Tag 10

Tag 10


Mein Bock hatte heute keinen „Bock“!

Und die Hexen dürfen auch noch ein wenig auf uns warten …

Aber dieser Tag war unglaublich schön!

Wenn jemand behauptet, dass der Mensch nur zu schlechten Dingen fähig sei, dann möchte ich ihn oder sie an die Hand nehmen und mit ihm oder ihr durch Vallebona und Dolceacqua laufen!

Heute Morgen ließ ich meinen „Bock“ noch etwas schlafen und schnappte mir meinen abenteuerlustigen Kameraden, um endlich den zweiten „Höllenweg“ zu Fuß ins Tal nach Soldano anzutreten.

Nach wenigen hundert Metern habe ich eine Zitrone gefunden!

… und aus einem Gemüsegarten am Steilhang tönte laut und munter das Lied „Lemon Tree“ …

Es war herrlich und ich sang tatsächlich laut mit:

„I wonder how, I wonder why … and all that I can see is just a yellow lemon tree.“

Uff, aber es war wirklich steil!

… und schön!

Bauch, Beine, Po! … so bleibt man fit!

In Soldano musste ich eine Kleinigkeit besorgen und mein Italienisch wird wird echt immer besser!

Der nette Mann im Laden schenkte mir für meine Haut noch etwas duftendes Olivenöl … und ich kann es sogar immer noch auf meinem Unterarm riechen!

Nach einer kurzen Stärkung ging es dann für uns wieder mit den Rädern los!

Den Höllenweg Nr. 1 hinunter bis nach Vallebona!

Fast hätten wir Vallebona links liegen gelassen, uns dann aber doch rasch dazu entschieden, mal in dieses Dorf zu fahren.

Und das, was wir dort sehen durften, war nicht von dieser Welt!

Es war wie eine andere Welt!

Wie aus der Zeit gefallen!

Wie eine andere Zeit!

Ein Traum!

Unglaublich!

Vallebona ist für uns das schönste Dorf, welches wir bislang überhaupt gesehen haben!

Ich kann es kaum mit Worten beschreiben …

Am besten, Du siehst Dir unsere Tour auf Komoot an …

Aber es war eine äußerst gelungene Mischung aus einem alten historischen Dorf aus dem Mittelalter, gespickt mit moderner Kunst, landestypischer Lebensweise und Wertschätzung der ältesten Dorfbewohner!

Im ganzen Dorf standen Ape – die typischen dreirädrigen Fahrzeuge von Piaggio – bunt bemalt oder mit moderner Kunst oder auch mit Büchern zum Mitnehmen bestückt.

An einer Wand hingen unzählige Bilder, auf denen „nur“ die Augenpartie der ältesten Dorfbewohner zu sehen war.



Ein Platz im Dorf ist den vier Elementen gewidmet – ein anderer dem Frieden!

Es war einfach nur großartig!

Von Vallebona ging es dann für uns ans Meer!

An der Promenade von Bordighera bis nach Ventimiglia lässt es sich herrlich Rad fahren!

Und eine Pizzeria direkt am Strand haben wir auch noch entdeckt!

Vielleicht gönnen wir uns am Samstag hier noch eine Pizza und ein Gläschen Wein? 🙂

Ein wunderbarer Fahrradweg –

auf dem Fahrradweg musste ich mehrfach anhalten, um Kuriositäten zu fotografieren!

Meterlange Zäune wurden hier zum Beispiel aus alten metallenen Bettgestellen gebaut – Upcycling pur! … und wirklich schön!

– führte uns dann durchs Tal in das nächste herrliche Dorf!

Dolceacqua!

Der zweite Traum!

Auch hier spürte man die Liebe der Bewohner zu ihrem Dorf – gut, es wurden auch busseweise Touris aus aller Welt hierhin gekarrt – aber dennoch war die Ehrlichkeit und das echte italienische Leben hier noch deutlich zu spüren!

Nach einem leckeren Cappuccino und zwei Brioches in einer typischen Bar mit Blick auf die Ponte Vecchio radelten wir, erneut auf Napoleons Spuren, zuerst nach Apricale und dann wieder nach Perinaldo.

Perinaldo ist so etwas wie das „Autobahnkreuz“ 🙂 hier im Tal oder besser gesagt auf dem Berg!

Irgendwie muss man immer über Perinaldo fahren, um von einem Tal ins nächste zu kommen … außer man fährt wieder vor an die Küste. 🙂

Den Weg sind wir nun schon einige Male geradelt, aber immer wieder entdecken wir wunderschöne Häuser, kuriose Bauten oder typisch italienische „Gefahrenstellen-Kennzeichnungen“. 🙂

An der einen steilen Kurve wurden drei Paletten und ein alter Autoreifen als Sicherung gewählt …

In einer anderen Kurve waren es dünne Seile und ein zartes Geflecht aus Bambusrohren …

und wenige Steilkurven danach durften sieben topmoderne Begrenzungspfosten auf drei Metern Kurve für Sicherheit sorgen. 🙂

So etwas liebe ich!

Wenn man langsam oder langsamer unterwegs ist, entdeckt man so viel und eben auch die besonderen Kleinigkeiten, welche viele Menschen oft übersehen.

Was für ein schöner Tag!

Gleich essen wir noch leckere frische Ravioli mit einer Pilzfüllung und einer Nusssauce!



Und morgen geht es zu den Hexen!

Glaube ich zumindest.

 

 

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