Kapitel 12

Mit steigender Nervosität klammert sich Skyla an Sinas Arm. Die Reporterin hat den Spaß ihres Lebens und grinst frech, während Skyla den beunruhigten Ton ihres Liebhabers am anderen Ende der Leitung wahrnimmt. Milan stellt unfassbar viele Fragen und sie hört die Aufbruchstimmung heraus. Aber allein seine Stimme zu hören, gibt ihr unfassbar viel Kraft. Er fehlt ihr. Besonders in Momenten wie diesen. Sinas Blick rollt nun herab zu Skyla.
„Wo sie ist? Na direkt neben mir.“
Die gehässige Reporterin lacht wie eine böse Hexe.
„Chill mal! Ich habe ihr nichts getan…“
Noch ehe Sina den Satz zu Ende bringen kann, schnappt Skyla zu und ergattert das Handy.

„Milan?“
So viel Hoffnung und Sehnsucht steckt Skyla in ihrem Ruf, denn sie wünscht sich nichts Sehnlicheres als ein Gespräch mit ihm. Aber bei ihrem Pech, übernimmt wer anderes das Ruder.
„Würdest du mir all den Schwachsinn erklären?“
„Justin! Ich will dich nicht sprechen, gib mir Milan!“
„Kannst du so etwas von knicken! Raus mit der Sprache! Woher hast du die Nummer?“
„Die war an der Halskette. Sein Weihnachtsgeschenk.“
„Ahha! Ein mieser, kleiner Zauber!“ Justin klingt verärgert. „Sicherlich geknüpft an Bedingungen. Steckst du in Schwierigkeiten? Dumme Frage! Du steckst immer tief im Ärger!“
Skyla seufzt. Dieser Mann wird sich nicht um die Sicherheit ihrer Familie scheren, daher muss ihre Bitte warten. Nur ganz kurz überlegt sie sich eine Strategie und erinnert sich an Mason.
„Sag, Justin, werden beim Militär Verfluchte eingesetzt?“
Plötzlich wird es am anderen Ende der Leitung ganz still. Es hört sich fast an, als habe der Geisterjäger aufgelegt, aber dann bemerkt Skyla einige Funken in der Atmosphäre.
Ein Zischen und viele weitere Funken kündigen das bunte Kunstwerk an. Mias Energie sammelt sich zuerst an einer Stelle in Form eines Lichterballs, der an Größe gewinnt und an Farben. Zweimeterriesen passen locker am Ende durch die kreisrunde Tür. Ohne auch nur den Kopf einziehen zu müssen. Perfekt für Mason. Im Portal schwimmen unzählige Farben und drohen miteinander zu verlaufen. Der Anblick der magischen Tür versetzt alle Anwesenden ins Staunen. Die bissige, kleine Fee an Milans Seite hat vielerlei Qualitäten. Mehr als Skyla zugeben mag. Das Erschaffen der kreisrunden Portale ist eine Fähigkeit, die sich Skyla ebenfalls für ihre Schutzgeister wünschen würde.



„Komm rüber und wir reden! Aber mit dem Handy, von dem du anrufst!“, fordert Justin schroff und legt somit einfach auf.
Sina packt im Handumdrehen den Inhalt ihrer Tasche wieder ein und tritt freudig auf das rotierende Portal heran.
„Ist ja der Wahnsinn!“
Vater Finn staunt hingegen laut: „Was ist das?“
„Ein Durchgang“, erklärt Skyla seufzend und tritt entschlossen an Sinas Seite.

Auch Thomas steht der Mund offen, aber er fängt sich zum Glück schnell und zieht im Handumdrehen einen Koffer herbei.
„Los, Finn. Hol deine Sachen schnell. Wir begleiten deine Tochter.“
„Was?“ Skyla dreht sich erschrocken herum. „Ich weiß nicht, ob das gut ist.“
Justin wird nicht begeistert sein!
Doch Thomas nähert sich hochmotiviert, während sein bester Freund losstürmt. Ihr Patenonkel wuschelt ihr frech das Haar und verspricht: „Wir stehen das gemeinsam durch.“
Sina nickt freudig. „Ganz genau! Auf ins Abenteuer! Sag, landen wir gleich in einer anderen Welt? In so einem abgefahren Science-Fiction Universum?“
„Nein!“ Skyla betrachtet sie angeödet. „Wir begegnen gleich dem Teufel!“
Es sollte ein Scherz sein, obwohl Justin schon dem Bild eines kleinen Satansbratens gerecht wird, aber Sina hält erschrocken die Hände vor den Mund. Als glaube sie dem Ganzen. Noch ehe Skyla die Sache gerade biegen kann, eilt ihr Vater mit einer großen Tasche dazu.
„Kann losgehen.“

Ein Blick in die Runde und Skyla erkennt sich in Thomas und Finn wieder. Auch sie hatte ihr Bedenken bei der ersten Reise. Daher macht sie den Anfang und zieht Sina einfach mit sich in das Portal. Auf der anderen Seite wartet auch schon das Begrüßungskommando. Milan befand sich während des Anrufes doch tatsächlich in Justins Büro. Welch ungünstiger Zeitpunkt! Sofort eilt Milan herbei, um Skyla an sich zu reißen. Mit großen Augen betatscht er sie und schaut übertrieben nach, ob sie heil ist. Das darauffolgende Räuspern stammt nicht von Justin, sondern von Vater Finn.
„Ähm, Skyla, du warst unaufmerksam. Dein Vater ist hier.“
Ein tiefes Seufzen dringt aus ihr und als sie den Blick hebt, wehrt Justin schon ab: „Nein!“
„Ich habe noch gar nicht gefragt!“
„Die Antwort bleibt unverändert! Ich habe dich gewarnt und du wolltest nicht hören! Wir können für deine Familie nichts tun!“




Damit ist die Sache für Justin zwar erledigt, aber Skyla wendet sich verzweifelt an Milan. „Dieses Hotel bietet viel Platz und Lebensraum. Es wäre nur vorübergehend, bis ich etwas Besseres gefunden habe. Aber ich kann meine Familie nicht aufgeben und der Orden ist gerade hinter mir her.“
Anders als bei Justin lässt Milan die Sache nicht kalt. Wehmütig fällt sein Blick hinab, aber seine Hände liegen verkrampft aufs Skylas Schultern.
Die Enttäuschung will sich gerade breitmachen, da hebt Milan den Kopf.
„Justin…“
„Nein!“
„Aber…“
„Ich hab nein gesagt!“

„Wie verzweifelt Skyla doch sein mag, um sich an Euch zu wenden, Lucifer“, tönt nur Schwachsinn aus Sinas Munde.
Justin blinzelt. Sichtlich verwirrt, ob er wirklich angesprochen wurde. Skyla seufzt. Sina hat wahrlich mehr von Emilie, als ihr lieb ist. Diese Frau ist nicht nur ein kleiner Sonnenschein, sondern auch eine kleine Doofnuss.
„Sina, hör zu. Ich habe…“
Aber ihre neue Mitbewohnerin unterbricht sie, indem sie mit ihrem Finger die Lippen versiegelt. Frech zwinkert Sina ihr zu.
„Alles gut, Süße. Ich kläre die Sache schon mit dem gefallenen Engel.“
Ein tiefer Atemzug und das Klebeband ist auf Justins Schreibtisch schnell ausgemacht. Ein Griff und im Nu ist Sinas Mund verriegelt.
„Was sollte das?“, hinterfragt Milan laut.
Er klingt sichtlich verwirrt. Aber Skyla geht darauf nicht ein und schiebt Sina in den Hintergrund.
„Lass die Erwachsenen mal reden“, spricht sie zu ihrer neuen Mitbewohnerin, die beleidigt die Arme verschränkt.

Justins Geduld hingegen scheint am Ende zu sein. Er kehrt allen den Rücken zu, daher übernimmt Milan und wendet sich gezielt an Skyla.
„Erzähl doch mal, was überhaupt los ist.“
„Ich bin gestern Abend einem Attentat entkommen. Der Orden hat das Haus von meinem Patenonkel umstellt, sowie die Wohnung, die dieses Medium zurzeit nutzt.“
Überrascht folgt Milan ihrem Blick zu Sina. „Oh, noch ein Medium.“
Sina winkt ihm freundlich entgegen und reißt mit einem Schmerzlaut das Klebeband vom Mund.
Milans Blick wandert nun zu den Herrschaften. Er scheint Skylas Vater wieder zu erkennen und lächelt verlegen.
„Ah, der Vater der wunderschönen Tochter. Lange ist es her.“




Kacies Mann nähert sich zögernd und begrüßt ihn mit einem ordentlichen Händedruck.
„Ich muss mich ehrlich gesagt entschuldigen. Eigentlich wollten meine Frau und ich, dass Sie keinen Kontakt mehr mit Skyla haben. Aber anscheinend gibt es eine Reihe Missverständnisse.“ Eine kurze Drehung und Vater Finn winkt seinen Freund zu sich. „Das ist übrigens Thomas. Er war schon immer wie ein Bruder für mich und gehört einfach zur Familie.“
Thomas ergreift mit einem Lächeln Milans Hand. „Freut mich. Ich bin übrigens Skylas Patenonkel und Lukas‘ Vater.“
Am Ende funkeln seine Augen böse und Milan zeigt mit seinem eingeschüchterten Fakelächeln, dass er bereits Bekanntschaft mit Lukas hatte.
„Wie schön. Ich bin Milan.“
Kaum lässt Thomas los, verzieht sich der Geisterjäger schnell zu Skyla.
„Sag mal, willst du mich ans Messer liefern?“, flüstert er nervös.
Verwundert runzelt sie die Stirn. „Wovon sprichst du?“
Aber Milan winkt ab, als wäre jetzt ein schlechter Zeitpunkt, um darüber zu reden.

Die scharfe Beobachtungsgabe beweist Thomas erneut, indem er sich an Justin wendet: „Sicherlich weckt der Stand unseres Wissens Ihr Interesse. Ich denke, ich kann Sie beruhigen, denn Finn und ich haben keine Ahnung, was hier überhaupt los ist und welche Feinde sich Skyla gemacht. Aber wie Finn so schön sagte, sehen wir uns als eine Familie. Unser Mädchen muss nicht mehr allein mit ihren Problemen dastehen. Was auch kommt, sie hat unsere Unterstützung. Die Leute, die sie angegriffen haben, scheinen es ernst zu meinen. Nicht umsonst, riet mir Skyla, mit meinem Sohn unterzutauchen und eine andere Identität anzunehmen. Ich entschuldige mich für die Umstände und würde mich für Ihre Hilfe auch erkenntlich sein. Es wäre in meinen Augen nur angemessen Miete zu zahlen für die Zeit, die wir hier verweilen könnten. Eine kurzfristige Lösung…“
Thomas spricht zwar und das mit voller Überzeugungskraft, aber Justin schenkt ihm kein Gehör mehr. Stattdessen schaut er rüber zu Skyla. Allein sein grimmiger Blick lässt sie erschaudern und ist Tadel genug. Bei ihm knickt sie ein wie bei ihrer wütenden Mutter. Wenn sie doch nur wissen könnte, was in seinem Kopf vor sich geht.
Beeindruckt von Thomas Verhandlungsgeschick schließt sich Finn der Sache an und verspricht: „Wenn Sie meiner Familie helfen könnten, dann würde ich mich ebenfalls erkenntlich zeigen.“



„Das klingt doch gar nicht so schlecht, Justin. So könnte sich Skyla viel besser auf das Training konzentrieren“, meldet sich nun Milan kleinlaut.
Sein Kumpel schnauft, schließlich spielt er mit ganz miesen Karten.
„Du wirst deinen Arbeitsvertrag kündigen müssen, Skyla.“
Sie seufzt und sieht keine andere Lösung. „Schon klar.“
Dabei war die Zeit im Kräutergarten die Beste ihres Lebens. Dort hat sie sich eine Zukunft gewünscht.
„Mit wie vielen Leuten können wir beim Einzug rechnen?“, will Justin in Erfahrung bringen.
Nur kurz beginnt Skyla im Kopf zu zählen: „Dreizehn Leute. Darunter ein Verfluchter und dieser Sonnenschein hier.“
Sie deutet kurz auf Sina.
„Echt? Wir wohnen nicht mehr in der Geisterwelt?“
Die Reporterin klingt überrascht und Skyla sieht Justins Zorn hervorblitzen.
„Mach weiter, Sina, und ich komme hier nicht mehr lebend raus!“, beschwert sie sich leise.
„Wieso?“
„Damit das klar ist, ich wurde von Sina einfach in die Geisterwelt verschleppt. Ich hatte einen Nervenzusammenbruch und habe erst am nächsten Tag erfahren, wo ich war!“, klärt Skyla das Missverständnis.
„Du hattest einen Nervenzusammenbruch?“, melden sich Vater Finn, Thomas und Milan zu gleich.
„Das ist nur eine dumme Ausrede!“, bekommt Skyla von dieser blöden Brillenschlange an den Kopf geworfen.

„Was ist denn so schlimm an der Geisterwelt?“, erkundigt sich Sina schulterzuckend.
Justin flucht leise und erkennt: „Diese Frau ist ja noch schlimmer, als du es bist, Skyla.“
Gut. Er erkennt die Problematik mit Sina.
Dennoch bevorzugt Skyla das Schweigen bezüglich der Foodbloggerin. Stattdessen schlendert sie zum Schreibtisch und berichtet: „Ein Verfluchter hat mich aufgesucht. Sein Name ist Mason und er besitzt eine Feuerfee. Kennst du ihn?“
„Natürlich kenne ich ihn. Er war ein legendärer Soldat, bis seine Einheit plötzlich ausgeschaltet und das Projekt in den Erdboden gestampft wurde.“
„Du kennst ihn also nur vom Hören her.“
Justin nickt. „Wieso sucht ein Verfluchter ausgerechnet dich auf?“
„Weil Kai in der Geisterwelt großkotzig mit mir angibt.“
„Na toll! Das können wir jetzt am wenigsten gebrauchen! Du hast deine Dämonen nicht im Griff!“
Das ist mal wieder typisch Justin!



„Ich unterbreche euch ja ungern“, meldet sich Vater Finn, „aber was genau ist hier eigentlich los?“
„Du hast meine Erlaubnis. Demonstriere ihnen deine Macht, aber richte keinen Schaden an!“
Damit wendet sich Justin ab und nimmt auf seinem Stuhl Platz. Frech setzt sich Skyla auf die Tischkante und blickt umher. Ein Stapel aufwirbeln würde nur Ärger bedeuten. Justin ist ein Ordnungsfreak, daher muss etwas anders in Frage kommen. Thomas Koffer ist groß genug und bietet viel Angriffsfläche für ihre Macht. Kaum hat sie die Reisetasche anvisiert, kämpft sie mit ihrer Macht. Was auch immer ihr Patenonkel darin lagert, es ist unfassbar schwer. Fast, als habe er nur Steine eingepackt.
„Sag mal, Thomas, was schleppst du alles mit dir?“
Statt zu antworten, staunen Vater Finn und Thomas über das jämmerliche Ergebnis. Der Koffer schwebt nicht gerade hoch. Er ist gerade mal nur auf Kniehöhe, weil das Ding einfach zu schwer ist. Mit hochrotem Kopf setzt sie das Gepäck vorsichtig ab.
„Du warst ja schon mal besser“, tadelt Justin sie streng.
„Heb den Koffer erst mal an und dann sehen wir weiter!“
„Deine neue Freundin wiegt sicherlich weniger“, bringt er sie auf dumme Ideen.
„Oh nein!“, warnt Sina sie.
Skyla kämpft gegen die Versuchung an. Zum Glück gewinnt ihr Verstand und nicht ihr inneres Kind.
Justin scheint dies zu erkennen und fordert nun das nächste Medium auf: „Und du? Was sind deine Fähigkeiten?“
„Nichts, was ich zur Schau stellen sollte, zumal ich an diesem Ort keinerlei Kontakt aufbauen kann“, flötet Sina geheimnisvoll.
„Kontaktaufbau? Etwa zur Geisterwelt?“
Mit einem freudigen Schnipsen bestätigt Sina ihm den Verdacht. Kaum kehrt Justin ihr laut seufzend den Rücken, macht sich eine innere Unruhe in Skyla breit.

Die Anwesenheit der beiden Väter geriet kurz in Vergessenheit, aber die beiden haben ihre Stimme wieder gefunden und kreisen Skyla verdächtig ein.
„Meine Tochter hat eine Superkraft!“, freut sich ihr Vater.
Ohne Oma Ulrikes Einverständnis sollte sie von der angeborenen Gabe besser nichts erzählen. Aber auch Thomas strahlt bis zu beide Ohren.
„Hey, jetzt schaut nicht so! Diese Macht bringt nur Ärger und all die Hexen, die auf mich treffen, prophezeien mir nur eine dunkle Zukunft.“




„Aber nur, weil du uns dein Geheimnis verschwiegen hast. Jetzt sind wir eingeweiht und können über dich wachen.“
Thomas redet nun auch ganz viel Blödsinn. Er spricht, als sei sie noch immer ein kleines Kind.
„Hexen und Superkräfte! Das ist wie in den Comics, Thomas!“
„Wenn sich die Erwachsenen wie Kinder benehmen!“, nörgelt Skyla und will sich wegdrehen.
Aber ihr Patenonkel fängt sie ein und drückt sie feste. „Das ist einfach großartig, Skyla! Und die Leute, die hinter dir her sind, jagen dich wegen deiner Superkraft?“
„In ihren Augen bin ich eine Hexe und Hexen gehören verbrannt.“
„Finn! Diese Leute hauen wir platt!“
„Yeah, ich bin dabei!“, mischt sich Sina in die Partie und streckt wie die beiden Männer die Faust entschlossen hinauf.
Peinlicher kann es nicht werden. Skyla schämt sich zu Grund und Boden.
„Ihr blamiert mich!“, schimpft sie mit allen drei und hebt mahnend den Finger. „Jetzt beherrscht euch mal! Die Gefahr ist real! Diese Leute haben meine Freundin entführt und ich konnte ihr nicht mal helfen!“

Kaum tritt Stille ein, kehrt Skyla zurück zu Justin und kämpft mit den Erinnerungen.
„Sina hat mich an einer Bushaltestelle aufgegabelt. Ich bin blind ausgestiegen und hatte keine Ahnung, wo ich bin. Hauptsache ich konnte dem Orden entkommen. Aber die Reklametafel wurde manipuliert. Ich hatte freie Sicht auf Emilie. Ihr Zustand war schlecht. Sie wurde in irgendeinem Bürokomplex gefangen gehalten. Ein Kontrollraum. Sie hatte aufgegeben und sich verabschiedet. Der Orden hat nur mit ihr gespielt und wollte sie vor meinen Augen erneut entführen. Ich konnte mit meiner Macht in ihr Reich eindringen und den Rittern schaden, aber es hat nicht gereicht. Ich flehe dich an, Justin. Hilf mir, Emilie zu finden! Ich habe ein ganz schlechtes Gefühl und will ihr sofort zur Hilfe kommen!“
„Name der Haltestelle“, fordert ihr Gegenüber kühl.
Skyla lächelt bitter, denn sie kann sich nicht erinnern. Doch zum Glück eilt Sina heran.
„Rosenstraße.“
„Milan, du weißt, was zu tun ist!“
Der Geisterjäger nickt und nähert sich Skyla. „Ich muss dich filzen. Verzeih mir bitte. Aber es könnte sein, dass an dir ein Peilsender haftet.“
Ohne auf ihre Erlaubnis zu warten, untersucht er sie gründlich. Auch wenn Sina ihnen versichert: „Mason hatte ebenfalls den Verdacht und ich habe das ebenfalls überprüft. Ich denke, dass ein Ritter die Buslinie mit dem Auto verfolgte. Da war dieser Wagen, der mir immer dich auf die Pelle gerückt ist.“




„Sie ist sauber, Justin“, bestätigt Milan.

Der große Anführer trommelt genervt mit den Fingern auf der Tischplatte, bevor er laut denkt: „Zuerst musst du all jene hierher bringen, die dir etwas bedeuten, Skyla. In der Zwischenzeit beordere ich Naomi hierher. Danach schauen wir wegen Emilie weiter. Lass dir unterwegs auch schon mal einfallen, wie du Naomi entlohnen wirst.“
Dankbar lehnt sie sich über den Schreibtisch. „Ihr seid meine Rettung. Ich kümmere mich sofort um alles.“
„Sei nicht so laut!“, beschwert sich Justin genervt.
„Mason könnte helfen“, meldet sich Sina kleinlaut, „der Kerl ist unheimlich. Mit ihm sollten wir keine Probleme gegen den Orden haben.“
„Ah der Verfluchte. Ich freue mich schon auf das Gespräch mit ihm“, gesteht Justin hoffnungsvoll.
„Mit Mias Portalen haben wir alle ruckzuck eingesammelt und all die Wertsachen schnell hierher gebracht. Je weniger dem Orden in die Hände fällt, umso besser“, meldet sich Milan.
„Das sagst du doch nur, weil du Skyla begleiten willst“, erkennt sein Kollege.
„Ja! Ich will sie unbedingt begleiten“, drängt sich Milan nun auf.
„Geh schon! Ich habe genug von dem lautstarken Kindergarten!“

Milan lächelt freundlich und dreht sich zu Vater Finn und Thomas um.
„Ich sehe, ihr habt schon einige Dinge mitgebracht. Mit den Portalen können wir noch viel mehr sichern und von Ort zu Ort reisen.“
„Das ist fantastisch. Dann sichere ich all die Fotoalben“, beschließt Vater Finn.
„Denk an alle wichtigen Dokumente“, erinnert Thomas ihn, „Geburtsurkunden, Stammbuch, Zeugnisse…“
Alles schön und gut. Dennoch ist der Orden hinter Milan her.
Daher ruft Skyla ihren kleinen Spinnendämon: „Agnar, antreten!“
„Du hast gerufen!“
Vater Finn hyperventiliert in Anbetracht der Dämonenspinne. Anders als Thomas, der sie wieder erkennt: „Momentmal, das ist doch genau die, die uns so viel Ärger an den Weihnachtstagen beschert hat.“
„Agnar ist ein Spinnendämon und hat nützliche Eigenschaften. Eine davon wird Milan nun zu Gute kommen. Der Orden darf von seiner Anwesenheit nicht erfahren, daher wird Agnar ihn unsichtbar machen.“
„Praktisch“, findet Thomas.
Skylas Vater hingegen hegt seine Bedenken: „Deine Mutter darf diese Spinne nicht entdecken, sonst ist die Hölle los.“




Seine Tochter erinnert sich an das Drama an Weihnachten und nickt zustimmend. Ihr Spinnendämon ist nicht auf dem Kopf gefallen und klettert nun auf Milan, der den Dämon mit Ehrfurcht beobachtet.
„Ich mag dich, Süße. Aber deine Dämonen sind mir ehrlich gesagt nicht geheuer.“
„Dem stimme ich zu“, gibt Sina mal wieder ihr Senf dazu.
Sie nickt eifrig und entfernt sich mit einem großen Schritt von Agnar.
„Mein Dämon wird dir noch den Hintern retten, also jammere nicht rum!“
Damit ist für Skyla die Unterhaltung beendet. Nun gibt es viel zu erledigen und sie ist voller Tatendrang.

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