Tag 12

Tag 12


Was für ein Tag!

Wir können gerade nur den Kopf schütteln und wir sind fix und fertig!

Heute hat unser Jeep beschlossen, dass wir noch länger bleiben dürfen!

… und dachte sich auf einer schmalen Bergstraße, dass es hier doch schön wäre und er jetzt einen Riss im Reifen richtig gut finden würde …

Aber erstmal von Anfang an …

Heute wäre ja eigentlich unser letzter Tag hier gewesen und ich habe am Morgen schon relativ viel für die morgige Abreise vorbereitet, um dann eine lange Wanderung nach Perinaldo zu machen.

Dort sollte mich mein Mann abholen und dann wollten wir noch eine kleine Rundfahrt mit dem Jeep machen, um anschließend noch unsere Italien-Shopping-Tour in sämtlichen Supermercatos der Region zu machen …

Die Wanderung war super!

Ich hatte große Freude und habe wieder unzählige italienische Kuriositäten gesehen und fotografiert!

Sogar Samen der Esskastanie konnte ich sammeln und werde diese auch zu Hause – sofern wir dann irgendwann wieder nach Hause kommen sollten – einpflanzen.

Am ausgemachten Treffpunkt holte mich mein Mann ab und wir fuhren gut gelaunt noch ca. 500 Meter weiter …

um dann nach einem wilden Winken einer italienischen Dame in einer engen Kurve stehen zu bleiben.

Und dann ging uns allen die Luft aus!

Also erst dem Reifen hinten links und dann uns!

Jetzt haben wir einen superteuren Offroad-Jeep mit nagelneuen Offroad-Reifen und nun einen Riss im Reifen!

Die Italiener fahren 40 Jahre alte Fiats mit mindestens genauso alten Reifen und haben nix!

… oder zumindest erscheint es uns gerade so. 🙂

Nach einigen wirklich netten Telefonaten mit unserer Kfz-Hilfe wussten wir, dass ein Abschlepper in ca. 2,5 Stunden zu uns kommen wird.

Zum Glück hatte mein Mann noch eine Cola-Dose eingepackt und auch schon die Fahrradrucksäcke mit unserem Mini-Kompressor.

Tatsächlich kam dann schon nach ca. einer Stunde ein Pannendienst mit zwei lustigen Männern darin.

Sie meinten, sie können den Reifen reparieren und wir müssten uns keine Sorgen machen und könnten dann ohne Probleme nach Deutschland fahren.

Hmmm …

Das Ersatzrad am Heckträger hatte nicht die richtige Größe für unseren normalen Reifen und war wirklich nur für den absoluten Notfall gedacht …



Außerdem konnten wir mit unserem Bordwerkzeug die Radmuttern der Felge nicht lösen.

Das Bordwerkzeug war nur für den Ersatzreifen – eigentlich auch für die Standardreifen …

aber mein Mann erfreute sich so sehr an größeren, breiteren und massiveren Reifen. 🙂

Für 50 Euro und etwas Trinkgeld ließen wir den Reifen reparieren und fuhren relativ munter den Berg wieder ins Tal.

Der Pannendienst fuhr hinter uns und gab uns das „Okay“:

Der Reifen hält!

… dachten wir …

Da wir ja morgen nach Hause fahren wollten, kauften wir noch in einem Supermarkt ein …

und bemerkten dann, dass der Reifen nicht hält!

Unser Mini-Kompressor sagte 1,9 bar …

am Berg waren es noch 3 bar!

Also ging es ab zu einer Tankstelle und wir prüften nochmals …

… und riefen dann den Pannendienst erneut an.

Kurze Zeit später kamen die beiden Jungs – in einem anderen, noch wilderen Auto – wieder …

und drückten uns gleich die bezahlten 50 Euro in die Hand und entschuldigten sich tausend Mal dafür.

Dann schmissen sie ihren Diesel-Kompressor im Auto an und wechselten uns das Rad …

aber auch das war für die beiden nicht ganz so einfach, da bei einem Jeep alles irgendwie anders und schwerer ist und auch die Radmuttern andere Durchmesser und Sicherungen haben …

aber irgendwann klappte auch das!

Der ältere Mann schickte uns dann noch zu einem Reifenservice, der angeblich diesen Reifen doch noch reparieren konnte …

konnte er nicht …

Der Reifen war durch!

Aber wir hatten noch Glück im Unglück!

Es ist uns und auch niemand anderem etwas passiert!

Und wir können, dank der Hilfe von Claudio, unserem Vermieter, morgen früh zwei Häuser weiterziehen!

Im Nachbarhaus ist auch eine Ferienwohnung und diese ist bis Mittwochmorgen frei!

Am Montagmorgen fahren wir um 8.30 Uhr gleich zu einem Reifenhändler, dem Claudio jetzt schon Bescheid gegeben hat, und bestellen den Reifen …

und beten, dass er so schnell wie möglich geliefert werden kann …

denn am Mittwochmorgen müssen wir aus der zweiten Wohnung ausziehen, da hier auch neue Gäste kommen … 🙂

Und am Donnerstag müsste ich eigentlich arbeiten …

aber gut, auch das würde ich lösen lassen …



Heieiei, was für ein Tag!

Und was für ein Glück, doch immer nette, hilfsbereite Menschen kennenlernen zu dürfen!

Tja, wenn man eine Reise macht, dann kann man was erleben!

Ach, und bei den Hexen waren wir natürlich auch noch nicht!

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