Ascardia 3 – Prolog
»Das machst du gut«, lobte Cayden, während Ascardia der Schweiß auf der Stirn stand und ihre Atmung immer angestrengter wurde.
Vor ihr schwebten mehrere Steine, die umeinander herumtanzten und Ascardias Willen folgten.
Seit Shaeli das Anwesen verlassen hatte, übte Ascardia fast den ganzen Tag ihre Magie. Immer unter Aydens und Caydens Aufsicht.
Ascardia spürte das Drängen, das in der Luft lag. Eine Anspannung, die beide Fae im Griff hielt, seitdem verkündet wurde, dass ihr Vater erwacht.
»Ich bringe Erfrischungen«, bemerkte Issabella leise, die ein Tablett mit einer Kanne Eistee auf dem nahen Tisch abstellte.
Ascardia stieß die Luft aus und ließ die Steine einfach fallen, bevor sie ihre Schultern kreisen ließ.
»Nutz die Magie, um dir etwas einzugießen.«
Caydens Worte hielten Ascardia davon ab, nach der Kanne zu greifen und auch Issabella berührte sie nicht. Beide hörten den Befehl in seiner Stimme.
Ascardia fühlte sich erschöpft, wollte Cayden aber auch einen Grund geben, stolz auf sie zu sein, weshalb sie diese Aufforderung nicht hinterfragte. Stattdessen streckte sie ihre Sinne aus, bis sie das kühle Glas der Kanne spürte.
Es war anders als bei den Steinen, und als sie ihre mentale Macht darum legte, hatte sie Sorge, die Kanne zu zerquetschen.
Der Widerstand war kaum wahrnehmbar, was Ascardia verunsicherte.
War sie wirklich schon bereit dazu?
Einen kurzen Moment dachte sie an die Steine, die explodiert waren, als sie versucht hatte, sie mental zu bewegen.
Ein leises Knacken ertönte und das Glas durchzog ein feiner Riss.
Ascardia verzog den Mund, ließ sich aber nicht aus der Konzentration reißen. Stattdessen gelang es ihr, die Kanne zu heben, auch wenn der Inhalt gefährlich schwappte.
Als sie jedoch versuchte, sie zu kippen, ging der erste Schluck viel zu weit daneben und die Kanne wackelte so stark, dass der größte Teil des Eistees den Tisch getroffen hätte. Allerdings sorgte Cayden dafür, dass nichts verschwendet wurde. Alles, was daneben ging, wurde von seiner Magie aufgefangen und dann zurück in die Kanne gelenkt, damit Ascardia weiter üben konnte.
Eine solche Bewegung zu vollführen, erforderte viel mehr Konzentration und Übung. So einfach wie es bei Cayden aussah, war es auf alle Fälle nicht.
Ascardia konzentrierte sich so stark auf das, was sie da tat, dass sie völlig vergaß zu atmen.
Cayden erkannte den Moment und hob die Hand, ermahnte sich aber sofort, nicht direkt einzugreifen. Noch nicht.
Weiterer Schweiß trat ihr in die Stirn, während sie konzentriert darauf starrte, wohin der Tee floss. Dann griff Cayden ein. Ein Ruck ging durch die Kanne und Ascardia verlor die Kontrolle darüber.
Erschrocken schnappte sie nach Luft und blickte zu Cayden, der sie ernst ansah. »Das reicht für heute«, entschied er und reichte ihr ein Glas Eistee.
Ascardias Arme zitterten, als sie dieses entgegennahm.
Für einen Moment war Cayden versucht, ihr dabei zu helfen, doch er unterdrückte den Impuls und blickte sie stattdessen nur abwartend an.
Der Einsatz von Magie war körperlich viel anstrengender, als sie sich jemals ausgemalt hatte. Sie fühlte sich, als wäre sie gerade mehrere Runden um das Anwesen gerannt.
Cayden beobachtete sie genau, während sie trank.
Ihr Körper hatte an Muskeln zugenommen, doch ihre Ausdauer war auf alle Fälle nicht gut genug für zu viel Magie. Außerdem neigte Ascardia dazu, sich zu überschätzen. Sie hatte kein Gefühl dafür, wann sie aufhören musste und das besorgte Cayden.
In ihrem Körper steckte viel Magie. Mehr als sie aushielt und das konnte sehr schnell, sehr gefährlich werden.
Besonders, weil er genau wusste, dass Ascardia schon die letzten Tage versuchte, ihn zu beeindrucken.
Am liebsten wäre es Cayden, wenn sie langsamer machte, doch leider befürchtete er, dass diese Zeit nicht da war.
Sein Vater würde nicht von heute auf morgen erwachen, denn das Erwachen eines Fae dauerte meist über ein Jahr, doch bis dahin musste sie bereit sein. Sein Vater könnte sie mit einem einzigen Gedanken zerstören und würde es auch, wenn er sie als unwürdig erachtete.
Das Schlimmste war jedoch, dass Cayden ihn nicht aufhalten könnte.


































































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