Alles fügt sich

25.03.2026

Alles fügt sich


Es ist Anfang Dezember.

Ich spüre eine leise Vorfreude.

Für mich beginnt eine besondere Zeit.

Ich fühle mich in ihr geborgen.

Schöpfe Kraft.

Blicke zurück.

Komme zur Ruhe.

Und vertraue.

 

Noch immer ist da der Nebel.

Aber er hat sich verändert.

Kleiner.

Sanfter.

Leiser.

 

Ich gehe spazieren.

Vertraute Wege.

Plötzlich stoppt mein Körper.

Mitten in der Bewegung.

Ich zucke zusammen.

Für einen Moment verliere ich die Orientierung.

Mein Blick senkt sich.

Gänsehaut erfüllt mich.

Ich lächle.

 

Vor mir liegt ein kleines Stück Papier.

Fast unsichtbar verschwimmt es mit dem Weg.

Und doch bleibe ich stehen.

Ein Etikett eines Teebeutels.

„Zeit für klare Gedanken“ lese ich.

Ich atme tief ein.

Ich freue mich.

 

Ein Tag später.

Wieder gehe ich.

Wieder in den Wald.

Ich fühle mich wohl und ich bin bei mir.

Erneut stoppt mein Körper.

Erneut zucke ich zusammen.

Ich lächle.

Und mein Blick fällt auf den Waldboden.

Blau.

Ein blaues Papier unterbricht das vertraute Farbenspiel.

Meine Hand legt sich auf mein Herz.

Ich empfange und ich vertraue.

Gänsehaut umhüllt mich.

„Schön, dass Du da bist!“ lese ich auf diesem Papier.

Wärme erfüllt mich.

 

Langsam gehe ich weiter.

Mein Weg führt mich in ein kleines Dorf.

Zum Friedhof.

Unzählige Male war ich hier.

Ich habe immer etwas gespürt.

Aber nie gesehen.

Mein Körper stoppt erneut.

Drängt mich einige Schritte zurück.

Gänsehaut steigt in mir auf.

Ich drehe meinen Kopf nach rechts.

Ich blinzle. 

Der Nebel lichtet sich.

Ich atme.

Tief.

Ringe fast ein wenig nach Luft.

Und dann sehe ich es.

„Der Tod ist das Tor zum Leben“

steht auf einem alten Grabstein.

Ich fühle mich willkommen.

Ich lächle.

Es ist still. 

Stille Geborgenheit.

 

Und plötzlich ist da Klarheit.

Der Nebel weicht.

„Schön, dass du da bist“

Ich höre es.

Überall. 

Der rote Faden.

Ich spüre ihn.

Ich spüre die Verbindung.

Die Zeit der Rauhnächte beginnt.

Ich komme zur Ruhe.

Ich genieße.



 

Ich meditiere.

Ich sitze an einem Waldrand.

Vor mir liegt ein kleiner See.

Ein Weiher.

Umgeben von hohen, dunklen Bäumen.

Saftigem Moos und leuchtenden Farnen.

Ich fühle mich wohl.

Ich bin zu Hause.

 

Ein leises Knacken.

Äste brechen.

Ich blicke zur  Seite.

Rot.

Zwischen den Bäumen bewegt sich etwas.

Ein Fuchs.

Sanft. Leise.

Unerschrocken.

Er kommt näher.

Bleibt stehen.

Und sieht mich an.

Liebevoll.

Vertraut.

 Wissend.

„Die Antwort findest du im Wald“, flüstert er mir zu.

„Gib mir deine Hand, ich begleite dich.“

Ich stehe langsam auf.

Gehe auf ihn zu.

Ohne Angst. 

Ich spüre eine tiefe Verbundenheit.

Eine tiefe Klarheit.

 

Der Kreis schließt sich.

 

Alles fügt sich.

 

Ich gebe ihm meine Hand.

Und wir gehen gemeinsam in den Wald.

 

„Gib mir deine Hand, 

sprach der Fuchs“

 

… und ich sitze auf meinem Dachboden.

Meinem Lieblingsplatz.

Vor mir mein Tablet. 

Und ich schreibe.

Für dich.

Die ersten Zeilen dieses Buches.

Ich begleite dich.

Wenn du magst ein Stück auf deinem Weg. 

Deinem Lebensweg.

Habe Vertrauen.

Ich reiche dir meine Hand.

Und alles ist gut.

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