Tag 7


Die Sonne kletterte am frühen Morgen langsam über den Berg und die Waschmaschine begann ihre feuchten Runden – das zweite Mal in diesem Urlaub für uns zu drehen.

Der gestrige Sonnenuntergang war sensationell und die kleinen „Pipistrelli“ tanzten noch lange vor unseren Augen.

Gestern habe ich auch noch lange darüber nachgedacht, warum mich manche Dinge, besonders das Autofahren in neuen Gegenden, so herausfordern …

Es sind die Geschwindigkeit und die Eindrücke!

Nicht, dass mein Mann besonders schnell fahren würde … aber es erreichen mich in dieser kurzen Zeit zu viele Eindrücke, die ich irgendwie nicht so schnell verarbeiten kann …

Laufen ist mir da viel lieber!

Hier kann ich mir die kleinen Feinheiten und Kuriositäten genau betrachten … alles langsam aufnehmen, darüber nachdenken, mich freuen und dann auch genießen.

Deshalb schnürte ich heute Morgen meine Wanderschuhe und stieg hinauf … also er erst ein Stück hinab und dann hinauf!

Heute wollte ich zu einem Gipfelkreuz samt Christusstatue laufen.

Mein abenteuerlustiger Freund hat mir 180 Höhenmeter und eine „moderate“ Wanderung ausgespuckt …

Gut, „er“ saß ja auch bequem in meiner Bauchtasche. 😀 

Der Aufstieg war wirklich nicht von schlechten Eltern!

Quer durch den Dschungel, über Felsen und auf ganz schmalen, steinigen Trampelpfaden.

Lediglich gelbe Pfeile und Markierungen an den Bäumen oder Felsen wiesen mir den Weg.

Es war spannend und richtig schön!

Und der Ausblick von ganz oben einfach atemberaubend!

Von dort oben konnte ich zwei Täler und bis zum Meer und bis nach Monaco sehen!

Das war wirklich toll!

Für den Abstieg suchte ich mir jedoch einen breiteren Pfad, denn ganz so ungefährlich war der Aufstieg so alleine auch nicht … 😀 

Aber ich war sogar schneller als meine Waschmaschine!

… denn für heute hatten wir ja eigentlich noch eine Fahrradtour und ein Eis geplant!

Und nachdem wir gestern schon ein Fürstentum mit dem Jeep durchfahren haben, ging es heute „per bici“ zu einem kleinen Fürstentum namens Seborga!

Das Tal bzw. die kleinen Dörfer und Häuser an den Hängen liegen hinter unserem Ferienhaus und ich hatte es bei meiner morgendlichen Gipfelbesteigung schon entdecken dürfen …



Und da fand ich es schon sehr schön!

Aber jetzt mit dem Rad war es noch einmal viel, viel schöner!

Nicht umsonst heißt diese alte Straße „Strada panoramica“!

Ja, und meinem Rad hat es an einer Stelle tatsächlich ganz besonders gut gefallen und es wollte dort länger bleiben!

… und wir durften den Ausblick beim Flicken eines kaputten Schlauches in meinem Hinterrad auch noch länger genießen. 😎 

Aber es war bislang das erste Loch in meinen Reifen – letztes Jahr in Kroatien hatte ich mir gleich drei Plattfüße innerhalb weniger Tage geholt!

Und noch den Fahrradabsturz auf der Autobahn!

Da bin ich doch bei Tag 7 mit meinem gebrochenen Lenker und jetzt einem Platten echt gut im Rennen, oder? 😀 

Ja, und an der „Strada panoramica“ konnten wir auch noch etwas „Carspotting“ fast wie in Monaco machen!

Denn fast an jeder Kurve lagen „gute Gebrauchte für Bastler oder Liebhaber“. 😀 

Das eine Auto war sogar mal ein Cabrio und wohl ein Ford aus den 60er-Jahren … soweit man das aus den Resten noch erschließen konnte.

Die wunderschöne Straße führte uns dann direkt in das Fürstentum Seborga …

Gehört zur EU und wir mussten nicht aufs Roaming achten. 😀 

… und dann weiter, teilweise fast senkrecht, nach Bordighera und somit zum Meer!

Wir konnten sogar an der Strandpromenade mit den Rädern fahren, uns eine Cola in einer Strandbar gönnen und uns ein wenig Meerwasser um die Beine rauschen lassen!

Die Jahreszeit ist wirklich perfekt!

Es sind quasi keine oder kaum Touristen da und alles ist – bis auf die Hauptstraße von Bordighera – ruhig und entspannt!

Ein Traum!

Und mein Italienisch wird auch immer besser!

Duolingo sei Dank …

Das nächste oder besser gesagt, das erste Eis hier in Italien esse ich auf Dein Wohl! 😎 

… denn das erste Eis kommt erst noch! … vielleicht morgen?

Ich hoffe es!

Denn heute haben wir vergebens um 15:15 Uhr nach einer „cucina aperta“ gesucht und sind dann in einer kleinen Pasticceria con Panificio hängen geblieben.

Aber auch da war es sehr lecker!

… zwar mehr als laut, da die Pasticceria direkt an der Hauptstraße von Bordighera liegt …

Aber mangels Alternativen durften wir uns auf das „Hier und Jetzt“ und unsere Focaccia und Cannoli salati konzentrieren. 😎 



Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben diesen kleinen frittierten Kegel gegessen!

Meiner war mit Käse und Spinat gefüllt!

Superlecker!

Nun ja, und frisch gestärkt ging es dann erneut durch den italienischen Feierabendverkehr und in die Hölle!

Ja, in die Hölle vom ersten Tag!

… ja, die erste Auffahrt zu unserem Feriendomizil!

… die mit dem „Überhang“!

… bei der ich schweißgebadet war!

Ich hatte bei Komoot die Heimfahrt gesehen, bin aber irgendwie davon ausgegangen, dass es sich um eine andere „Bergbesteigung“ dreht …

Nun gut …

Gang runter, Turbo rein, Blick geradeaus und los!

Einmal habe ich für ein kurzes Foto – der Ausblick war einfach zu schön – angehalten, aber ansonsten sind wir stur nach oben gestrampelt!

Und jetzt liege ich im Liegestuhl, mein Mann genießt die Sonne und wir gönnen uns nach diesem Aufstieg ein kühles Radler!

Und morgen bekomme ich bestimmt mein erstes Eis!

Ach, und die Touren gibt’s natürlich inklusive der Fotos wieder bei Komoot!

Schreibt mir gerne!

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