Kapitel 33

Hanna

Ich bekomme nur am Rande mit, wie Fiona den Raum verlässt. Viel zu sehr bin ich von den Augen meines Mates fasziniert, die mich andächtig beobachten. Seine Bernsteinfarbenen Augen funkeln förmlich um die Wette.

„Du bist wunderschön.“ spricht er schließlich. Seine Bariton-Stimme lässt mir einen wohligen Schauer über den Rücken wandern. Verlegend schaue ich auf den Boden.

Doch das lässt er nicht zu, sanft hebt er meinen Kopf wieder an „Wende den Blick nicht ab, bitte.“ Bei seinen Worten werden meine Wangen noch röter. Taylor grinst stolz und spricht dann „Ich sollte mich wohl angemessen vorstellen. Mein Name ist Taylor Crane. Ich bin der jüngere Bruder von Alpha Crane. Zudem bin ich ein guter Freund von Fiona.“

Bei seiner Vorstellung muss ich grinsen „Das weiß ich schon alles.“ spreche ich sanft. Taylor nickt überlegend „Gut, aber ich weiß es nicht.“ Auffordernd schaut er mich an. Verlegend darüber, will ich meinen Blick wieder abwenden, doch Taylors Hand an meiner Wange verhindert es „Mmh-mmh, es braucht dir nichts unangenehm zu sein.“

Ich atme tief durch und sage dann „Mein Name ist Hanna, ich bin eine Freundin von Fiona. Hier im Rudel bin ich für die Welpen zuständig.“ Bei meinen Worten leuchten Taylors Augen noch mehr auf „Also magst du Kinder? Es war schon immer ein Traum von mir viele Kinder zu haben.“

Schmunzelnd antworte ich „Ich will auch irgendwann Kinder.“ Doch dann stoppe ich „Aber ehrlich gesagt finde ich es etwas früh über Kinder zu sprechen.“ flüstere ich und werde immer leiser. Doch aufgrund des Wolfsgehörs hört mich Taylor trotzdem.

„Kein Problem. Aber kannst du mir sagen, warum du mich gebissen hast?“ fragt er ruhig nach. Erst jetzt merke ich, unter was für einen Druck ich stand, der sich mit einem Mal auflöst, sodass ich jetzt alle Gefühle gleichzeitig fühle. Die Freude über meinen Mate, die Sorge, die Verzweiflung, das Ungewisse, all das explodiert förmlich in mir, als sich der Druck löst.

Mir kommen die Tränen, die in Sturzbächen meine Wangen hinablaufen. Taylor schaut mich besorgt und hilflos an, dann zieht er mich in eine feste Umarmung. Das Mate-typische Kribbeln und der Geruch meines Mates beruhigen mich nach einiger Zeit. Taylor hat mir beruhigend über das Haar gestreichelt und einfach abgewartet.




Das tut gut. Ich hatte befürchtet, wenn mein Mate eine Alpha-Macht ausstrahlt, auch wenn er nur der Bruder ist, dass er nicht so ruhig ist und mir auch einfach die Zeit gibt, die ich brauche. Doch das tut er.

„Geht es jetzt wieder?“ fragt Taylor sanft nach, als meine Schluchzer nachgelassen haben. Ohne mich von ihm zu lösen, spreche ich leise. „Fiona kam angerannt und zog mich einfach mit sich. Sie wollte nicht sagen, worum es ging. Und dann, dann in dem Behandlungsraum, da, da habe ich dich gerochen und ich wusste worum es ging. Und doch hat meine Mutter es mir nochmal erzählt. Das Projektil war zu deinem Herzen gewandert. Ohne die zusätzliche Kraft der Markierung hättest du es wahrscheinlich nicht überlebt.“

Zum Ende hin fange ich wieder leicht an zu weinen. Taylor zieht mich noch enger an sich heran „Es tut mir so Leid, dass unser erstes Treffen so ablief und ich nicht für dich da war, als du mich gebraucht hast.“ Ich mache ein zustimmendes Geräusch.

Taylor reibt seine Nase an meinem Nacken und nimmt einen tiefen Atemzug. „Weiß du, dass es ziemlich unfair ist, dass du mich schon markiert hast und ich dich nicht?“ schnurrt er. Dabei knabbert er an der Stelle, wo die Markierung hinkommt.

Meine Wölfin ist ganz präsent, stärker als sonst. Er soll uns markieren, bitte Hanna, bittet sie mich. Da auch ich den Wunsch habe, flüstere ich „Dann markiere mich.“

Taylor stoppt sofort und schaut mich prüfend an. Als er erkennt, dass ich es ernst meine, legt er seine Stirn an meine. „Du machst mich fertig. Ich hatte mir die Markierung romantischer vorgestellt.“ Ich lächle ihn an „Glaub mir, ich mir auch. Aber dafür können wir den zweiten Teil der Markierung wesentlich romantischer gestalten. Du musst dich sowieso noch schonen.“

Taylors Augen funkeln auf „Glaub mir, dafür werde ich sorgen. Die Nacht werde ich ganz besonders gestalten und wenn ich auch wieder bei vollen Kräften bin.“ schnurrt Taylor verführerisch, ehe er sich wieder meinem Nacken zuwendet. Zuerst verteilt er kleine Küsse, die mich den Kopf in den Nacken sinken lässt. Das Gefühl ist unglaublich.

Dann spüre ich, wie seine Zähne länger werden. Nach einem etwas längerem Kuss, beißt er schließlich zu. Das Mate-Band wird stärker und verbindet uns auf eine andere Ebene. Und doch ist es noch nicht vollständig. Aber das hat Zeit.




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Kommentare

  1. Ich. Liebe. Dieses. Buch!!! 🤍❤️
    Du kannst wirklich so unglaublich gefühlvoll schreiben und auch wenn die beiden recht haben und das so gar nicht eine „typische Markierung“ ist, wie man es sonst kennt, macht es genau das so einzigartig.
    Keine Manipulation und kein übertriebener Klischee-Kitsch, sondern stattdessen einfach Ruhe und Zeit.
    Kompliment an dich, du machst aus jeder deiner Ideen etwas einzigartig Magisches – danke 🤍