Epilog
Epilog
Eine Stunde später lief Evelynn mit Yannis noch immer die einsame Straße entlang, die sie zuvor mit dem Auto befahren hatten. Ambers Haus lag abgelegen. Ein kalter Wind zog auf, Evelynn fröstelte und blieb stehen. Seit einer Viertelstunde schon trug sie Yannis, dem die Füße angefangen hatten, weh zu tun. Nun schmerzte ihr der Rücken.
„Yannis, kannst du kurz runter?“
Weinerlich erklärte Yannis: „Aber nur kurz.“
Evelynn zwang sich zu einem kraftlosen Lächeln, stellte ihren Jungen auf eigenen Füßen ab und stemmte sich die Hände in den Rücken, der prompt zu knacken begann. Wieso nur musste Amber so weit auswärts wohnen? Wieso musste sie mit Yannis den ganzen Weg zurücklaufen? Weder hatte sie ein Handy, noch Geld, mit dem sie ein Ticket hätte zahlen können. Mittellos, das traf es ziemlich genau …
Sie könnte zu ihren Eltern. Sie könnte … nein. Ihr Kopf rauchte. Zitternd wanderten ihre Hände an ihre Schläfen, woraufhin Evelynn tiefe Atemzüge nahm, um sich zu beruhigen, die aufkommende Panik zu verdrängen. Sie waren irgendwo im Nirgendwo. Sie waren allein, hilflos, und sie hatte einen Fünfjährigen, für den sie sorgen musste. In ihre Wohnung konnte sie nicht mehr zurück. Geld hatte sie keines, ebenso fehlten ihr sämtliche Ausweise von ihr und ihrem Sohn.
Ein Schluchzen bahnte sich Evelynns Kehle hoch. Was sollte sie tun? Sie konnte nicht zurück! Sie konnte nicht nach vorn! Auch bei Malvin wären sie nicht sicher, denn Brian hatte nicht ganz unrecht. Sie stand auf der Abschussliste von verdammt mächtigen Arschlöchern! Der einzige Ausweg, der ihr einfiel, waren ihre Eltern. Aber diese würden sie nur wieder wegschicken! Erst recht, nachdem sie Emanuels Tod zu verantworten hatte! Nicht einmal seine Beerdigung hatte sie organisieren können! Dazu hätte sie ihre Eltern einladen müssen, doch das hatte sie nicht getan! Das würden sie ihr vorhalten. Dann würden sie ihr vorhalten, ihnen Yannis verschwiegen zu haben, obschon sie es ihnen damals versucht hatte, zu sagen! Und dann würden sie sie wegschicken. Aber vielleicht … Evelynns tränengetrübter Blick glitt zu ihrem Jungen hinunter, der sie tröstend an der Hand gepackt hatte, und nun mit großen Augen zu ihr aufsah. Vielleicht würden seine Großeltern ihn aufnehmen … Dann wäre zumindest Yannis in Sicherheit …
„Boss?“
Die raue Stimme des in die Jahre gekommenen Mafiosos brummte bestätigend in den Hörer hinein.
„Wir haben sie. Sie ist wieder aufgetaucht, zusammen mit dem Jungen. Die beiden sind in Sicherheit.“
„Hm.“ Mehr fiel dem Alten dazu nicht ein. Hatte seine Enkelin sich also tatsächlich selbst aus den Klauen dieses Psychopats befreien können. „Gut. Pass dieses Mal besser auf sie auf.“
„Verstanden.“






























































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