Kapitel 13 – Aufwiedersehen

Kapitel 13 – Aufwiedersehen

 

Evelynn stieg aus dem Auto, streckte sich und fummelte daraufhin ihre Kleidung zurecht. Als ob das die abgetragenen Klamotten besser hätte aussehen lassen …

„Besser, du kommst nicht mit rein …“

„Damit du allen von letzter Nacht und unserem Arrangement erzählen kannst?“

Erpressung, dachte sie still. Erpressung, nicht Arrangement! „Nein. Weil ich nicht weiß, wie ich es Yannis erklären soll, wenn da plötzlich der Mann aus dem Supermarkt neben mir liegt.“ Es war 5:40 Uhr. Sie würde sich hinlegen. Um sechs – da wurde Yannis immer wach – würde ihr Junge leise ins Zimmer kommen und sehen, ob sie zu Hause war. Um acht müsste sie in der Bibliothek sein, was bedeutete, dass er ihr um viertel nach sieben ihr Frühstücksbrot strich. Ja. Ihr Sohn machte ihr ihr Frühstück. Ihr vierjähriger Sohn. Das durfte Brian auf keinen Fall erfahren.

„Du hast eine Stunde. Dann erwarte ich dich mit gepackten Koffern hier am Auto. Bist du nicht da, kannst du was erleben! Und gib mir dein Handy.“

Sie fischte das Telefon aus ihrer Tasche und hielt es über seine Hand, ließ es aber noch nicht los. „Zwei.“

„Ich muss arbeiten, Evelynn und ich habe noch nicht mal einen Kaffee getrunken.“ Brian nahm ihr Handy entgegen und legte es in die Mittelkonsole.

Sie grinste. „Wenn du in zwanzig Minuten wieder raus bist, kannst du einen Kaffee haben. Dafür erledigst du die nächsten zwei Stunden deine Arbeit vom Auto aus. Ich habe so manche Schulden. Ich muss die Dinge klären, bevor ich von der Bildfläche verschwinde.“ Jeder ihrer Nachbarn hatte schon so oft auf ihren Jungen aufgepasst. Sie konnte nicht ohne jeden Dank verschwinden. Und mehr konnte sie immerhin nicht geben.

Brian nickte knapp und stieg aus. Hätte sie den Jungen nicht, würde er ihr nicht so viel Zeit geben. Aber der Kleine … er erinnerte Brian an seinen Neffen, Parker, der kürzlich vier geworden war. Sein Patenkind. „Hast du auch Zucker?“

„Hm … ich weiß nicht, ob noch welcher da ist …“

„Du trinkst deinen Kaffee schwarz?1 Brian verzog sein Gesicht, als wäre dies eine Todsünde.

Evelynn zuckte mit den Schultern. „So wie es mein Budget nun mal erlaubt.“

Mit Brian im Schlepptau betrat sie das Haus. Die Bar, heruntergekommen wie sie war, hinterließ schon einmal keinen guten Eindruck, das stand ihm ins Gesicht geschrieben. Der Schimmel, der in den Gängen darauf folgte, machte es nicht besser.



„Hier wären wir …“ Evelynn flüsterte, immerhin wollte sie Yannis oder einen der anderen Bewohner nicht aufwecken. Und wie es bei alten, baufälligen Gebäuden nun mal war, war auch dieses Haus äußerst hellhörig. Sie öffnete die Tür.

Es roch muffig, und nachdem Evelynn das Licht eingeschaltet hatte, entdeckte Brian auch hier Schimmel – allerdings eher schlecht als recht mit Farbe übermalt. Immerhin war es aufgeräumt …, dachte er sich angeekelt. Aber die Küche war alt und hässlich, der Wasserhahn tropfte und der Kühlschrank war so laut, dass er in der ganzen Wohnung zu hören war – wobei Wohnung das falsche Wort war. In einer Ecke war die Küche, in der anderen Ecke eine Schlafcouch oder ein Bett. So genau sah Brian nicht hin. Es ging ihn auch nichts an, wie der Wohn- und Schlafbereich eingerichtet war.

Brians Blick ging wieder zur Kochnische und damit zu Evelynn, die bereits in den Schränken nach Zucker suchte. Wenigstens sprangen ihr keine Kakerlaken oder Ratten entgegen. Trotz der wirklich erbärmlichen Bude war es hier sauber. Brian runzelte die Stirn. Wann schlief sie überhaupt?

„Ah!“ Evelynn sprang hoch und klaubte eine kläglich zerknitterte Zuckerpackung vom obersten Regal. Sie guckte rein. „Mhm, ich glaube, das sollte noch reichen.“

„Wie alt ist der?“

Evelynn drehte den Kopf, die Augenbrauen gehoben. Dann machte sie sich daran, die Packung zu untersuchen. „Zwei … nein, drei Jahre.“

Brian schluckte, während Evelynn bereits wieder den einen Wandschrank durchforstete. „Wo … ah! Hab ihn! Jetzt nur noch Wasser heiß machen …“

„Instant Kaffe?“

Erneut drehte sich Evelynn mit erhobenen Augenbrauen um. „Was denkst du eigentlich, wo du hier bist?“

Offenbar hatte ihr der angeekelte Ton in seiner Stimme nicht besonders gefallen. „Wann musst du auf der Arbeit sein?“ Brian sah dabei zu, wie sie das Wasser in einen alten, verbeulten Wasserkessel schüttete, diesen auf den Herd stellte und ihn einschaltete. Danach landete ein gehäufter Löffel Instantkaffee in der Tasse. „Zwei Löffel Zucker.“

„Acht.“

„Also fahre ich euch zur Arbeit und schmeiße euch raus. Wann hast du Feierabend?“

„Feierabend ist um acht. Aber ich darf Yannis nicht mitnehmen.“ Sonst würde der Drache sie wohl fristlos kündigen. Was im Grunde genommen genau das war, was Brian wollte. Aber sie brauchte Geld. Vielleicht konnte sie so sogar etwas ansparen … Aber dann durfte sie auch die Wohnungsmiete für die nächsten Monate nicht vergessen … „Hm …, kannst du mich umbringen?“ Würde das funktionieren?



Brian kniff die Augen zusammen. „Ernsthaft jetzt? Und der Kleine kann gucken, wo er bleibt? Was hast du denn die letzten Jahre gemacht? War er etwa den ganzen Tag allein hier in der Wohnung?“

Evelynn biss sich auf die Lippe. „Ich meinte nur offiziell. Dann würde die Wohnung doch fristlos gekündigt? Denn wenn ich mit dem Anteil, den ich von dir bekomme, die Miete zahlen soll, dann bin ich mit zwanzig Männern die Nacht beschäftigt. Und der Job in der Bibliothek trägt kaum was dazu bei.“ Sie räusperte sich und ignorierte, was er bezüglich Yannis gefragt hatte. Es ging ihn nichts an, wie sie ihr Leben bestritt.

„Du stellst dir das ziemlich einfach vor. Ich kann was organisieren, natürlich. Aber die Wohnung kannst du sicher mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Guck mal in deinen Vertrag. Bei deiner Arbeit wird es nicht anders sein.“

Das Wasser war inzwischen heiß und der Kessel pfiff. Schnell nahm Evelynn ihn vom Herd und kippte das heiße Wasser in die Tasse, die sie Brian rüberschob, zusammen mit der fast leeren Packung Zucker.

„Hm … Lernt man sowas in der Schule?“ In den letzten Jahren davon? Oder auf dem College?

Brian, der gerade nach der Tasse gegriffen hatte, sah ruckartig auf.

Evelynn, die wiederum nicht beabsichtigt hatte, diesen Gedanken laut auszusprechen, verschluckte sich prompt an der eigenen Spucke. „Nur ein Scherz!“, brachte sie hustend hervor.

„Nein, das lehrt einen das Leben. Ich bin Arbeitgeber, Vermieter und mehr. Ich kenne mich mit Verträgen aus. Und was ich nicht kann, macht mein Anwalt.“ Brian kippte Zucker in den Becher und warf einen Blick auf seine Armbanduhr. „Ich warte im Auto auf dich. Rede mit deinem Chef. Du kannst sicher sofort kündigen. Zur Not inszeniere ich was, damit sie sich rauswirft.“

„Toll …“, grummelte Evelynn zynisch und schloss hinter ihm die Tür. „Noch weniger Geld.“

 

Evelynnn legte sich ins Bett, Yannis fand sie und kuschelte sich neben sie. Die Müdigkeit hatte sie übermannt. Mit einem trägen Lächeln zog sie ihren Kleinen näher. „Hab dich lieb, mein Schatz.“

„Du bist wach?“

„Mhm …“

„Musst du arbeiten gehen?“

„Ja“, flüsterte sie leise. „Später.“

„Soll ich dir Essen machen?“



„M-mh.“ Sanft platzierte sie einen Kuss auf seinem Scheitel. „Es ist noch früh. Lass mich dich einfach eine Weile im Arm halten. Und danach … müssen wir reden.“

„Okay …“

 

Evelynn war eingeschlafen und auch Yannis hatte in den Armen seiner Mutter wieder den Zutritt zum erträumten Schlaraffenland gefunden. Die Häuser aus Schokolade, die Fenster aus Zuckerwatte und ein Fluss aus Honig. Bäume, auf denen Kleider wuchsen, Gartenhäuser aus waschechtem Marzipan und Bücher aus Gummibärchen. Die Zeit strich dahin, während er seine Mutter stolz in sein erträumtes Haus führte. So eines würden sie einmal haben. Später, wenn er groß war und ihr helfen konnte! Seine Mutter sah die Küche aus Bärendreck und freute sich einen Ast. Er selbst verzog angewidert das Gesicht. Aber immerhin hatte er die Küche für sie gebaut. Damit sie … vielleicht einmal nicht sofort wieder zur Arbeit ging. Damit sie vielleicht einmal bliebe und ihn ganz lang umarmte. Und mit ihm spielte. Und ihm etwas zu essen machte …

„Evelynn!“

Evelynn schreckte hoch. Yannis neben ihr hatte das Gesicht zu einer Grimasse verzogen, schien aber noch zu schlafen. Müde rieb sie sich die Augen und starrte direkt auf Brians geweitete Nüstern.

„Was machst du?!“ Sein Blick ging von ihr zu dem Jungen und wieder zurück. „Du hast ja noch nicht mal gepackt …!“ Am liebsten hätte er sie ordentlich zur Sau gemacht. Aber nicht vor dem Kleinen.

„Tut mir leid …“ Tat es nicht. „Er hat sich zu mir gelegt …“ Und da hatte sie nicht widerstehen können. Wann hatte sie ihren Sohn denn das letzte Mal richtig im Arm gehalten? Sie rappelte sich auf. „Ich packe. Ich packe ja schon.“ Sie stakste zum Schrank und holte die große Tasche hervor, die sie früher für Windeleinkäufe bei Aktionspreisen gebraucht hatte. „Kleider …“ Sie starrte in den Schrank. Da waren noch eine Jeans, ein paar Dessous und drei Oberteile. Bei Yannis sah es nicht viel anders aus. Abgesehen von der Reizwäsche. Deren Platz nahmen Spiderman-Unterhosen ein. „Okay …“ Mit einem Wisch waren sämtliche Kleider, die sie besaßen, in der Tasche. Dann schleppte sie sie die zwei Schritte zur Küche und knallte dort ihre Lieblingspfanne rein. Rapunzel ließ grüßen. Brian wäre ein perfektes Beispiel, um Zweckentfremdung einer Pfanne nicht nur zu rechtfertigen, sondern auch noch gutzuheißen.



Evelynn drehte sich um und kratzte sich im Nacken. „Habe ich was vergessen?“ Das Ladekabel hatte sie in der Tasche. Ihr Make-up war sowieso fast alle, da konnte Brian sein Versprechen gleich erfüllen und ihr neues kaufen.

„Zahnbürsten? Shampoo?“ Brian atmete tief durch. Die junge Frau besaß fast nichts und der Kleine noch weniger. „Spielsachen? Bücher? DVDs?“ Womit beschäftigte sich Yannis? Sein kleiner Neffe hatte ein paar Spielzeugautos, baute aber am liebsten immer noch riesige Türme mit bunten Holzklötzen.

Zahnbürsten! Natürlich! Evelynn hastete ins Bad und packte den Kram ein. Ihr Shampoo war fast leer. Missgelaunt verzog sie den Mund zu einem schmalen Strich. „Aber wenn ich es aufschneide, kann ich das sicher noch ein paar Mal benutzen …“ Zahnbürsten, eine Haarbürste, die beinahe keine Stoppeln mehr besaß, und Yannis neuer, kleiner Teddy landeten im Sack. Spielsachen, Bücher … Wieder in der Mitte ihrer winzigen Wohnung stehend, fuhr sie sich durch die wilden Haare. „Er hat mit einer seiner Aufpasserinnen Enzyklopädien gelesen, wenn ich ihn richtig verstanden habe. Sie hat Krebs; interessiert sich für Medizin … Aber wie viel er davon verstanden hat …?“

„Für Bücher ist er noch zu klein. Wenn ich ein Bilderbuch sehe, nehme ich mal eins mit“, entgegnete Brian und nahm Evelynn die Tasche ab. „Sonst noch was?“ Er sah sich in der Bruchbude um. Viele seiner Mädels hatten in solchen Wohnungen gelebt. Die meisten davon waren aber eher Müllhalden gewesen.

Evelynn schüttelte den Kopf. „Er kann sehr wohl lesen.“ Wenngleich sie zweifelte, dass er manchen Inhalt verstand. „Ich … muss den Nachbarn tschüss sagen. Mich bedanken …“ Evelynn trat aus der Wohnung und ging direkt auf Malvins Tür zu. Sie klopfte. „Malvin? Bist du zu Hause?“ Eigentlich sollte sie auch Yannis die Chance geben, sich zu verabschieden. Dieser Mann war für ihn wie ein Großvater. Aber … es wäre sicher nicht das letzte Mal gewesen, dass er den alten Mann gesehen hätte.

„Evelynn?“ Nach wenigen Momenten öffnete sich die Tür. „Müsstest du nicht längst bei der Arbeit sein?“

„Doch … aber da werde ich wohl nicht mehr lange angestellt sein …“

Besorgt runzelte der alte Mann die Stirn. „Was ist denn passiert Kindchen?“



„Ich … äh …“ Was sollte sie sagen? „Ich ziehe aus …“

Das Stirnrunzeln intensivierte sich. „Und wo willst du hinziehen? Nein, kommt nicht infrage. Am Ende landest du mir auf der Straße und verlierst den Jungen an den Staat! Komm rein. Wir reden darüber bei einer Tasse Tee. Du musst reden, nicht zu flüchten versuchen, Evelynn. Es gibt immer eine Lösung.“

„Nein …, Malvin, du verstehst nicht. Ich habe keine Wahl …“

Wütend stemmte der alte Mann seine Hände in die Hüften. „Du hast kaum Geld genug, um euch Essen zu kaufen, Evelynn! Bleib realistisch! Wo willst du hinziehen? In einen Karton an der Straßenecke?“

„Äh …, nein, ich … Ich …“

„Sie zieht zu mir.“ Brian stellte sich neben Evelynn und lehnte sich lässig an den Türrahmen. Die Tasche mit sämlichen Besitztümern Evelynns hatte er geschultert.

Malvin sah von Evelynn zu dem großen, muskulösen Mann, der so gar nicht in dieses Haus passte. Obwohl er Jeans und Shirt trug, sah er nicht nach einem armen Schlucker aus. Die Muskeln zeichneten sich deutlich unter dem Shirt ab. Um diese Muskeln zu haben, musste man regelmäßig ins Fitnessstudio gehen. Auch entgingen Malvins alten und doch scharfen Augen nicht das dicke Goldkettchen und die teuer aussehende Armbanduhr nicht. Von dem Geruch des teuren Aftershaves mal abgesehen. „Vielen Dank, dass Sie sich immer so toll um Eve und Yannis gekümmert haben. Eve hat viel von Ihnen erzählt.“

Malvin musterte Brian skeptisch. „Und wer sind Sie?“

„Eves Freund. Ich hab sie kürzlich im Supermarkt kennengelernt und dann in der Bibliothek wieder gesehen … Es ist zwar noch frisch, aber …“ Brian stockte, legte eine Hand an Evelynns Taille und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. „Wir sind spät dran, Süße. Du kriegst noch Ärger …“

Malvins Augen huschten von der verspannten Evelynn zu Brian und wieder zurück. Ein Lächeln zuckte auf seinen Mundwinkeln, während seine Augen langsam zu glitzern begannen. „Dann kommt ihr mich besuchen. Jeden zweiten Tag, darauf bestehe ich!“

Brian ließ seine Hand in Evelynns Taille auf- und abgleiten, streichelte sie. „Wir müssen schauen, wie es zeitlich passt. Vor allem sollte sich Yannis erst an alles gewöhnen. Und die Jobs … Also, wenn wir nicht bald fahren, ist zumindest der wichtigste Job bald Geschichte, Eve.“



Evelynn knirschte sich den Zahnbelag von den Zähnen, während sie Brians Hand da an ihrer Seite ertrug. „Natürlich …“

„Natürlich“, echote Malvin und zog Evelynn daraufhin in eine feste Umarmung, wobei er hauchleise flüsterte: „Wenn du den Mafioso los bist, kommst du zurück nach Hause. Du und Yannis. Ihr gehört hierher. Nicht in seine Welt.“ Damit ließ er sie los und Evelynn trat zurück an Brians Seite, zu perplex, um noch irgendetwas Geistreiches beisteuern zu können. Woher … war Malvin nur wieder betrunken? Aber nein, das hätte sie gerochen. Er war doch tatsächlich einmal nüchtern. Wusste er überhaupt, wie richtig er lag? War es ein Spaß gewesen? So hatte es nicht geklungen. Das Einzige, was übrig blieb, war, dass sich Mafiosi untereinander erkannten. Vielleicht eine Art sechster Sinn …, der bei Brian noch nicht so scharf war? Evelynn musterte Malvin stirnrunzelnd. Hatte er eine kriminelle Vergangenheit? Oder war es ein Scherz gewesen? Gott, sie durfte da nicht so viel hineininterpretieren.

„Danke …, Malvin. Wir … wir werden dich und die anderen sicher von Zeit zu Zeit besuchen kommen. Richte es ihnen bitte aus. Auch meinen Dank. Ich muss mich jetzt beeilen …“

„War nett“, meinte Brian knapp, ließ von Evelynns Taille ab und nahm stattdessen ihre Hand. „Ich kann auch schnell die Tasche ins Auto bringen und du holst den Kleinen. Oder willst du dich jetzt von jedem hier verabschieden?“

„Nein, die anderen schlafen sicher noch …“ Evelynn hatte so oder so schon ein schlechtes Gewissen. Malvin würde alle über ihre Situation informieren. Insbesondere … da er mehr zu wissen schien, als er sollte.

Kaum waren sie um die Ecke, ließ Brian ihre Hand wieder los. Schnell wischte Evelynn sich die Hand an der Hose ab. „Dann hole ich Yannis. Und komme dann nach …“ Brian sah sie an, die Tasche geschultert. Er sagte nichts. „D…danke. Für eben.“ Bei allen guten Geistern, jetzt hatte sie sich wirklich bei ihm bedankt. Ja, und wofür? Erpressung. Zwangsprostitution?

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