Kapitel 9 – Eine Schlampe zum Durchreichen

Kapitel 9 – Eine Schlampe zum durchreichen

 

Eine neue Nacht, eine neue Schicht. Die letzte Woche hatte sie mitgenommen; der Tod ihres Bruders hatte ihr mehr zugesetzt, als sie sich selbst eingestehen wollte.

„Devil, Nish will dich sehen. Im Büro.“ Giovanni sah sie mitleidig an.

Evelynn nickte, die Lippen zusammengepresst. „Jetzt? Aber ich habe doch gleich meinen Tanz!“

Der Barmann nickte knapp. „Den übernimmt Arabella.“

Mit einem schweren Stein auf dem Herzen und einem trockenen Schlucken bedankte sie sich und verschwand in Richtung der Séparées, hinter denen sich auch Nishs Büro versteckte. Sie klopfte, die Hand zitternd. „Nish?“

„Reinkommen.“

Jegliche Spucke schwand ihr aus dem Mund. Ihr Chef war angepisst. Zögerlich öffnete sie die Tür und trat in das ausladende Büro. Viel war nicht drin, aber das, was den Raum bestückte, war von bester und teuerster Hand. „Du … wolltest mich sehen?“ Ihre Hände spielten unsicher an ihrem Slip herum.

Nish sah nicht auf. Er ließ sie warten und das eine ganze Weile, sodass, als er dann schließlich aufsah, seine Tänzerin unsicher und nervös von einem Fuß auf den anderen trat. „Seit einer Woche bist du zu nichts zu gebrauchen, Devil.“

Der Stoß war hart. „Ich habe … jemanden in der Familie …“

„Es ist mir scheißegal, was mit deiner Familie ist. Du selbst trägst dich für deine Schichten ein. Wenn du eine Pause gebraucht hättest, hättest du sie dir genommen. Stattdessen tauchst du hier mit verweinten, rotunterlaufenen Augen auf und zitterst beim Tanzen.“ Seine Lippen waren schmal. „Du bedienst heute während meinem Meeting. Wenn du wieder versagen solltest, war es das letzte Mal, dass ich dich hier gesehen habe.“

Evelynn verließ Nishs Büro und brach, kaum hatte sie die Tür geschlossen, zusammen. Sie weinte leise, schniefte kaum hörbar. Doch sie war im Kundenbereich. Hier konnte sie sich keinen Nervenzusammenbruch erlauben. Also riss sie sich zusammen, wischte die Tränen weg und versuchte, sich möglichst nichts anmerken zu lassen, als sie durch den Clubraum ging. Alle Augen waren auf die fließenden Bewegungen Arabellas gerichtet.

„Ich habe noch Schulden …“, hörte sie sich leise sagen, den brennenden Blick träge auf die fließenden Bewegungen ihrer Freundin gerichtet. Arabella hatte Evelynn ausgeholfen, und das, obwohl sie selbst kaum genug hatte. Schon wieder war eine Woche um und Evelynns Einnahmen reichten gerade so für Yannis’ und ihr Essen und das Nötigste an Hygieneprodukten. Gott sei Dank war er nicht mehr im Windelalter, das hätte ihr gerade noch gefehlt. Aber wie sollte sie die nächste Miete bezahlen? Wie ihre Schulden bei Arabella begleichen?



„Devil!“

„Giovanni?“ Ihre Stimme klang weinerlich dünn. Schnell wischte sie sich noch einmal über die Augen.

„Hier, Amore. Das brauchst du jetzt.“

Evelynn starrte auf den Drink. Ein Mix aus Giovannis fähigen Händen würde ihr sogar ganz sicher helfen. Sie dachte nicht weiter nach, griff nach dem Glas und stürzte die bittersüße Flüssigkeit hinunter. „Danke“, murmelte sie leise, ehe sie sich – jetzt mit einem kleinen Stein weniger auf dem Herzen – auf den Weg in die Umkleide machte. Sie musste nachher alles geben. Durfte nicht zusammenbrechen. Nicht weinen. Keinen Fehler machen. Und ganz sicher durfte sie nicht schwach wirken.

Evelynn setzte sich an den Schminktisch und polierte ihr Make-up auf. Doch trotz mehrerer Schichten Make-up wirkten ihre Augen verweint. Unzufrieden mit sich, der Situation und sowieso der ganzen beschissenen Welt, biss sie sich auf die bordeauxrot glänzende Unterlippe. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihr, dass keine Zeit mehr blieb, um noch einen Zusammenbruch an den Tag zu legen. „Na dann los.“

 

Unter all den Männern direkt an der Bühne saß wieder Brian, der die letzten Abende keine Zeit gehabt hatte, sich der schwarzhaarigen Schönheit zu widmen. Allerdings musste er einiges verpasst haben, denn die Männer neben ihm unterhielten sich lautstark über Devil, wie sie sich nannte.

„Gestern hab ich ihren Arsch angrabschen können, ohne das sie was gesagt hätte.“

„Ihr Lächeln ist aber immer noch aufgesetzt und steif“, meinte ein anderer, „genauso wie ihre Bewegungen.“

„Ach, in ihr Gesicht muss ich sowieso nicht glotzen. Vorhin hat ein Gast sie auf seinen Schoß gezogen und sie hat nicht mal gemeckert.“

„Herrje, wenn du vögeln willst, geh ein paar Straßen weiter. Ich brauche nur etwas Anregung, bevor ich zu meiner Alten gehe.“

Die beiden Männer lachten laut. Kurz darauf endete das Lied und Arabella verließ mit wackelnder Hüfte die Bühne.

Brian warf einen Blick auf die Uhr und erhob sich. Zeit, um zu Nish zu gehen. Die Junkies vor dem Stripclub waren verschwunden. Das würde er Nish noch schön auf die Nase binden, bevor dieser ihm den nächsten Speichelleckerauftrag gab. Auf dem Weg zu Nishs Büro kam Brian an der Bar vorbei und ließ sich noch einen Brandy einschenken.



„Er ist im Konferenzraum“, erklärte Giovanni kurz angebunden.

Brian nickte. Seine Verwirrung ließ er sich nicht anmerken. Am Konferenzraum angekommen, klopfte er.

„Herein.“

Mit einer Hand hielt Brian sein Glas, mit der anderen öffnete er die Tür und betrat betont lässig den Raum. „Abend, Nish.“

„Brian!“ Der blasshäutige Hüne erhob sich und wies Brian an, sich auf einem der sich an seine rechte Seite zu setzen. „Du bist früh dran.“

„Nicht früh. Pünktlich.“ Brian setzte sich, lehnte sich zurück, nippte an seinem Drink und musterte Nish. „Die Junkies sind weg, wie du es aufgetragen hast.“

„Ich weiß. Wäre das noch nicht erledigt gewesen, wärest du heute nicht eingeladen.“ Nish hob einen Stapel Dokumente hoch, den er bei Brians Eintreten gerade noch bearbeitet hatte, und begann, die Mäppchen zu verteilen. „Ich erwarte tadelloses Benehmen.“ Nish blickte auf. „Das heißt, du sagst kein Wort, es sei denn, er spricht dich an.“

Brian wagte einen Blick in das Mäppchen und hob zunächst irritiert die Augenbrauen. Auf dem ersten Blatt waren zwei Bilder eines Mannes aufgedruckt. Name, Alter, Beruf … Auch die anderen Seiten waren so aufgebaut, und je mehr Brian las, desto klarer wurde ihm, was das hier für eine brisante Liste war. Männer und Frauen, die geschmiert oder bestochen werden sollten. Oder aktuell für diese Kreise arbeiteten und eliminiert werden mussten, weil sie zu einem Risiko geworden waren. Polizisten, Architekten, Richter, Ärzte, Anwälte und sogar zwei Landschaftsgärtner. Auch ein Tierarzt war darunter.

Nachdem Brian die Blätter überflogen hatte, öffnete sich bereits wieder die Tür. Schnell wurde es voll im Konferenzraum. Bisher hatte Brian die meisten dieser Männer nur aus der Ferne gesehen.

Fabrizio, Nishs Boss und das Oberhaupt der Mafia in Boston und Umgebung. Die anderen Männer waren demnach weitere Unterbosse, Capos, wie Nish einer war. Sie alle arbeiteten zusammen, trauten einander aber kaum über den Weg. Jeder von ihnen buhlte seit Jahren um Fabrizios Gunst, oder vielmehr darum, sie nicht zu verlieren.

„Was macht der Kleine hier?“, fragte einer von ihnen und betrachtete Brian mit abschätzigem Blick.

Auch Brian hätte das gerne gewusst. Er hatte gewusst, dass Nish Besuch haben würde, aber nicht, dass der Besuch so hoch sein würde. Hatte er sich bei Nish endlich einen Namen gemacht und durfte nun Fabrizio beeindrucken? Oder war er bloß hier, um die Drecksarbeit für diese Männer zu machen?



Farbizio besaß eine respekteinflößende Ausstrahlung. Wie jeder andere im Raum achtete er auf sein Aussehen, seine Sportlichkeit und angemessene Kleidung. Jeder der Männer saß im maßgeschneiderten Anzug da, und gab Brian damit das Gefühl, nur ein kleiner Fisch zu sein. Ganz egal, wie weit er sich die letzten Jahre hochgearbeitet hatte, für diese Männer war er höchstens ein niederer Lakai. Er trug keinen Designeranzug, keine polierten Lederschuhe, und auch sein Bart war nicht auf den Millimeter genau gepflegt. Doch vielleicht … vielleicht würde sich heute etwas ändern.

Niemand sprach, während Fabrizio seine Augen über seine Treuesten schweifen ließ. Es schien, als wollte Fabrizio gerade das Wort ergreifen, da wurde die Stille durch ein leises Klopfen gebrochen.

Nish ließ ein kaum hörbares ‚unfassbar‘ verlauten, ehe er sich die Erlaubnis Fabrizios holte und mit einem ‚Herein‘ antwortete. Wer eintrat, war die schwarzhaarige Schönheit, auf die Brian schon das letzte Mal ein Auge geworfen hatte. Devil. Ihre Lippen waren glänzend rot und verführerisch geschminkt. Seiner Meinung nach klebte allerdings ein wenig zu viel Make-up auf ihrem Gesicht. Ihre Augen waren rot unterlaufen.

Auf Devils Lippen fand ein vages, irgendwie benebeltes Lächeln Platz. „Drinks für die Gentleman?“

Oh, wenn sie nur wüsste, wen sie da bediente …

Ihre Augen schweiften über die sieben Leute. Fünf Männer des Inneren Kreises, der Boss und er, Brian. An ihm blieb ihr Blick für einen längeren Augenblick haften. Überraschung lag in ihren Zügen.

„Ein Tonic.“

„Ein Wasser.“

„Pfefferminztee.“

Die Bestellungen gingen ein, doch keine davon beinhaltete ein alkoholisches Getränk. Nachdenklich starrte Brian auf seinen Drink. Als die Augen der Bedienung auf ihm lagen, blieb er still.

Devils Kopf neigte sich. „Ich bin gleich zurück.“

Ein leises „Hm …“ entkam Brian, was ihm einen warnenden Blick von Nish einhandelte. Was ging in dem Mädchen vor? Erst war sie prüde, dann ließ sie sich von den Männern auf den Schoß ziehen und begrabschen?

Fabrizio räusperte sich einmal, forderte damit aller Aufmerksamkeit und vertrieb sämtliche lüsterne Gedanken, die den Männern beim Anblick der kaum bekleideten Frau durch den Kopf gegangen waren. „Gut. Fangen wir an …“



 

„Und wer übernimmt die beiden Landschaftsgärtner?“

Es blieb stumm. Das Gespräch war schnell auf den Punkt gekommen. Personen, die bestochen werden sollten, wurden verteilt wie Karten bei einem Kartenspiel. Doch an den Landschaftsgärtnern schien keiner der hohen Männer Interesse zu haben. Brian roch seine Chance.

„Ich.“

Aller Augen richteten sich auf Brian – teils wütend, teils überrascht, dass er es gewagt hatte, das Wort zu erheben. Da öffnete sich plötzlich die Tür, ohne jede Ankündigung. Devil hielt ein Tablett in beiden Händen. Die Tür hatte sie mit dem Rücken aufgestoßen. Wortlos umrundete sie den großen Konferenztisch und stellte jedem das gewünschte Getränk hin. Bei Nish wollte sie anfangen. Doch dieser deutete kopfschüttelnd auf Fabrizio. Schon wieder mit diesem irgendwie neben sich stehenden, leichten Lächeln, wünschte sie allen einen guten Durst und verließ den Raum wieder.

Unterbewusst atmete Brian auf.

Es vergingen die Stunden. Anschlagsziele, Gebietserweiterungspläne, Drogenumschlagsorte und deren Qualität – über alles wurde diskutiert, die Themen flossen vom einen ins Nächste und irgendwann wurden die Gespräche unverfänglicher, behaglicher und kollegialer. Kaum war der geschäftliche Teil vorbei, bestellten die Männer ohne Scheu, was sie auf der Karte fanden … oder eben nicht.

„Ey! Ey, Kleine!“

Devil, die gerade wieder eine Runde Getränke ausgeteilt hatte, drehte sich überrascht um. „Hm?“

Schon hatte der dritte im Bunde nach ihrem Handgelenk gegriffen und sie sich auf den Schoß gezogen. Sein Gesicht hatte er in ihrer Halsbeuge vergraben. „Hm … gut schmeckst du, Fötzchen, kleine Schlampe …“ Seine Hand glitt ihren Körper hinab, über ihre Brüste und den hauchzarten Stoff, der diese bedeckte, über ihre schmale Taille, ihre Hüfte und schließlich zwischen ihre zusammengepressten Beine.

Devil wimmerte leise, wehrte sich aber nicht. Stattdessen kniff sie die Augen zu, öffnete ihre Beine und signalisierte damit, dass sie für mehr zu haben wäre.

„Was denn? Denkst du etwa, ich besorge es dir?“ Fabrizios Capo, ein Mann Ende dreißig, lachte dreckig auf. Er griff mit beiden Händen nach ihrer Hüfte und rieb sie über seinen Schoß. „Hm …“ Den Kopf hatte er für einen kurzen Moment zurückgelegt, jetzt packte er das Mädchen jedoch am Hals und drückte zu. „Komm, geh runter auf die Knie und mach deinen Job.“ Grob schob er sie von seinem Schoß herunter, ließ ihren Hals los und packte sie noch im selben Atemzug an den Haaren.



Brian sah weg. War das abgesprochen? Sein Blick ging zu Nish, der dem Geschehen direkt gegenüber saß und nicht mal mit der Wimper zuckte. Dabei hatte Nish immer viel Wert darauf gelegt, dass seine Mädels nur tanzten und dabei nackte Haut zeigten. Für Nish war es wichtig gewesen, dass die Grenzen der Mädchen nie übertreten wurden, was er jetzt offensichtlich duldete. Hier, unter den wachsamen Augen von Fabrizio und den anderen, hochrangigen Männern.

Ein Reißverschluss wurde geöffnet und bald darauf hörte Brian das typische Schmatzen. Leider saß der Kerl nur zwei Plätze daneben, sodass Brian die volle Geräuschkulisse mitbekam. Selbst das Röcheln und Würgen und das halb erstickte Luftholen. Die Kleine musste unter dem Tisch knien, denn aus den Augenwinkeln konnte er sie nicht sehen. Nur hin und wieder tauchten schwarze Haare in seinem peripheren Blickfeld auf – immer dann, wenn sein Blick nicht konzentriert auf der Mappe lag, sondern doch zur Seite huschte.

„Brav schlucken, kleine Schlampe.“

Nun sah Brian doch hin. Ihr Mund war weit aufgerissen; das Make-up durch Spucke und Tränen völlig verschmiert. Der Capo hatte ihren Kopf fest im Griff und drückte ihr Gesicht gnadenlos in seinen Schoß, sodass er direkt in ihrem Rachen abspritzen konnte. Normalerweise erregte Brian dieser Anblick. Er hatte immerhin einen Puff und bediente sich auch selbst an den Frauen. Aber in diesem Raum fand er es unangebracht. Es ging hier schließlich ums Geschäft, nicht ums Vergnügen.

Der Mann eins daneben sah das offenbar anders, denn er öffnete bereits seinen Hosenstall und packte seinen Schwanz aus, den er vorfreudig pumpte. Dabei sah er gebannt auf den Schoß daneben.

Stöhnen, erleichtertes Keuchen und die Kleine wurde zum nächsten Mann gereicht. Möglichst unauffällig sah Brian zu Nish, der neben ihm saß. Wenn dieser ablehnte, könnte auch Brian verneinen. Aber was, wenn es üblich war, die Frau einmal durchzureichen? Auch wenn es ihm lieb wäre, einmal über sie drüber zu rutschen …, wollte er das nicht hier tun.

Die Männer sprachen weiter. Selbst der Kerl, der sich gerade einen blasen ließ. Die Themen waren alltagstauglich geworden. Die Männer witzelten, sich bei den Red Socks einzukaufen. Sportwetten waren ein wichtiger Bestandteil. Aber die Ideen der Männer gingen weiter. Ob es ernst gemeint oder nur Gerede war, konnte Brian nicht wirklich einschätzen. Dafür lenkte ihn das Gurgeln und Schmatzen zu sehr ab.



Nur allein die Geräusche zu hören, ließ seinen Schwanz allmählich hart werden und er griff sich an die Hose, um ihn zu richten.

Nish hatte nicht abgelehnt. Er stöhnte, grinste und genoss. Zwangsläufig krabbelte Devil, als sie mit dem letzten – von ihm abgesehen – fertig war, zu Brian. Er hörte ihr angestrengtes Keuchen. Als sie vor ihm kniete und er zu ihr hinabsah, blickte er in ein tränenüberströmtes, überfordertes Gesicht. Die Zähne aufeinandergebissen, öffnete auch er seinen Hosenstahl und holte seinen harten Schwanz heraus. Die Frau sah zu ihm auf und biss sich auf ihrer Unterlippe herum. Sie schluchzte leise und spuckte einmal schambehaftet zu Boden.

Einer der Männer lachte. Das Gespräch war seltsamerweise verstummt. „Kriegst du ihn etwa nicht hoch?“

Ein Lachen zog seine Runden. Fabrizio schmunzelte stumm und Brians Gesicht lief langsam aber sicher heiß. Der Anblick des Mädchens war eher mitleiderregend als anturnend, aber dies hier war Brians Chance! Er war bei einer Versammlung der großen, fetten Fische dabei, und er wollte verdammt nochmal dabei bleiben! Wenn das bedeutete, sich von der Kleinen einen blasen zu lassen, sollte es so sein!

Brian schnaubte abfällig. „Sie heult rum, weil ich nicht so ’nen mickrigen Schwanz hab.“ Er griff unter dem Tisch nach ihren Haaren und zog Devils Gesicht an seinen Schritt. Eigentlich hätte er ihr etwas mehr Zeit gegeben, damit sie zu Atem kommen konnte. Das kam nun allerdings nicht mehr infrage. Nicht, wenn er zu diesem Kreis dazu gehören wollte. Und fuck! Das wollte er! Da musste ihm die Kleine egal sein.

Sie hatte noch nicht mal richtig den Mund auf, da drückte er sie schon gegen seinen Schoß. Er passte nicht komplett rein, trotzdem drückte er sie weiter drauf.

Die Kleine würgte und die Männer lachten. Ihre Augen wichen von Brian und sie konzentrierten sich wieder auf andere Dinge. Sport, Mädchen, nervige Ehefrauen. Die tränennassen Augen des Mädchens, das jetzt aber mit überraschendem Können seinen Schwanz lutschte, hingen an seinem Gesicht, an seinen Augen. Bald aber wandte sie den Blick ab und schloss ergeben die Augen.

Nicht einmal ließ er sie los und drückte ihren Mund immer wieder bis zum Rachen auf seinen Schwanz. Dann verharrte er ein paar Sekunden, bis ihr die Luft ausging. Erst dann ließ er wieder locker, damit sie ordentlich an seinem Schwanz saugen konnte. Brian hatte Mühe, den Gesprächen zu folgen. Er wollte nichts verpassen, auch nicht von dem unwichtigen Smalltalk. Aber die Kleine mit ihrer geschickten Zunge machte es ihm schwer, fokussiert zu bleiben. Dadurch kam sein Höhepunkt unerwartet früh und überraschend intensiv. Brian atmete möglichst flach, damit sein Stöhnen in dem Stimmengewirr nicht auffiel. Er ließ ihre Haare los und brummte leise, weil sie jeden Tropfen aus ihm heraussaugte. Fuck, so gut hatte es ihm noch keine Frau mit dem Mund besorgt, dabei hatte er schon unzählige Blowjobs bekommen!



„Haha!“

„Ja, und dann die kleine Schlampe, wie sie dir den Schuh geleckt hat, während deine Frau reingekommen ist!“

Fabrizio knurrte. „Das war keineswegs lustig.“

„Brian.“ Die Wellen der Lust waren gerade erst über ihn hinweggerollt, da sprach Nish ihn plötzlich an. „Séparée zwei, geh und sieh nach dem Rechten.“

Brian stopfte sein halb erschlafftes Stück zurück in die Hose, zog den Reißverschluss zu und stand sofort auf. „Klar, Boss.“ Ohne noch einen Blick in die Runde zu werfen, verließ er den Raum. Er knurrte innerlich. War das bloß ein Vorwand, um ihn aus dem Raum zu werfen? Kamen jetzt die Gespräche, denen er nicht zuhören durfte? Blödsinn…

Als er in Séparée zwei ankam, sah er jedoch, dass Arabella dort von dem Kunden in die Ecke gedrängt worden war. Er berührte sie zwar nicht, baute sich aber dennoch bedrohlich vor ihr auf. Dabei wichste er stöhnend und hatte wohl die Absicht, auf ihren nackten Körper zu spritzen.

Brian fackelte nicht lange und verpasste dem Kerl einen kräftigen Hieb in die Seite. „Alter! Verpiss dich! Du kannst dir woanders einen runterholen, aber nicht hier!“

Evelynn kauerte unter dem Tisch und spuckte immer wieder auf den Boden. Ekelhaft. So ekelhaft. Sie hasste es. Hatte es früher zu oft getan. Was war in dem Drink gewesen? Was hatte Giovanni ihr gegeben? Sollte sie ihm dafür zürnen oder viel eher dankbar sein? Es war wohl seine Art, für sie zu sorgen. Evelynn wollte gar nicht wissen, was diese Männer mit ihr gemacht hätten, hätte sie sich gewehrt.

Ihre Gedanken kreisten, während sie einfach nur unter dem Tisch saß und versuchte, den Männern nicht zuzuhören. Doch ein Name, Brian, ließ sie aufhorchen. Hatte sie sich also doch nicht geirrt. Der Letzte war der Mann gewesen, der sie in der Bibliothek besucht hatte. Der, den sie im Supermarkt angetroffen hatte. Er sollte in einem der Séparées nach dem Rechten sehen und verließ den Raum.

Kaum war die Tür ins Schloss gefallen, grunzte einer belustigt auf. „Hatte aber ganz schön Mühe, sich den Orgasmus nicht ansehen zu lassen.“

Ein anderer lachte. „Sicher noch ne Jungfer!“

Eine ernstere Stimme durchschnitt das Gelächter der beiden Scherzkekse. Es war Fabrizio, der sprach. „Seine Aufträge aber erledigt er gut. Deshalb ist er heute hier. Nish?“



„Er hat jeden Auftrag in den letzten beiden Jahren, ohne Aufsehen zu erregen, erledigt.“

Einer gluckste. „Das ist schon mehr, als unser lieber Malcom hinbekommt.“

„Ach, halt doch die Fresse!“

„Jungs!“

„Ja, Boss …“, ertönte es synchron.

Nish räusperte sich. „Er verdient eine Chance.“

Einer der beiden Scherzkekse von zuvor mischte sich ein. „Du willst mir sagen, er hat keinen Fehler gemacht, die ganzen letzten Jahre?“

„Nun ja …, eine Sache gäbe es da. Einer seiner Dealer hat Geld unterschlagen. Er hat ihn daraufhin beim Verhör umgebracht.“

„Und das Geld?“

„Er ist an der Sache dran, hat aber noch keine Ergebnisse.“

„Hm.“ Fabrizio nahm sich die Zeit und dachte nach. „Das ist kein Ausschlusskriterium. Wir haben alle schon einmal im Eifer des Verhörs über die Stränge geschlagen. Wir sind nun mal keine zierlichen Frauen, die bei jedem Blutstropfen einen Kreischanfall bekommen.“

Ein Lachen tönte vom anderen Ende des Tischs. „Redest du mal wieder von deiner Frau?“

Jemand räusperte sich. „Apropos Frauen. Da sitzt ne Schlampe unter dem Tisch.“

Jemand stöhnte. „Die wissen aber auch nie, wann sie sich verpissen sollten.“

„Wollen wir Löschen ziehen?“

„Nein.“

„Fab?“

„Nein. Das kann der Neue machen.“

„Schade, ich hätte nichts dagegen gehabt, mit ihr zu spielen, bis sie draufgeht.“

„Bei ihr ist doch die Kugel reinste Verschwendung.“

Es herrschte kurz Stille, dann erhob dieser Fabrizio wieder die Stimme. „Mir egal, wie er es regelt. Hauptsache, sie ist weg.“

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