Kapitel 22

Fiona

„Was, wie, wie ist das möglich? Du bist doch tot, oder?“ frage ich ungläubig. Mein Vater nickt traurig „Ja, ich bin tot.“ spricht er sanft und schaut mich gutmütig und ebenfalls etwas ungläubig an.

„Wie ich dir schon sagte, einige Seelen kommen nach ihrem Tod zu uns. John kam zu Anthor und Anthor bat mich um Hilfe. Schließlich waren es Rogues, die die verletzten Soldaten schließlich töteten. Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen, aber ich kann dafür sorgen, dass im nächsten Leben John und Jade ihr gesamtes Leben miteinander verbringen können. Schließlich ist es etwas besonderes, wenn Menschen ihren Seelenverwandten finden.“ erklärt Luna.

„Du und Mum waren Seelenverwandte?“ frage ich eher mich selbst. „Daher kam ich hierher, ich konnte nicht eher Frieden finden, bis ich wusste, dass du und Jade glücklich werdet.“ spricht Papa und mich überkommt Schuld. „Also findest du es nicht schlimm, dass ich Mathias als Dad anerkenne?“

Papa streicht mir eine Strähne aus dem Gesicht „Wie könnte ich? Ich bin nicht mehr da, um auf euch aufpassen zu können. Ich bin froh, dass ihr Jemanden so starkes gefunden habt. Aber du kannst ihm sagen, dass im nächsten Leben Jade wieder zu mir gehört!“ spricht Papa mit Tränen in den Augen. Auch mir kommen die Tränen und ich drücke mich wieder stärker an ihn.

„Wir geben euch noch etwas Zeit zu zweit. Aber bedenkt bitte, dass Fiona wieder zurück muss. Ihr Körper kann nicht viel länger ohne Seele bleiben, ehe er Schaden annimmt.“ ermahnt uns Anthor.

Papa und ich setzten uns auf das Sofa, auf dem Luna und ich vorher ebenfalls saßen. „Weiß du alles oder kann ich dir erzählen, wie es uns erging?“ frage ich Papa. Papa deutet auf die Mitte „Dies ist der Weltenspiegel. Damit können die Götter ins weltliche eingreifen. Jede Gottheit hat einen kleinen eigenen Weltenspiegel, wodurch sie sehen können. Dadurch weiß ich, wie ihr gelebt habt. Ich hab mit dir gelitten Fiona. Du warst nie alleine, ich habe immer über dich gewacht und werde ich immer. Ich hätte dir gerne so viel beigebracht, aber deine Mum und Mathias haben auch einen super Job gemacht. Du bist zu einer wunderschönen und starken Frau herangewachsen, die Anderen zeigt wo es lang geht. Noch dazu bist du meinem Weg gefolgt. Du bist so viel besser am Gewehr als ich es war. Ich könnte nicht stolzer auf dich sein.“




Ein Schluchzen entkommt mir, was sich mit einem Lachen vermischt „Ich habe mich dir immer vorgestellt. Ich habe zwar Bilder von dir und Mum gesehen, aber dein Verhalten oder deine Stimme habe ich mir immer ausgemalt. Zwar hab ich dich nie kennengelernt, aber ich habe dich doch irgendwie immer vermisst.“ Nun liegen wir beide uns wieder in den Armen. Meine Tränen kann ich nun nicht mehr zurückgalten.

Pscht, es ist alles gut Fiona.“ tröstet mich mein Papa. So liegen wir uns einige Zeit in den Armen, bis Papa das Wort ergreift. „Weiß du, ich habe auch dich und Paul beobachtet und besonders deine heimlichen Blicke zu ihm gesehen.“ Ich spüre, wie mir die Röte in die Wangen schießt.

„Ich weiß, dass du ihn geliebt hast und das bis zum Vorfall. Zwar weiß ich nicht, wie es ist, wenn man seinen Wolf in sich spürt, aber ich weiß, wie sich das Band zu seinem Wolf anfühlt.“ Fragend schaue ich Papa an. „Luna fragte, ob ich eine Verbindung mit einem ihrer Wölfe eingehen möchte, um so später als Werwolf wiedergeboren zu werden. Ich nahm dies an und seitdem wächst unsere Verbindung. Nicht immer kann ich unsere Gefühle unterscheiden. Aber ich bleibe dennoch ich selbst. Paul ist ein guter Junge und er ist immer noch er selbst, der stark an sich selbst gearbeitet hat. Wenn ich das nicht selbst gesehen hätte, würde ich dir dazu nie etwas sagen. Aber ich glaube auch, dass du tief in dir drin schon eine Entscheidung hast, wie du vorgehen willst, oder?“

Noch bevor ich darauf antworten kann, kommen die Gottheiten wieder auf uns zu. Anthor spricht „Die Zeit ist abgelaufen, es tut mir Leid. Fiona, es war mir eine Ehre, ich hoffe ich werde dich nicht so schnell wiedersehen.“ spricht er klangvoll und zwinkert mir dann doch tatsächlich zu.

Papa wendet sich mir zu „Es war schön dich einmal wirklich kennengelernt zu haben. Ich freue mich, auf unser gemeinsames Leben. Pass auf dich auf und lass mich ruhig etwas warten“ Wir umarmen uns nochmal, ehe er durch das Tor von Luna wieder verschwindet.

Luna überreicht mir eine Silbernacht-Blume „Halte sie in Ehren, sie ist in meinem Reich gewachsen, ihr wohnt also ein Teil meiner Macht inne.“ Bewundernd schaue ich auf die Blume. Luna pustet auf die Blume und der silberne Schimmer erscheint und wabert wie ein Nebel zu mir hin.




Meine Augen fallen mir zu. Nun fühlt sich alles wieder leichter an. Ich schwebe in der schwarzen Leere. Doch dann zerrt wieder etwas an mir, es ist als würde ich in etwas gedrückt werden. Ich fühle eine Decke auf mir und eine Matratze unter mir. Ich spüre die Silbernacht-Blume in meiner Hand. Dann schlage ich die Augen auf. Das erste was ich sehe, ist Paul, der mich besorgt mustert.

Ein Gefühl der Geborgenheit überkommt mich. So hätte es immer sein sollen.

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Kommentare

  1. Das ist aber mal eine nette Verabschiedung von Anthor, aber wo er recht hat, hat er recht 😉

    Es muss echt seltsam sein, so in dieser Art und Weise, seinen leiblichen Vater zu treffen, wenn man ihn zuvor nie mit bleibenden Erinnerungen kennengelernt hat…
    Es ist aber einerseits schön, dass Johns und Fionas Verhältnis trotzdem zu harmonisch ist und er wohl wirklich jede Sekunde über sie und Jade gewacht hat, und andererseits auch dass er Matthias akzeptiert, als Beschützer deren Familie und als Gefährte in zumindest diesem Leben 🤍

    Ein echt schön geschriebenes Kapitel, das auch mal wieder ein paar Fragen aufklärt <3
    Danke, und schönes Restwochenende dir noch^^