drinnen regelrecht zu verkümmern schienen. Auch wenn ich wieder richtig aß. Zwar fehlte mir der Hunger, aber ich konnte die Nahrung bei mir behalten. Kein regelmäßiges Brechen mehr. Sehr zu meiner Freude. Und das Monatsblut war ebenfalls schon vor Tagen abgeklungen. Welch ein Glück.
Gähnend schlüpfte ich durch den Vorhang, wobei ich nicht umhin kam, zu bemerken, dass ich scheinbar als erste wach geworden war. Ich ging in Richtung des Badeabteils. Sobald ich den Raum erreicht hatte, schnappte ich mir einen Kessel mit Wasser, stieg in den Bottich und leerte den ganzen Eimer über mich. Meine Arme bebten unter seiner Last. Doch das verlor in nächster Sekunde an Bedeutung.
Das kalte, erfrischende Wasser verdampfte auf meiner Haut, kaum kam es damit in Berührung. Es kühlte mich ab … zumindest dem Gefühl nach. Aber zum Ende hin war das ganze Badeabteil in hellen, warmen Dampf gehüllt, der sich langsam, aber sicher durch den Vorhang schlich und den Weg in den Gemeinschaftsraum fand.
Nicht wahrhaben wollend, was hier gerade passiert war, formte ich meine Hand zu einer Kelle und schöpfte das Wasser, welches an meinem Körper vorbei in den Bottich gefallen war, auf meine Haut. Das meiste verdampfte schon in meinen Handflächen.
Kopfschüttelnd verließ ich den Bottich, in dem ich nur hurend Platz gefunden hatte, mit ausgeprägten Falten auf der Stirn. Unwichtig, beschloss ich. Kurz warf ich einen Blick in den Spiegel, den ich erst mit der Hand vom Beschlag befreien musste. Meine Augen waren nicht rot. Wie gewohnt starrte mir nur mein bernsteinfarbener Blick entgegen. Ich schüttelte den Kopf und vertrieb den Gedanken.
Ich hatte Abortdienst. Und bevor noch jemand auf die Idee kommen könnte, mich mit erhobenem Zeigefinger daran erinnern zu müssen, lief ich in die kleine Abstellkammer, die gleichwohl als Wäsche- und Putzkammer diente. Ein kleiner Raum, in dem sich allerlei befand, was man praktisch niemals brauchte. Nähzeug, um die Kleider zu flicken, Kisten mit Dingen darin, die kannte vermutlich nur Aralie, und haufenweise anderes. Inklusive eines Eimers, einiger Lappen, eines Mittels, das eine Mischung aus Zitrone und anderen frischen Gerüchen verströmte, einem Besen und einem Mob.
Ich schnappte mir einen Lappen, das duftende Mittel und zusätzlich noch den Mob, für das Wasser, das ich bei meinem Bad daneben geschüttet hatte. Bestimmt wären die Frauen wütend, weil ich einen ganzen Eimer Wasser selbst verbraucht hatte. Aber mir war nun mal abartig heiß gewesen. Und das hatte sich auch nicht geändert …
Ich putzte, sog das Wasser auf und setzte mich nach getaner Arbeit mit dem Rücken an die Wand gelehnt auf den Boden. Eigentlich würde ich jetzt gern nochmal baden. Nachdem man geputzt hatte, fühlte man sich doch immer etwas schmutzig. Aber das kam nicht infrage. Außerdem war es fraglich, wie viel ein Bad brachte, wenn die ganze Flüssigkeit auf meiner Haut sofort verdampfte. Ob ich immer noch so heiß war? Oder hatte sich meine Haut mittlerweile abgekühlt?
Probeweise hielt ich mir die Hand an die Stirn. Wobei ich mich selbst nicht als heiß empfand. Hm … Dennoch tat mir die kalte Wand im Rücken gut. Solange, bis ich hörte, wie sich in den anderen Abteilen etwas regte. Etwas, was nicht hier hergehörte.
Bettgeflüster, leise, gehauchte Worte, lüstern, brummend, unverwechselbar. Und ich hörte jedes Einzelne davon.
„Mein König“, schnurrte Fenna. Plötzlich spürte ich einen Schauder meine Brust hinabgleiten, zu meinem Bauch und … oh gütige Götter!
„Bleibt doch noch. Das war so …“, brummte auch Ines‘ Stimme verführerisch, wurde aber von einer tieferen Stimme abgelöst.
„Berauschend? Befriedigend? Schön mitanzusehen, wie aus jeder von euch mein Samen läuft?“
Zitternd holte ich Atem und presste in der nächsten Sekunde meine Hand auf den Mund, um auch ja kein Geräusch von mir zu geben. Doch das war gar nicht nötig, denn schon nahmen andere Geräusche ihren Lauf und mein Atem wäre in keinem Fall mehr zu hören gewesen.
Wieso war er noch da? Niemals hatte er bei ihnen geschlafen! Nie!
Heute aber schon, flüsterte mir ein Stimmchen zu.
Heute aber schon, musste ich mir eingestehen. Wieso nur, Cyrus?, fragte ich mich, die Hand verkrampft auf mein Herz legend. Hatte er so wenig Feingefühl? Spürte er nicht, was es mit mir machte? Ihn so … zu hören?
Stumme Tränen liefen mir über die Wangen und taten meinen Schmerz kund. Schmerz, weil er eine andere berührte. Mehrere. Dabei sollte ich doch froh darum sein, versuchte ich mir einzureden. Sei dankbar! So belästigt er dich nicht! So tut er dir nicht mehr weh! Aber es tut ja dennoch weh, stellte ich lautlos weinend fest. Nur nicht meinem Körper.
„Naya …?“ Der Vorhang wurde zur Seite gehoben. Lyssa erschien in der Öffnung und blickte mitleidig auf mich herunter. „Oh, Naya“, murmelte sie leise und kniete sich zu mir auf den Boden. Doch als sie mir über die Wange streichen wollte, zuckte sie leise fluchend zurück.
Als ich ihre Hand erblickte, die leicht geröteten, verbrannten Fingerspitzen, wimmerte ich stumm, schüttelte energisch den Kopf und weinte weiter. Nur, dass meine Tränen keine Chance hatten. Sie verdampften. „Verzeih! Verzeih! Oh, verdammt!“, brachte ich bitterhauchend, den Mund zu einer leidvollen Linie verzogen über die Lippen. ‚Es tut mir leid!‘, formte ich mit meinen Lippen bebend, ehe ich aus dem Raum stürmte und in die dunkle kleine Kammer flüchtete. Hier würde Cyrus zumindest nicht …
In meiner Hast kam ich dem Besenstiel zu nahe. Er fiel um, klatschte gegen die Wand und gab ein Geräusch von sich, wie es das Aufeinanderklatschen von Besenstiel und Wand nun mal tat. Ein leises, dumpfes Poltern hallte durch den Raum.
Es dauerte nicht lange. Natürlich würde man mich nicht einfach allein lassen. „Naya? Es ist alles gut, ich heile auch schon wieder …“, rief Lyssa. „Es ist nichts passiert.“ Sie öffnete den Vorhang zur Abstellkammer. Hinter ihr trat noch jemand durch den Vorhang. Wimmernd blieb ich am Boden kauern.
Er trug nur eine in Hast übergezogene, kurze Leinenhose. Sein Oberkörper war nackt und seine Haare völlig zerzaust. Also hatte er wirklich hier geschlafen. „Wer ist verletzt?“, fragte er und musterte mich von oben bis unten.
„Ich habe mir nur die Finger verbrannt, aber es heilt schon wieder, Majestät“, erklärte Lyssa. Bei ihren Worten zuckte ich zusammen. Er würde denken … er würde denken …!
Seine Gesichtszüge verhärteten sich. „Lass uns allein“, verlangte er und schob sie hinter sich. Dann streckte er seine Hand aus, um sie an mein Kinn zu legen.
„Nein!“ Bevor er mich berühren konnte, schreckte ich zurück. Mein Kopf stieß an einer Kiste an, doch meine Aufmerksamkeit galt nicht ihr. „Nicht, Majestät, lass mich einfach, bitte!“, wimmerte ich und sah flehend auf.
„Was ist mit dir? Du schwitzt am ganzen Körper. Bist du krank?“
„N…nein. Nur heiß, a…aber ich verspreche, ich mache das nicht absichtlich!“
Seine Augenbrauen zogen sich nach oben. „Brauchst du eine Abkühlung?“
Ich legte meinen Kopf an die kühle Wand hinter mir. „Ist verdampft“, gestand ich leise.
„Ich denke da eher an den See“, entgegnete er. Seine Mundwinkel zuckten. Ich brauchte nicht lange zu überlegen. Ich nickte und raffte mich auf, nur um dann festzustellen, dass ich noch im Nachthemd war. Zögerlich sah ich an mir herab. „Du solltest es anlassen. Aber du kannst einen Mantel anziehen.“ Er wandte sich von mir ab und verschwand in Fennas Schlafzimmer. Kurz darauf trug er Stiefel, eine lange Hose und hielt sein Hemd in der Hand. „Oder du ziehst das drüber.“
Die Zähne fest aufeinandergepresst, griff ich nach dem Hemd. Darauf bedacht, ihn nicht zu berühren. Seine Augen funkelten leicht. Er wusste genau, dass ich hier keinen Mantel hatte. Ich warf mir das Hemd über den Kopf und einen Moment, da ließ ich mich tatsächlich von seinem Geruch einlullen. Ich vergrub meine Nase im Kragen und atmete tief ein. Ungewollt entfleuchte mir ein zufriedenes Schnurren.
„Komm“, meinte er knapp, öffnete das Schloss an der Tür, stieß sie auf und ließ mir den Vortritt.
Mit geducktem Kopf tapste ich vor ihm her, meine Beine waren zum großen Teil unbedeckt, denn das Nachthemd, welches ich unter seinem Hemd trug, ging mir nur knapp über den Po. Meine Füße flogen praktisch über den kalten Steinboden, denn ich hatte heiß. Wachen ignorierte ich, ihre Blicke gleichermaßen.
Als ich vor dem See ankam, das feuchte Gras direkt unter meinen Füßen, wurde ich das Hemd des Königs schnell wieder los. Ich konnte nicht schwimmen, fiel mir wieder ein, als ich auf die schwarz spiegelnde Fläche sah. Die Sonne regte sich am Horizont und schenkte uns erste Strahlen.
Langsam trat ich vor, setzte einen Fuß in den See und stöhnte auf. Es war kalt. Es fühlte sich an, als würde ich brennen. Wenige Schritte rannte ich hinein, dann, dort, wo ich noch stehen konnte, ließ ich mich fallen und tauchte unter. Und ich blieb unten. Es war unglaublich, wie das nasse Kalt meine brennende Haut abkühlte. Und ich genoss es so lange, bis ich keinen Atem mehr in den Lungen hatte. Als ich laut nach Luft schnappend wieder auftauchte, war ich in nebeliges Weiß gehüllt.
„Das ist definitiv kein Fieber“, tönte Cyrus‘ Stimme durch den Nebel hindurch. „Merkst du selbst, dass du heiß bist, Aurelie?“
Mit meinen Händen wrang ich meine Haare aus. „So richtig, nur wenn ich etwas Kaltes berühre“, keuchte ich. Noch immer dampfte das Wasser um meine Haut. Aber es wurde weniger.
„Fühlst du noch etwas anderes?“ Er stand neben mir, wie ich nun sehen konnte. Wasser tropfte von seinen Haaren, landete auf seinem nackten Oberkörper und lief dort hinunter. „Ein Gefühl, das du nicht zuordnen kannst? Eine Ahnung? Ein Kribbeln?“
„Lust? Ich kann es ganz genau zuordnen. Jeden Abend. Immer, wenn du dich vergnügst!“ Meine Fänge schossen heraus und sorgten für ein drohendes Zischen. „Aber seit ich weiß, woher diese Lust kommt, will ich sie nicht mehr. Also ich mache … ähm …“ Ich fauchte. „Vergiss es!“ Am liebsten wäre ich gleich wieder aus dem Wasser raus – hauptsächlich, um seiner Nähe zu entkommen – stattdessen aber tauchte ich erneut unter. Hier im Wasser fühlte ich, wie ich glühte. Und es fühlte sich gut an, abzukühlen. Erneut blieb ich so lange wie möglich unter Wasser. Aber es ging nun einmal nicht für immer.
Kaum war ich mit dem Kopf wieder aus dem Wasser, hörte ich seine Stimme. „Was machst du?“, fragte er. „Ignorierst du es? Weil ich dich einmal dabei erwischt habe, wie du dich selbst berührst? Sei nicht kindisch! Die Lust gehört zum Erwachsensein, wie auch das Blut.“
„Die Lust vielleicht, aber das ist nicht meine Lust! Das ist deine! Ich will sie nicht fühlen und ich will mich erst recht nicht berühren, wenn ich dabei an das Stöhnen anderer Vampirinnen denken muss, die du beglückst! In meiner Anwesenheit!“
Cyrus verdrete die Augen. „Oh, natürlich ist es auch deine Lust! Weißt du eigentlich, wie viele Jahrzehnte es gedauert hat, bis ich es wenigstens so weit im Griff hatte, dass ich nur noch alle zwei, drei Tage das drängende Verlangen spürte?“ Seine Fangzähne glitten hervor, seine Stimme wurde immer wütender. „Seit dem beschissenen Blutschwur muss ich nur an dich denken und das scheiß Ding steht!“
„Das hast du dir selbst zuzuschreiben!“, entgegnete ich wütend. Wasser tropfte von meinen Wimpern und ließ mich blinzeln.
„Ja, verdammt! Weil dein Gift das einzige Gift ist, das mich hätte töten können!“
„So ein Quatsch!“ Entgeistert starrte ich ihn an. „Ich wäre mit meinen Zähnen nie in deine Nähe gekommen! Allein durch deine körperliche Überlegenheit hättest du es verhindert!“ Er hätte mir auch einen Maulkorb anlegen können. Oder mir die Fänge ziehen. Aber ich hielt es für besser, diese Gedanken für mich zu behalten.
Er knurrte. „Es gibt genug Möglichkeiten für eine Frau, um nah genug heranzukommen!“
„Ach ja?“ Ich stampfte einen Schritt auf ihn zu, sodass ich ihm viel zu nah war. Zeitgleich fragte ich mich, wieso. Das Wasser umspielte meinen Körper bis zur Hüfte und kitzelte kühl. „Etwa so? Bin ich dir zu nah? Hast du Angst?!“, forderte ich ihn heraus. „Kannst du mich etwa nicht davon abhalten?“
Sein Blick glitt zu meinen Lippen. Ausatmend schloss er seine Augen. „Wovon soll ich dich abhalten?“ Ganz langsam öffnete er die Augen wieder, aber sein Blick blieb auf meinen Lippen liegen.
Plötzlich zog sich meine Mitte zusammen, sandte einen Schauer nach dem anderen durch meinen Körper und ließ meinen Atem schwer werden. Wassertropfen schmückten seine Brust … die direkt vor mir war. Ich roch ihn, mein Atem wurde noch schwerer. „Dir nah zu kommen“, hauchte ich, konnte meinen Blick aber nicht von seiner Brust lösen. Stattdessen glitt er runter. Wo meine Hüfte vom Wasser bedeckt wurde, war seine es nicht. Seine Hose beulte sich aus und das mächtig.
Ich schluckte schwer und zwang meinen Blick wieder nach oben. Ich wollte es nicht. Doch schlussendlich sah ich ihm ins Gesicht, erblickte seine ausgefahrenen, geradezu erotisch verführerischen Fangzähne, umgeben von sinnlichen Lippen, die verboten sein sollten.
„Aber das ist doch genau das, was ich so sehr will, dass es schon schmerzt“, hauchte er und verringerte den Abstand um weitere, kostbare Zentimeter. Seine Hände legten sich um meine Taille, während er mir mit seinem Kopf so nahe kam, dass sich unsere Lippen fast berührten.
Mein Atem hatte sich eingestellt. Seinen hingegen spürte ich schwer auf meiner Haut. Mein Blick hatte sich auf seine Lippen fixiert und ließ nicht mehr davon ab. Und dann wurde mir die Luft zu knapp. Ich holte zittrig Luft, roch ihn, und da war es um mich geschehen. Ich ging auf die Zehenspitzen, drückte meine Lippen auf seine und krallte meine Hände in seine Brust. Als mir das nicht genügte, umschlang ich seinen Nacken, um ihn besser zu mir ziehen zu können.
Cyrus zögerte nur eine Sekunde, dann erwiderte er den Kuss so heftig, dass er mir in die Unterlippe biss. Von Lust getrieben, presste er seinen Unterleib gegen meinen, sodass seine Erregung gegen meinen Bauch drückte. Eine Hand wanderte zu meinem Hintern, die andere hinauf zu meinem Rücken, um auch meinen Oberkörper näher zu ihm zu ziehen.
Instinktiv begann ich damit, mich an ihm zu reiben. Mein Becken wippte vor und zurück, mit nur einem Ziel: Ihn zu reizen. Eine meiner Hände krallte sich in das Haar an seinem Nacken. Er trug es offen; so verführerisch weich in meinen Händen! Die andere glitt von seinem Nacken hinab zu seinem Bauch, und wäre zweifellos weiter hinab gewandert, hätte ich sie nicht aufgehalten. Doch das war auch alles, was ich noch an klarem Verstand aufbringen konnte, denn unsere Zungen spielten ein Spiel, das mir den Atem raubte. Ich hatte die Augen geschlossen, drückte mich gierig an ihn und stöhnte hemmungslos direkt in seinen Mund. Zwischen meinen Beinen begann es, spürbar feucht zu werden, und das unter Wasser.
Zur Besinnung kam ich erst wieder, als ich mich nach Luft schnappend von ihm löste, ihn anstarrte und im nächsten Moment von mir stieß. Nur taumelte er noch nicht einmal. Stattdessen fiel ich nach hinten und wurde von kaltem Wasser empfangen. Das war nicht wirklich passiert. Nein. Unmöglich. Ich tauchte auf und machte mich sofort auf den Weg zum Ufer.
„Schön, wenn du dich abgekühlt hast“, knurrte er und stieg ebenfalls aus dem Wasser. Die Beule seiner Hose schien noch größer geworden zu sein. „Dann bringe ich dich zurück.“
Ich sagte nichts und ging weiter. Was hätte ich auch sagen sollen? Abgekühlt, ja. Zumindest insoweit, dass er mich hatte anfassen können. Abrupt drehte ich mich um. „Eure Hände!“ Oh, Götter, da war deutlich mehr an ihm, was mich berührt hatte. Aber er schien tatsächlich nicht verletzt.
„Was ist damit?“ Er hob sie an und drehte sie leicht. Dann zuckte er aber nur mit den Schultern und ging vor. „Komm, zurück in den Harem mit dir.“
Es geht ihm gut, beruhigte ich mich. Meine Schultern sanken erleichtert, während meine Beine ihm lustlos hinterher trotteten. Im Harem angekommen, ging ich sofort auf Lyssa zu und bat um ein trockenes Nachtgewand. Es gab schließlich keinen Grund, wieso ich mich in ein Kleid zwängen sollte.
Cyrus hingegen blieb am Eingang stehen, schloss die Tür und verschwand wieder. Die Blicke, die mir aufgrund dessen zugeworfen wurden, hätten so manch anderen entgegen jeder Wahrscheinlichkeit verbrannt.
Ich suchte mein Abteil auf und verschwand hinter den Vorhängen. Sobald ich mich umgezogen hatte, ließ ich meinen Kopf, eventuell etwas zu schwungvoll, gegen die Wand knallen. Was hatte ich nur getan? Im See? Wieso? Was hatte mich dazu getrieben …?
Das Geräusch von Schädelknochen auf Wand ließ mich innehalten. Ich stutzte. Das klang anders als in der Besenkammer.




























































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