Ascardia 3 – Kapitel 3
~Ascardia~
Licht blendete mich und ließ mich unruhig meine Augen aufschlagen.
Wann war ich eingeschlafen?
Überrascht stellte ich fest, dass ich im Bett lag und zugedeckt war.
Mit klopfendem Herzen setzte ich mich auf und rannte zum Fenster, um die Vorhänge zur Seite zu schieben.
Sonne strahlte hoch am Himmel und ließ mein Herz schmerzen. Es war Morgen. Warum hatte Ayden mich nicht geweckt! Ich hatte das Essen mit Cayden verpasst!
Tränen traten mir in die Augen, die ich ruppig wegwischte. Wieso hatte Ayden das getan?
Wut wanderte durch meine Adern, doch ich ermahnte mich, ruhig zu bleiben.
Es war nicht Aydens Schuld. Es war meine, weil ich eingeschlafen war. Meinen Frust an jemand anderen auszulassen, wäre zu einfach. Das war nicht richtig.
Obwohl ich das wusste, spürte ich doch den Drang in mir, Ayden dafür das nächste Mal anzufahren.
Er hätte mich wecken sollen!
Ein Klopfen ertönte, das mich nach Luft schnappen und herumwirbeln ließ. Kurz darauf trat Issabella mit einem Frühstückswagen ein.
Mein Herz sank und ich ließ die Schultern hängen.
Ich hätte es wissen sollen. Irgendwo in mir hatte ich die leise Hoffnung gehabt, dass Cayden sich vielleicht die Zeit nahm, um mit mir zu frühstücken, doch ich wurde schon wieder enttäuscht.
»Ist Cayden schon weg?«, fragte ich leise, obwohl ich die Antwort kannte.
Issabella nickte. »Er hat schon vor Sonnenaufgang das Anwesen verlassen«, schilderte sie, während sie die Deckel hob und das Frühstück präsentierte.
Obwohl es wunderbar duftete, rumorte mein Magen. Mir war nicht danach, etwas zu essen und doch zwang ich mich dazu, mich an den kleinen Tisch zu setzen.
Ei und Schinken, wie ich es mittlerweile zum Frühstück ganz gern hatte. Dazu frisches Brot, das verführerisch duftete.
Ich trapierte das Ei auf dem Brot und legte den Schinken darüber, bevor ich hineinbiss.
Während ich kaute, erinnerte ich mich an mein erstes Essen hier zurück. Es ließ mich schmunzeln und gleichzeitig war da ein Drücken in der Brust. Ich erinnerte mich genau an Caydens Blick. Wie er darauf geachtet hatte, was ich tat.
Ich musste ganz schön anstrengend gewesen sein, doch niemand hatte mir das Gefühl gegeben, dass sie es mir nachtrugen. Nicht einmal Runa oder Ciara.
»Wird er heute Abend wieder zurückkehren?«, fragte ich, obwohl ich wusste, dass Issabella nicht darüber informiert wurde. Wann hatte er aufgehört, mir zu sagen, dass er spätestens am Abend wieder da war, weil er bei mir schlafen wollte?
Meine Finger kribbelten bei der Erinnerung an das weiche Fell des Tigers.
Nicht nur Ayden hatte aufgehört, bei mir zu schlafen, auch Cayden hatte ich lange nicht mehr als Tiger gesehen. Dabei hatte ich am Morgen immer das Gefühl seines Duftes im Raum. Aber das musste Einbildung sein. Vermutlich, weil ich es mir so sehr wünschte.
»Tut mir leid«, erwiderte Issabella, die ihren Blick senkte. Ich machte schnell eine wegwerfende Handbewegung. Es war nicht ihre Schuld und ich wollte nicht zeigen, wie sehr es mich bedrückte.
»Nicht so wichtig. Was steht heute an?«, fragte ich, um mich abzulenken.
»Eure Schwertstunden, solltet Ihr dafür die Kraft haben.« Ich hörte die Frage, die darin mitschwang. Nach Gestern hatte ich erwartet, dass meine Muskeln mehr schmerzen würden. Doch seltsamerweise fühlte ich mich überraschend stark. Zumindest körperlich.
Ich biss erneut in mein Brot und nickte. Schwertstunden würde ich aushalten, aber Magie schaffte ich heute vermutlich nicht. Aber da Cayden sowieso nicht da war, fiel das vermutlich sogar aus.
Es ärgerte mich, doch ich konnte ihn auch nicht ständig von seiner Arbeit abhalten. Das würde nur dafür sorgen, dass es länger dauerte.
Ich legte das halbe Brot zurück und erhob mich. »Dann sollte ich Caelis nicht so lange warten lassen«, bemerkte ich. Es war fast Mittag und normalerweise fanden diese Stunden in der Frühe statt.
»Er übt gerade mit Fürst Revelspire.«
Meine Augen weiteten sich vor Überraschung. »Sie üben?«, fragte ich atemlos und lief sofort auf die Tür zu. »Wo?«, fragte ich noch, konnte mich aber kaum davon abhalten, weiterzurennen. Ich wollte unbedingt zusehen.
Issabella lächelte leicht. »Dort, wo Ihr immer übt.«
Ich wusste genau, wo das war, weshalb ich wieder zurück ins Zimmer ging und das Fenster öffnete.
»Lady«, schnappte Issabella, die ihre Hand nach mir ausstreckte, doch da war ich schon aus dem Fenster gesprungen.
Wir befanden uns im dritten Stock, doch ich hatte mittlerweile so viel Kontrolle über meine Magie, dass ich meinen Sturz damit so abfangen konnte, dass ich sanft am Boden landete.
In dem Moment war mir egal, dass Cayden mir verboten hatte, meine Magie einzusetzen, wenn er nicht hier war. Ich war so fokussiert darauf, Ayden und Caelis zu erreichen, während sie noch übten, dass ich sie eher unterbewusst einsetzte, während ich in Richtung Innenhof rannte. Meine Füße kribbelten, während die Magie mir dabei half, schneller zu laufen als sonst. Es war ein so gutes Gefühl, dass ich mich fast darin verlor. Ähnlich wie die Momente, wenn ich auf Silber flog.
Obwohl ich mir so große Mühe gab, schnell zu sein, fand ich nur Caelis vor, der sich mit einem Handtuch den Schweiß von der Stirn wischte.
Runa war anwesend und servierte ihn persönlich Eistee.
Ich versuchte zu lächeln, spürte aber wie meine Laune sank.
Ich hätte den Kampf gern gesehen, brauchte ich an einem solchen Morgen doch wenigstens irgendeine Art der Motivation.
»Oh, Lady Ascardia.« Caelis hob zur Begrüßung eine Hand und schenkte mir ein Lächeln.
Ich versuchte es zu erwidern, doch es wollte mir nicht gelingen.
»Ich habe gehört, du hast dich mit Ayden gemessen«, bemerkte ich, doch eigentlich war es eine Frage. Meine Augen wanderten suchend umher, doch ich konnte nur noch die Überreste seiner Aura spüren.
Wollte nicht einmal er mich heute Morgen sehen?
»Bis gerade. Aber er musste wegen eines Vorfalls weg.« Caelis wischte sich den letzten Schweiß aus dem Nacken und reichte das Handtuch an Runa weiter, bevor er ein Glas trank.
Seine Worte bereiteten mir Unbehagen. Ich wollte wissen, um was für einen Vorfall es sich handelte, doch ich wusste, dass weder Ayden, noch Cayden darüber sprechen würden. Nicht so wie früher.
Ich stieß die Luft aus. »Ich hatte gehofft, euch beobachten zu können«, gestand ich. Dadurch lernte ich immer am meisten.
»Wenn Ihr schon hier seid, wollen wir mit dem Unterricht beginnen?«
Ich überlegte einen Moment und nickte dann. Meine Motivation war zwar kaum vorhanden, doch etwas Ablenkung kam mir gerade gelegen.































































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