Kapitel 21
Fiona
„Ich bin wohl etwas falsch gelaufen, jedenfalls habe ich meine eigene Spur verloren. Dann standen da plötzlich vier Rogues vor mir. Den einen konnte ich noch erschießen, doch da war noch ein fünfter, der mir die Pistole aus der Hand schlug. Ich konnte dem einen Rogues ausweichen und bin gelaufen. Da die Wölfe aber schneller sind, habe ich mich nach einer anderen Waffe umgesehen. Mit dem Ast konnte ich dann zwei Rogues unschädlich machen. Und dann kam Paul. Es tut mir Leid, dass ich dich so getroffen habe“ spreche ich und merke, wie mir die Tränen kommen.
Paul schüttelt mit dem Kopf „Alles gut. Es war gut, dass du nicht gestoppt hast. Es hätte ja nicht unbedingt ich sein müssen, der da kam.“ „Und dann?“ fragt Marlene ruhig.
„Und dann…“
(Triggerwarnung)
Erschrocken schaue ich auf Paul. Das, das wollte ich nicht. Paul scheint hinter mir etwas zu sehen, denn er stemmt sich hoch und springt an mir vorbei. Seine plötzliche Bewegung lässt mich taumeln und dann stolpere ich über eine Wurzel.
Zum Glück falle ich sanfter, da hier überall Moos wächst. Gerade als ich aufstehen will, sehe ich eine Blume. Die Silbernacht-Blume beginnt silbern zu schimmern. Verwirrt schaue ich sie an, doch wird mir schwummrig. Mir fallen die Augen immer wieder zu. Ich darf jetzt nicht einschlafen. Plötzlich spüre ich Fell an meinem Arm. Ich zwinge mich dazu, nachzusehen. Paul schaut mich besorgt an. Dann fallen mir die Augen komplett zu.
Ich falle in die Schwärze. Doch verliere ich nicht mein Bewusstsein. Ich spüre eine Macht, die nach mir greift und mich zieht, weg von meinem Körper. Es ist unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Und irgendwann fange ich an, einen Untergrund zu spüren. Es fühlt sich leicht an, wo ich liege.
„Öffne deine Augen.“ höre ich eine männliche Stimme. Der Aufforderung folge leistend, schlage ich meine Augen auf. Überraschenderweise liege ich auf dem Boden. Neben mir kniet ein wunderschöner Mann. Eine machtvolle Aura umgibt ihn, mächtiger als jede Alpha-Aura die ich bisher spürte.
„Hallo Fiona, ich bin Anthor. Ich habe dich zusammen mit meiner Schwester Luna hier hergeholt.“ spricht er klangvoll. Ich schaue mich um. Es ist wie eine weite weiße Landschaft. Es gibt ein Tor, durch das ich eine grüne Wiese sehen kann.
Dann bildet sich, wie aus dem Nichts ein zweites Tor. Als sich die kunstvollen Türen öffnen, sehe ich danach einen Wald bei Nacht. Aus diesem Tor schreitet eine Frau in einem blauem Gewand mit Silberfäden heraus.
Die Frau öffnet ihren Mund, doch bin ich schneller und hauche ungläubig „Luna“. Ein Schnaufen lässt mich zu Anthor blicken. „Natürlich erkennt sie dich mit Namen. Die Menschen haben vergessen, dass es mich gibt. Stattdessen haben sie ihre eigenen Götter erschaffen, die jetzt alle in meinem Reich wohnen.“
„Komm schon Bruder, dafür hast du wesentlich weniger zu tun, als wir anderen.“ spricht Luna neckend. Anthor schaut mit einem Dein-Ernst-Blick zu Luna. Staunend blicke ich zwischen den beiden Göttern hin und her.
Ich wache gleich aus diesem Traum auf oder? Luna winkt es ab und wendet sich mir zu. „Fiona, ich habe Anthor gebeten, dass ich einmal mit dir sprechen kann. Schließlich bist du die Mate einer meiner Wölfe.“ Ein trauriger Ausdruck erscheint in den nachtblauen Augen von Luna.
„Würdest du mir bitte die Ehre geben und mich anhören?“ fragt Luna bittend. „N..Natürlich Luna.“ stimme ich ihr zu. Ein zaghaftes Lächeln bildet sich bei Luna. „Nun, als erstes möchte ich einmal sagen, dass meine Worte keine Entschuldigung für das Verhalten von Dust sein soll. Stattdessen sollen sie bewirken, dass du Dust besser verstehst, bevor du eine Entscheidung triffst.“
Von Lunas Worten überrascht, nicke ich sprachlos. „Ich ziehe mich etwas zurück“ spricht Anthor und geht an den Rand von scheinbar seinem Tor. Bevor ich meine Frage aussprechen kann, erklärt Luna „Da du ein Mensch bist, kann nur Anthor deine Seele hier zum Weltenspiegel rufen und halten. Komm, setzen wir uns.“
Etwas überfordert folge ich Luna zu einem Sofa, was einfach aus dem weichen Boden empor kommt. Elegant setzt sich Luna auf diesem Sofa hin, mit Luna zusammen wirkt das Sofa viel erhabener. Daher setzte ich mich nur langsam und nach einem weiteren auffordernden Blick von Luna hin.
„Der Grund für das Verhalten von Dust liegt in seinem vorherigem Leben.“ beginnt Luna und schaut niedergeschlagen in die Ferne. „Du musst wissen, die meisten Seelen gelangen nach ihrem Tod zu Azrael. Je nachdem, wie gut sie gelebt haben, kommen sie wieder in den Seelenkreislauf und warten in unseren Reichen, ohne uns Göttern zu begegnen. Oder sie kommen in die Hölle, wo sie gereinigt werden. Dann gibt es aber auch noch Seelen, denen so schlimm mitgespielt wurden, dass sie zu uns Göttern zurückkommen. Sie leben dann bei uns und wir versuchen sie wieder zu heilen, sodass sie in den Seelenkreislauf gehen können.“
Staunend schaue ich zu Luna. „Dust kam vor Jahrhunderten zu mir. Aus dem so majestätischen Wolf, wurde ein kleiner verängstigter Welpe. Er wurde in einem grausamen Ritual von seinem Menschen getrennt. Um dies zu schaffen, musste Dust vorher einen Seelenschaden zugefügt werden. Daher wurde seine Mate vor seinen Augen gefoltert und schließlich grausam ermordet. Da ich nicht überall gleichzeitig sein kann, habe ich leider erst viel zu spät mitbekommen, was mit Dust geschah. Eine der wenigen Dinge, die ich mir nicht verzeihen kann. Zwar hatte sich meine Bewahrerin darum gekümmert und auch darum, dass das Wissen um dieses Ritual verloren geht, aber Dust war schon nachhaltig verletzt. Solange wie Dust bei mir blieb, war keine andere Seele bei mir.“ spricht Luna mit bedauern.
„Dust hat keine bewussten Erinnerungen mehr an sein früheres Leben. Aber dennoch hat es Narben hinterlassen, die trotz meiner Versuche der Heilung noch da sind. Er hat eine unbewusste Panik, seine Mate zu verlieren und dass obwohl er sie sein ganzes Leben lang bei sich hatte. Als Dust noch nicht erwacht war, hat er dich tief in sich erkannt. Dieses Gefühl verschwand, als er erwachte. Dies holte seine Panik wieder hervor, seine Mate zu verlieren. Dust weiß zeitweise selber nicht, warum er so reagiert hat, wie er hat. Immer wenn ihr euch verabschiedet habt, kam das Gefühl hoch, dass er seine Mate verliert. Daher hat er sich ferngehalten von dir. Dies führte aber dazu, dass er immer länger das Gefühl hatte, seine Mate zu verlieren. Die weiblichen Werwölfinnen zogen ihn so an, da sich deren innere Wölfe an Dust schmiegten, um ihn zu trösten. Auch wenn es nur kurzfristig war, verschwand das Gefühl. Ein Teufelskreislauf, der nur mit eurem gegenseitigen Erkennen geendet hätte. Durch sein Fehlverhalten hat er nach einem Wolfsbann gefragt und dieser hat das Gefühl ebenfalls verschwinden lassen.“ endet Luna.
Sie blickt zu mir und wischt mir sanft eine Träne weg. Meine Gedanken rasen. „Ich weiß, dass war sehr viel auf einmal. Wenn du Fragen hast, frag gerne. Oder du Zeit brauchst, verstehe ich das auch. Aber es gibt da auch noch Jemanden, der dich unbedingt kennenlernen möchte und unsere Zeit neigt sich dem Ende zu.“ spricht Luna.
Ich nicke „Ich habe glaub ich keine Fragen mehr.“ Luna streicht mir sanft eine Strähne hinters Ohr. „Du kannst jederzeit zu mir beten, wenn du Fragen hast. Ich werde sie dir beantworten.“ Dann steht Luna auf und geht zu ihrem Tor. Sie streckt ihre Hand hinein und führt dann eine Person aus diesem Tor.
Diese Person lächelt mich an und breitet dann seine Arme aus. Ungläubig laufe ich auf ihn zu und werfe mich in seine Arme „Papa!“






























































Das war… IST, der Wahnsinn!!! Dust‘s Hintergrundgeschichte ist wirklich grausam, kein Wunder dass dies trotz der Heilungsveruche Spuren hinterlässt…
Trotzdem frage ich mich jetzt, wie Fiona wohl mit dem ganzen Wissen umgehen wird 🤍
Ohhh, dass ihr Vater noch erscheint, damit habe ich wirklich überhaupt nicht gerechnet! Weiß er eigentlich was auf der Erde, bzw. bei Fiona los ist, oder können das nur die Götter sehen?
PS: ich muss echt mal die Bewahrer lesen 😂😅
Das war doch wieder eine Parallele oder? 😉
Deine Fragen werden im nächsten Kapitel beantwortet 😉
Und ich muss unbedingt Die Bewahrer zu ende schreiben 😅 Ja, es war eine Parralele🤗
Na dann bleib ich mal gespannt^^
Wünsche dir noch nen schönen Nachmittag 🤍