Ascardia 3 – Kapitel 4
~Ascardia~
Ich ließ das Schwert nach unten sausen, machte einen Schritt und schwang es schräg nach oben.
Meine Hände schmerzten, der Schweiß lief mir über den Rücken und meine Beine zitterten.
Ich musste nicht mehr darüber nachdenken. Die Bewegungen kamen wie von selbst. Stattdessen wanderten meine Gedanken.
Ich gab mir so große Mühe, immer stärker zu werden, die Techniken zu meistern und meine Magie zu verbessern, doch warum? Cayden sollte stolz auf mich sein, doch er war nicht einmal hier.
Frustriert schloss ich meine Augen und schwang das Schwert weiter. Bemerkte er überhaupt, wie gut ich geworden war? Interessierte es ihn?
Würde er wieder mehr mit mir zusammen sein, wenn ich die Magie beherrschte oder würde es dann nicht einmal mehr Unterricht geben?
»Wo seid Ihr mit Euren Gedanken?« Caelis Stimme kam so überraschend, dass ich zusammenzuckte und einen falschen Schritt machte. Ich schwankte kurz, schaffte es aber, nicht umzufallen.
Erschrocken blickte ich zu meinem Lehrmeister auf und ließ das Schwert schwer atmend sinken.
»Habe ich etwas falsch gemacht?«
Caelis schüttelte leicht den Kopf. »Du hast mir nicht zugehört, als ich dir die neue Übung erklärt habe«, sagte er mit einem schiefen Lächeln und deutete dann auf die Bank. »Setzen wir uns. So wird das nichts.«
Ich starrte erneut auf das Schwert, bevor ich es senkte und wegsteckte. Meine Arme zitterten, hatte ich ein und dieselbe Bewegung doch recht häufig wiederholt. Dass er mir aber eine andere gezeigt hatte, war wirklich an mir vorbeigegangen.
Caelis reichte mir einen Eistee, der auf einem kleinen Tisch bereitstand.
Ich trank ihn in einem Zug leer und nahm mir dann das Handtuch, um mir den Schweiß aus dem Nacken zu wischen.
Seufzend ließ ich mich auf die Bank fallen und starrte auf die Büsche des Gartens.
»Machst du dir Sorgen?«, wollte Caelis wissen. Er war ein überraschend zugänglicher Fae. Anders als Cayden und Ayden, die am Anfang nur wenig mit mir gesprochen hatten, stellte er Fragen und erzählte auch viel.
»Schon, ja«, erwiderte ich, wollte aber nicht weiter darauf eingehen, warum.
»Die Fürstenversammlungen werden bald vorbei sein. Dann ist Fürst Veylenreach wieder zuhause«, sagte er, als wüsste er genau, was mich quälte.
Röte stieg mir in die Wangen und ich senkte den Blick zu Boden. »Ist es so offensichtlich, dass ich ihn vermisse?«, fragte ich kleinlaut.
Wenn schon meine Umgebung bemerkte, wie sehr ich mich nach ihm sehnte, wie konnte es dann sein, dass Cayden selbst davon nichts bemerkte?
Caelis lachte und setzte sich vor mir auf den Boden.
Seine nussbraunen Augen suchten meinen Blick. »Ich habe euch während des Turniers beobachtet«, gestand er mit einem Grinsen, das ihn sehr jung wirken ließ.
Es war das erste Mal, dass ich mich fragte, wie alt er eigentlich war. War er vielleicht sogar jünger als ich?
Die Art, wie er mich musterte, sorgte dafür, dass mir noch mehr Hitze ins Gesicht schoss und ich meinen Blick abwenden musste.
»Mach dir keine Sorgen. Du bist ihm wichtig.«
Das von jemand anderen zu hören, wärmte mir das Herz und ließ es gleichzeitig unruhig schlagen.
Er war mir auch wichtig, aber war das schon alles?
Das erste Mal dachte ich darüber nach, wie wichtig er mir eigentlich war.
Ich fühlte mich in seiner Nähe wohl und geborgen. Ich vermisste ihn, wenn er zu lange nicht da war und ich machte mir Sorgen um ihn.
Reichte das schon aus, um zu sagen, dass ich ihn liebte? Dass er mich liebte?
Ich wusste es nicht.
»Ich … weiß nicht«, erwiderte ich und vergrub mein Gesicht in meinen Händen.
Caelis erhob sich wieder und klopfte leicht meine Schulter. »Mach dir nicht so viele Gedanken. Sobald er seine Arbeiten erledigt hat, ist er garantiert wieder für dich da. Fürsten haben immer viel zu tun.«
Seitdem ich hier war, hatte ich nie das Gefühl gehabt, dass es viel war. Cayden hatte sich immer Zeit für mich genommen, als wäre alles andere unwichtig.
Bei der Erinnerung daran klopfte mein Herz wild und in meinem Bauch flogen Schmetterlinge.
War ich es einfach nicht mehr gewohnt, auch mal allein zu sein?
Cayden war Herrscher über die gesamte Fae-Welt. Was das hieß konnte ich mir gar nicht vorstellen.
Seine Aufgaben gingen vor, das sollte ich akzeptieren.
Es brachte nichts, hier herumzusitzen und Trübsal zu blasen. Wenn Cayden arbeitete und sich Mühe gab, dann konnte ich das auch.
»Du hast recht. Er hat zu tun. Das sollte ich akzeptieren«, stieß ich hervor und erhob mich wieder. »Genug Pause gemacht. Machen wir weiter.« Obwohl ich ein Drücken in der Brust spürte, entschied ich mich doch dazu, mein Bestes zu geben.
Ich wollte Cayden mit meinen Fortschritten überraschen, sobald es für ihn wieder ruhiger wurde! Er sollte sehen, dass auf mich Verlass war!






























































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