Kapitel 15
Fiona
Ich werfe Wolf einen weiteren giftigen Blick zu, was ihn die Lippen weiter zusammenkneifen lässt. „Nur ein Wort!“ grolle ich warnend. Wolf hebt die Hände unschuldig hoch. Während wir also wieder vorlaufen, um den Weg zu sichern, beginnt Wolf dann doch noch zu sprechen.
„Weiß du, es will sich mir einfach nicht erschließen, wie du so heftig am Kinn getroffen werden konntest. Du hast sogar eine aufgeplatzte Lippe. Du bist doch eine der Besten.“ spricht Wolf. In seiner Stimme höre ich sein unterdrücktes Lachen. „Lass es einfach gut sein und ignoriere es. Ich ärgere mich über den blöden Schmerz schon genug.“ spreche ich zu ihm.
„Immerhin hat meine Lippe endlich aufgehört zu bluten. Es wird ewig dauern das Halstuch wieder sauber zu bekommen.“ rege ich mich nun doch weiterhin auf. „Mhm“ macht Wolf und nickt dabei. Da er aber auffällig unauffällig zur Seite schaut, weiß ich, dass er das Lachen nur noch schwer unterdrücken kann. Über seine Reaktion die Augen verdrehend, spreche ich „Nun lach schon los, ansonsten platzt du noch.“
Wolf schaut grinsend wieder zu mir. Als sein Blick schließlich auf mein Kinn und die Lippe fällt, prustet er endlich los. „Darf ich ein Foto machen, wenn wir wieder zurück sind? Das muss ich festhalten!“ japst Wolf zwischen seinem Lachen.
„Dein Lachen lasse ich dir durchgehen, aber wehe dir du machst ein Foto.“ warne ich Wolf. Dieser hebt unschuldig die Hände.
Still gehen wir weiter. Je mehr wir uns dem Abholungsort nähern, desto aufmerksamer werden wir. Es darf nichts mehr schief gehen, jetzt wo wir so kurz vorm Erfolg sind.
Wolf hebt seine Hand und wir beide verharren sofort in unserer Bewegung. Er gibt mir die Handzeichen dafür, dass er etwas gehört hat. Verstehend nicke ich und warte ab, was er noch hört.
Doch wenig später winkt er ab „Tut mir Leid, dass war nur ein Hase.“ „Doch kein Killerhase?“frage ich schmunzelnd. Wolf wirft mir einen bösen Blick zu „Du weißt nie, ob so ein süßes Tier nicht doch ein Wandler ist, sich plötzlich verwandelt und dich tötet. DU kannst es nicht am Geruch erkennen.“
Sofort fällt mein Schmunzeln. „Du hast Recht, daran habe ich bisher nie gedacht. Entschuldige bitte.“ Wolf nickt und wir machen uns weiter auf den Weg.
Beim letzten Abschnitt passiert nichts erwähnenswertes mehr, sodass wir ohne Probleme abgeholt werden können. Da wir die Täter ebenfalls mitnehmen, ist der Rückflug ziemlich angespannt. Wir sitzen alle auf unseren Plätzen, mit hochgezogenen Halstüchern und den Helmen auf.
Die Präsidententochter fühlt sich in dieser Situation sichtlich unwohl, wodurch ich mir schließlich irgendwann ein Herz fasse und mit Harry Potter den Platz wechsel. An die Präsidententochter gewandt flüstere ich „Keine Sorge, bevor die Drei auch nur an etwas blödes Denken können, reagieren wir schon. In 20 Minuten landen wir schon und ihr Vater wird bestimmt ungeduldig auf sie warten. Bei unserer Abreise war er schon da und hat sich ziemlich die Haare gerauft.“
Dies lässt sie leicht lachen „Ja, das klingt ganz nach ihm. Im Büro kann er kühl die wichtigsten Entscheidungen treffen, doch sobald es um seine Familie geht, kann er nicht mehr klar denken. Sie müssten mal erleben, wie er vor meiner Mutter kniet, wenn er einen Fehler gemacht hat. Zwar tut er immer sein Bestes um Fehler wieder gut zumachen, aber bis meine Mutter ihm verzeiht, macht er die unsinnigsten Aufgaben.“
Ich lächle leicht „Klingt als würde ihr Vater ihre Mutter wirklich lieben.“ Wild nickt sie. „Oh ja. Verraten Sie es niemanden, aber letztens musste mein Vater ein Date mit meiner Mom absagen, wegen einem Meeting. Leider bin ich zum unpassenden Zeitpunkt dann in die Küche gegangen. Mein Vater musste als Strafe nur mit einer Boxer und einer Schürze bekleidet für meine Mutter kochen.“ Erzählt sie lachend und beruhigt sich so immer mehr. So vergeht die restliche Flugzeit wie im Flug und ich erfahre mehr über den Präsidenten als ich wollte.
Sobald wir gelandet sind, werden als erstes die 3 Täter hinaus eskotiert. Dann verlässt unser Team das Flugzeug, in unserer Mitte die Präsidententochter. Kaum haben wir das Flugzeug verlassen, drängelt sich der Präsident zwischen uns durch und umarmt seine Tochter.
Ich muss mir ziemlich das Lachen verkneifen, als ich den Präsidenten sehe. Die Geschichten seiner Tochter lassen mich ihn in einem anderen Licht sehen, einem positiverem.
Zusammen gehen wir als Team zum General, um Bericht zu erstatten. Dieser gewährt uns dann auch wieder unseren Urlaub, welcher um 3 Tage verlängert wurde.
Während wir unsere Ausrüstung wieder zurück bringen, werde ich vom BigBoss gefragt „Und, gehst du wieder zurück zu deiner Familie?“ Überrascht schaue ich ihn an. Stimmt ja. Ich wurde von ihnen abgeholt. Während dem Einsatz habe ich gar nicht mehr daran gedacht.
Verbringe ich dort meinen weiteren Urlaub?




























































Die kameradschaftliche Beziehung zwischen Wolf und Fiona ist echt toll und selten wertvoll <3
Haha, auch wenn das „nur“ eine Geschichte ist hast du mir mit diesen „Zusatzinfos“ über diesen Präsidenten wieder bewusst gemacht, da egal welchen Beruf man, wir alle eigentlich trotzdem normale Menschen sind 😉
Hmm bin gespannt wie Fiona sich entscheidet, wobei ich das Gefühl habe, dass die eisige Funkstille zwischen ihr und ihrer Familie inzwischen irreparabel gebrochen ist… mal schaun' 🤍
Wobei einige es vergessen, dass wir alle nur Menschen sind.
Wie hättest du dich denn Entschieden, wenn du an Fionas Stelle wärst?
Auf jeden Fall nicht zur Familie/Rudel zurück zu gehen. Ich glaube das bringt ihr nicht viel außer schmerzen
Ups, bisschen spät, aber ich glaube, ich wären nicht zurück zum Rudel gegangen. Liegt zwar wahrscheinlich eher in meiner Persönlichkeit begründet, für die Geschichte hätte ich jedoch gesagt dass die andere Option wahrscheinlicher ist… jetzt bin ich gespannt was du geschrieben hast 🙂