Kapitel 26
Fiona
An einem Baum komme ich zum halten. Erschrocken schaue ich in die Richtung, aus der ich kam. Ist es richtig ihn da alleine zu lassen?
Paul klang so verzweifelt, als er mich wegschickte. Und doch wollte etwas in ihm, das ich bleibe. Aber Paul hat gekämpft. Doch muss er alleine kämpfen? Schließlich waren es meine Worte, die das scheinbar ausgelöst haben. Dust dürfte nicht begeistert darüber gewesen sein, dass ich noch nicht bereit bin und wir es erst einmal bei Freundschaft belassen sollten.
Zwiegespalten bleibe ich stehen und überlege, was ich machen soll. Meine Gedanken werden abrupt gestoppt, als ein schwarzer Wolf angerannt kommt und ruckartig stehen bleibt. Weitere Wölfe kommen an, doch laufen sie nach einem Kopfnicken vom schwarzen Wolf weiter.
Der Wolf wandelt sich. Bei den Geräuschen verziehe ich das Gesicht. „Fiona, geht es dir gut? Paul hat einen Hilferuf abgesetzt, doch wurde er unterbrochen.“ „Dad. Paul, er hat Schmerzen. Ich glaube er verliert die Kontrolle.“ spreche ich und bin froh, dass Dad da ist. Dad nickt und verwandelt sich wieder in seinen Wolf.
Er bedeutet mir, aufzusteigen. Überrascht gehe ich zu dem schwarzen Wolf. Das letzte Mal als ich auf Dad geritten bin, da war ich 4 Jahre alt. Ich halte mich fest und schon rennt Dad los. Es fällt mir deutlich schwerer mich festzuhalten als bei Paul und Dust.
Wir kommen auf der Lichtung an. Sofort gleite ich von Dad und halte etwas Abstand. Dad schreitet knurrend weiter auf Paul zu. Paul krampft ganz fürchterlich. Seine Adern sind stark ausgeprägt. Ich kann das Blut förmlich pulsieren sehen. Ich kann die Schmerzen von Paul beinahe greifen.
Dad legt eine Pfote auf die Brust von Paul und brummt gefährlich. Doch dies hat zur Folge, dass Paul die Augen nach hinten dreht und sein Körper in einer unnatürlichen Position verharrt. Das Brummen von Dad wird stärker.
Eine Berührung am Arm läst mich zur Seite schauen. Beta Chris steht neben mir „Dust kann sich nicht beruhigen. Vielleicht kannst du ihm helfen mit den Schmerzen. Mit Mathias hier dürfte dir nichts passieren. Muss Mathias den Gehorsam erzwingen, wird das für Paul noch schmerzhafter.“
Ich schaue wieder zu Paul und gehe dann langsam zu seinem Kopf. Bedächtig knie ich mich hin und nehme seinen Kopf in meinen Schoß. Dort beginne ich seine Schläfen zu massieren. Es zeigt sofort Wirkung, denn der Krampf lässt immer weiter nach.
Dad beobachtet, was ich mache. Als auch er die Wandlung erkennt, brummt er weiter. Immer mehr scheint sich der Krampf zu lösen. Und irgendwann erschlafft Paul einfach.
Ich streiche weiter über sein Haar. Etwas nasses auf meiner Hand, lässt mich erst erkennen, dass ich still weine. Dad tritt von Paul zurück und verwandelt sich dann. Er zieht sich schnell eine Jogginghose über und tritt dann neben mich. Sanft wischt er mir eine weitere Träne weg. „Warum hatte er solche Schmerzen?“ flüstere ich leise.
„Weil sich Dust gegen den Wolfsbann gewehrt hat und das mit einer unglaublichen Kraft. Doch Paul ist auch stark und hat versucht Dust aufzuhalten. Magst du erzählen, was Dust so wütend werden lassen?“ fragt Dad sanft. Ich schaue mich um. „Die anderen Wölfe sind außer Reichweite und werden dich nicht hören.“ beantwortet Dad meine unausgesprochene Frage.
Langsam beginne ich Dad zu erzählen, worüber wir gesprochen haben. Dad nickt und sagt dann „Für mich hört sich das so an, als wäre Dust davon ausgegangen, dass du ihn ablehnen wolltest. Und nachdem was du über seine Vergangenheit erzählt hast, wird er in Panik geraten sein. Ich würde vorschlagen, dass du Dust zeigst, dass du für ihn da bist, auch wenn nur als Freundin und nicht Partnerin. Der Rest liegt dann bei Dust und Paul, ob sie das so akzeptieren können.“
Über seine Worte nachdenkend, nicke ich. Das ist ein guter Vorschlag von Dad.

























































Die Idee ist echt gut, hoffentlich zeigt es die gewünschte Wirkung 🤍