Kapitel 25

Paul

Nervös wartet Fiona, bis ich wieder bei ihr bin und mich neben sie knie. Dann nehme ich ihre Hand in meine Hände. „Trotzdem ist das, was ich getan habe, unverzeilich. Ich werde mir selbst nie verzeihen können. Selbst unter den Wölfen ist die Jagd, die höchste Strafe, die man bekommen kann. Wird sie als Hetzjagd gemacht, ist es zudem die grausamtste Art. Ich..“

Doch da unterbricht mich Fiona. „Paul, hast du mir zugehört?“ Verwirrt schaue ich zu ihr. Fiona sagt dann „Als ich hierher zurück gekommen bin, hatte ich eine unglaubliche Angst, vor dem Rudel, meinen Eltern und vor dir. Doch je länger ich blieb, desto kleiner wurde diese Angst, besonders vor meinen Eltern und dem Rudel. Als du dann plötzlich vor mir standes, war es hauptsächlich der Schock und nicht die Angst, die mich lähmte.“

Ungläubig schaue ich Fiona einfach nur an. Während Dust in mir einen Freudentanz aufführt. Sie verzeiht uns, wir haben eine Mate, jubelt er. Ich kann es auch kaum fassen was ich von Fiona höre. Hat sie uns wirklich vergeben? Können wir doch eine Zukunft zusammen haben?

Doch dann fällt mir die Träne auf, die Fiona die Wange runterläuft. Energisch wischt sie sich diese selber weg. „Aber ich kann dir nicht vertrauen. Dafür reichen meine Gefühle von früher einfach nicht aus. Außerdem ist mir mein Beruf so wichtig. Dein Wolf würde es nie erlauben, dass ich weiter arbeite, oder?“

Geschockt schaue ich sie an, auch Dust verharrt. Fast schon panisch höre ich Dust Nein, nein, das kann sie nicht tun. Sie ist meine Mate. Sie gehört zu mir. Ich würde alles für sie tun.

Von seiner Panik angesteckt spreche ich schnell „Vielleicht klappt es doch. Bitte Fiona, lass mich dein Vertrauen zurückgewinnen. Wir würden alles für dich tun. Auch werden wir uns mit deinem Job arrangieren, nur lehne uns bitte nicht ab!!“

„Es tut mir Leid aber..“ fängt Fiona an, doch kann ich sie nicht mehr hören. Viel zu sehr bin ich damit beschäftigt Dust im Zaun zu behalten. NEIN, SIE IST UNSERE MATE! brüllt er in mir und wehrt sich gegen den Wolfsbann.

Es schmerzt, wie er sich gegen die Ketten wirft, die ihn daran hindern, die Kontrolle zu übernehmen. „Fifi, ich kann nicht, Dust, er, sauer.“ spreche ich zwischen zusammengebissenen Zähnen.




Dust ist so stark, so viel Kraft hat er noch nie benutzt. Zusammenkrampfend kippe ich zur Seite. Ich kann Fiona sehen, wie sie besorgt zu mir schaut. Doch Dust hat eine neue Idee. Er will mich in die Bewusstlosigkeit treiben, er hofft dann eine Chance zu haben.

„Fifi, Geh. GEH!“ schreie ich sie an. Erschrockend zuckt sie zusammen, doch dann kommt leben in sie und sie steht auf. Sie schaut nochmal zu mir, ehe sie auf dem Absatz kehrt macht und los läuft.

Erleichtert versuche ich mich auf mein Training zu konzentrieren und bewusst zu atmen. Doch geht das schlecht, wenn man von innen heraus angebrüllt wird und man von innen angegriffen wird. Doch ich halte mich an dem Gedanken fest, dass ich Fiona schützen muss, auch wenn es bedeutet sie vor mir selbst zu schützen.

Alpha? Ich brauche Hilfe mit Dust. Fiona ist in Gefahr und alleine, schaffe ich es per Mind-Link mitzuteilen. Hoffentlich kam auch alles an. Denn Dust hat die Verbindung versucht zu stören.

Ich versuche solange wie möglich bei Bewusstsein zu bleiben, doch irgendwann schaffe ich es einfach nicht mehr. Die Kräfte, die freigesetzt werden, wenn es um die Mate geht, sind wahnsinnig.

Nichts bekomme ich mehr mit, außer Dust, der gegen mich kämpft. Meine Gegenwehr zusätzlich zu dem Wolfsbann, wird schwächer. Mir wird schwarz vor Augen und dann ist alles ganz leicht.

Nur am Rande bekomme ich mit, wie Dust jetzt noch verbissener gegen den Wolfsbann kämpft. Doch meine Schmerzen sind weg.

Plötzlich ist es ganz still. Auch Dust hat aufgehört zu kämpfen. Mit einem mal fühle ich mich beruhigt. Als letztes spüre ich, wie sich der Wolfsbann verstärkt.

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Kommentare

  1. Yeah, ein Kapitel aus Pauls Sicht 🤍

    Diese Wendung ist so erschütternd und kam so plötzlich – ich habe das Gefühl, dass Dust in ’solchen‘ Momenten immer wieder an Stärke gewinnt..

    Eigentlich ist es echt traurig, dass Paul und Dust so gegeneinander ankämpfen… müssen… zum Wohle für Fiona, von beiden Seiten her :/