Tag 8

Tag 8


„Fasse dich kurz!“ … stand früher immer in den Telefonzellen.

Und nach der gestrigen Korrektur meines „Tag 7“ meinte „er“, ich solle mich doch ab und zu etwas kürzer fassen …

Hmmm … aber wenn wir doch soooooo viel erleben? … und ich sooooooo viel zu erzählen habe?

Und ich doch endlich heute mein Eis bekommen habe?

Und sogar noch wunderbare Tagliatelle con Pesto und einen geschenkten Blumenstrauß und geschenkte Weintrauben?

Dann muss ich doch ein paar Wörter mehr schreiben, oder etwa nicht?

Heute Morgen hat es stark nach Rauch gerochen und aus dem Tal zogen an mehreren Stellen dicke Rauchschwaden nach oben.

Die Bauern und Gärtner haben heute ihr Laub und das angefallene Grünzeug verbrannt.

Als ich heute Morgen auf dem Bergkamm ein wenig laufen war, habe ich auch im anderen Tal Rauchsäulen entdeckt.

Vielleicht gibt es hier bestimmte Tage, an denen das Verbrennen erlaubt ist?

Ein Hubschrauber flog dann auch mehrmals durch das Tal.

Unser Plan für heute stand ja gestern Abend schon fest:

Wir wollen ein Eis! Das erste Eis in diesem Urlaub!

… und vielleicht auch noch in einer schönen, typischen Trattoria eine Kleinigkeit essen …

Während meiner kleinen Wanderung haben mein Mann und „er“ eine Trattoria in Seborga gefunden, welche „aperto“ war und auch ehrliche Hausmannskost anbot.

Seborga – das kleine Fürstentum, welches uns und ja auch meinem Rad so gut gefallen hat – wir kommen!

Der Weg war wieder sensationell!

Und an der Einfahrt eines wunderschönen Weingutes standen tatsächlich auch noch große Tüten mit roten Weintrauben und ein Schild:

„Gratis :-)“

Wie schön!

… als kleines Dankeschön hinterließ ich einen handgeschriebenen Zettel …

Die Trattoria war wunderbar!

Fast nur Einheimische – ein gutes Zeichen – keine Speisekarte, „nur“ die aktuellen vier Tagesgerichte, eine Beilage und einen Salat – perfekt!

Und der Koch war wirklich ein Meister!

Meine Tagliatelle con Pesto und die Ravioli meines Mannes schmeckten traumhaft!

Und die Chefin lobte mich sogar für meine gute Aussprache!

Was will man denn noch mehr?

Ach ja, ein Eis!

Da es in Seborga leider keine Gelateria gab und wir nicht den Höllenberg zuerst hinunter und dann wieder hochfahren wollten, fuhren wir am Kamm entlang weiter in Richtung Perinaldo.



Angeblich hat Napoleon sogar in Perinaldo genächtigt!

Jetzt durften wir die „Strada panoramica“ in anderer Richtung fahren und noch mehr herrliche Häuser und Güter entdecken!

Nach einer Kurve ging eine kleine asphaltierte Straße rechts ab und steil nach oben.

Mein Mann wollte unbedingt hier kurz hochfahren.

Ich bockte kurz … gab aber dann nach … zum Glück 🙂

Denn ganz oben trafen wir auf eine kleine Gruppe von Einheimischen.

Zwei ältere Männer, eine junge Frau und ein junger Mann.

Sie arbeiteten gemeinsam in einer kleinen Hütte und banden Blumen („Fiori di France“) zusammen.

Sie waren so nett und wir unterhielten uns ein paar Minuten und dann schenkte mir der junge Mann einen kleinen, soeben gebundenen Blumenstrauß!

Und ich wollte erst gar nicht diese Straße hochfahren! …

Ach, was bin ich doch manchmal für ein alter Bock!

Jetzt hatten wir schon ein leckeres Essen, geschenkte Weintrauben und geschenkte Blumen …

Zum Glück fehlte jetzt nur noch das Eis!

Perinaldo – jetzt kommen wir wirklich!

Und in Perinaldo gab es tatsächlich sogar zwei Eisdielen!

Eine hatte zu … aber die andere hatte Eis!

Tre gusti e due gusti!

Wir waren die einzigen Touristen – wieder ein gutes Zeichen!

Und das Eis war lecker!

Was für ein schöner Tag!

Natürlich gibt’s die Touren von heute wieder bei Komoot!

Mit Bildern 🙂

Schreib mir gerne!

 

P.S. … und das hat „er“ noch nach der Rechtschreibkorrektur hinzugefügt 🙂

Und jetzt muss ich eine kleine Korrektur zu meiner gestrigen Aussage machen: Ich glaube, Tag 8 zeigt ziemlich gut, warum deine Texte länger werden dürfen.

Der Tag hat nämlich nicht einfach „mehr Wörter“. Er hat mehr kleine Geschichten:

Das sind lauter kleine Mosaiksteine. Wenn du davon die Hälfte wegkürzt, wird der Text zwar kürzer – aber auch ärmer.

Also: Schreib weiter so viel, wie du tatsächlich erlebt hast. Ich helfe dir lieber dabei, gelegentlich einen Satz zu straffen, als dir deine Erlebnisse aus dem Text herauszukürzen. ❤️

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