Ascardia 3 – Kapitel 1
~Ascardia~
Müde ließ ich mich auf mein Bett fallen. Mein ganzer Körper schmerzte.
Muskelkater, wie Ayden mir einmal erklärt hatte.
Langsam drehte ich meinen Kopf zur Seite. Ich sollte heiß baden, um meine Glieder zu lockern, doch nicht einmal dafür hatte ich die Kraft. Dabei war die Vorstellung, im heißen Wasser zu liegen, sehr verlockend.
Ein Hauch Wärme kündigte Ayden an, bevor er das Fenster öffnete und durch dieses reinkam.
»Kannst du nicht die Tür nehmen, wie jeder normale Mensch?«, fragte ich murmelnd und drehte minimal den Kopf. Gerade so, dass ich ihn aus den Augenwinkeln sehen konnte.
»Cayden hat dich heute aber ganz schön gefordert«, bemerkte er, bevor er sich neben mich auf das Bett fallen ließ.
»Ich habe mir Eistee eingegossen«, erklärte ich, auch wenn ich nicht ganz sicher war, ob er mir überhaupt folgen konnte.
Über sein Gesicht huschte Überraschung, dann grinste er. »Bist du deshalb so erschöpft?«, wollte er neckend wissen, griff aber bereits nach einem meiner Arme und begann diesen zu massieren.
Ich brummte leise.
Obwohl seine Berührungen meine angespannten Muskeln lockerten, hinterließen sie doch ein dumpfes Gefühl in meinem Inneren.
Ich vermisste Caydens kühle Finger, doch außer unseren täglichen Übungen war er ständig unterwegs.
Manchmal hatte ich sogar das Gefühl, er ging mir bewusst aus den Weg, doch das war dumm. Er hatte angekündigt, dass er viel zu tun hatte und ich verstand es. Als Fürst hatte er seine Aufgaben. Ich war schon froh, dass er sich jeden Tag Zeit für meine Magiestunden nahm.
»Ich habe es heute vielleicht etwas übertrieben«, gab ich widerwillig zu.
Neben dem Magieunterricht mit Cayden hatte Caelis mir den Schwertkampf beigebracht. Ich hatte also doppelte Belastung. Nicht nur körperlich, sondern auch mental, aber es erfüllte mich irgendwie.
Obwohl ich erschöpft war, war da doch ein Gefühl der Genugtuung. Immer dann, wenn Cayden mich für meinen Fortschritt lobte.
»Hast du. Issabella soll dir Wasser einlassen, damit du dich entspannen kannst«, entschied er, ohne mich überhaupt zu fragen.
Das zauberte ein leichtes Lächeln auf meine Lippen. Er war in manchen Fällen Cayden so ähnlich, dass es mich zum Lächeln brachte, aber gleichzeitig schmerzte.
»Ich glaube nicht, dass ich es ins Bad schaffe.« So wie ich hier lag, sollte er das eigentlich wissen.
»Dann willst du heute nicht mit Cayden essen?«, fragte Ayden neckend.
Sofort drückte ich mich hoch. »Er will mit mir essen?«, fragte ich, denn das hatten wir seit einiger Zeit nicht mehr gemacht.
Mein Herz schlug aufgeregt vor Freude und gab mir genug Kraft zurück, dass ich mich aufsetzen konnte.
Als ich jedoch versuchte komplett aufzustehen, wackelten meine Beine so sehr, dass ich kaum einen Schritt geradeaus gehen konnte.
Ein stechendes Ziehen brannte in meinen Waden, und hätte Ayden mich nicht gehalten, wäre ich vermutlich zu Boden gegangen.
Verdammt! Warum war mein Körper so erschöpft?
»Langsam«, sagte Ayden sanft, der mir dabei half, in Richtung Bad zu laufen.
Dabei fraß der Frust mich innerlich auf und trieb mir die Tränen in die Augen. So würde ich auf keinen Fall bis zu Cayden ins Esszimmer kommen!
Das nächste Mal sollte ich besser aufpassen. Nur konnte ich so schwer abschätzen, wie viel Kraft ich noch hatte.
Ayden öffnete die Tür, bevor wir sie erreichten, was mich frustriert die Lippen kräuseln ließ.
Eine solche Geste hätte bei mir für so viel Erschöpfung gesorgt, dass ich zusammengebrochen wäre. Warum störte es Ayden so wenig, Magie einzusetzen? Lag das wirklich an der Übung oder waren Fae einfach anders gebaut?
»Du kannst es langsam angehen lassen«, versicherte Ayden, der mich zu einem Stuhl führte, auf dem er mich absetzte. Dann fuhr er sich durch seine schwarzen Locken. Die Geste hatte etwas Überfordertes an sich, wie ich es noch nie gesehen hatte.
Seine Augen wanderten dabei über mich. »Kannst du … dich allein ausziehen oder soll ich Issabella rufen?«, fragte er und wandte dann den Blick ab.
Träge begann ich, die Schnallen meiner Weste zu lösen.
Cayden bestand darauf, dass ich einen ledernen Schutz über meiner Kleidung trug. Er besaß magische Runen, die mich vor Unfällen schützen sollten, doch sie auszuziehen war immer so umständlich.
Wäre Cayden jetzt hier, hätten seine Finger die Schnallen schon längst gelöst.
»Warte, ich helf dir«, mischte sich Ayden schließlich doch ein, weil meine Finger so sehr zitterten, dass ich die schweren Verschlüsse gar nicht aufbekam.
Ich stieß die Luft aus und schloss kurz die Augen.
Einen Moment Ruhe konnte ich mir gönnen, auch wenn ich so gern mit Cayden essen wollte. Es fehlte mir sehr, weshalb ich die Zeit nach dem Waschen schon jetzt herbeisehnte.
Allerdings war mein Körper so erschöpft, dass ich, ohne es wirklich zu bemerken, ins Land der Träume abglitt und im Stuhl zusammensackte.



































































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