Kapitel 12 – Ein Mann voller Widersprüche
Kapitel 12 – Ein Mann voller Widersprüche
Angepisst festigte Brian seinen Griff um Evelynns Hals. Sie hatte schon zugestimmt, für ihn zu arbeiten! Aber anstatt zu verhandeln, versuchte sie jetzt abzulehnen! Wie ein kleines Kind, das ständig seine Meinung änderte!
Evelynns Gesicht wurde rot. Sie krächzte undeutlich, bekam aber kein Wort mehr raus. Ihre Hände legten sich um seine Finger, aber der Griff an ihrem Hals war zu stark.
Brian biss die Zähne zusammen. Eigentlich wollte er sie nicht töten. Vielleicht wusste sie etwas über Emanuel. Und wenn sie den Kerl nicht kannte, dann hatte sie vielleicht gesehen, wen er in dem Haus besucht hatte. Es wäre zumindest einen Versuch wert. Die Frau, die er beschatten wollte, war nun direkt vor ihm. Warum eine mögliche Informationsquelle töten?
Die Adern an ihren Schläfen wurden sichtbar und ihre Augen begannen zu flattern. Auch die Kraft in ihren Händen ließ nach. Kurz bevor sie ohnmächtig wurde, ließ Brian los und machte einen großen Schritt zurück. Dadurch fiel Evelynn haltlos zu Boden und rollte sich in Embryostellung zusammen. Ihr Atem ging schwer und sie griff sich an den schmerzenden Hals. Ihr Blick klärte sich langsam, doch es dauerte, bis sie wieder klar sehen konnte. Der Wichser stand direkt vor ihr und grinste.
„Vielleicht hast du heute zu viele Schwänze gelutscht und kannst deshalb nicht mehr klar denken.“
Sie erwiderte nichts. Es war immer noch schwer genug, ihre Lungen wieder mit Luft zu füllen. Nur ein paar Sekunden mehr und sie hätte das Bewusstsein verloren … Ein paar Sekunden mehr und sie wäre vielleicht nie wieder aufgewacht. Sie hätte Yannis niemals wieder gesehen.
Brian zog seinen Gürtel aus, ging auf Evelynn zu und packte ihre Handgelenke. Er drehte sie auf den Bauch, zog den Gürtel um ihre Handgelenke, wickelte das Leder mehrmals darum, machte eine Schlaufe und zog das Endstück durch. Sie trat nach ihm, schaffte es aber nicht, ihn zu treffen. Ihre ganze Motorik versagte.
„Was…?!“ Keuchen, Husten und das Ringen nach Luft unterbrach sie. „…gehen!“ Evelynns Brustkorb hob und senkte sich schwer.
„Du wirst nirgends hingehen“, knurrte Brian und packte Evelynn grob, um sie wieder auf die Beine zu ziehen. Die Hände hatte er ihr am Rücken festgebunden, sodass er nun problemlos ihren BH öffnen konnte. Nur ausziehen ging nicht, aber das störte ihn wenig. Er zog an ihren großen Nippeln und kniff immer wieder hinein. „Wenn du nicht verhandeln willst, werde ich es auch nicht tun. Wenn du die Starke markieren willst, dann zeige ich dir, was Stärke wirklich ist!“
Evelynn versuchte vergeblich, sich von ihm loszureißen. Aber er hatte recht. Er war viel stärker als sie. Trotzdem gab sie nicht auf, zerrte und zog immer wieder an ihren gefesselten Händen, um sich zu befreien.
Brian ließ davon ab, in ihre Brustwarzen zu kneifen, und zerrte sie zur Kücheninsel. Er drückte sie mit dem Bauch drauf, hob ihr rechtes Bein mit hoch. Den Mantel hob er an und schob ihren String etwas beiseite. „Wenn du dominiert werden willst, hättest du nur einen Ton sagen müssen.“
„Nein!“, keuchte sie. Sie wand sich unter seinem Griff, aber in der Position hatte sie keine Chance.
„Schrei ruhig. Das stört hier niemanden.“ Brian schob zwei Finger in ihre Spalte und fingerte sie, bis sie ausreichend feucht war. Dem Körper war es egal, ob sie wollte oder nicht. Gab es da unten die richtige Massage, liefen die Mösen aus. Brian ließ von ihr ab. Eine Hand brauchte er noch, um die wilde Furie auf den Tisch zu drücken. Mit der anderen Hand öffnete er seinen Reißverschluss und holte seinen Schwanz raus. Die Verfolgungsjagd hatte ordentlich Adrenalin in ihm freigesetzt. Sie zu würgen, hatte ihn zusätzlich erregt. Macht über eine Person zu haben, war ein berauschendes Gefühl. Und diesem Rausch könnte er nun nachgeben. Außerdem ging es hier um das Prinzip. Er hatte ihr das Leben gerettet und jetzt zickte sie! Obwohl er vorhin erst gekommen war, stand sein Schwanz wie eine Eins. Brian drückte die Eichel bereits an ihren Eingang, da sprach er keuchend: „Letzte Chance, Kleines. Reden oder die harte Tour?“ Er hatte keinen Bock darauf, dass die Kleine ihm bei jeder Gelegenheit die Augen auskratzen wollte. Er würde sie gefügig machen. Auf die eine oder andere Weise.
„Reden! Reden!“ Ihr Arsch wackelte hin und her, versuchte verzweifelt, der Berührung seines Schwanzes zu entkommen. Ein anbetungswürdiger Anblick, so wie ihr ganzer Körper. Und das trotz einer Geburt.
Brian ließ von ihr ab, verpasste ihr aber noch einen heftigen Schlag auf ihren Arsch. „Warum nicht gleich so?“ Er ging zwei Schritte zurück, packte seine Latte wieder ein und ging zu seinem Glas Scotch. „Ich bin kein Arschloch, wenn es um meine Mädels geht, Evelynn, aber wenn du willst, dass ich eins bin, dann habe ich kein Problem damit. Also provozier mich nicht. Verstanden?“
Evelynn hatte sich umgedreht und war keuchend an der Kücheninsel hinabgeglitten. Die Beine hatte sie angewinkelt und zusammengepresst, die Arme unbequem hinterm Rücken zusammengebunden. Hastig nickte sie. Auch wenn sie sehr wohl der Meinung war, dass er auch ohne Vergewaltigung bereits Arschloch genug war. „Ja!“
Brian kippte den Scotch runter und wischte sich mit einer Hand über den Mund. „Okay. Damit das klar ist: Mehr Geld kriegst du nicht. Dafür wohnst du vorerst hier. Wenn du was brauchst, schreib mir einen Zettel und ich besorge es dir. Ebenso, wie neue Klamotten, Dessous und der ganze Scheiß. Du wirst diese Wohnung in den nächsten Wochen nur verlassen, wenn ich oder jemand anderes dich in meinen Puff fährt.“ Da wickelte er zwar Geschäfte ab, aber keine illegalen. Entsprechend wäre sie dort vor Nishs Leuten sicher. Leise seufzend ging Brian zum Kühlschrank. Würde er jetzt noch einen Scotch trinken, wäre er bald betrunken. „Ich finanziere alles drum herum. Alle drei Monate ein großer Check beim Frauenarzt und dazu die Spritze. Auch andere Arztbesuche gehen auf mich. Und wenn das was Längeres wird, muss ich noch eine falsche Identität für dich besorgen. Aber erst, wenn Gras über alles gewachsen ist. Außerdem riskiere ich mit deinem Überleben meinen Kopf, Evelynn. Da wäre etwas Dankbarkeit angebracht.“
Auf seine Dankbarkeit konnte er spucken. „Was ist mit meinem zweiten Job? Ich kann nicht fristlos kündigen. Dafür würde mich der Drache belangen.“ Noch immer ging ihr Atem schwer, doch der kalte Boden unter ihrem nackten Arsch gab ihr Sicherheit.
Brian nahm eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank und stellte sie vor Evelynn auf den Boden. „Das ist scheiße. Aber ein paar Wochen sollte das gehen. Deine Wohnung musst du auch kündigen. Was ist mit dem Kurzen?“
Evelynns Blick, der bisher ungläubig auf die Flasche vor ihr gerichtet gewesen war, wurde dunkel. „Der bekommt nichts von alledem mit. Er darf nicht wissen, was ich arbeite, oder was ich gearbeitet habe. Für ihn habe ich in der Nacht als Barkeeperin gearbeitet. Das wird so bleiben. Kunden besorgst du mir bitte nur des Nachts.“ So könnte sie immerhin den Tag durch Zeit mit Yannis verbringen. „Ansonsten braucht er nicht viel. Bei meinem Lohn und dem Ausgehverbot, nehme ich an, du kaufst ein und bezahlst … das auch?“
„Natürlich. Wie gesagt, du musst mir nur einen Zettel schreiben und ich besorge alles. Der Kleine kann hier wohnen. Er kann im Büro spielen, wenn ich nicht da bin. Das nutze ich sowieso kaum noch.“ Da Evelynn die Flasche vor sich nicht beachtete, griff er augenrollend nach ihr, drehte den Verschluss ab und trank einen großen Schluck. „Koffer packen wir morgen früh. Oder willst du jetzt noch hin?“
„Ich muss da sein, wenn er aufwacht. Sonst bekommt er Angst.“ Evelynn blickte zu ihrer Tasche, rappelte sich hoch und ging zögerlich einen Schritt auf Brian zu. „Kannst … du mir den jetzt wieder abnehmen? Bitte?“ Alles in ihr weigerte sich, sich umzudrehen und Brian den Rücken zuzuwenden, weshalb sie sich nur zur Hälfte von ihm abwandte. Doch ihre Arme schmerzten, ihre Brüste hingen halb im BH und der Boden hier war kalt. Sie stand praktisch nackt vor ihm. Kein Wunder, verschwand da seine Beule nicht … „Du hast gesagt, maximal zwei die Nacht.“ Formuliert wie eine Feststellung, gesprochen wie eine Frage.
„Das Limit legst du selbst fest. Mit jedem Kunden steigt dein Gewinn. Aber die meisten meiner Mädels nehmen nur zwei die Nacht. Selten mal drei.“ Brian löste den Gürtel von ihrem Handgelenk und ließ ihn achtlos auf den Boden fallen. „Also jetzt noch zu dir?“
„Zu mir?“ Ihre Augenbrauen hoben sich überrascht; ihre Hände streckte sie in Richtung Tasche aus.
„Meine Güte … Ja oder nein? Kannst du eine Frage nicht wie ein normaler Mensch beantworten?“ Brian drehte die halbleere Flasche zu und stellte sie beiseite. „Willst du ein Shirt von mir haben? Oder reicht dir der Mantel?“
„Nein, ich habe … meine Kleider …“ Evelynn zog die Tasche zu sich heran und kramte darin herum, bis sie ihre alte, reichlich fadenscheinige Jeans und das Oversize-Shirt in der Hand hielt. Schnell befreite sie sich von ihrem BH, stopfte ihn mitsamt ihrem durchnässten Höschen in ihre Tasche und zog sich hastig ihre alte Kleidung über. Als sie damit fertig war, stand sie mit dem Rücken zu Brian. Wieso schämte sie sich bei ihm für ihren Körper? Kopfschüttelnd tilgte sie den Gedanken aus ihrem Kopf. Er hatte sie fast vergewaltigt. Das war keine Scham, es war Angst.
„Also?“
„He? Oh … ich weiß nicht, was dich an mir interessieren könnte. Daher … verstehe ich auch nicht, wieso wir über mich sprechen sollten.“
„Okay, dann fahren wir morgen früh los. Gute Nacht.“ Brian verdrehte die Augen und wandte sich von ihr ab. „Wann musst du da sein?“
„Sechs.“
„Okay. Auf der Couch ist eine Decke. Mach hier das Licht aus, wenn du schlafen gehst.“ Brian bückte sich nach dem Gürtel und nahm diesen mit sich.
Evelynn beobachtete Brian dabei, wie er sich von ihr entfernte und in einen angrenzenden Raum, vermutlich dem Badezimmer, verschwand. Dieses würde sie später auch noch aufsuchen … aber zuerst musste sie etwas essen. Sie hatte Kohldampf, denn sie dachte nach. Und wenn sie nachdachte, dann musste sie essen. Zum Glück machte sie das nicht allzu oft, ansonsten würde sich das negativ auf ihre Finanzen …
Evelynn, die gerade eben den Kühlschrank geöffnet hatte, in dem sie reinste Leere vorfand, schloss ihn wieder. Der Hunger war ihr vergangen. Ficken. Nein, sich ficken lassen. Ihre neue Arbeit … Zum einen formulierte er es so, als wäre es ihre eigene Entscheidung, wann und wen sie als Kunde annahm, zum anderen verlangte er, dass sie sich allen anbot, die er ihr anschleppte. Dieser Mann war voller Widersprüche. Einer Gefesselten eine Flasche Wasser hinstellen? Sie beinahe vergewaltigen, dann aber auf guten Cop tun und etwas Smalltalk halten? Hatte er das Gefühl, sie verbrächte gerne Zeit in seiner Nähe? War er als Kind einmal zu viel auf den Kopf gefallen?
„Was machst du da?“
Sie fuhr herum. „Nichts!“
„Da ist nichts drin.“
„Weiß ich.“
Kopfschüttelnd verzog sich Brian die Treppe hoch und verschwand am Treppenende durch eine Tür. „Geh schlafen.“ Die Tür knallte zu.
Evelynn sah ihm nach. Dann sah sie an sich herunter. „Wie hat es nur so weit kommen können?“, murmelte sie leise, verzog sich mit ihrer Tasche ins Badezimmer, das nach erfrischendem, angenehm riechenden Rasierwasser roch, und holte die Tonnen verschmierter Schminke von ihrer Haut. Wattepads und Abschminkmittel gehörten in jede Frauentasche. Das hatte ihr noch ihre Mutter beigebracht. Anschließend duschte sie sich den ganzen Angstschweiß von der Haut.
Später in dieser Nacht lag Evelynn auf der Couch und zwang sich, die Augen zu schließen. Aber der Schlaf wollte nicht kommen. Sie war es sich nicht gewohnt, schon um zwei oder drei Uhr zu Bett zu gehen. Drei Stunden Schlaf, das war in den letzten vier Jahren das Maximum gewesen. Sie kam damit durch. Aber ihren Körper machte es immer müder. Mit jedem Tag wurde sie träger. Was sie machte, war nicht gesund, aber welche Wahl hatte sie?
„Mich von meinem Zuhälter durchfüttern lassen … Diese Wahl habe ich“, hörte sie sich flüstern. Dieser Teil dieser höchst unfairen Abmachung kam ihr tatsächlich zugute. „Aber immerhin … kann ich Yannis so durch den Tag hindurch sehen.“






























































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