Ascardia 3 – Kapitel 2

~Cayden~
Kaum trat ich aus meiner Sphäre hervor, verzog Ayden seine Lippen. »Es ist nicht in Ordnung, was du hier tust«, bemerkte er, trat jedoch zurück, sodass ich direkt auf Ascardia sehen konnte.
Sie saß zusammengesunken im Stuhl und atmete ruhig.
Vorsichtig hob ich meine Hand und strich ihr sanft eine Strähne hinter ihr Ohr. Sie war verschwitzt und voller Staub. »Weck sie nicht«, ermahnte ich Ayden, bevor ich ihre Kleidung mit einer Handbewegung verschwinden ließ. Sie so ins Bett zu bringen, wäre nicht gut.
Also hob ich sie mit meiner Magie hoch, um sie auf keinen Fall zu wecken.
»Sie wollte nicht einschlafen. Sie hat sich richtig Mühe gegeben, wach zu bleiben, weil sie unbedingt mit dir essen wollte«, sagte er. Seine Hand zur Faust geballt, aber sein Blick war weggedreht. Gut so. Ich hätte es ihm nicht verziehen, wenn er sie nackt gesehen hätte. Auch, wenn der Anblick für ihn nichts Neues war.
»Es ist besser so«, sagte ich, während ich Ascardia vorsichtig in das Wasser gleiten ließ.
Sie murmelte leise und stieß ein Seufzen aus, erwachte jedoch nicht.
Ich schloss für einen Moment die Augen, um mich zu fangen. Es war besser so!
»Sie vermisst dich.« Und ich vermisste sie, doch meine Nähe war gefährlicher denn je.
»Sie braucht Ruhe«, widersprach ich, während ich einen Schwamm nutzte, um sie zu reinigen.
Wie gern hätte ich diesen mit meinen Händen genommen, mit meinen Fingern ihre Haut berührt und wäre mit ihr in die Wanne gestiegen?
Aber es ging nicht. Ich durfte nicht. Meine Aura durfte sie nicht derart umschließen. Das war zu leicht zu spüren.
»Cayden. Bitte nimm dir die Zeit.«
Ich zuckte leicht zusammen. Es war selten, dass mich Ayden so eindringlich um etwas bat. Daher war ich auch versucht, nachzugeben, ballte aber meine Hände zu Fäusten, während ich Ascardia wieder aus der Wanne hob und ihre Haare mit Magie trocknete.
Sie sah so schön aus, wenn sie so friedlich schlief. Auf keinen Fall durfte ich zulassen, dass sie noch mehr in Gefahr geriet.
»Ich bin beschäftigt«, fuhr ich Ayden ein wenig zu sehr an. Es ärgerte mich, dass ich Ascardia nicht beistehen konnte, wenn ich sie schützen wollte.
Aber so war es besser.
Getrocknet flog sie in meine Arme. Ich hätte sie weiterhin mit Magie schweben lassen können, doch ich wollte sie spüren.




Kaum lag sie in meinen Armen, beruhigten sich meine Gefühle ein wenig.
Das Pulsieren der Macht in meinen Adern klang ab und ihr sanfter Duft beruhigte meine Nerven.
Als ich mich umdrehte, um Ascardia in ihr Zimmer zu bringen, folgte Ayden mir. Er hatte anscheinend entschieden, noch nicht aufzugeben. »Wir wissen beide, dass das nicht stimmt«, knurrte er.
Ich schloss erneut kurz meine Augen, um mich zu sammeln. Ayden meinte es nicht böse. Er war genauso besorgt wie ich. Meine Wut an ihm auszulassen, wäre nicht richtig.
Aber ich war es nicht mehr gewohnt mit so vielen Gefühlen zurechtkommen zu müssen.
Die Wut auf meinen Vater war wie ein lebendes Ding in meinem Inneren, das ständig versuchte, herauszubrechen.
Mit zitternden Armen bettete ich Ascardia vorsichtig auf die weiche Matratze, bevor ich sie eigenhändig zudeckte.
Sie kuschelte sich etwas in die Wärme und drehte sich dann zur Seite.
Ein kurzes Schmunzeln zupfte an meinen Lippen, bevor ich mich hinabbeugte, um ihr einen schnellen Kuss auf die Stirn zu drücken.
»Ich hätte es nie so weit kommen lassen dürfen«, flüsterte ich und streichelte ihr sanft die Wange.
Ayden stieß die Luft aus, als hätte er aufgegeben. »Du willst das wirklich durchziehen?«
Ich hörte an seiner Stimme, was er davon hielt. Er war nicht begeistert. Aber das war ich gewohnt.
»Es ist das Beste«, versicherte ich, ohne es selbst zu glauben.
Ich würde alles tun, was ich konnte, um Ascardia zu schützen, selbst wenn es mir das Herz herausriss.

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