Kapitel 7

Kapitel 7
Ein paar Tage besucht Maja den kleinen Fuchs nicht auf dem Dachboden.
Es ist Wochenende und Maja spielt mit Oma Anni und ihrer Mama viel im Garten.
Vom Dachbodenfenster verfolgt der kleine Fuchs schmunzelnd das lustige Treiben.
„Was habe ich nur für ein großes Glück!“, murmelt er ganz leise in seine Schnurrhaare. Eine kleine Träne kullert glitzernd über seine Schnauze.
Die neue Woche erwacht mit wunderbarem Sonnenschein und der kleine Fuchs genießt das wärmende Bad auf seiner Fensterbank.
Im Augenwinkel hat er Maja schon entdeckt.
Vom Dachbodenfenster sieht es fast so aus, als würde Maja heute förmlich nach Hause rennen.
Entschlossen öffnet das Mädchen die Haustür.
Und nimmt heute gleich zwei Stufen auf einmal, um die knorrige Holztreppe zum Dachboden schneller zu erklimmen.
Außer Atem und mit rotem Kopf steht sie nun vor dem kleinen Fuchs.
„Hoppla! Maja, was ist denn los? Du bist ja ganz außer Atem?“, fragt der Fuchs erstaunt.
Der Schulranzen gleitet rasch von Majas Schulter und mit einem lauten „Plumps“ lässt sich das Mädchen erschöpft in den alten Sessel fallen.
„Ich … ich … ich muss dir was erzählen und will dich auch was gaaaanz Wichtiges fragen“, prustet Maja atemlos hervor.
„Immer, liebe Maja, und alles … aber das weißt du ja!“, antwortet der Fuchs wohlwollend.
Maja atmet nun etwas ruhiger und beginnt zu sprechen: „Bei mir ist ein Mädchen in der Klasse … Klara heißt sie … und eigentlich immer munter und lustig … aber seit ein paar Tagen ist sie ganz still geworden … sie … sie … sie sagt fast gar nichts mehr … und heute … heute bin ich dann in der Pause zu ihr gegangen und wollte mit ihr reden ….“
„Oh!“, erwidert der Fuchs ruhig, „… und was hat Klara zu dir gesagt?“
„Zuerst gar nichts … sie war wie stumm … dann … dann … dann habe ich mich einfach neben sie gesetzt und mein Pausenbrot bei ihr gegessen …“, flüstert Maja zaghaft, „… und irgendwann hat Klara zu sprechen begonnen!“
„Oh!“, entgegnet der kleine Fuchs sichtlich erstaunt, „… das hast du ganz großartig gemacht, meine Maja!“
„Und jetzt … jetzt will ich dich fragen, ob dich Klara heute Nachmittag besuchen darf?“, fragt Maja jetzt deutlich lauter.
Der kleine Fuchs legt seinen Kopf schief und blinzelt Maja frech an.
Dann schweigt er eine kleine Weile.
„Hmmmm … bislang habe ich zwar nur mit Anni, Katharina und mit dir gesprochen … andere Kinder habe ich von hier oben immer nur still beobachtet …“, bricht er sein Schweigen.
„ … aber …“, fügt Maja vorsichtig ein.
„ … aber ich glaube, heute ist ein guter Tag, um eine Ausnahme zu machen!“, strahlt er nun das Mädchen an, „Und ich möchte Klara sehr gerne kennenlernen!“
Voll Freude drückt Maja den kleinen Fuchs fest an sich.
„Hossa! Nicht so stürmisch! Du ruinierst mir ja noch meine Sonntagsfrisur!“, meckert der kleine Fuchs liebevoll zwischen Majas Armen hindurch.
Maja lacht, gibt dem Fuchs noch einen zarten Kuss auf seine Nase und springt in Richtung Tür: „Danke! Dann hole ich jetzt noch eine Limo und mach Klara die Tür auf! … sie kommt nämlich gleich!“
Keck versucht Maja, den kleinen Fuchs mit einem Auge anzublinzeln. Dann dreht sie sich um und hüpft die Treppe hinunter.
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