Kapitel 17 – Fast schon Folter
Kapitel 17 – Fast schon Folter
Brian spukte in Evelynns Kopf herum und hörte damit nicht mehr auf. Wieso hatte ihm die Antwort, auf die Frage, ob sie Single war oder nicht, so viel bedeutet? Warum hatte er behauptet, Gefühle für sie entwickelt zu haben? Damals … und wieso hatte er ihr nie etwas davon gesagt?! Wieso verlangte er, dass sie das Kind loswurde, wenn er sie doch eigentlich mochte? Und wieso verdammt noch mal konnte er ihr das nicht einmal ins Gesicht sagen?!
Irgendwann parkte Evelynn ihr Motorrad wieder vor dem Kinderkrankenhaus. Wo sollte sie sonst auch hin? Es war … Sie musste sich auf die Suche nach einer erschwinglichen Wohnung machen. Kein leichtes Unterfangen, während die Wohn- und Lebenshaltungskosten immer weiter stiegen, die Löhne aber mickrig blieben. Auf dem Motorrad sitzend, holte sie das Ultraschallbild hervor und starrte es an. Das da wuchs in ihrem Bauch. Auch wenn sie es bereits gewusst hatte, war es eindrücklich, es so zu sehen. Zu sehen, wie ihr Kind in ihr heranwuchs.
In Gedanken versunken schlich sie sich zur Hintertür rein. Es war später Nachmittag geworden. Wo auch immer die Zeit hingegangen war. Sie hatte auf dem Motorrad gesessen … eine ganze Weile. Aber so lange? Naja … schlussendlich war es egal. Sie würde sich hinlegen … und überlegen … denn sie wusste nicht, wie es jetzt weitergehen sollte. Wenn Brian sich dazu entschied, sie finanziell zu unterstützen, wäre das zwar eine wertvolle Hilfe, aber auch eine, die sie erst in neun Monaten zu erwarten hätte. Bis dahin musste sie arbeiten. Und das aller Übelkeit und wachsendem Bauch zum Trotz.
„Miss Brook!“
Evelynn drehte sich um und sah sich sofort mit einer mehr als unangenehmen Situation konfrontiert. „Mr. Bleech …“
„Könnte ich Sie kurz sprechen?“
„Na…türlich …“ Die junge Frau atmete tief ein und aus. Wollte ihr Vorgesetzter sie jetzt auf gestern Abend ansprechen? Gott, war das unangenehm.
„Kommen Sie.“ In seinem Büro wies Markus Evelynn an, sich zu setzen. „Ich habe erfahren …“, er seufzte, „dass Sie die letzte Nacht hier im Ruheraum verbracht haben. Und das ohne Schicht zu haben. Miss Brook …, Ihnen ist doch sicher klar, dass wir hier keine Schlafstation für Mitarbeiter führen?“
Hastig nickte Evelynn. „Ja, natürlich!“ Also ging es doch nicht um das katastrophale Date. Gott sei Dank.
„Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, Miss Brook. Und es tut mir leid, wenn ich das gestern getan habe, aber: Ich habe sie doch nach Hause gebracht?“
„Ja …, nun …“
„Fuck!“ Evelynn schwang sich auf ihr Motorrad und starrte durch den aufgesetzten Helm der untergehenden Sonne entgegen. „Fuck, fuck, fuck, fuck, fuck!“ Wimmernd ließ sie sich auf den Tank ihres Bikes sinken. „Was mache ich jetzt?“ Ihre Stimme war weinerlich geworden. Ja, was sollte sie jetzt tun? Auf der Straße schlafen? Es wäre nicht das erste Mal gewesen, aber besonders wohl war ihr bei der Idee nicht. Ihre Gedanken spannen herum, und herum, und weiter, aber immer wieder kam sie zum selben Schluss. „Ich sollte ihn anrufen …“ Aber dann kam sie nur wieder bei ihm angekrochen. Machte sie dann nicht genau das, was er ihr vorgeworfen hatte? Doch. Und deshalb konnte sie es nicht tun. Sie konnte nicht bei Brian auftauchen und ihn um ein Bett für die Nacht bitten. Das ließ ihr Stolz einfach nicht zu. Und doch schien ihr keine andere Wahl zu bleiben. Es war das Einzige, was ihr einfallen wollte. Er war der Einzige, bei dem sie sich sicher war, dass er ihr helfen würde … ganz egal, wie erbärmlich es war, wieder bei ihm angekrochen zu kommen.
Evelynn riss es zwischen den zwei Optionen hin und her. Minutenlang – die Sonne war bereits untergegangen – überlegte sie, dachte nach. Zu Brian gehen und gestehen, dass sie momentan obdachlos war? Oder auf der Straße schlafen und eine Vergewaltigung in Kauf nehmen. Evelynn machte sich keine falschen Hoffnungen. Wenn sie auf der Straße schlief, wäre das wahrscheinlich eine Konsequenz davon.
Das helle Licht zweier Scheinwerfer riss sie aus ihrer inneren Debatte und ließ sie aufblicken. Ein Van fuhr auf den Krankenhausparkplatz und er fuhr direkt auf das Parkfeld neben ihr. Irritiert richtete sich Evelynn auf. „Was …?“ Diese Situation kam ihr viel zu vertraut vor. Die Seitentür zu Evelynns Seite öffnete sich. Zwei Männer stiegen aus. „Nein …“, hauchte die junge Frau apathisch, bewegte sich aber kein Stück vom Fleck. Ein weißes Tuch blitzte in der Hand des einen auf. Evelynns Augen wurden groß. „Bitte nicht …“ Sie wurde von beiden Seiten gepackt. Einer der beiden Kerle hatte ihr Motorrad umrundet. Das Visier ihres Motorradhelms wurde hochgeschoben und das Tuch vor ihr Gesicht gepresst.
„Schlaf gut, Kleine“, hörte sie einen von ihnen noch sagen, als ihre Welt schon zu verschwimmen begann und ihr Körper schlaff in die Arme der beiden Männer sank.
Sachte strich Brian über Evelynns Wange. So warm. So weich. Sie lehnte sich in seine Berührung und das selbst im Schlaf. „Eve.“
Leise seufzend öffnete Evelynn ihre Augen. Ein warmes Gefühl durchströmte sie und hob ihre Mundwinkel an. „Du nutzt wieder deinen Kosenamen für mich.“
Nickend legte Brian seine Stirn an Evelynns und hauchte: „Es tut mir so leid.“
„Was?“, gab sie schwach zurück. Ihr Kopf pochte und ihr Magen rebellierte.
„Alles. Eve …“ Brian atmete scharf ein, blinzelte die Tränen aus seinen Augen und sah direkt in Evelynns, mit einer Ehrlichkeit und Treue, die dieser bis anhin fremd gewesen waren. „Ich habe so viel Scheiße gebaut.“
„Hast du.“
Brians Hand fuhr ihre Taille hinunter zu ihrem Bauch. „Und ich habe dir nicht geglaubt, dass es von mir ist.“
„Stimmt.“ Das hatte sie sich schon gedacht.
„Und versucht, meine Gefühle“, Brian atmete schwer ein und aus, „meine Gefühle für dich zu mindern, indem ich dich mit deinem ganzen Namen anspreche, aber…“
„Aber?“, hauchte Evelynn leise – ihre Lippen den seinen so nahe und doch zu fern.
„Aber es war umsonst.“
Evelynn lächelte. „Stimmt. Denn du wirst mich nicht mehr los, großer, böser, Mafiaboss. Musst dich mit dem ‚Daddy‘ jetzt wohl anfreunden.“
Brian schüttelte den Kopf. „Mach keine Scherze, Eve. Ich bin nicht der Boss. Und ich weiß nicht, wie ich den Job und das …“, Brian übte sanften Druck auf Evelynns flachen Bauch aus, „und dich – wie ich das alles zusammenbringen soll. Es ist so scheisse gefährlich!“
Evelynn bemühte sich, ihren Kopf anzuheben, um Brians Lippen in Besitz zu nehmen. „Wegen Nish?“, hauchte sie schließlich betroffen. Würde Brian sie deswegen wieder fallenlassen? Sie wieder loswerden wollen?
Doch Brian schüttelte den Kopf. „Nish ist …“
Verwirrt runzelte Evelynn die Stirn. „Nish ist was? Nicht mehr hinter mir her?“
Brian lächelte nachsichtig. „Ich liebe dich, Eve.“ Seine Hand strich zärtlich über ihre Wange. „Meine Evelynn. Mutter meines Kindes.“
„Brian? Brian?!“
Brian verschwamm. Und alles, was übrig blieb, war die Wärme seiner Hand an ihrer Wange. Das Gefühl seines Körpers neben ihrem. Er berührte ihre Brüste und fuhr mit der Hand vorsichtig zwischen ihre Beine.
Evelynn reckte sich ihm entgegen, wollte so gern noch mehr seiner Nähe spüren. Andere Eindrücke nahmen aber alsbald Überhand. In ihrem Mund war es pelzig. Hatte sie ihn etwa so geküsst? Außerdem hatte sie das Gefühl, ihrem Magen ginge es ganz und gar nicht gut. Die abgestandene, nach Eisen riechende Luft erleichterte ihr das Atmen nicht, und ein unangenehmes Kratzen in ihrem Hals ließ Evelynn plötzlich heftig husten. Auf das Husten folgte das Kübeln. Nicht, dass Evelynn viel im Magen gehabt hätte, aber jetzt war es rein gar nichts mehr.
„Ih! Fuck!“
Ein wenig weiter weg begann jemand lauthals zu lachen. „Selbst schuld, wenn du nicht aufpasst und sie noch befummelst! Du weißt, was Chloroform verursachen kann.“
„Sie hat mich angekotzt! Scheiß Bitch!“, grollte es, ehe Evelynn rau an den Haaren gepackt und vom Boden hochgezogen wurde.
Evelynn schwindelte. Ihr ging es nicht gut. „Kaffee …“, fluchte sie träge, doch das konnte unmöglich nur ihre vermaledeite Morgenübelkeit sein.
„Den kannst du dir sonst wohin schieben, Alte!“ Evelynn wurde herumgeschleudert. Vor ihren Augen blitzte es nur noch. Schwarz, hell, dunkel, schwindelig. Sie landete auf Holz. Wurde daraufgedrückt. Ein Stuhl? „Na los! Mach sie fest!“
„Naww, brauchst du zwei zusätzliche Hände, um ’ne Schlampe festzuhalten?“
„Sonst fällt sie vom Stuhl. Oh, Moment …“ Evelynn wurde losgelassen, „Ups …“, und fiel zur Seite. Ihr Kopf …
„Ukh …!“ Mehr als ein träges Stöhnen brachte sie nicht hervor. Ihr Kopf drohte zu explodieren, aber Evelynn konnte nicht mehr. Sie war so müde. Alles tat weh. Sie konnte noch nicht einmal sagen, ob es Tag oder Nacht war. Ob es an dem Ort, an dem sie sich befand, dunkel oder hell war. Wie viele Personen hier waren. Oder was diese mit ihr vorhatten. Sie wusste nur, dass ihr Kopf Wellen des Schmerzes aussandte. Und sie schmeckte Kotze in ihrem Mund, was dazu führte, dass ihre Gallensäure sich sogleich wieder einen Weg nach oben bahnte, und sie zur Seite hin würgen ließ.
„Ekelhaft!“
„Hast du beim Filzen was gef…funden?“
„Nah …, guck ich mir später an, jetzt setz sie erst mal fest.“
Evelynn wurde erneut an den Haaren hochgezogen und unsanft auf den Stuhl gesetzt. Ihre Hände wurden nach hinten gezogen, eng die Kabelbinder um ihre Handgelenke gelegt und festgezurrt. Evelynns Kopf fiel zur Seite und die junge Frau blinzelte träge. „Scheiße … was wollt ihr?“
Mittlerweile konnte sie anhand der Stimmen erkennen, dass zwei Männer bei ihr sein mussten. Aber das Licht war so schwach, dass sie nicht viel erkennen konnte. Nur ein Raum, undeutliche Umrisse und die Silhouetten zweier Männer. Ein kleinerer Mann mit kratziger Stimme und ein großer Mann, der leicht stotterte.
„Wir wollen nur ein paar Antworten, Kleine.“ Das war der Kleinere mit der kratzigen Stimme.
„Sag einfach, was wir wissen w…wollen, ansonsten wird es schmerzhaft. Wir haben hier ein paar scharfe M…messerchen und Z…zangen.“
Der Kleinere übernahm wieder das Reden und packte mit einer Hand ihr Kinn. „Du kennst Brian Halloway, nicht wahr? Woher? Was willst du von ihm? Oder…, was will er von dir?“
Evelynn blinzelte überfordert. Brian? Ihr Brian? Nein, nicht ihr Brian. Scheiß Brian. Brian hatte sie hier reingeritten. Verfluchtes Arschloch! „Ich kenn’ niemanden, der so heißt …“
Eine Faust landete in ihrem Gesicht. So fest, dass sie einen Moment nur Sterne sah. Der Geschmack von Blut breitete sich in ihrem Mund aus.
„Hör auf zu lügen, du kleines M…miststück!“ Der große Kerl zog schmerzhaft an ihren Haaren. „Wir wissen, dass er dir nahe steht!“
„Für ihn solltest du wirklich nicht lügen.“
Evelynn stöhnte. „Haareziehen ist in dem Kontext wirklich nicht meins, Leute.“
„Wir können dir auch die Fingernägel rausziehen!“, drohte der Kleinere.
„L…langweilig. Wir können ihr die B…brustwarzen abschneiden“, schlug der andere Typ vor.
„Nah …, auf BDSM steh’ ich nicht, Schmerz ist nicht so meins, da sind Geburten doch schmerzhaft genug. Andere Vorschläge?“ Evelynn spuckte zu Boden. In ihrem Kopf drehte sich alles. Umso überraschter war sie, was ihr Mund gerade alles so fabrizierte. Nur, was sie davon halten sollte, dessen war sie sich noch nicht sicher.
Einer der beiden Männer lachte. Wer, wusste sie nicht zu sagen.
„D…dann mach’ ich zuerst.“ Er zerrte an ihrem Oberteil. Stoff riss.
Im nächsten Moment ging die Tür auf und grelles Licht erhellte den Raum. Geblendet blinzelte Evelynn gegen die blendenden Neonröhren an und stöhnte erneut.
„Was wird das?“ Eine dritte Stimme. Eine Stimme, die sie schon einmal gehört hatte. Aber sie konnte sie nicht zuordnen.
„Boss … W…wir bringen sie nur z…zum Reden …“ Der Stotterer klang nicht mehr ganz so selbstsicher.
Schritte. Der Mann war hinter sie getreten. Sie konnte sein Aftershave riechen. „Was habt ihr herausgefunden?“
„Sie ist gerade erst aufgewacht“, erwiderte der Kleinere. Nun konnte Evelynn ihn auch richtig sehen. Er war deutlich älter, als sie zuerst angenommen hatte. Seine Haare waren grau und der Bierbauch war gewaltig. „Sie hatte ihr Portemonnaie dabei, Schlüssel und den Zettel hier.“
Es wurde still. Denn der Mann hinter ihr hatte nach dem Papier gegriffen und betrachtete das Ultraschallbild.
„B…boss?“
Evelynns Kopf sank teils nach hinten, teils seitlich auf ihre Schulter. Ihr Atem ging schwer. Sie könnte schon wieder kotzen. Das Chloroform hatte ihren Hals gereizt – diese Symptome kannte sie noch von ihrer Ausbildungszeit auf der Notaufnahme. Auch die Übelkeit war Teil davon. Die Kopfschmerzen vermutlich ebenso. Waren ihre Brüste entblößt? Es fühlte sich zumindest danach an. „Arschlöcher …“, hustete sie. „Man fasst keine Frau an, ohne zu fragen, haben eure Mütter euch denn gar nichts beigebracht?“
„Halt dein M…maul!“, keifte der Größere. Er griff nach einer großen Pinzette, die er ihr vor die Nase hielt. „Dir sind deine Nippel w…wohl egal, was?“
Der Mann hinter ihr schnalzte kurz mit der Zunge. „Sie redet nicht?“
„Nein. Sie zickt“, entgegnete der alte Kerl mit dem Bierbauch.
„Sie r…redet nur Scheiße!“ Die Pinzette landete an ihrer rechten Brustwarze und zog diese lang. Danach zeigte er ihr ein Skalpell und grinste breit.
Evelynn lehnte sich stöhnend nach hinten und schloss ungläubig die Augen. „Wenn du das tust, kannst du dir abschminken, dass ich noch rede, du verdammter Idiot.“ Erneut spuckte sie zu Boden, denn erneut schmeckte sie Blut in ihrem Mund. So spürte sie auch ihre Schläfe pochen, spürte, wie ihr Gesicht langsam zuschwoll. Ein Flashback von Emanuels totem Körper holte sie ein. Blau und grün geschlagen. Würde sie auch so enden? Auf dem Leichentisch? Diesem kalten, hässlichen Metalltisch? Verblutet durch zwei Löcher in der Brust? Was für ein Ende. Ob Brian weinen würde?
Der Mann, der hinter Evelynn stand, streckte über ihrer Schulter die Hand aus. „Gib mir das Skalpell.“
Das kleine, scharfe Messer wechselte den Besitzer und der Mann hinter ihr sprach weiter. „Dann rede, Kleine. Ansonsten schicke ich Brian einen deiner Nippel. Soll er damit spielen.“
Evelynn knirschte mit den Zähnen. „Ich kenne ihn nicht. Wie oft denn noch?!“ Wenn sie jetzt einknicken würde, wüssten sie nicht nur, dass sie gelogen hatte, sondern auch, dass sie Brian wirklich kannte. Und was, wenn diese Männer erfuhren, was sie Brian momentan bedeutete? Zumindest für die nächsten Monate, hatte sie für ihn einen Wert – wie auch immer dieser für ihn aussehen mochte. Und Evelynn würde sich hüten, Brians Feinden gegenüber irgendeine Art Beziehung mit ihm einzugestehen! Bisher war sie nur eine unschuldige Frau, die man in einen Van gepackt und entführt hatte!
„Süß, wie sehr du ihn schützt. Entweder liebst du ihn oder du bist einfach nur dumm.“ Der Kerl hinter ihr glitt mit dem Skalpell über ihre Haut. Zu zart, um sie zu verletzen, aber stark genug, um ihr zu drohen.
Evelynns Herz flatterte wild, als sich ihr Hals streckte, um der kalten Berührung zu entgehen. „Ich schütze niemanden!“ Außer sich selbst, ergänzte sie in Gedanken. „Ich kenne keinen Brian Yollo-irgendwas und ich weiß verdammt nochmal nicht, wieso ich hier bin!“
Mit der freien Hand hielt der fremde Mann ihr das Ultraschallbild vor die Nase. „Ist das sein Kind? Weiß er davon?“ Das Skalpell glitt tiefer, zwischen ihre Brüste.
Evelynns Atem wurde abgehackt. „Nein“, presste sie schluckend hervor. Am Ende würden sie es noch aus ihr herausschneiden und ihm per Post schicken. Abgehakt schüttelte Evelynn den Kopf.
„Kein Wunder, dass er dir so sehr hinterherläuft. Du besitzt wirklich Mut.“ Er nahm das Skalpell von ihrer Haut und auch das Bild verschwand aus ihrem Sichtfeld. Kurz darauf griff der Mann hinter ihr nach einer Strähne und schnitt diese ab. Er reichte sie dem Stotterer. „Hier, gib das Brian. Sag’ ihm ich, ich will ihn sprechen.“
„Klar, B…boss.“ Der Mann nahm die schwarze Strähne entgegen. „Soll ich s…sonst noch was sagen?“
„Nein, nichts weiter. Aber es eilt nicht. Die Kleine kann ruhig noch ein wenig meine Gastfreundschaft genießen.“ Die Schritte hinter Evelynn entfernten sich zwei, drei Schritte. „Werft sie in eine Zelle. Weil sie schwanger ist, bekommt sie auch etwas zu essen. Vorerst.“































































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